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      Zeitgenossen im Heiligen Römischen Reich      


Moritz,  Herzog von Sachsen 1541-1553, ab 1547 Kurfürst
*1521. Moritz galt als ein aufsteigendes Gestirn unter den deutschen Landesfürsten. Er war an kath. und prot. Höfen aufgewachsen und in religiösen Angelegenheiten gleichgültig, in politischen aber ehrgeizig. Der Enkel von Albrecht (Gründer der "Albertiner", die jüngere Linie der Wettiner nach deren Teilung 1485), verliess den Schmalkaldischen Bund, dem sein Vater unverbindlich angehört hatte. Er half dem Kaiser tatkräftig im Kampf gegen die Türken, gegen Kleve und Frankreich und 1547 auch gegen den Schmalkaldischen Bund. Dafür erhielt er die Kurwürde, die seinem Vetter Johann Friedrich nach dessen Niederlage im Schmalkaldischen Krieg aberkannt worden war. Damit ging die Kurwürde von der "Ernestinischen Linie" an die "Albertinische Linie" über.
Nachdem der Kaiser 1548 im "geharnischten" Reichstag zu Augsburg erheblich an Macht gewonnen hatte, nahm die religiöse und politische Unzufriedenheit im Reich zu. Moritz führte 1551/52 die Fürstenverschwörung gegen den Kaiser an. Kg. Heinrich II. von Frankreich unterstütze ihn dabei mit Subsidien im Tausch gegen die unlegitimierte Preisgabe von Metz, Toul und Verdun. Als Moritz überraschend anrückte musste der Kaiser aus Innsbruck fliehen. König Ferdinand I. vermittelte den Waffenstillstand. Der Vertrag von Passau 1552 bewirkte nicht nur die Freilassung von Moritz's Schwiegervater Philipp der Großmütige von Hessen sondern ebnete auch den Weg zum Augsburger Religionsfrieden von 1555.
In der Schlacht bei Sievershausen 1553 besiegte Moritz den Landfriedensbrecher Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Bayreuth, der ein Jahr zuvor noch sein Alliierter gewesen war. Der 32-jährige Moritz wurde in der Schlacht tödlich verwundet.


Gemeinschaftsprägungen als Herzog bis 1547
Seit Beginn der Talerprägung 1500 trugen die sächsischen Taler Bildnisse der gemeinschaftlich prägenden albertinischen und ernestinischen Oberhäupter. Daher prägte Moritz auch gemeinsam mit Kürfürst Johann Friedrich in Annaberg, Freiberg, Buchholz und Schneeberg.


Taler, 1547, Freiberg.     Ø 39mm     Keilitz 192.1, Schnee 115, Dav.-
Av.:   IOHANnes Fridericus - ELector·DVX - SAXoniae·BVRgravivs - MAGdeburgensis·Z -
Wappen in der Umschrift: Kursachsen (oben), Mgft. Meißen (rechts), Lgft. Thüringen, Hzm. Sachsen.
Brustbild Johann Friedrichs im Kurornat mit geschultertem Kurschwert nach rechts.

Rev.:   MAVRIcivs - DVX·SA - Xoniae·FIlius·IVSti - FREIberg (Stern) [ = Mmz. für A. Alnpeck in Freiberg]
FILIVS IVSTI = Sohn Heinrichs des Frommen
Wappen in der Umschrift: Hzm. Sachsen (oben), Mgft. Meißen (rechts), Pfgft. Sachsen, Lgft. Thüringen.
Geharnischtes Brustbild Moritz' nach rechts zwischen der Jahreszahl 15 - 47

Dieser Taler trägt als Jahreszahl das letzte Jahr der ernestinisch-albertinischen Gemeinschaftsprägung.


Prägungen als Kurfürst ab 1547
Der Schmalkaldische Krieg beendete 1547 die gemeinsame Münzprägung, die bei der Teilung 1485 zwischen Kürfürst Ernst und Herzog Albert vereinbart worden war. Von nun an verfügten die Albertiner alleine über die Silber- und Münzproduktion im Erzgebirge. Moritz begann noch im selben Jahr mit der eigenen Prägung.


Taler, 1547, Annaberg.     Ø 40mm     Schnee 680   Dav.9786
MAVRICIVS·D:G·DVX:SAXO:SA:ROMA:IMPERII   /   ARCHIMARSCHAL:ET:ELECTOR·ANB
Die Legende geht über beide Seiten: "Moritz von Gottes Gnaden Herzog von Sachsen, Heilige Römische Reich / Erzmarschal und Kurfürst, (Münzstätte) Annaberg"
1547 führt der gerade zum Kurfürst erhobene Moritz erstmals ein vielfeldiges Wappen auf Sachsens Taler ein, das aber nur bis 1548 Verwendung fand. Sein Gesamtwappen umfasst: Hzm. Sachsen, Lgft. Thüringen & Mgft. Meißen (1. Reihe), Pfalz Sachsen, Kursachsen, Mkgft. Landsberg, Gft. Brehna & Pfalz Thüringen (2.-3. Reihe), Gft. Orlamünde, Gft. Altenburg & Hft. Pleißen (4.Reihe). Sein Nachfolger August wird noch das Wappen der Burggrafschaft Magdeburg hinzufügen.


Taler, 1549, Annaberg.     Ø 40mm     Schnee 689   Dav.9787
Av.:   MAVRICIVS - :Dei:Gratia:DVx:SAXoniae - :SAcri:ROmani:IMPerii:
Wappen in der Legende: Mgft. Meißen (oben), Pfalzsachsen (rechts), Gft. Brehna
Rev.:   ARCHIMAR - SCHAL:ET: - ELECtor:ANnaBerg
Wappen in der Legende: Mgft. Meißen (oben), Burggft. Altenburg (rechts), Lgft. Thüringen (links)
Wappen im Feld, oben: Hzm. Sachsen, Mgft. Meißen; unten: Pfalzsachsen, Mgft. Landsberg
Herzschild: Kursachsen



Lit.:
Karlheiz Blaschke,   Moritz von Sachsen - Ein Reformationsfürst der zweiten Generation.  Göttingen 1983.



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