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2.   Medaillen ab Bernhart Nr.26

26

Einseitige Bronzegussmedaille o. J. (1532). Modell von Christoph Weiditz.
Ø 62 mm, 78,84 g.    Bernhart 26; Habich I/1 387; Slg.Lanna 628.
CAROLVS▴V▴IMPERATOR▴ROMANORVM▴  -   Büste mit flachem Hut halbrechts, Mantel, Vließ am Band.
Weitere Medaille von Christoph Weiditz auf Karl V.: Bernhart Nr.74.

28

Einseitige Medaille 1530 von Friedrich Hagenauer.     Bernhart 28; Habich I/1 558, Tf.72,2.
{ einseitiger Bronzeguß nach schriftlosem Holzmodell in Wien, 72 mm }

* CAROLI V DEI GRA ROMANORVM IMP SEMPER AVGVST · ANNO ETATIS XXX ·
Diese Medaille war Vorlage für den 1. Brömsetaler 1537 der Stadt Lübeck.

29

Silbergußmedaille 1532 von Friedrich Hagenauer, Strassburg.     Ø 37 mm, 11,67 g.
Bernhart 29 (dieses Ex.); Habich I/1 582 (dies Ex.); Slg. Lanna 594 (dies Ex.).

Vs.:   ✶IMP·CAROLVS QuiNtus.Pius.Felix.AVGustus.M.D.XXXII.
Kopf des Kaisers n. recht mit kurzem Bart und mit Lorbeerkranz im Haar.
Rs.:   SI / OBLITVS / FVERO TVI / HIERVSALEM. / OBLIVIONI DE: /
TVR DEXTE(nachträglich eingeschoben)RA / MEA. / KL. AVG·
"Vergesse ich dein, Jerusalem, so werde ich meiner Rechten vergessen" (Psalm 136,5).
Die Zuteilung an F. Hagenauer erfolgte durch Max Bernhart (1919) S.11, und G. Habich (1929) übernahm dessen Argumente, wies jedoch daraufhin, dass das Bildnis von Karl V. eher nach einer fremdbestimmten Vorlage entstand und führt weiter aus: "Auf die Medaille gehen die späteren Gold- und Silberprägungen der Stadt Besançon zurück".
Friedrich Hagenauer (ca.1499-1546) geb. in Strassburg, Sohn eines Bildschnitzers, schnitt die Modelle seiner meist einseitigen Gussmedaillen in Holz. Von seinen rund 250 Medaillen haben sich etwa 40 Holzmodelle erhalten. Die Negativform wird vom unbeschrifteten Original (Holzmodell) abgenommen und die Schrift mit Lettern gesondert eingedrückt entlang eines eingerissenen Grundlinie. In Augsburg bekam Hagenauer Ärger mit der Zunft, weil "das Conterfeten kain freye kunst" sei.

41

Einseitige Bronzegußmedaille 1533.     Ø 132 mm, 203 g.   Bernhart 41; Slg.Lanna 595, Tf.29.
{ Berlin Modell aus Buchsholz 142 mm }

ᕠ IMPerator·CAESar·CAROLVS·V·Pius·Felix·AVGVSTus·AN·AETatis·XXXIII
"... frommen und begnadeten Majestät im Alter von 33 Jahren"   -   Büste mit flachem Hut n. links.
Laut Bernhart von einem schwäbischen Holzschnitzers. In Auffassung und Zeichnung schließt es sich ziemlich
eng an das bekannte Porträt an, das Matthes Gebel 1530 fertigte (unten folgende Berhart Nr.65).

