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St. Willibald und St. Walburga
Festtag: 7. Juli bzw. 25. Februar
auf Münzen von Eichstätt



Bistum Eichstätt, Johann Konrad von Gemmingen, 1595-1612 :   Taler 1606.
Ø 38 mm, 28,57 g.   Dav.5229.
Vs.:   IOhannes:CONRAD9us - D:G:EPS - EYSTET   -  Kapitelwappen über Stifts- und Familienwappen.
Rs.:   ¤SANCTVS - WILLIBALDVS   -   Thronender St. Willibald.



Bistum Eichstätt, Johann Anton II. von Freyberg, 1736-1757:   Dukat 1738.
Ø 21 mm, 3,48 g.   Friedb.911.
Vs.:   IOANnis·ANTon·II·Dei·Gratia·EPISCopus·EYSTetensis·Sacri·Romani·Imperii·Princeps·
Mit Krummstab und Schwert bestecktes Schild (Stifts-/Familienwappen),
vier Helme, Helmzier und Helmdecken.

Rs.:   PRO DEO CÆSARE & PATRIA   "Für Gott, Kaiser und Vaterland"
Im Innenkreis:
SANCTA - WALBURGA.   -   Gekrönter St. Walburga.


Willibald soll am 22. Oktober 700 im englischen Wessex in eine adlige Familie geboren worden sein. Er wurde Mönch im Kloster Waltham und reiste um 720 nach Rom, Zypern, Syrien, Palästina und Byzanz, wo er überall die Heiligen Stätten, aber auch zahlreiche Einsiedler und Mönchsgemeinschaften besuchte. Viele Jahre später, 778, diktierte Willibald der Nonne Hugeburc aus dem Kloster Heidenheim einen Bericht über seine Reisen, der unter dem Namen Hodoeporicon bekannt wurde und die erste von einem Angelsachsen verfaßte Reisebeschreibung darstellt.
Nach einer Zeit als Mönch im Kloster Montecassino (730-739) sandte Papst Gregor III. Willibald auf Ersuchen von dessen Landsmann und Verwandten St. Bonifatius nach Deutschland, wo er am 21. Oktober 741 zum Bischof von Eichstätt geweiht wurde. Willibald widmete sich der Missionierung der Franken, Bayern und Alemannen und gründete im Jahre 752 das Doppelkloster (für Mönche und Nonnen) Heidenheim, dessen erster Abt Willibalds Bruder, der hl. Wunibald, wurde. St. Willibald starb am 7. Juli 787 (oder nach anderen Quellen 781). Er ruht heute in einem 1747 aus Anlaß des 1000jährigen Bistumsjubiläums gestifteten, barocken, von Berninis Altar über dem Petrusgrab in Rom inspirierten Grabmal im Eichstätter Dom, einem Bauwerk, dessen ersten Vorgänger St. Willibald noch selbst errichten ließ.



Bistum Eichstätt, Sedisvakanz 1757:   Konv.-Taler 1757, Nürnberg.
Ø 42 mm, 28,0 g.   Dav.2208.
Vs.:  CAPITULUM REGNANS SEDE VACANTE·
"Das während der Sedisvakanz regierende Domkapitel"
Kapitelwappen mit dem Wahlspruch FORTIS CONCORDIA NEXUS, darunter in einer Kartusche 1757
zwischen M - F (Münzmeister Martin Förster); das ganze umgeben von den Wappen der 15 Domherren;
unten 10 EINE FEINE MARCK [Münzfuss: 10 Stück aus einer Gewichtsmark Feinsilber.]

Rs.:   HIC PLANTAVIT:DEUS INCREMENTUM DEDIT:HÆC RIGAVIT
"Er pflanzte, Gott schenkte Wachstum, sie (die Heilige Walburga) spendete Feuchtigkeit"
Die beiden Stiftsheiligen Willibald und Walburga auf Wolken unter dem Dreieck mit dem strahlenden göttlichen Auge, zwischen ihnen das Wappen von Eichstätt, umgeben von der Devise DIRIGIT / AC / ARCET und die Namensbeischriften der Heiligen,
darunter I L OEXLEIN fec (gefertigt von Stempelschneider Johann Leonard Oexlein in Nürnberg).

Dargestellt wird der Patron von Eichstätt als Bischof mit einem Buch und einem Rationale (Schulterkleid), mit den für ihn charakteristischen Worten "FIDES, SPES, CARITAS" (Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe) auf der Brust.
St. Walburga war die Schwester der heiligen St. Willibald und St. Wunibald. Sie wurde 710 geboren und erhielt ihre religiöse Erziehung im Doppelkloster Wimborne in Dorset. Auf Wunsch des Bruders ihrer Mutter, des hl. Bonifatius, kam Walburga um 740 nach Deutschland, zuerst zu ihrer Verwandten, der hl. Lioba, Äbtissin des Klosters Tauberbischofsheim. 761, nach dem Tode ihres Bruders St. Wunibald, übernahm Walburga als Äbtissin die Führung des Doppelklosters Heidenheim, wo sie am 25. Februar 779 starb. In der ehemaligen, heute evangelischen Klosterkirche Heidenheim stehen noch die Grabmale der heiligen St. Wunibald und St. Walburga, die Gebeine der Äbtin befinden sich aber heute zum Teil in einem Schrein in der oberhalb von Eichstätt gelegenen Kirche St. Walburga. Ein Teil der Reliquien fand aber schon 893 den Weg in entfernte Gebiete, ins Rheinland, nach Flandern und Frankreich. Karl der Einfältige richtete in seinem Palast in Attigny einen St.-Walburga-Schrein ein und er erhob die Heilige sogar zur Patronin seines Königreiches. In keinem Zusammenhang mit der Hl. Walburga steht die Walpurgisnacht, die Nacht auf den 1. Mai, in welcher die Hexen sich auf dem Brocken versammeln. Sie geht ursprünglich auf heidnische, germanische Vorstellungen zurück.
St. Walburga wird als Äbtissin, manchmal mit einer Krone, 3 Ähren oder einem Ölfläschchen dargestellt. Sie ist die Patronin der Diözese Eichstätt, der Bauern, denen sie zu guten Ernten von Feldfrüchten verhilft, und der Tiere. Um Hilfe wird die Heilige bei Hundebissen, Tollwut und Husten gebeten.
Hans Herrli, MünzenRevue 2/1991, S.158
Siehe auch zu Willibald: heiligenlexikon.d und Wikipedia
und zu Walburga: heiligenlexikon.de und Wikipedia.

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