Startseite Heilige auf Münzen TOUR:  Matthäus, Apostel u. Evangelist


St. Martin von Tours
Festtag: 11. November
auf Münzen von Mainz, Erfurt, Colmar, Horn, Schwarzburg,
Uri/Schwyz/Unterwalden, Uri, Luca
in chronologischer Folge angeordnet.



Erzbistum Mainz, Heinrich I., 1142-52 :   Brakteat, Erfurt.     Ø 41 mm, 0,86 g.   Berger 2124.
¤ HEnRICH ¤ ERPES FOR DI     "Heinrich ¤ Erfurt"     Büste St. Martins mit Krumm- und Kreuzstab
über Arkaden zwischen 2 Türmen, darunter Büste des Erzbischofs zwischen Turm und Stern.



Erzbistum Mainz, Christian von Buch, zum zweiten Mal, 1165-83 :
Brakteat, Aschaffenburg.     Ø 31 mm, 0,79 g.   Hävernick 39.
CRISTIANVS M   -   Über einer Mauer einander zugewandt der Heilige Martin l., mit Schwert seinen Mantel zerteilend, r. der Erzbischof mit Krummstab, unter dem Bogen ein nach l. kniender Bettler mit Stock zwischen zwei Türmen, das Gesicht nach oben dem Heiligen zugewandt.



Erzbistum Mainz, Adolph I. von Nassau, 1373-90 :
Goldgulden o.J. (1376/1379), Bingen, Höchst oder Eltville.
Ø 21 mm, 3,54 g.   Felke 168ff; Fr.1605.
Vs.:   +MOnETA:OPIDI:PInGEnSIS   "Münze ... Bingen"  -  Mainzer Wappen im Dreipass.
Rs.:   SanCtuS:MARTINVS:EPiscopuS   -   St. Martin mit Heiligenschein in gotischem Gestühl.



Stadt Erfurt :   Groschen 1468.     Ø 27 mm, 2,80 g.   Levinson I-115.
Vs.:   GROSSVS·NOVVS·ERFFORCENSIS·   Stadtwappen (Mainzer Rad), umher Vierpass.
Rs.:   ·SANCTVS·MARTINVS·EPISCOPVS 68   [für Jz. 1468]
Im Vierpass: Der hl. Martin zu Pferd mit Schwert an seinem Mantel zugange, davor hockt ein Bettler.
Im gotischen Stil: Schrift, Vierpässe, Leerraum füllende Ornamente.



Stadt Colmar :   Dicken 1499.     Ø 28 mm, 7,23 g.   Levinson I-115.
Vs.:   +MOnETA:nO:C - OLMAR:1499   Einköpfiger Adler, unten Stadtschild.
Rs.:   S'.MARTI - n:PATRO9nus  
Der Hl. Martin teilt seinen Mantel mit dem Bettler.



Schwyz :   Guldengroschen o.J.(1506-08), Bellinzona.     Ø 37 mm, 29,00 g.   Dav.8763.
Vs.:   MONETA ♋ NOVA ♋ SVITENSIS
Zwei Wilde Männer halten jeweils mit den Linken den Schwyzer Schild auf einem Baumstumpf (?),
in der Rechten halten sie jeweils einen Ast, über dem Schild ein gekrönter Doppeladler.

Rs.:   SANCTVS ♋ MARTINVS ♋ EPISCOPVS     Der hl. Martin zu Pferde l. reitend,
teilt seinen Mantel für den am Boden kauernden Bettler mit einem Holzbein und Krücke.



Gft. Schwarzburg, Heinrich XXXI. zu Blankenburg 1493-1526 :
Taler 1525, Frankenhausen.     Ø 42 mm, 28,55 g.   Dav.9824.
Vs.:   ჻MOneta NOva·HE - NRIcus - COmes·DE·SWARtzburg·
Behelmter Löwenschild zwischen wildem Mann und wilder Frau.
Rs.:   ·SANCTE·MARtin·O - R - A·PRO·NOBis·   "St. Martin bete für uns"
St. Martin zu Pferde schneidet mit einem Schwert an seinem Mantel. Unten hockt ein Bettler.
Im Stil der Renaissance mit Antiqua-Schrift und geschickter Nutzung der Gesamtfläche.