43

Einseitiges Holzmodell 1536 (MDXXXVI).     Ø 46 mm.   Bernhart 43.
Buchsbaumholz, Rahmen aus Messing,
Veit Kels (tätig 1536-1594/95) zugeschrieben.
✼ MAXIMILIANVS CAROLVS FERDINANDVS M DXXXVI
Brustbilder von Maximilian I., Karl V. und Ferdinand I. nach rechts, mit Kopfbedeckungen
und Vließorden an Kette bzw. Band. Darüber halten zwei Löwen den gekrönten Wappenschild.
Das Modell liegt in Wien, Kunsthistorisches Museum, Kunstkammer - Inv.-Nr.4242.
Das kleine Bildnismedaillon, das die Brustbilder der drei aufeinanderfolgenden habsburgischen Herrscher Kaiser Maximilian sowie von dessen Enkeln Karl V. und Ferdinand I. im strengen Profil nach rechts zeigt, diente als Modell für eine Medaille, die früher Hans Kels zugeschrieben wurde. In der Schatzkammer des Deutschen Ordens in Wien befindet sich ein von Veit Kels signiertes und 1536 datierte Holzmodell, das lediglich in der Bekrönungsgruppe geringfügige Abweichungen - Greifen statt Löwen - zu unserem Stück zeigt. Es ist naheliegend, in der Variante der Kunstkammer gleichfalls ein Werk von Veit Kels, dem jüngeren Bruder des Hans, zu sehen. Ein drittes sog. Dreikaiserbildnis, 1540 datiert, befand sich ehemals ebenfalls in Wien. Alle diese präzis geschnittenen Bildnismedaillons, die als Gedenkmedaillen im Dienst der Repräsentation und Herrschaftslegitimierung stehen, sind vielleicht auf Auftrag des Kaufbeurener Patriziers und Humanisten Georg Hörmann (1491-1552) entstanden, der 1536 als Rat in die Dienste König Ferdinands trat.   [S. Haag, KHM Wien]

45

Einseitiges Holzmodell 1537 von Hans Kels.     Ø 80 mm.   Bernhart 45.
Hans Kels d. J. (um 1510-65/66 Kaufbeuren) zugeschrieben, 1537, signiert und datiert.

✶ KAESER CAROLVS KAESERIN ISABEL KVNIG FERDINANDI KINIGIN ANNA M D XXXVII
Die beiden Paare (Karl V. mit Isabella und Ferdinand I. mit Anna) einander zugewendet hinter einer Balustrade,
auf welche die Fürsten ihre Arme legen. In der Mitte über der Gruppe schwebt, von zwei Greifen gehalten,
der Wappenschild mit dem Doppeladler unter einer Haubenkrone und behängt mit der Vließkette.
Neben den Greifen die Säulen des Herkules im Meere und PLVS - OVTRE. An der Balustrade HANS KELS.
Die Umschrift zwischen zwei erhabenen Linienkreisen.
Das Buchsmodell (80 mm) liegt im Museum für Kunst und Kunstgewerbe in Hamburg.
Vergleiche mit einer späteren Nachbildung aus den 18./19. Jh. ohne Signatur (Ø 88 mm).
Von dem einseitigen Modell sind keine Abgüsse bekannt. Es wird wohl eher als selbständiges Schaustück entstanden sein. Das technisch brillant geschnittenene Medaillon ist primär von dekorativen Momenten bestimmt. Der Reichtum an Details und plastischer Schönheit ist insbesondere an den prächtigen Kostümen zu beobachten, deren unterschiedliche Stofflichkeit durch den gekonnten Einsatz verschiedener Bearbeirungstechniken sichtbar gemacht wird. Demgegenüber erscheint die Modellierung der Gesichter mit ihren knappen und scharfen Formen fast trocken.
Seit der Antike wird in der Kunsttheorie die memoria immer wieder als Aufgabe der bildenden Kunst genannt. Ahnenportraits dienten der memoria rerum gestarum, also der Erinnerung an bedeutende Taten, die als Exempla überzeitliche Gültigkeit harren und daher Vorbildcharakter auch in der Gegenwart besaßen.
Das Stück gilt, außer bei Scheicher (1986, 13), als Arbeit von Hans Kels d. J. Der als Bildhauer und Medailleur genannte Sohn des älteren Kels hat die von Hans Schwarz, Friedrich Hagenauer und Christoph Weiditz in Augsburg gepflegte Medaillenkunst weitergeführt. Die Abgrenzung der Werke von Vater und Sohn Hans Kels ist nicht immer gesichert und bedarf einer kritischen Überprüfung.   [S. Haag, KHM Wien]

49

Einseitiges Holzmodell 1540 von Hans Kels.     Ø 80 mm.   Bernhart 49.
Standort: Wien KHM, Skulpturensammlung.

