Startseite Heilige auf Münzen TOUR :   St. Vitus


St. Vitalis
Festtag: 4. November
auf Münzen von Parma



Hzm. Parma, Odoardo I. Farnese, 1622-46 :   Scudo 1627.     Ø 45 mm,   Dav.4120.
Vs.:   ·ODOARDVS·FARnese·PARmae·ET·PLAcentiae·DVX·V     "... 5. Herzog"
Büste in Schmuckrüstung mit Halskrause.

Rs.:   S·VITALIS·PARME·PROTECTOR   -   Geharnischtes Hüftbild des hl. Vitalis mit Szepter.


Unter den nicht weniger als 23 Heiligen des christlichen Kalenders, die den lateinischen Namen Vitalis trugen, finden sich hauptsächlich Bischöfe und Märtyrer, von denen zuverlässig kaum mehr als ihr Name bekannt ist. Zu ihnen gehört auch der heilige Vitalis der Münze aus Parma, ein Märtyrer aus dem nicht weit entfernten Bologna, dessen Gebeine um das Jahr 380 in Gegenwart von St. Ambrosius, dem berühmten Bischof von Mailand, feierlich erhoben wurden. St. Vitalis, der von Paulinus von Nola, Vitricius von Rouen und weiteren Schriftstellern in ihren Werken erwähnt wurde, weihte man schon im 5. Jahrhundert die Basilika des Titulus Vestinae in Rom. Der Kult des Heiligen breitete sich vor allem in Norditalien aus, wo ebenfalls im 5. Jahrhundert in Bologna die Grabkirche San Vitale e Agricola, heute ein Teil von San Stefano, entstand. Die berühmteste dem Heiligen geweihte Kirche ist aber die im 6. Jahrhundert in Ravenna erbaute Basilika San Vitale, der erste Zentralkuppelbau des Abendlandes und das Vorbild der Palastkapelle Karls des Großen in Aachen.
Es sind zwei Vitalis-Legenden bekannt, die aber beide als historisch wertlos gelten. Die eine verlegt das Martyrium des Heiligen nach Bologna und ungefähr in das Jahr 305 AD, in die Zeit der Christenverfolgungen unter Diokletian. Die zweite, erst im 6. Jahrhundert entstandene, nennt Vitalis einen "miles", einen Ritter, und gibt ihm eine Gattin, Valeria, und zwei angebliche Söhne, die heiligen Gervasius und Protasius, die in S. Ambrogio in Mailand begraben liegen. Nach dieser Legende sollen St. Vitalis und seine Familie bereits unter Nero den Märtyrertod erlitten haben.
St. Vitalis und St. Agricola, dessen Gebeine zur gleichen Zeit aufgefunden und in Bologna in der gleichen Kirche bestattet wurden, sind die Patrone der Herren und Bediensteten. St. Vitalis wird gewöhnlich als Soldat, oft als römischer Legionär, zu Fuß oder auf einem Schimmel reitend, mit Schwert, Keule, Axt oder einer Fahne dargestellt. Als weiteres Attribut kommen auch die Steine oder Erdschollen vor, unter denen der Heilige lebendig begraben wurde, weil er in Ravenna dem zum Tode verurteilten christlichen Arzt Ursicinus beistand.
Hans Herrli, MünzenRevue 11/1991, S.1286
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.



Hzm. Parma, Ranuccio II Farnese, 1646-94 :   Scudo o.J..     Ø 39 mm, 19,26 g.  Dav.4125.
Vs.:   RAN·FAR·PAR·ET·PLA·DVX·VI     "... 6. Herzog"
geharnischte und drappierte Büste, darunter S·T· (Salvatore Tiseo, Münzmeister).

Rs.:   ·S·VITALIS·PARMÆ·PROT   -   Geharnischtes Hüftbild des hl. Vitalis mit Szepter.

Startseite Heilige auf Münzen TOUR :   St. Vitus