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Stadt Konstanz

Konstanz liegt am Bodensee, war um 300 n.Ch. ein römischer Kastell (Constantia), wurde um 590 Bischofssitz, erhielt 900 Marktrechte, machte sich 1192 weitgehend unabhängig vom Bischof, wurde 1531 protestantisch, wurde 1548 nach Karls V. Belagerung anlässlich des Schmalkaldischen Krieges habsburgische Landstadt und wieder katholisch.
Da Konstanz in der Zeit von 1192 bis 1548 Steuern zur Hälfte an den Kaiser und zur Hälfte an den Bischof zahlte, lässt sich die Stadt weder dem Typus einer Freien Stadt noch dem Typus Reichsstadt zuordnen.
Die Stadt kaufte dem Bischof das lukratives Recht auf Münzverrufung ab, um stabiles Geld zu ermöglichen. Später eignete sie sich die Münzstätte an.
Kg. Maximilian I. verlieh der Stadt das Prägerecht für Münzen in Silber 1499 und in Gold 1507.

Wappen: Bistumswappen (schwarzes Kreuz) mit einem zusätzlichen roten Schildhaupt, dem sog. Blutzagel, der 1417 von Kg. Sigismund als Symbol für die Hochgerichtbarkeit verliehen wurde.

Liste   nach E. Nau
(Katalogliste mit Verweisen auf einzelne Münzen dieser Seite)


Schilling o.J. (1417-22).     Ø 23 mm, ca.2 g.   Nau 11.
Vs.:   ✠ᙏOnᗺTA◦ᗭIVITATIS ᗭOnSTAn   -   Stadtwappen in doppelt liniertem Sechspaß.
Rs.:   S'ᗭVnRAD - ᗺPVS'STIn
Thronender Hl. Konrad, die Recht segnend, in der Linken ein Krummstab.


Hohlpfennig o.J. (1417-22).     Ø 12 mm, 0,14 g.   Nau 12.
In einem Wulstreif der Stadtschild, darüber "C".   Wappen mit Schildhaupt.


Einseitiger Pfennig o.J. (nach dem Riedlinger Vertrag von 1423.     Ø 14 mm, 0,24 g.   Nau 14.
Im Perlkreis: Fünfstrahliger Stern über Stadtwappen ohne Schildhaupt.


Einseitiger Pfennig o.J. (nach dem Riedlinger Vertrag von 1423.     Ø 14 mm, 0,36 g.   Nau 15.
Im Perlkreis: Sechstrahliger Stern über Stadtwappen ohne Schildhaupt.


Schilling o. J. (1/2 Batzen).     Ø 21 mm, 1,68 g.   Nau 18.
Vs.:   ◦MOnᗺTA·ᗭIVITATIS·ᗭOnST'   -   im Vierpaß Stadtschild mit Adler darüber,
in den oberen Winkeln des Vierpaßes Ringel in den unteren Winkeln Flügel.

Rs.:  S'ᗭOnRAD' - ᗺPS·ᗭOnST  -  Der thronender Hl. Konrad mit Krummstab und segnender Hand.
Das Münzbild des thronenden Stadtpatrons ist nach dem Vorbild des Mailänder Groschen
mit dem hl. Ambrosius entworfen.
Der Hl. Konrad war 934-975 Bischof in Konstanz. Seine Heiligsprechung wurden von Bf. Ulrich I. 1111-27 betrieben, um neben dem "Römer" Pelagius einen eigenen Heiligen zu haben. Die Stadt löste sich seit Ende des 12. Jh. zusehend vom Bistum. Ihr Höhepunkt war die Abhaltung des Konstanzer Konzils 1414-18. Seit dieser Zeit prägte die Stadt in Eigenregie. Am 10. Juni 1499 erhielt Konstanz von Maximilian I. das Privileg, silberne Münzen jeder Größe zu schlagen. Der Konstanzer Rat hatte gegenüber Maximilian angegeben, ihr älteres Münzprivileg sei bei einem Brand vernichtet worden.


Schilling o. J. (1/2 Batzen).     Ø 21 mm, 0,98 g.   Nau 25-30(?).
◦MONᗺTA ᗭIVITATIS ᗭONST'   //   S'ᗭONRADV - ᗺPS:ᗭONST


1/2 Batzen o. J. (Schilling).     Ø 21 mm, 1,68 g.   Nau 38var.
Vs.:   MOИЄTA:ᗭIVITATIS:ᗭOИST'   -   Kleiner Stadtschild und Adler im unverzierten Vierpaß.
Rs.:   S'.ᗭVOИRA - ᗺPS·ᗭOИST'   -   Der thronender Heilige Konrad wie vor.


