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St. Ambrosius
Festtag: 7. Dezember
auf Münzen von Mailand


Mailand, 1. Republik, 1250-1310 :   Grosso ambrosino     Ø 21 mm, 2,36 g.
Vs.:   MEDIOLANVN   "Mailand"   -   Kreuz und Mondsicheln in den Winkel.
Rs.:   ·SanCtuS·AM - BROSIVs   "Hl. Ambrosius"   -   Der thronende St. Ambrosius.



Mailand, Gian Galeazzo Visconti, 1395-1402 :   Grosso o. J.     Ø 23 mm, 2,36 g.
Vs.:   COMES·VIRTVTVM·Dux·MEDIOLANI·3C'·   -   Lilienkreuz im Vierpass.
Rs.:   S·ABROSIV'us - MEDIOLAN   -   sitzender St. Ambrosius hält Peitsche und Krummstab.



wie vor, von einem anderen Künstler dargestellt :   Grosso o.J.     Ø 24 mm, 2,42 g.
Vs.:   GALEAZo VICECOmES De MEDIOLANI 3C   -   Schlange zwischen G - Z im Vierpass.
Rs.:   S. ABROSIV MEDIOLAN   -   St. Ambrosius thront mit Peitsche und Krummstab.



Mailand, 2. Republik, 1447-1450 :   Ambrosino d'oro o fiorino o.J.     Ø 28 mm, 3,47 g.
Vs.:   COMVNITAS·MEDIOLANI·   -   Gotisches M im Sechspass.
Rs.:   S·AMBROSIVS·MEDIOLANI·   -   Halbfigur des Hl. Ambrosius mit Geißel und Krummstab.



Mailand, Gian Galeazzo Maria Sforza und Ludovico Maria Sforza, 1480-94 :
Grosso da 5 soldi, o.J.     Ø 23 mm, 2,89 g.
Vs.:   ·IOannes·GaleazZo·Maria·SForza - VICECOmes·DVX·MedioLanI·SeXtus·
Helm mit Drachen als Helmzier.
Rs.:   ·LVDOVICO·PATRVO·GVBERNANTE   -   Kopf des nimbierten Hl. Ambrosius zwischen ·S· - ·A·


Ambrosius, dessen Name vom griechischen Wort "ambrosios" (unsterblich, göttlich) abgeleitet ist, wurde wahrscheinlich im Jahre 339 als Sohn des prätorianischen Präfekten für Gallien, des obersten Verwaltungsbeamten in Trier, geboren. Nach dessen Tode ließ sich die Familie in Rom nieder, wo sich Ambrosius klassischen und juristischen Studien widmen konnte. 373 ernannte ihn Valentinian zum Statthalter Oberitaliens, wodurch ihm die Aufgabe zuviel im Streit der Arianer und Athanasianer um die Nachfolge des verstorbenen arianischen Bischofs Auxentius von Mailand zu vermitteln. Als sich die Wahlversammlung nicht auf einen Kandidaten zu einigen vermochte, soll plötzlich eine Kinderstimme laut "Ambrosius - Bischof" gerufen haben und sofort wurde dieser, obwohl er erst Katechumene und damit noch gar nicht christlich getauft war, auch gewählt.
Trotz seiner Vergangenheit als leitender Staatsbeamter vertrat Ambrosius als Bischof energisch die Interessen der Kirche gegenüber der Staatsgewalt. Von ihm stammt denn auch der folgenschwere Satz: "Der Kaiser steht innerhalb der Kirche, nicht über der Kirche." Ambrosius mußte sich mit Justina, der Mutter Valentinians, welche die zu Häretikern erklärten Arianer unterstützte, auseinandersetzen und er trat mit Entschiedenheit dem Kaiser Theodosius dem Großen (379-395) entgegen, der 390 als Vergeltung für den Tod eines gotischen Generals während eines Volksaufstandes in Thessaloniki im Zirkus der Stadt 7000 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, umbringen ließ. In der Weihnachtsnacht des Jahres 390 erschien der Kaiser, dem Ambrosius fünf Jahre später die Totenrede halten sollte, im Büßergewand in der Kirche, um sein Vergehen öffentlich zu sühnen und wieder in die Kirche aufgenommen zu werden.
Dem Bischof von Mailand wird die Einführung des Kirchengesanges, des "Ambrosianischen Lobgesanges", und die Abfassung mehrerer Hymnen zugeschrieben. Nach dem Zeugnis seines größten Schülers, des heiligen Augustinus, den er im Jahre 387 taufte, war Ambrosius auch ein blendender Kanzelredner.
Bilder zeigen ihn oft mit einem Bienenschwarm, welcher nach der Legende dem späteren Heiligen, der deshalb zum Schutzpatron der Bienen, Imker und Wachszieher wurde, in der Wiege seine "honigsüße Sprache" einträufelte.
In seiner Theologie war Ambrosius, einer der vier großen lateinischen Kirchenlehrer, stark von Origenes abhängig, doch trat er auch immer wieder, ähnlich wie vor ihm der heilige Basileios, als Vorkämpfer der sozialen Gerechtigkeit und gegen den Mißbrauch des Reichtums auf.
Attribute des Heiligen, der am 4. April des Jahres 397 starb, sind menschliche Knochen, die daran erinnern, daß Ambrosius in Mailand die Reliquien der heiligen Märtyrer Gervasius und Protasius auffand. Zwischen diesen liegt er heute auch unter dem Hochaltar der ihm geweihten Kirche S. Ambrogio begraben.
Auf Mailänder Münzen, die trotz ihres kleinen Formates oft Meisterleistungen der Kunst italienischer Stempelschneider zeigen, trägt Ambrosius eine mehrschwänzige Geißel, die verschieden erklärt wird. Sie soll daran erinnern, daß der Heilige den Kaiser Theodosius züchtigte, aber auch daran, daß er die ketzerischen Arianer aus Mailand vertrieb. Nach noch einer anderen Deutung bezieht sich die Geißel darauf, daß Ambrosius im Jahre 1338 die Feinde Mailands, Kaiser Ludwig den Bayer und seine Verbündeten, als Geistererscheinung vertrieben haben soll.
Hans Herrli, MünzenRevue 12/1990, S.1220f
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.



Mailand, Kg. Ludwig XII. von Frankreich, 1499-1512 :   Testone, o.J.     Ø 30 mm, 9,68 g.
Vs.:   +LVDOVICVS·D·G·FRANCORVM·REX.
Brustbild mit liliengeschmücktem Barett n. r., auf der Brust eine Lilie.
Rs.:   ME DIOL - AN - I·D - VX
Der Hl. Ambrosius mit Geißel auf gallopierendem Pferd nach rechts, unten das französische Wappen.



Mailand, Ks. Karl V., 1535-56 :   Denaro da 32 soldi, o. J.     Ø 34 mm, 10,8 g.
Vs.:   CAROLVS·V·IMPERATOR   -   belorbeerte Büste im Harnisch mit Goldenem Vlies auf der Brust.
Rs.:   SANTVS·AMBROSIVS   -   Heiliger Ambrosius mit Geißel und Krummstab.
Im Abschnitt ·MLM· für Mediolanum "Mailand"

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