Startseite Heilige auf Münzen TOUR :   Erzengel Gabriel


Hl. Franz von Assisi
Festtag: 4. October
auf Münzen von Bardi (Emilia), Mantua, Urbino und vom Kirchenstaat


Bardi e Compiano, Federico Landi 1590-1627 :   Ducatone 1622.
Ø 43 mm, 31,32 g.   Dav.3847.
Bardi e Compiano liegt in der Emilia-Romana im "Valli del Taro e del Ceno".
Vs.:   ·Dominus·FEDericus·LANdus·Sacri·Romani·Imperii·AC·VALLis·TARI·PRINceps·IV·Et·Coetera
"... und 4. Fürst im Tal des Taro, etc."     Büste mit Mühlsteinkragen im drapierten Harnisch
mit Orden vom Goldenen Vlies auf der Brust und Löwenkopf an der Schulter.

Rs.:   Sanctus·FRANCIScus - PROTECTor·NOSTER     "Hl. Franziskus - unser Beschützer"
Der kniende Hl. Franz von Assisi empfängt die Wundmale Christi; im Abschnitt die Jahreszahl.



Mantua, Vinzenz I. Gonzaga, 1587-1612 :   Giulio 1589.     Ø 27? mm, 3,53 g.
Vs.:   CHRISTI·IESV·TABERnaculum·SANGVINIS     "Tabernakel für Blut Jesus Christus"
Durch Reliquiengefäß geteilte Jahreszahl. Die drei Kugeln symbolisieren drei Blutstropfen Jesus.

Rs.:   ¤SVB¤TVVM¤PRAESIDIVM     "Unter deinen Schutz (begeben wir uns)"
Der Hl. Franz empfängt die Wundmale Christi.
Münzstand und Münzherr sind nicht angezeigt.
Papst Julius II (1503-13) führte die nach ihm benannte Silbermünze ein. Sie war zunächst 3,87 g schwer.
Der Münzname "Giulio" übertrug sich auf spätere Prägungen anderer italienischer Münzstände.


Aus der riesigen Schar oft obskurer oder nur noch für Historiker interessanter und manchmal sogar bizarrer Heiliger ragt Franziskus weit heraus als ein Mensch, welcher auch der heutigen Welt etwas zu sagen hat.
Der zu Anfang des Jahres 1182 in Assisi geborene Giovanni Bernardone, der Sohn eines vermögenden Tuchhändlers, wurde Francesco (Französlein) genannt, weil seine Mutter aus Frankreich stammte. 1202 fiel Franz, der bisher das Leben eines reichen jungen Mannes aus guter Familie geführt hatte, in einem Krieg zwischen den Städten Assisi und Perugia in die Hand der Feinde. Während seiner einjährigen Gefangenschaft in Perugia kehrte er sich ab von seinem bisherigen Leben des Wohlstandes und der leiblichen Genüsse, eine Wandlung, die durch eine Pilgerfahrt nach Rom noch verstärkt wurde. Die Bibelworte: "Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Stab, keine Tasche, kein Brot, es soll auch keiner zwei Röcke besitzen" (Lukas 9, 3) und "Wenn du vollkommen sein willst, gehe hin, verkaufe alles, gib den Erlös den Armen und folge mir nach" (Matthäus 19, 21), die er in S. Maria degli Angeli, einem Kirchlein vor den Toren Assisis, gehört haben soll, prägten das weitere Leben des zukünftigen Heiligen entscheidend. Franz entledigte sich seines Besitzes, verzichtete auf sein Erbe und begab sich, nur mit der braunen Kutte der Bauern bekleidet und barfuß, als Bettler auf eine Wanderschaft, die ihn bis nach Dalmatien, Spanien und im Jahre 1219, anläßlich des fünften Kreuzzuges, nach der ägyptischen Stadt Damiette führte. Bald schlossen sich Franz einige Gefährten an, und schon 1210 bestätigte Papst Innozenz III. die erste Regel des Franziskanerordens. Um auch Frauen und Laien den Zugang zu dem rasch wachsenden Bettelorden zu ermöglichen, wurden 1212 die Klarissinnen und 1221 der Dritte Orden oder Orden der Terziaren gegründet.
Franz starb am 3. Oktober 1226 in Assisi, und schon zwei Jahre später, am 16. Juli 1228, wurde der "Poverello" durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Zur gleichen Zeit begann man in Assisi auch mit dem Bau der Basilika S. Francesco. Als die Unterkirche im Jahre 1230 fertig war, wurden die Gebeine des Heiligen dort an einem geheimgehaltenen Orte beigesetzt, eine Vorsichtsmaßnahme, welche durch die überall lauernden Reliquienräuber und -händler erzwungen wurde. Das Versteck war so gut gewählt, daß die unterirdische Krypta, in welcher heute das von endlosen Pilgerscharen besuchte Grabmal steht, nach verschiedenen erfolglosen Grabungen erst im Jahre 1818 wieder aufgefunden wurde.
St. Franziskus, der Patron der Franziskaner, Kaufleute, Schneider und Tiere und seit 1939 auch der Hauptpatron Italiens, wurde bis heute unzählige Male von den berühmtesten, aber auch von weniger begabten Malern und Bildhauern dargestellt. Interpretationen des Lebens des Heiligen aus heutiger Sicht und in einem zeitgemäßen Medium bieten Filme der italienischen Regisseure Rosselini und Zefirelli. Anders als die mit Theologie befrachteten Schriften der meisten Heiligen sprechen die Gedichte, Briefe oder der berühmte Sonnengesang des hl. Franziskus, der Armut, Demut und Liebe zu allen Lebewesen predigte und von dem Dante Alighieri sagte: "Wie eine Sonne ging er in der Welt auf", eine Sprache, die uns auch heute noch unmittelbar verständlich ist.
Hans Herrli, MünzenRevue 10/1992, S.1254
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.



Urbino, Francesco II Maria della Rovere, 1574-1624 :   Paolo, o.J., Pesaro.
Ø 26 mm, 3,12 g.
Vs.:   ·FRANC·M·II·VRBini·DVX·VI·ET·C·   -   Gekröntes Wappen.
Rs.:   ·AVXILIVM - ·DE·SANCTO·
Der kniende Hl. Franziskus von Assisi empfängt die Stigmata. Im Abschnitt ·PISAVR·.



Kichenstaat, Sixtus V., 1585-90 :   Piastra anno IV / 1588, Rom.
Ø 42 mm, 31,83 g.   Dav.8329.
Vs.:   ·SIXTVS·V·PON·MAX·AN·IIII
Büste mit Pluviale l., darunter in einem gekrönten Herz GT (Mzm. Guglielmo Tronci) zwischen 15 - 88.
Rs.:   IN - TE·SITIO·     "Im Durst nach dir"
Der Hl. Franziskus n.l. kniend, empfängt von einem Kruzifix die Stigmata,
vor ihm die Teilansicht von Assisi, links ein Baum, im Abschnitt ROMÆ.
Sixtus war schon als sehr junger Mann in den Franziskanerorden eingetreten.

Startseite Heilige auf Münzen TOUR :   Erzengel Gabriel