Gft. Horn (Süd-Niederlande), Philipp von Montmorency, 1540-68 :
Taler o.J., Weert.     Ø 41 mm, 28,38g.   Dav.8679.
Vs.:   PHS'·BARo·De·MONTMorenci:Comes:AB - HORN·Dominus·De·WIERT
Die behelmten Wappen von Hoorn (rechts) und Montmorency (mit dem Orden vom Goldenen Vlies).
Rs.:   SANCTVS·MARTIN'us - PATRONVS·WIERTEN'sis
Hl. Martin zerschneidet seinen Mantel, davor sitzt ein Bettler.



Erzbistum Mainz, Daniel Brendel von Homburg, 1555-1582 :
Taler 1567, Mainz, sog. Bettlertaler.     Ø 40 mm, 29,06 g.   Dav.9457.
Vs.:   ¤DANIEL:ARCHIepiscopus:MOGVNtinus:Princeps:ELECTOR:1567¤   "Daniel Erzbischof von Mainz, Kurfürst"   -   vierfeldiges Wappen Mainz/Brendel, dreifach behelmt mit Rad, Mitra und Federbusch,
besteckt mit Schwert, Kreuz und Krummstab.

Rs.:   MONETA:ARGENT - EA:MOGVNTINEN:
Der hl. Martin als römischer Reiteroffizier zerschneidet mit dem Schwert seinen Mantel,
um eine Hälfte dem am Boden sitzenden Bettler zu schenken.



Uri, Schwyz und Unterwalden (Gemeinschaftsprägung) :
Taler o.J. (um 1550), Altdorf.     Ø 41 mm, 28,55 g.   Dav.8763.
Vs.:   (Stierkopf: Wappen Uri)¤VRA - NIE¤ (Wappen Schwyz) SVIT¤VN (W. Unterwalden) DERVAL
"Uri [VRANIE], Schwyz [SVIT], Unterwalden [VNDERVALde]"
Im Feld der Reichsadler (gekrönter Doppeladler).

Rs.:   ·SANCT9us· - ·MART - IN9us·EPI'scopus
Der hl. Martin thront als Bischof mit Krummstab und Buch.



Stadt Uri :   Pistole o.J. (1635), Altdorf.     Ø 26 mm, 6,37 g.   Friedb.398.
Vs.:   ❀MO:N:AV: REIPVP - LICAE:VRANIE:   -   Lilienkreuz, darunter klein das Wappen von Uri.
Rs.:   ·S:MARTIN9 - PATRON9:NO:
Der hl. Martin zu Pferd, teilt mit dem Schwert den Mantel, rechts Bettler.


