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Hl. Idda von Toggenburg
Festtag: 3. November
auf Münzen der Abtei Fischingen (CH)



Abtei Fischingen, Abt Franz Tröger, 1688-1728 :   Dukat 1726, Zürich.
Ø 22 mm, 3,32 g.   Friedb.234.
Auf die Goldene Primiz des Abtes und auf den 500. Todestag der heiligen Idda von Toggenburg.

Vs.:   FRANCISCUS ABBAS FISCH·JUBILÆUS.     Ovales Stifts- und Familienwappen in Kartusche
auf einem Podest mit der Jahreszahl, oben Mitra, Stola und Krummstab

Rs.:   Sancta.IDDA COMITissa.TOGG.
Hüftbild der Heiligen Ida, Gräfin von Toggenburg mit Heiligenschein v. v., l. neben ihr ein Hirsch mit zwölfendigem Geweih, auf jedem Geweihende befindet sich eine kleine Flamme.


Idda war angeblich die Tochter des Grafen Hartmann II. von Kirchberg im Toggenburg (Ostschweiz) und verheiratet mit einem den Historikern unbekannten Grafen Heinrich von Toggenburg. Wahrscheinlicher ist aber ihre Abstammung aus der Familie der Grafen von Homberg und eine erste Ehe mit Diethelm IV. von Toggenburg. Nach dessen frühem Tode soll ldda in zweiter Ehe mit Gottfried von Marstetten verheiratet gewesen sein. Nach dem Hinscheiden ihres zweiten Gatten lebte Idda im Kloster Fischingen im Thurgau oder als Einsiedlerin in der Nähe des Klosters. In einer Seitenkapelle der Klosterkirche, am Fuße eines dem hl. Nikolaus gewidmeten und von ihrem Sohne gestifteten Altars, wurde die Gräfin am 3. November eines unbekannten Jahres (vielleicht 1226) bestattet.
Eine Lebensbeschreibung Iddas verfaßte im Jahre 1481 Albrecht von Bonstetten, der sich dabei stark an die Genoveva-Legende anlehnte. In dieser Vita wird erzählt, daß ihr Gemahl ldda wegen ihrer angeblichen ehelichen Untreue aus einem Fenster des Schlosses Toggenburg 400 Ellen tief hinabstürzte, daß sie aber durch ein Wunder gerettet wurde und sich danach in eine Einsiedelei zurückzog. Dieses Leben gab die Gräfin auch dann nicht mehr auf, als sich später ihre Unschuld erwies.
Schon vor 1410 läßt sich die kultische Verehrung lddas nachweisen, und 1496 wurde über ihren Gebeinen ein Tischgrab errichtet. Obwohl ihre Reliquien während der Reformation verlorengingen, erlebte die Verehrung Iddas gegen Ende des 16. Jahrhunderts einen neuen Aufschwung, welcher über das Kloster Fischingen weit hinausgriff, und im Jahre 1724 wurde der Kult von der katholischen Kirche offiziell bestätigt.
Dargestellt wird die hl. ldda gewöhnlich, wie auf der Münze, im Gewande einer Gräfin, manchmal aber auch als Nonne mit Stab und Buch vor einer Waldhöhle. Begleitet wird die Heilige von einem Hirsch mit zwölf Lichtern im Geweih und oft auch von einem Raben mit einem Ring im Schnabel. Dieser Vogel stahl nach der Legende den Brautring der Gräfin, den dann ein Knappe fand, ansteckte und damit Anlaß gab zum Vorwurf der Untreue.
Als Patronin hilft die hl. ldda den Bauern beim Auffinden ihres verlorenen Viehs.
Hans Herrli, MünzenRevue 11/1990, S.1098
Siehe auch heiligenlexikon.de.


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