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St. Pelagius und St. Konrad
Festtaga: 28. August (Pelagius) bzw. 26. November (Konrad)
auf Münzen von Konstanz



Stadt Konstanz :  Schilling nach dem Riedlinger Vertrag (ab 1423).    Ø 21 mm, 1,58 g.  Nau 18.
Vs.:  ¤MOnETA·CIVITATIS COnST'  -  Stadtschild in bogiger Einfassung, darüber runder Adlerschild.
Rs.:   ·S'COnRAD - EPS CONST'
thonender Hl. Konrad in Bischofsornat mit Krummstab in der Linken, die Rechte segnend erhoben.



Stadt Konstanz :  Dicken o. J. (1499-1518).     Ø 29 mm, 9,61 g.  Nau 54.
Vs.:   ¤MONETA:CIVITATIS:CONSTANCIE     Einköpfiger Adler nach links.
Rs.:   Links: ·S'CORAD   Hl. Konrad in Bischofsornat mit Krummstab
Rechts:
S'PELAI   Hl. Pelagius in Diakonentracht mit Palmwedel.
Beider halten vor sich das Konstanzer Stadtschild.



Stadt Konstanz :   15 Kreuzer 1715.     Ø 29 mm.   Nau 280.
Vs.:   ·S·PELAGIVS· - S·CONRADVS
St. Konrad und St. Pelagius stehen hinter Stadtschild, oben die Jahreszahl 1715.
Rs.:   Titel Ks. Karl VI., unter der Krone der nimbierter Doppeladler belegt mit Wertzahl 15.
Mit Gegenstempel der Stadt Konstanz (1723) und durchgehendem Schrötlingsfehler.


Nach seiner historisch nicht verbürgten, legendarischen Passio soll Pelagius in der Christenverfolgung des kurzlebigen römischen Kaisers Numerian (283-284) das Martyrium in Aemona (Cittanova in Istrien) erlitten haben. Reliquien des Märtyrers gelangten vielleicht schon um 850, nach einer anderen Überlieferung aber erst im Jahre 904 durch Bischof Salomo III. nach Konstanz. Weitere Reliquien des Heiligen gab der Bischof an das nach St. Pelagius benannte Kollegiat in Bischofszell, im schweizerischen Kanton Thurgau.
Pelagius, der als Laie mit Schwert, Palmzweig oder Buch dargestellt wird und auch auf der Reichenau verehrt wurde, ist der Ko-Patron von Dom und Diözese Konstanz und Patron von Bischofszell, wo eine Marienprozession auf den Pelagiberg führt. Eine St. Pelagius geweihte Kirche, die Vorgängerin der späteren Chorherrenstiftskirche, stand einst auch in Denkendorf bei Esslingen.

Anders als sein Mitpatron ist der heilige Konrad von Konstanz eine historisch klar faßbare Person, deren Biographie um 1120 von Udalschalk, einem Mönch und späteren Abt des Augsburger Stiftes St. Ulrich und St. Afra niedergeschrieben wurde.
Konrad wurde um das Jahr 900 als zweiter Sohn des Welfengrafen Heinrich von Altdorf (heute Weingarten am Bodensee), des Stifters der berühmten Abtei Weingarten, geboren. Er besuchte die Domschule in Konstanz, wo er dann zuerst Dompropst und im Dezember 934 in Anwesenheit seines Freundes, des heiligen Ulrich, des Bischofs von Augsburg, zum Bischof geweiht wurde. Aus seinem Erbe stiftete Bischof Konrad außer einem Spital verschiedene Kirchen: St. Johannes Baptista, St. Laurentius, St. Paulus und vor allem die Heilig-Grab-Kapelle am Konstanzer Dom, welche er dem heiligen Mauritius und den Märtyrern der Thebäischen Legion, deren Reliquien er von einer Reise mitgebracht hatte, weihte und in welcher er nach seinem Tode am 26. November 975 begraben wurde. 1089 überführte ein Bischof von Konstanz die Gebeine seines Vorgängers in das Münster. Während den Reformationswirren wurden die Reliquien Konrads, der 1123 auf dem 1. Laterankonzil heiliggesprochen worden war, im Jahre 1526 in den Bodensee geworfen; nur der Schädel, der sich heute im Münsterschatz befindet, konnte damals gerettet werden.
Die kirchliche Karriere des heiligen Konrad mag den Eindruck erwecken, daß er sein ganzes Leben in und um Konstanz verbrachte, doch wäre dies ein Irrtum. Nicht weniger als drei Mal unternahm der reiselustige Bischof, der 948 die erste Kirche im schweizerischen Wallfahrtsort Einsiedeln konsekrierte, die ebenso anstrengende wie gefährliche Wallfahrt nach Jerusalem und im Jahre 962 begleitete er den ihm freundschaftlich verbundenen Kaiser Otto I. auf seiner Reise nach Rom.
Der heilige Konrad, zusammen mit Pelagius Patron von Stadt, Dom und Diözese Konstanz, wird als Bischof mit Buch, Kelch und Spinne dargestellt. Die Spinne fiel während eines österlichen Pontifikalamtes in den Kelch, den der Bischöf dann ohne mit der Wimper zu zucken austrank; beim Mittagessen kam die Spinne wieder aus dem Munde des Heiligen gekrochen.

Hans Herrli, MünzenRevue 7+8/1995, S.62
Siehe auch zu Pelagius in heiligenlexikon.de
und zu Konrad in heiligenlexikon.de.

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