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    Karls mütterliche Großeltern    


Ferdinand und Isabella, die Katholischen (Reyes Católicos)
auf Münzen
Ferdinand, 1452 geboren, seit 1468 König von Sizilien, heiratete Isabella, die 1474 Königin von Kastilien wurde. Ferdinand wurde 1479 König von Aragón. 1503 verdrängte er die mit ihm verwandten Herrscher aus dem Königreich Neapel. 1512 eroberte er auch Navarra. Seit 1479 regierten Ferdinand und Isabella die Königreiche Kastilien und Aragón gemeinsam und vereinten Spanien, indem sie die Zentralmacht stärkten. Sie unterstützten Kolumbus Expedition nach Amerika. Mit der Eroberung von Granada 1492 beendeten sie die 400-jährige Reconquista. Papst Alexander VI. verlieh ihnen den Ehrentitel "Katholische Könige". Nach Isabellas Tod 1504 wurde ihre Tochter Johanna, später "die Wahnsinnige", Königin Kastiliens. Nach Ferdinands Tod 1516 wurde ihr Enkel Karl König als Carlos I. von Spanien.
Die beiden Königreiche Kastilen und Aragon waren formal unabhängig voneinander und hatten eigene Münzen, die nach 1479 anzugleichen waren:
Ferdinand führte 1483 für Aragón den Dukaten nach venezianischem Vorbild ein.
1488 wurde das "Grän"-Gewicht (Gewicht eines Weizenkorns) vereinheitlicht zum Grän (spanisch grano) aus Messing, das an einem am Hofe befindlichen Bezugsgewicht auszurichten war.
Die Münzen Kastiliens wurden mit der Münzreform "Pragmática de Medina del Campo de 1497" grundlegend und vorbildlich neu geordnet: Nur noch sieben Münzstätten blieben in Betrieb (Burgos, Cuenca, Granada, Sevilla, Toledo, Coruña, Segovia). Auf den Schlagschatz wurde verzichtet. Festgelegt wurde der Real in Silber (3,24g, 931/1000 fein) und der Excelente in Gold (3,5g, 990/1000 fein), sowie ihre jeweiligen Mehrfach- und Teil-Werte. Diese Münzen waren stückweise zu justieren. Erstmals vorgeschrieben wurde die Anbringung von Marken auf den Münzen, die die Münzstätte und den Wardein kennzeichnen. In dieses Münzsystem passten die spätereren talerähnlichen 8-Reales-Stücke (ca. 27g), die dann für einige Jahrhunderte weltweit als Handelsmünzen angenommen wurden.


Kastilien prägte Goldmünzen mit dem Bildnis des Königspaares:



Doble Castellano o.J. (1475-1497), Sevilla.     Ø 34 mm   9.18g.   Cayón 2757 ; Fr.147
Av.:   FERnAnDVS:EԾ+ELiISABEԾh܀DEI:GRACIA-REX:EԾ REgina   in gotischer Schrift (Ծ=T).
Thronendes gekröntes Königspaar mit Schwert und Zepter.

Rev.:   SVB:VnBRA:ALARVn܀ԾVAVUn+PROԾEGE×nOS+   in gotischer Schrift.
"sub umbra alarum tuarum protege nos" = "Im Schatten deiner Flügel beschütze uns",
die getrennten Wappen von Kastilien-León und Aragón-Sizilien unter einer gemeinsamen Krone,
dahinter der nimbierte Adler des Evangelisten Johannes, das Münzzeichen S für Sevilla auf dem Adlerschwanz.




Castellano o.J. (1475-1497), Burgos.     Ø 27 mm   ~ 4,6 g.   Cayón -
Av.:   +CLOS:DEVS:COnSVnSIT:OmO:nOn:S   in gotischen Buchstaben
"quos Deus coniunxit homo non separet" = "Die, die Gott zusammengegeben hat, soll der Mensch nicht trennen"
Die gekrönten Büsten von Fernando und Isabel einander gegenüber.
Der besonders auffallende Zentralpunkt im Feld zwischen den Gesichtern ist kein Münzzeichen.

Rev.:   F - ERnAnDVS:ET:ELISABET - DEi Gratia  
Wappen von Kastilien und León mit Münzzeichen B für Burgos.
Auf dem Revers lässt sich auch ein Zentralpunkt finden, wenn man danach sucht.
Ehemann Ferdinand erscheint hier als Mitregent in Kastilien. Sein Wappen fehlt auf der Rückseite.

Der Castellano (4,6g), eine von Enrique IV. in Kastilien bereits eingeführte Goldmünze, wurde ab 1475 mit den einander zugewandten Brustbildern der Katolischen Könige geprägt. Diese Münze wurde auf Grund ihrer allgemeinen Wertschätzung auch "excelente" genannt. Sie passte aber nicht zum Dukaten (3,5g), den Barcelona und Valencia 1483 eingeführt hatten. In der Münzreform von 1497 wurde daher der Castellano in Kastilien und León durch den Excelente (3,5g, 23,75 Karat) ersetzt, um die Goldmünzen in Spanien zu vereinheitlichen.


