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Reichsstadt Memmingen

Memmingen liegt an der Ach im SW Bayerns, gehörte erst den Welfen, ging 1191 an die Staufer, nach dessen Aussterben 1268 an das Reich. 1286 erklärte Kg. Rudolf I. von Habsburg Memmingen zur ihm direkt unterstellten Freien Reichsstadt. Die Reichstadt schloß sich 1331 dem Schwäbischen Städtebund an. Im 16. Jahrhundert war Memmingen zunächst Mitglied im Schmalkaldischen Bund, unterwarf sich 1546 Ks. Karl V.. Im Dreißigjährigen Krieg war die Stadt abwechselnd im Besitz der Kaiserlichen und der Schweden. 1702 bis 1704 wurde sie von Bayern und Frankreich besetzt. 1802 kam Memmingen entgültig zu Bayern.

Wappen: seit dem 13. Jh. das Kreuz von Jerusalem. Nach dem Aussterben der Staufer und dem Heimfall der Stadt an das Reich kam der halbe Doppeladler hinzu.

Liste   nach E. Nau
(Katalogliste mit Verweisen auf einzelne Münzen dieser Seite)


Memminger Gegenstempel.     Ø 25 mm.   Nau 1; Krusy M3, 1.
Prager Groschen o. J., des böhmischen Königs Wenzel III. (IV.), 1378-1419,
mit Gegenstempel von Memmingen auf der Vs.: Gotisches "M".

1501 gehörte Memmingen zu den sieben Städte, die in Ulm prägen ließen. Erst in der Kipperzeit richtete Memmingen eine Prägestätte ein, um Kleingeld zu prägen, ohne jedoch ein Prägerecht zu besitzen.


1/2 Batzen 1635 (2 Kreuzer).     Ø 19 mm.   Nau 8.
V.s:   ✼MEMINGEN✼1635   -   Stadtwappen in Kartusche.
Rs.:   ✼STATT✼MUNZ   -   Ornamente um Oval mit Wertzahl 2.


Kreuzer o. J. (1700/01, 1716).     Ø 16 mm, 0,7 g.   Nau 10.
Stadtwappen in Kartusche // +STATT·MVNTZ   Doppelkreuz.


"Lehenstaler" 1553 für den Salzzoll.     Ø ca.40 mm.   Nau 16.
Vs.:   ✠MVNVS REIPVBLICÆ MENINGENSIS   -   geschweifte Schild mit dem Stadtwappen.
Rs.:   FERDINAND.Dei.Gratia.ROmanorum:VNGariae.BO - EMiae.REX.ARCHIDVX AVSTRIÆ
Gekröntes Hüftbild des Königs mit Zepter Ordenskette vom goldenen Vlies und Schwertgriff,
im Feld die Jahreszahl 1553, unten sein Herkunftswappen Kastilien/Österreich.
Memmingen stand seit dem 14. Jahrhundert als wichtige Einnahme der Salzzoll zu. Dieses Recht wurde der Stadt 1553 von Kg. Ferdinand I., Bruder und Statthalter Ks. Karls V., nochmals bestätigt. Im Gegenzug mußte Memmingen bei jedem Thronwechsel dem neuen Kaiser einen sogenannten Lehenstaler in Gold zukommen lassen. Ein erster Lehenstaler trägt das Bildnis von Kg. Ferdinand I. (Ks. ab 1556), der zweite Lehenstaler gilt Ks. Karl VI. (siehe unten).
Exemplare in Gold sind bisher nicht aufgetaucht, sind aber sicher geprägt worden. Verschiedene Stempelvarianten sind bekannt. (E. Nau)


Regimentstaler 1623.     Ø 41 mm, 20,92 g.   Nau 17; Dav.-.
Vs.:   MEMINGÆ: über gekrö. Adler mit Stadtschild auf der Brust, in den Fängen Zepter und Schwert; darunter Stadtansicht; im Abschnitt Kartusche mit:
DOMINE HVMI / LIA RESPICE   "Herr, siehe das Niedrige an" (Psalm 138,6)
Rs.:   Fünf Schilde mit den Wappen der drei Bürgermeister und zwei geheimer Räte (Ehinger, Haintzel, Koch, Sättelin, Jenisch), Jz. 1623, umher 14 Wappenschilde der Mitglieder des großen Rates.
Laut E. Nau wurden Ende des 18. Jahrhunderts die Regimentstaler nochmals mit den alten Stempeln nachgeprägt. Dadurch entstandene fortschreitend Stempelfehler auf der Vorderseite.


Reichstaler o. J. (1712), Augsburg.     Ø 40 mm, 29,27g.   Nau 23; Dav.2447.
Vs.:   ✼MUNUS REIPUBLICÆ MEMMINGENSIS   -   Halber Doppeladler, r. daneben Kreuz.
Rs.:   CAROL·VI·D·G·R· - I·S·A·G·H·H·B·REX·   -   Geharnischtes Brustbild Karls VI. r. mit Lorbeerkranz und umgelegter Kette des Ordens vom Goldenen Vlies.
E. Nau machte darauf aufmerksam, daß es sich bei den Exemplaren mit Stempelriß auf der Wappenseite - wie dem vorliegenden Exemplar - um spätere Abschläge von den Originalstempeln handelt.


Silbermedaille 1717 von P. H. Müller.     Ø 28 mm, 5,88 g.   Nau 25.
Auf die 200-Jahrfeier der Reformation.