Beischlag zum Schilling o.J. (nach dem Riedlinger Vertrag von 1423).     Ø 22 mm.  Nau 44var.
+MOИᗺՇA:ᗭIVIՇAՇIS ᗭOИSՇA'   //   S:ᗭVONRA - ᗭO.ᗭASՇA'


Dicken o. J. (1499-1518).     Ø 29 mm, 9,61 g.   Nau 54.
Vs.:   ⚛ᙏOnᗺTA:ᗭIVITATIS:ᗭOnSTAnᗭIᗺ·   -   einköpfiger Adler n. links.
Rs.:   S:PᗺLAI9 - ·S'ᗭORAD   -   die Stadtheiligen Pelagius und Conradus halten den Stadtschild.


Batzen o. J. (1499-1533).     Ø 26 mm, 3,03 g.   Nau 55.
Vs.:   ⚛◦ᙏOnᗺTA ᗭIVITATIS ᗭOnstanᗭ   -   Stadtwappen im Siebenpaß.
Rs.:  ⚛◦TIBI◦SOLI◦GLORIA◦ᗺT◦HOnOR◦   "Dir allein sei Ruhm und Ehre"   -   Reichsadler nach links.


Batzen o. J. (1499-1533).     Ø 26 mm, 3,24 g.   Nau 56.
Vs.:   ⚛⦂ᙏOnᗺTA ᗭIVITATIS ᗭOnSTAnᗭ'   -   Stadtwappen im Siebenpaß.
Rs.:  ⚛⦂TIBI⦂SOLI⦂GLORIA⦂ᗺT⦂HOnOR⦂   "Dir allein sei Ruhm und Ehre"   -   Reichsadler nach links.


Batzen o. J., 1499-1533.     Ø 26 mm, 3,31 g.   Nau 60, Schulten 1715.
Vs.:   ⚛⦂ᙏOnᗺTA ᗭIVITATIS ᗭOnSTAnᗭ⦂   -   Stadtwappen im Siebenpaß.
Rs.:   ⚛⦂TIBI⦂SOLI⦂GLORIA⦂ᗺT⦂HOnOR⦂   "Dir allein sei Ruhm und Ehre"
Reichsadler mit Kopf nach links.


Batzen o. J. (1499-1533).     Ø 26 mm, ca.3,2 g.   Nau 74/75(Rs.).
Vs.:   ⚛MONETA◦CIVITATIS◦CONSTAN   -   Stadtwappen ohne Haupt im Siebenpaß.
Rs.:   ⚛TIBI·SOLI·GLORIA·ET·HOИOR   "Dir allein sei Ruhm und Ehre"
Adler mit Kopf nach links.


Batzen o. J. (1499-1533).     Ø 26 mm, ca.3,2 g.   Nau 76.
⚛MONETA·CIVITATIS·CONSTANC   //   ⚛TIBI·SOLI·GLORIA·ET·HONOR


Goldgulden o. J. (1531-36).     Ø 22 mm, 3,24 g.   Nau 85; Friedb.841.
Vs.:   +MONETA·AVREA·CIVITAT CONSTΛ   -   Adler v. v., den Kopf nach l. gewandt,
unten zwischen den Fängen das Stadtwappen.

Rs.:   +MΛXIMILIΛNΛS·ROMΛNOrVm·REX   -   Reichsapfel in doppelt linierten Dreipaß.
Für das A wurde neben dem A-Stempel auch der V-Stempel gedreht eingesetzt, dann gleich auch für das folgende U.
Die ersten Gulden (1507-11 und 1513) trugen gotische Schrift. Spätere Goldgulden (1531-36) wurden ebenso nach den Vorschriften von 1507 geprägt. Sie trugen auch den Namen Maximilians I., aber in Antiquaschrift.


Goldgulden o. J. (1531-36) beschnitten.     Ø 22 mm, 3,08 g.   Nau 86 var; Friedb.841.
Vs.:   +MONETA·ΛVREA·CIVITATIS CONSTA   -   Adler und Stadtwappen wie vor.
Rs.:   +MΛXIMILIΛNVS·ROMΛNORVM REx   -   Reichsapfel wie vor.


Goldgulden o. J. (1531-36).     Ø 22 mm, 3,25 g.   Nau 87c; Friedb.841.
Vs.:   +MONETA·N·AVREA·CIVITATIS COSTANC   -   Adler über Stadtwappen.
Rs.:   +MAXIMILIANVS ROMANORVM REX   -   Reichsapfel & 2 Ringel im Dreipaß.


