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Königreich Spanien
1517 kam Karl aus den Niederlanden erstmals nach Spanien, um nach dem Tod von Ferdinand dem Katholischen das großelterliche Erbe als König Carlos I. von Spanien anzutreten. Er und seine Berater kamen praktisch als Ausländer. Während Karl sich um Intergration bemühte und rasch die spanische Sprache erlernte, besetzten seine burgundischen Räte die Schaltstellen der Macht und provozierten durch ihr Verhalten den "comuneros"-Aufstand der Städte. Daraufhin umgab sich Karl während seines zweiten Spanienaufenthalts 1522-29 mit spanischen Beratern und Spanien wurde Karls zuverlässigste und unentbehrliche Machtbasis für seine europäischen Kriege.
Karl führte die Darstellung der "Säulen des Herkules" ein, die die Meerenge von Gibraltar am westlichen Ende der Welt des Altertums symbolisieren, zusammen mit seinem anspruchsvollen Wahlspruch "Plus Ultra" ("darüber hinaus").


PLVS VLTRA

Im Wasser stehende gekrönte Säulen
4 reales aus Mexico
Der Chronist der ersten Reise Karls nach Spanien berichtet: Karl ließ die Säulen des Herkules mit dem Spruchband "Plus oultre" als Devise auf den Segeln seines Schiffes anbringen.
Die Worte "Plus oultre" stammen vermutlich aus dem "Roman du fort Hercules" (um 1464). Dort heißt es über die Straße von Gibraltar: "Ne passe oultre pour quérir terre, ... Plus en occiddent t'en yras, Et moins de terre trouveras." (Suche dahinter nicht Land zu erobern. Je weiter man nach Westen geht, desto weniger findet man davon.)
Karl lernte den Text in Burgund kennen und machte den lateinischen Umkehrspruch zu seinem Motto. Mit dem Zugewinn Amerikas für Spanien ging dieser Anspruch auch in Erfüllung.

Die meisten spanischen Prägungen Karls wurden im Namen seiner spanischen Großeltern sowie in seinem und dem Namen seiner Mutter Johanna ausgegeben, die man für regierungsunfähig hielt. In Kastilien-León war Karl formal nur Statthalter seiner Mutter, die zwei Jahre vor Karls Abdankung starb. So erklärt sich das Fehlen von Karls Bildnis auf kastilischen und überseeischen Münzen.
Münzen aus Gebieten, die Karl von seinem Grossvater Ferdinand dem Katholischen geerbt hatte, tragen in der Umschrift entweder den Titel von Karl und Johanna oder von Karl alleine. Ausmünzungen aus Valencia und Mallorca tragen gelegentlich eine Büste Karls.


Doble ducado (Doppeldukat), o. J., Valencia.     Ø 28 mm, 7,0 g.  Friedb.91.
Vs.:   +CAROLVS·DEI·GRACIA·REX·ARAGO  -  gekröntes Brustbild zwischen gotischen Ornament.
Rs.:  +VALENCIE·MAI - ORICARVM·SArdinia  -  gekrö. Wappen von Valencia zwischen Ornamente.
Vergleiche einen valencianischen Dukat, o.J. (n. 1504) von Ferdinand dem Katholischen mit
ähnlichem Brustbild.
Ein Bildnis mit erkennbar persönlichen Zügen war auf spanischen Münzen noch nicht angestrebt.


Doble ducado, o. J. (vor 1539), Valencia.     Ø 27 mm, 6,98 g.   Friedb.-.
Vs.:   +CAROLVS·DEI·GRACIA·RE·  -  gekröntes Brustbild ohne gotische Ornamente.
Genau in Bildmitte liegt auf dem Auge ein störender breiter Punkt, der nicht
zum Bildnis gehört: ein Zentralpunkt.
Der offene Linienkreis entstand durch versetzte Teilüberprägung.
Dabei wurde das X von REX mit E überprägt und die vordere Zacke ist aus der Krone platt gemacht.

Rs.:   +VALENCIE·MAIORICARVM·  -  gekröntes Wappen von Valencia, ohne Ornamente zur Seite.


