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Apostel Jakobus der Ältere
Festtag: 25. Juli
auf Münzen von Münsterberg-Oels und Braunschweig-Wolfenbüttel (Grube St. Jakob)



Schlesien, Hzm. Münsterberg-Oels, Albrecht und Karl I., 1502-1511 :   Goldgulden 1511.
Ausbeute der Gruben von Reichenstein,   Ø 21 mm, 3,21 g.
Vs.:   ALBE KARL - DeiºGratiaºDuxºMunsterbergensisº1511
St. Jakob mit Hut und Heiligenschein steht v. v. zwischen n - J, in der Linken Stab,
zwischen seinen Beinen Wappenschild von Kunstadt (mit Balken).

Rs.:   ✿MOnETaºnOVAºAVReaºREIChSTEIn
Kreuz, in den Winkeln die Wappen von Kunstadt/Glatz, Münsterberg, Oels und Schlesien.


Nach den Evangelien war der Apostel Jakobus der Ältere der Sohn des Zebedäus und der Bruder Johannes des Evangelisten. Eine Legende, die allerdings nicht vor dem 7. Jahrhundert nachweisbar ist, erzählt, daß Jakob gleich nach der Himmelfahrt Christi nach Spanien reiste, um dort zu predigen. Später verkündete er das Evangelium wieder in Samaria und Jerusalem, wo ihn König Herodes Agrippa gefangennehmen und im Jahre 44 enthaupten ließ. An der Stelle der Hinrichtung wurde die Jakobskirche errichtet; die Gebeine des Märtyrers sollen um das Jahr 70 in den Sinai gekommen sein, wo sie im Jakobskloster, das später als Katharinenkloster berühmt wurde, ruhten. Vor den vorrückenden Arabern wurden die Gebeine dann nach Spanien in Sicherheit gebracht. Bereits im 7. Jahrhundert besaß die Marienkirche in Merida Reliquien des Heiligen, dessen Kult ganz besonders durch die asturischen Könige Alfonso II (791-842) und Alfonso III (866-910) gefördert wurde. Eine zur Aufbewahrung der wertvollen Gebeine bestimmte Jakobuskirche, die Keimzelle des Wallfahrtsortes Santiago de Compostela, wurde in Galizien am 25. Juli 816 geweiht. Zusammen mit St. Michael wurde St. Jakob in Spanien zum Vorkämpfer der Reconquista, des Kampfes gegen die Sarazenen. Vom 12. bis in das 15. Jahrhundert war Santiago zeitweilig der wichtigste Wallfahrtsort der westeuropäischen Christenheit, bedeutender sogar als Jerusalem oder Rom. In gewissen Jahren sollen nicht weniger als 200.000 bis 500.000 Pilger dorthin unterwegs gewesen sein. Dies war nur möglich, weil die Orden der Cluniazenser und Augustiner entlang den hauptsächlichen Pilgerstraßen, die auch die Schreine anderer bekannter Heiliger, wie St. Martin von Tours oder St. Foy in Le Puy, berührten, eine im Mittelalter im Abendland einmalige "touristische Infrastruktur", eine Kette von Klöstern, Hospizen und Spitälern im Dienste der Pilger errichteten. Wie populär St. Jakob der Ältere in Westeuropa war, läßt sich an der Zahl der ihm geweihten Kirchen - allein in England über 400 - ablesen.
St. Jakob ist der Patron Spaniens, der nach ihm benannten Orden, der Pilger und Wallfahrer, Ritter und Arbeiter, Apotheker, Drogisten, Hutmacher, Kettenschmiede, Lastträger, Strumpfwirker und Wachszieher. Ein Pilgerführer des 12. Jahrhunderts wirbt für die Wallfahrt nach Santiago mit den Leistungen des Heiligen: "Kranken wird dort die Gesundheit, Blinden das Augenlicht wieder geschenkt, Stummen wird die Zunge gelöst, Taube erhalten das Gehör zurück, Lahme können wieder gehen, Besessene werden vom Dämon befreit, und das Größte von allem: die Bitten der Gläubigen werden erhört, ihre Gelübde werden vom Himmel angenommen, die Fesseln der Sünde werden ihnen gelöst, Anklopfenden öffnet sich der Himmel, Trauernden wird Trost zuteil. Hier strömen die Menschen fremder Völker aus allen Himmelsrichtungen zusammen, hier preisen sie mit ihren Gaben Gott."
Während St. Jakob ursprünglich mit Buch und Schriftrolle als Apostel dargestellt wurde, paßte sich die Ikonographie im Laufe der Zeit dem Habitus der Santiago-Pilger an. Der Heilige erschien nun mit langem Pilgerstab, Reisetasche, Wasserflasche und dem charakteristischen Hut mit der vorne aufgeklappten Krempe, auf der aus Galizien zurückkehrende Pilger die bekannte Jakobs-Muschel trugen. Die Muschel und die anderen Pilgerabzeichen, die man in jedem bedeutenderen Wallfahrtsort erhielt, waren nicht nur Erinnerungsstücke. Sie wiesen die Wanderer auch als echte Pilger aus und dienten als Ausweis für viele Privilegien wie staatlichen Schutz, unentgeltliche Benützung von Brücken und Fähren und vieles mehr.
Hans Herrli, MünzenRevue 7/1991, S.769f
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.



Ftm. Braunschweig-Wolfenbüttel, Friedrich Ulrich, 1613-34 :
Löser 1625 HS zu 2 Reichstalern, St.Jakobs-Löser ohne Wertpunze.     Ø 67 mm, 57 g.   Dav.56A
Vs.:   *FRIDERICUS·ULRICUS·DEI·GRATIA·DUX·BRUNSUICENSIS·ET·LUNEBURG:
Fünffach behelmtes Wappen mit einem Schildhalter, oben die Jz. 16 - 25, unten H - S.
Rs.:   *ECCE METALLIFERI CHELYS ANTE AFFLICTA IACOBI·NUC PraeTER MODULum:ARGEnTI POnDERa DONAT
"Aus Jacobs Laute / die vor schlecht am Erz geklungen / Ist größer, als die Maaß / die Silber-Stück gedrungen." [siehe: Johann David Köhler, Münz-Belustigung, Bd.2, S.161ff, 1730]
Unter strahlendem Gottesnamen steht St. Jakob v. v. mit Buch und Stab, zur Seite:

SINE DEO NIHIL - FELICITER SVCCEDIT   "Ohne göttliches Geschick gar nichts fortgeht mit Glück."



Ftm. Braunschweig-Wolfenbüttel, Friedrich Ulrich, 1613-34 :
Löser zu 8 Reichstalern 1634, Goslar. Ausbeute der Grube St. Jakob.     Ø 96 mm, 229,88 g.
Vs.:   Fünffach behelmtes Wappen und zwei Schildhalter, darüber die Jahreszahl 16 - 34.
Rs.:   ·OCEANI FRVCTVS CONCHÆ SVNT ATQVE METALLA VT CONCHAS AVGE NOSTRA METALLA DEVS·
"Muscheln und Metalle sind Schätze der Meeres. Wie Muscheln vermehre unsere Metalle, oh Gott!"
St. Jakob steht v. v. mit Buch und Stab, im Hintergrund l. Stadtansicht, r. Ansicht der Grube St. Jakob unter strahlender Sonne mit Gesicht, oben strahlender Name Jehovas zwischen Wolken,
unten vorne Jakobsmuscheln, wie auf der Brust Jakobs.

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