Vierer o. J. (1535, 4 Pf.).     Ø 15 mm, ca.0,5 g.   Nau 89.
Vs.:   +MONᗺTA·ᗭIVITATIS ᗭONST   -   Stadtwappen ohne Haupt im Vierpaß.
Rs.:   +TIBI·SOLI·GLORIA·ᗺT·HOnO   -   Adler n. links.


Zwaygerli o. J. (um 1563, 2 Pf.).     Ø 14 mm, 0,34 g.   Nau 90var.
Vs.:   +MO:CIVI:CONSTAN   -   Einfaches Stadtwappen mit Haupt.
Rs.:   +SOLI:DEO:GLORIA:   -   Adler n. links.


Taler 1537 (Guldengroschen).     Ø 39 mm, 28,29 g.   Nau 95; Dav.9160.
Vs.:  DER∗STAT∗COSTANTZ∗MVINTZ∗1537  -  kniender Ritter mit Streitkolben und Stadtwappen n.l.
Rs.: ·GOT·IST·VNSER·ALLER·HAIL·VND·HOFNVNG
nimb. Reichsadler, Flügel v. vorne, Kopf und Körper n. links, steht auf Reichsapfel mit Schwert und Zepter.
Unter dem Einfluß der Reformation entstanden die ersten und einzigen Konstanzer
Münzumschriften in deutscher Sprachen.


Taler 1539.     Ø 39 mm, 28,96 g.   Nau 99; Dav.9160.
Vs.:  ∗DER∗STAT∗COSTANTZ∗MVINTZ∗1539  -  kniender Ritter mit Streitkolben und Stadtwappen n.l.
Rs.: ·GOT·IST·VNSER·ALLER·HAIL·VND·HOFNVNG   -   herrliche Komposition, wie vor.
Der Raum ist auf beiden Seiten optimal genutzt - ohne Füllwerk oder Leerstellen.


Taler 1541.     Ø 39 mm, 28,79 g.   Nau 100; Dav.9160.
Vs.:   DER∗STAT∗COSTANTZ∗MVINTZ∗1541   -   Kniender Ritter mit Streitkolben und Stadtschild.
Rs.: ·GOT∗IST∗VNSER∗ALLER∗HAIL∗Vnd∗HOFNung - nimb. Adler auf Reichsapfel mit Schwert u. Zepter.


Kreuzer o.J. (1561-63).     Ø 16 mm, 0,68 g.   Nau 110.
MON - CIVI - CON - STA·   //   FERD·IM - AV·P·F·D


2 Kreuzer 1563.     Ø 19 mm, ca.1,3 g.   Nau 116.
Vs.:   +MON·CIVITATIS·CONSTAN   -   Stadtschild im Vierpaß.
Rs.:   FERDINA·IM·AV·Permissa·Fieri·Decreto   "... Erlaubnis zur Herstellung aufgrund Erlasses"
Gekrönter Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl 2.

Zur Zeit von Ks. Maximilian II., 1564-76


Guldentaler (60 Kreuzer) o. J. (1564-76).     Ø 37 mm, 24,01 g.   Nau 121; Dav:24.
Vs.:   ✶MON·NO·CIVITATI·CONSTANTI·
Stadtwappen mit Schildhaupt, umher doppelt linierter Vierpaß, in den Winkeln je ein Blattornament.
Rs.:   MAXIM:Z·IMP·SEM·AVG·Permissa·Fieri·DECReto·
Gekrönter nimbierter Doppeladler, auf der Brust Reichsapfel, darin Wertzahl 60.

Zur Zeit von Ks. Rudolf II., 1576-1612


Kreuzer o. J. (1583-86).     Ø 17 mm, 0,68 g.   Nau 133.
Vs.:   MON - CIVI - CON - STA   -   Stadtschild auf Doppelkreuz.
Rs.:   RVDOL·II·IM·AV·P F D   -   gekrönter Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl I.


3 Kreuzer 1594.     Ø 20 mm, ca.1,9 g.   Nau 138.
Vs.:   +MON:NO:CIVI:CONSTAN   -   Stadtwappen zwischen 9 - 4.
Rs.:   RVDOL·ZI·IM·PF:DECRET   -   gekrönter Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl 3.

Fortsetzung :  Konstanz 1619 -1723


Lit. :
• Nau, E.:  Münzen und Medaillen der oberschwäbischen Städte, Freiburg i.Br. 1964.  Auszug zu Konstanz.
• Schilling, K. :  Geprägt für Konstanz. Vom Werdegang Konstanzer Münzen, Meersburg 1987.
• Cahn, J. :  Münz- und Geldgeschichte von Konstanz und des Bodenseegebietes im Mittelalter bis zum
    Reichsmünzgesetz von 1559
, Heidelberg 1911.

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