Doble real, o. J., Valencia.     Ø 28 mm.   Cy.3218.
Vs.:  +CAROLVS·DEI·GRACIA·REX  -  gekröntes Brustbild von vorne, zwischen Ornamente.
Dieses mittelalterliche Brustbild wurde in Valencia vom 14. bis ins 17. Jh. fast unverändert benutzt.

Rs.:  +VALINCIA·M [Schild mit Löwe] AIORICARVm
gekrönte Wappen von Valencia zwischen Ornamente zur Seite.


Ducado o. J., Palma de Mallorca.   Ø 21 mm, 3,36 g.  Cayón 3241; Calicó/Trigo 35; Friedb.54.
Vs.:   +CAROLVS·REX·ARAGONVM·   -   gekrönte Büste n.l. zwischen zwei Sternen.
Rs.:  ‡MAIORICARV3 (Wäppchen) CATOLICVS
Quadriertes Wappen: Kastilien|León & Aragón|Sizilien. Unten: Granada. Oben: Patriarchenkreuz.


Ducado o. J., Palma de Mallorca.   Ø 21 mm, 3,47 g.   C.C.T. 33; Friedb.54.
Vs.:   +CAROLVS·REX·ARAGONVM (G & N spiegelbildlich)   -   gekrönte Büste n. links.
Rs.:   MAIORICA (Mz.) CATOLICVS   -   Wappen wie vor.


Doble ducado (Doppeldukat), o. J., Zaragoza.     Ø 26 mm.  Friedb.22.
Vs.:   +IOANA:ET:KARLOS:D:GRACIA:RA:BAR   -   in gotischen Buchstaben (Stempel um 1520).
Die gekrönten Büsten von Johanna und Karl einander gegenüber.   Dazwischen: C (Münzstätte Zaragoza).

Rs.:  +IOANA:ET KAROLVS:RXS:ARAGON.   in lateinischen Antiqua-Buchstaben (Stempel n. 1525).
Das gekrönte Wappen von Aragón zwischen L - S (Münzmeister Luis Sánchez de Calatayud).


2 Principats (Doppeldukat), 1521, Barcelona.     Ø 28 mm, 6,9 g.   Cayón 1459; Friedb.35.
Vs.:   +IOANA ET CARLOLVS REGES ARAGONVM  
Die gekrönten Büsten von Karl und Johanna, dazwischen ein Zepter,
darüber ein Feuerstahl auf einem Andreaskreuz.

Rs.:   COMITES BARCINONE·P·V·1521   "Grafen von Barcelona"
Krone im Schriftkreis über dem geteilten Wappen: Aragón und Neapel (Jerusalem|Ungarn|Sizilien).
Das Anspruchswappen von Jerusalem geht zurück auf Karl I. von Anjou, König von Neapel 1266-1285.

Vergleiche das burgundische Goldene-Vlies-Symbol
- Andreaskreuz mit eingehängtem Feuerstahl -
auf der Vorderseite verschiedener Exemplare
dieser Doppeldukaten 1521 u. 1532 aus Barcelona.

Siehe den im Bode-Museum Berlin ausgestellten Doppeldukaten 1521 aus Barcelona.

Auf vier der hier gezeigten Münzen lassen sich deutlich sog. 'Zentralpunkte' erkennen. Auf der letzten Münze überdecken Zepter und Jerusalemkreuz die Zentralpunkte auf beiden Münzseiten. Im Berliner Exemplar verrät sich ein Zentralpunkt, weil das Zepter ihn nicht ganz überdeckt. Der Stempelschneider hat den als erstes angelegten Zentralpunkt mit seiner Gravur des Zepters nicht genau mittig getroffen. Auf unserem Doppeldukat liegt der Zentralpunkt mittig knapp unter dem Zepterkopf und fällt daher nicht auf.

Ein einmaliges Schaustück mit den Büsten von Johanna und Karl einander gegenüber befindet sich
in der Bibliothèque nationale de France, Département des Monnaies:
100 ducats 1528, Zaragoza LS (Ø 84 mm, 349,32 g).

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