Martin wurde im Jahre 316 in Sabaria in Pannonien, dem späteren Steinamanger in Ungarn, als Sohn eines Militärtribunen, eines Berufsoffiziers, im römischen Heer geboren. Er verbrachte einen Teil seiner Jugend in Pavia, der Heimat seines Vaters, und trat mit ungefähr 15 Jahren in das gallische Heer ein. Während seiner Dienstzeit als Offizier in Gallien ereignete sich der wohl bekannteste Vorfall im Leben des späteren Heiligen. Als Martin nach einem Truppenlager in der französischen Stadt Amiens ritt, bat ihn vor dem Stadttor ein halbnackter, frierender Bettler um eine milde Gabe. Martin, der weder Geld noch Nahrung mit sich führte, zerschnitt mit seinem Schwert seinen weiten Mantel und gab die eine Hälfte dem Bettler. Diese Szene wurde von Künstlern unzählige Male dargestellt, und sie erscheint auch häufig auf Münzen des Erzbistums Mainz, der Grafschaft Horn und der schweizerischen Orte Uri, Schwyz und Unterwalden. Der Mantel des hl. Martin galt später als fränkische Reichsreliquie, welche die Könige auf ihren Feldzügen begleitete und die in Friedenszeiten zuerst im königlichen Palast und dann in der Sainte-Chapelle in Paris aufbewahrt wurde.
Mit 18 Jahren ließ Martin sich christlich taufen, und bald nahm er seinen Abschied aus der Armee, um in Poitiers bei Bischof Hilarius, dem großen Gegner der Arianer und späteren Kirchenlehrer zu studieren. Als Hilarius im Jahre 356 nach Phrygien verbannt wurde, reiste Martin nach Pannonien zurück, wo er seine Mutter zum Christentum bekehrte, um dann aber als Anhänger der Lehre des Athanasius von den Arianern vertrieben zu werden. Nachdem ihm in Mailand ein ähnliches Schicksal widerfuhr, zog sich Martin als Einsiedler auf die winzige Insel Gallinara vor Albenga an der italienischen Riviera zurück. Um 360 rief ihn der aus der Verbannung zurückgekehrte Hilarius zu sich nach Poitiers. Martin gründete in der Nähe der Stadt im Jahre 361 die Einsiedelei Ligugé, die zur Keimzelle des ersten Klosters in Gallien wurde. In Ligugé holten ihn die Bewohner der Stadt Tours an der Loire, die den schon weitherum berühmten Martin als Bischof haben wollten. Martin hätte lieber als Einsiedler weitergelebt, und er versteckte sich daher in einem Gänsestall, doch wurde er durch das Geschnatter der Gänse verraten. Zur Strafe hierfür kamen dann die Martini-Gänse, lange der letzte Braten vor dem sechswöchigen Adventsfasten, am Festtag des Heiligen auf den Tisch. Am 4. Juli 371 wurde Martin in Tours als Bischof eingesetzt, doch residierte er später in dem im Jahre 375 von ihm gegründeten Kloster Marmoutier, das zu einem Zentrum des kulturellen Lebens in Gallien wurde. Als Bischof widmete sich Martin energisch, aber ohne Fanatismus, der Mission in seiner Diözese, und zusammen mit St. Germanus, dem Bischof von Auxerre führte er die aus Ägypten stammenden Mönchsgemeinschaften, die Vorgänger der späteren Klöster, in Gallien ein. Martin starb am 8. November 397 in dem kleinen Städtchen Candes, und am 11. November geleitete eine riesige Menschenmenge, darunter allein 2000 Mönche, den dritten Bischof von Tours und Freund der Armen zu Grabe. Über dem Grabe St. Martins ließ später sein berühmter Nachfolger im Bischofsamt, der große Geschichtsschreiber Gregor von Tours, eine Basilika errichten. Das Grab Martins, den der merowingische König Chlodwig I. zum Schutzherrn der fränkischen Könige und des fränkischen Volkes erklärt hatte, wurde zu einem fränkischen Nationalheiligtum und blieb auch im Mittelalter ein beliebter Wallfahrtsort, doch wurden die meisten Reliquien im 16. Jahrhundert von den Hugenotten zerstört. St. Martin, dessen Leben bereits von Sulpicius Severus, einem Zeitgenossen, welcher den Heiligen noch selber kannte, beschrieben wurde, ist der Schutzheilige der Bettler, Soldaten, Schneider und anderer Gewerbe und einer der Patrone Frankreichs. Mit ihm standen früher eine Reihe von Bräuchen, wie die Martinsfeuer oder die Martinsumzüge in Verbindung. Am Martinstag, dem 11. November, begann das landwirtschaftliche Jahr, und zu Martini wurden Steuern, Pachtzinsen und Löhne gezahlt und Gesinde eingestellt und entlassen.
Hans Herrli, MünzenRevue 11/1989, S.1079
Siehe auch heiligenlexikon.de und Wikipedia.



Republik Lucca :   Scudo, 1756.     Ø 42 mm, ca. 26,9 g.   Dav.1376.
Vs.:   LUCENSIS - RESPUBLICA
Gekröntes Wappen, darin LIBERTAS, gehalten von zwei Löwen, darunter die Jahreszahl.
Rs.:   SANCTUS - MARTINUS   -   St. Martin zu Pferd reicht dem stehenden Bettler ein Tuch.

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