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Sachsen
Die Söhne Johann Friedrichs I. während seiner Gefangenschaft, 1547-1552.
Am 24.4.1547 endete mit der Schlacht bei Mühlberg der Schmalkaldische Krieg. Der Kaiser hatte Kurfürst Johann Friedrich I. von Sachsen besiegt und gefangen genommen. Johann Friedrich wurde zunächst zum Tod veruteilt, später zu lebenslanger Haft. Die Verwaltung des ihm verbliebenen Territoriums übertrug er daher an seine Söhne. Tatsächlich aber leitete der Vater aus dem Gefängnis heraus die wichtigsten Staatsgeschäfte selbst, so auch das Münzwesen.
Johann Friedrich hatte neben der Kurwürde auch den Ernestinischen Anteil an den Berg- und Münzstädten Schneeberg und Buchholz verloren. So wurde Saalfeld in Thüringen die neue Münzstadt. Im März 1551 konnten die ersten 1146 Taler ausgeliefert werden. Die Johann Friedrich übersandten Muster fanden seinen Beifall. Während Johann Friedrichs Gefangenschaft wurden Taler und Halbtaler geprägt. Man folgte dabei einer Empfehlung aus dem Beratungsbericht vom 28.2.1550: "... man halte es nicht für ratsam, daß des Kurfürsten Söhne nach der neuen Reichsmünzordnung [von 1551] münzen zu lassen, ehe sie veröffentlicht ist, denn Kurfürst Moritz, der größere Berkwerke und damit mehr Silber besitzt, wird sich kaum dazu bewegen lassen, den Anfang mit der neuen Reichsmünzordnung zu machen. Wenn die jungen Herzöge ganze, halbe und viertel Taler nach dem sächsischen Münzfuß schlagen lassen wollen, so wird empfohlen, auf die eine Seite das Brustbild des Kaisers Karl V., auf die andere das sächsische Wappen zu setzen."
1/2 Taler 1551, Saalfeld. Ø 33mm, 13,99g. Schulten 3165 (dort irrtümlich als 1/4 Taler bez.) Av.: ·MONEta·FILIORum·IOHannes·FRIDericus·SENIORIS·DVx·SAXoniae "Münzprägung der Söhne von Johann Friedrich Senior, Herzog von Sachsen" Vierfeldiges Wappen (Thüringen und Meißen; darunter: Pfalzsachsen und Landsberg; Mitte: Sachsen), darüber die Jahreszahl Rev.: D·G·CAR·V·ROM·IMP·SEMP·AVG· Geharnischtes Hüftbild Karls V. r., mit der Rechten das Zepter schulternd, die Linke am Schwertgriff.
Taler 1551, Saalfeld. Ø 40mm Schnee 141 ; Schulten 3163 ; Dav.9742 Av.: MONE·FILIOR·IOH·FRID·SENIORIS·DV·SAX (Mz.) Gesamtwappen: In der Mitte das Wappen Sachsens. Das Kurwappen (gekreuzte Schwerter) musste fehlen. Rev.: ·DEI·Gratia·CARolus·V·ROManorum·IMPerator·SEMPer·AVGustus· "Von Gottes Gnaden Karl V., römischer Kaiser, immer erhaben" Das geharnischte und gekrönte Hüftbild ist demnach das des Kaisers.
Lit.:
Wieland Jung, Der Schmalkaldische Bund - Numismatische Zeugnise zur Geschichte Teil I, Nr. 16 (1989) aus der Reihe Beiträge zur Münzkunde in Hessen-Kassel. |