Doble excelente (nach 1497), Sevilla.     Ø 28 mm   6,8 g.   Cayón 2783
Av.:   +FERNANDVS·ET·ELISABET·DEI·GRATIA·:
Die gekrönten Büsten einander gegenüber.     Stern und "S" sind Münzzeichen.
Rev.:   SVB·VN(m)BRA·ALARVN(m)·TVARVM·PROTege·nos
"sub umbra alarum tuarum protege nos" = "Im Schatten deiner Flügel beschütze uns"
Nimbierter Adler des Evangelisten Johannes hinter dem gekrönten Wappen.
Auf anderen Ausprägungen dieser Münze hält der Adler auch das Wappen in seinen Fängen.
Wappen :   Kastilien - León | Aragón - Sizilien ,   unten: Granada (Granatapfel mit zwei Blättern)
Aragón: senkrechte Streifen.   Sizilien: zwei Adler und senkrechte Streifen, getrennt durch Diagonale.

Das berühmte Münzbild des einander zugewandten Königspaares und die zusammengelegten Wappen auf der Rückseite signalisierten den Willen, die Königreiche Kastilien und Aragón zu vereinigen. Genauso programmatisch sind Sonderprägungen in Werten von bis zu 50 Excelentes. Das Bildmotiv der Vorderseite war so populär, dass es von anderen Herrschern nachgeahmt wurde: von Philipp II. & Maria Tudor (shilling 1554), Franz II. & Maria Stuart und von Albert & Isabel, den Statthaltern in den spanischen Niederlanden.


Auch Aragón prägte mit dem Bildnis des Königspaares:



Dukat o.J., Valencia.     Ø 23 mm   3,48 g.   C./C./T.135 Anm ; Fr.82
Av. mit Krone (Münzzeichen für Valencia) zwischen den Büsten und S|S im Abschnitt (Wardeinszeichen)
Rev. ohne Adler des Evangelisten Johannes


Ducato o.J. (1503-4), Neapel.     Ø 22,5 mm   3,48 g.   CNI 6 ; Pannuti Riccio 1 ; Fr.827
+QVOS – DEVS CONIVNGIT◦OMO NO◦SEP   //   FERNANDVS◦ET◦ELISAB◦D:G
Rev. mit Wappen Neapels (Aragón | Jerusalem | Ungarn) oben rechts und Mmz. I-T (Giancarlo Tramontano)


Carlino, o.J. (1503-4), Neapel.     Ø 22 mm   3,00 g.   Pannuti Riccio 2
Av.:   +FERNANDVS◦ET◦HELISABET:D:G:   Büste Ferdinand
dahinter: T (Zeichen von Münzmeister Giancarlo Tramontano)

Rev.:   +REGES◦ISPANIE◦ET◦VTRIVSQVE◦SICiliae   Büste Isabella
utriusque Siciliae = "beider Sizilien" (Königreiche Neapel und Sizilien)
Hier erscheint erstmals der Titel "Spanische Könige".


Nach Isabellas Tod 1504 regierte Ferdinand alleine.



Carlino, o.J. (1504-16), Neapel.     Ø 25 mm   3,59 g.   Pannuti Riccio 4
Av.:   +FERNANDVS:ET◦ELISABET◦D G   Büste Ferdinand
dahinter: G (Zeichen von Münzmeister Marcello Gazzella)

Rev.:   +Rex:ARAGONVM:Et - (Granatapfel) - VTRIVSQue◦SIciliae:Et
das Feld ganz ausfüllende quadrierte Wappen
Oben rechts: Neapel (Aragón | Jerusalem {Krükenkreuz} | Ungarn).   Unten links: Aragón und Sizilien.
Unten in der Umschrift: Granada (Granatapfel mit zwei Blättern).
Das Wappen von Jerusalem ist ein Anspruchswappen.



Ferdinand prägte auch allein in eigenem Namen.
Die folgenden Prägungen können auf Veranlassung des Königs aber auch auf lokale Initiativen hin entstanden sein.



Principat (Dukat), o.J., Barcelona.     Ø 22 mm   3,49 g.   Fr.32
Av.:   FERDINANDVS:D:G:REX:   Wäppchen mit Löwe hinter der gekrönten Büste n.r.
Rev.:   CASTELLE:ARAgon:COME:Barcelona     gekrö. Wappen Kastlien-León | Aragón-Sizilien
Vorbild für diese kunstvolle Münze war ein Bildnis aus der Renaissance: Neapel, Ferdinand I., 1458-94, Dukat o.J.
Die Grafschaft Barcelona war bemüht ihre Unabhängigkeit zu wahren.



Dukat, o.J. (nach 1504), Valencia.     Ø 22 mm   3,44 g.   Fr.86
Av.:   + FERDINANDVS × DEI GRACIA ×   gekrönte Büste n.l.
Rev.:   + VALENCIE × MA [Wäppchen mit Löwe] IORICARVM × SE(a)rdinia   gekrö. Wappen von Valencia
Das zur Krone Aragoniens gehörige Königreich Valencia prägte selbständig und mit eigenem Wappen.
Ist hier vielleicht die Wappenseite als Avers einzuordnen?
Vergleiche einen valencianischen Doppeldukat von Karl V..



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