Vs.:   ORCI PORTÆ NON - SUPERABUNT EAM
"(und) die Pforten der Hölle sollen sie (die Gemeinde Christi) nicht überwältigen"
Strahlender Rundtempel auf Felsen. Im Abschnitt: MATH·XVI·18· / ✶

Rs.:   ECCLESIA / CHRISTIANA / OB / EVANGELIVM PVRIVS / RESTITVTVM / ITERVM IVBILAT / ALTERO SECVLARI / ANNO / MDCCXVII· / Ꮺ✶Ꮺ     "Über das in größerer Reinheit wieder erstandene Evangelium jubelt die christliche Kirche erneut im zweiten Jubeljahr 1717"
Oben Engelsköpfchen über zwei Palmenzweigen.


Silberabschlag vom Dukat 1730, Augsburg. Stempel von Chr.E. Müller.   Ø 22 mm, 2,57 g.   Nau 26.
Auf die 200-Jahrfeier der Augsburger Konfession.

Vs.:   DOMINE HUMILIA RESPICE.   "Herr, siehe das Niedrige an" (Psalm 138,6)
Adler mit Wappen über Stadtansicht mit Befestigungen, Berg dahinter.
Im Abschnitt:
S.R.I.LIB.CIV. / MEMMINGA   "des Heiligen Römischen Reiches freie Stadt Memmingen".
Rs.:   IN OMNEM TERRAM EXIVIT SUNVS EIVS·   "ihr Klang ging über die ganze Erde"
Fama bläst Tuba, daran hängt ein Tuch mit A.C. [Augusta Confesio]. Sie stützt sich am Flammenaltar mit Buch, darin V D [Verbum Domini]. Altarwand mit HOC NIXA. Im Abschnitt: MEMOR.IVB.II.A.C./ 25.IVN.1730. / Pyr zwischen zwei Hufeisen (für Christian Hohleisen, Münzmeister in Augsburg).


Dukat 1730, Nürnberg.   Ø 22 mm, 3,51 g.  Nau 27; Friedb.1743.
auf die 200-Jahrfeier der Augsburger Konfession.

Vs.:   DOMINE HUMILIA RESPICE·  "Herr, siehe das Niedrige an" (Psalm 138,6)
Stadtansicht von Memmingen (ohne Hintergrund), darüber fliegender Adler mit Stadtschild.
Im Abschnitt:
S.R.I.LIB.CIV.MEMMINGA.   "des Heiligen Römischen Reiches freie Stadt Memmingen"
Rs.:   IN OMNEM TERRAM EXIVIT SONVS EIVS·   "ihr Klang ging über die ganze Erde"
Weibliche Allegorie stehend mit Tuba, von der ein Tuch mit AC herabhängt, gelehnt an einen brennenden Altar, mit einem Buch, darauf V D (= Verbum Domini); auf der Altarwand "HOC / NIXA";
auf dem Postament die Initiale W (= Werner) des Stempelschneiders.
Im Abschnitt:
MEMOR·IVB·II·A·C· / 15·IUN.1730·


Silberabschlag vom Halbdukat 1730, Augsburg.     Ø 19 mm, 1,70 g.   Nau 28.
auf die 200-Jahrfeier der Augsburger Konfession.

Vs.:   ✶DES.Heiligen.Römischen·Reiches·FReie·STADT MEMMINGEN·
Stadtwappen in Volutenkartusche.
Rs.:   ZVM / GEDÆCHTNIS / DES ANDERN / IVBEL.IAHRS / DER AVG.CONF / 25.IVN.1730 / Münzzeichen: Pyr zwischen Hufeisen.


Silberabschlag des Dukaten 1748   zur 100-Jahrfeier des Westfälischen Friedens.
Ø 23 mm, 2,64 g.  Nau 30; Dethlefs/Ordelheide 256.

Vs.:   DOMINE HUMILIA RESPICE·  "Herr, siehe das Niedrige an" (Psalm 138,6)
Stadtansicht von Memmingen, darüber fliegender Adler mit Stadtschild.
Im Abschnitt:
S.R.I.LIB.CIV.MEMMINGA.   "des Heiligen Römischen Reiches freie Stadt Memmingen"
Rs.:   MEMORIAE / SECULARI / PACIS / WESTPHALICAE / MDCCXLVIII / D.XXIV.OCTOBR.


Silbermedaille 1805.     Ø 40 mm, 37 g.   Nau 34 & Nau Ulm/233
Auf die Einnahme von Ulm und Memmingen durch die Franzosen.


Silbermedaille 1824.     Ø 21 mm, 2,7 g.   Nau 34.
zum 25jährigen Regierungsjubiläum von Kg. Maximilian Joeseph von Bayern,
für die Schuljugend von Memmingen.

Vs.:  MAXIMILIANUS·IOSEPHUS·REX BAVARIÆ PER V.LUSTRA FELICITER REGNANS.  -  Büste r.
Rs.:   MEMMINGA LÆTA /IUVENTUTI / DIE XVI FEBR. / MDCCCXXIV.

Lit.:
• Nau, Elisabeth :  Die Münzen und Medaillen der oberschwäbischen Städte, S.180-186. Freiburg 1964.
    daraus Auszug zu Memmingen.
• Wölfle, H.: Die Münzen und Medaillen der Stadt Memmingen, MBNG 55(1937)99-150 & Tf.31-32.

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