K CAROLVS K FERDINANDVS K MAXIMILIANVS MDXXXX
Links Karl V. und Ferdinand I. n.r., rechts Maximilian an einer Balustrade,
oben Krone zwischen den Säulen des Herkules und PLVS - OVTRE

50

Medaille 1550, von Hans Kels, Augsburg.     Silberguß, Ø 36 mm, 25,99 g.
Bernhart 50,2 (dieses Ex.); Habich I/1 792 (dieses Ex.).

Vs.:   ✶CAROLVS·V:ROMA:IMP:S:A:AN:DNI:M·D·L
Brustbild Karls V. n. l., mit Vollbart, Hut und Ordenskette vom Goldenen Vlies.
Rs.:   ✶PHILIPVS·AVSTR·CAROLI·V·CAES·Filius
Brustbild von Philipp n. l., eine Feder am Hut, Vollbart, jedoch kürzer als beim Kaiser.
Philipp II., Sohn von Karl V., wurde im Alter von 13 Jahren zum Herzog von Mailand ernannt. Karl V. hoffte 1550 im Geheimen, ihn zu seinem Nachfolger als Röm. Kaiser wählen zu lassen, sah aber bald, dass dafür keine Mehrheit bei den Kurfürsten zu erreichen war.
Die Seite mit dem Brustbild des 50-jährigen Kaisers kommt auch in Verbindung mit dem Brustbild von König Ferdinand I. vor: FERDINAND9·D·G·RO·HVNG·BO·REX·ARCHIDVX·AVS·Z (Bernhart 50,1). Dort findet sich die Signatur HK ligiert und vertieft am Armabschnitt der Ferdinand-Büste eingraviert.

62

Dedikationsmedaille der Stadt Nürnberg für Kaiser Karl V. von 1521
Entwurf von Albrecht Dürer, Prägung mit Schraubenpressen.

65

Gußmedaille 1530. Modell von Matthes Gebel, Nürnberg.
Ø 38 mm, 17,37 g.   Bernhart 65; Habich I/2 1010 (= Tf.122,1); Slg.Lanna 589.
auf den Frieden von Cambrei 1530 mit dem Kg. von Frankreich.

Vs.:   ·IMP·CAES·CAROLVS·V - Pius·Felix·AVGVSTus·ANno·AETatis·XXX
Brustbild n. r., bärtig, flaches Barett, Vließ am Band; außen schmaler Blattkranz.
Rs.:   In einem oben und unten gebundenen Lorbeerkranz: FVNDATORI / QVIETIS / M·D·XXX
"Dem Stifter der Ruhe, 1530" [J. D. Köhler]

66

Silbergußmedaille o. J. (1530). Werkstatt Matthes Gebel.
Ø 38,6 mm; 33,01 g.   Bernhart 66; Habich I/2,1011; Domanig 45.
auf Karl V. und seine Gemahlin, Isabella von Portugal.
Vs.:   ·IMP·CAES·CAROLVS·V - P·F·AVGVST·AN·AET·XXX
Brustbild n. r., bärtig, flaches Barett, Vließ am Band. Außen schmaler Blattkranz.
Rs.:   ¤IZABELA·CAROLI·IMPERATORIS·VXOR  -  Brustbild Isabellas l., Halskette. Laubrand.
Originalguß. Exemplar der Sammlungen Arthur Graf Enzenberg, Auktion Hess, Luzern 1935, Nr.126.
Matthes Gebel, 1525-55 in Nürnberg als Bildschnitzer und "Conterfetter" aktiv, war einer der produktivsten Medailleure seiner Zeit. Etwa 350 Medaillen werden ihm zugeschrieben. Wohlhabende Bürger sowie pfälzische und fränkische Fürsten bestellten bei ihm Porträtmedaillen. Aufträge besorgte er sich auch auf den Reichstagen 1529 und 1530.
Die Modelle seiner Gußmedaillen schnitt Gebel in leicht zu bearbeitenden Solnhofer Stein.

70

Altvergoldete Silbergußmedaille 1532, nach Konrad Osterer.     Ø 33,1 mm; 9,68 g.
Bernhart 70; Habich I/2, 1460.

Vs.:   ·IMP·CAES·CAROLVS·V· - P·F·AVGVST·AN·AET·XXXII
Brustbild r. mit Hut und dem Orden vom Goldenen Vlies am Band.
Rs.:   Im oben und unten gebundenen Lorbeerkranz :FVNDATORI / ·QVIETIS· / ·M·D·XXXII·

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