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Stadt Zug

Zug (lat. Tugium) am Zugersee liegt zwischen Zürich und Luzern. Rudolf von Habsburg kaufte die Stadt 1273. Als das Amt Zug von der Eidgenossenschaft ganz umgeben war, musste es sich 1352 dieser ergeben und trat der Eidgenossenschaft bei, blieb aber noch habsburgisch. 1400 verlieh König Wenzel der Stadt Zug die hohe Gerichtsbarkeit über Stadt und Amt. Mit der Verleihung der Reichsfreiheit durch König Sigismund 1415 wurde Zug unabhängig und alle habsburgischen Ansprüche erloschen.
1478 wurde die Kirche St. Oswald errichtet. Während der Reformation 1526 bleib Zug katholisch.

Wappen: weisses Feld, in dessen Mitte eine blaue wagrechte Binde (Querbalken), eine Anspielung auf den Zuger See, der den Kanton in der Mitte beinahe durchschneidet.




Taler 1564, sog. Blumentaler.     Ø 45 mm, 28,14 g.   Wiel.1b; HMZ 2-1080 ; Dav.8768C.
Vs.:   +MONETA·NO:·CANTONIS·TVGIENSIS✶I·5·64   -   Zwei Löwen halten einen gekrönten Wappenschild mit dem Doppeladler über zwei Schilden mit Zuger Wappen.
Rs.:   +CVM·HIS·QVI·ODERanT·PACEm·ERAM·PACIFICVS   -   "Mit denen, die den Frieden haßten, lebte ich in Frieden"   -   Der Erzengel Michael mit gezücktem Schwert in der rechten Hand
und der Seelenwaage in der Linken. Am Boden Gras und eine Blumenstaude.


Taler 1565, sog. Schneckentaler.     Ø 41 mm, 28,06 g.   Wiel.2; HMZ 2-1077b; Dav.8769.
Vs.:   ✿MONETA✶NO✶CANTONIS✶TVGIENSIS:65   -   Zwei Löwen halten in ihren Pranken zwei Zuger Schilde und einen gekrönten Reichsschild mit dem nimbierten Doppeladler. Zwischen den Zuger Schilden die mit einem Reif verbundenen Schwanzquasten der Löwen.
Rs.:   ✿CVM+HIS+QVI+ODERT+PACE+ERAM+PACIFICVS   -   Der stehende, geflügelte und geharnischte Erzengel Michael. In der Linken hält er die Seelenwaage des jügsten Gerichts, in den Waagschalen ein Beetender und der Teufel in Gestalt einer Schlange mit Weltkugel. In der Rechten hat Michael das Richtschwert aufgezogen. Zwischen den Füssen des Heiligen eine kriechende Schnecke n. l.
Der Zuger Goldschmied Osvald Vogt lies 1564 die ersten Zuger Münzen prägen. Die von ihm herausgebrachten Zuger Taler verdienen unter künstlerischem als auch technischem Aspekt grosse Beachtung. Der Stempel dieser Taler schnitt der Zürcher Stempelschnei­der und Münzmeister Jakob Stampfer, der ebenfalls noch für andere eidgenössische Orte tätig war. Hergestellt wurden sie mit der damals modernen Technik der Walzenprägung. Ob bereits in den ersten Jahren der Zuger Münzprägung ein solches Walzenwerk in Zug existierte, oder ob die Münzen noch von Stampfer in Zürich geprägt wurden, ist unklar. Ohne Zweifel gehören jedoch die Zuger Taler dieser Periode zu den schönsten Schweizer Talerprägungen des 16. Jahrhunderts.


Taler 1565, sog. Engeltaler.     Ø 42 mm, 28,20 g.   Wiel.3b; HMZ 2-1077c; Dav.8770.
Vs.:   ✿MONETA✶NO✶CANTONIS✶TVGIENSIS✶65   -   Zuger Wappenschild von zwei Engeln gehalten, welche gleichzeitig den Reichsapfel darüber halten.
Rs.:   ·CVM✶HIS✶QVI✶ODERanT✶PACEm✶ERAM✶PACIFICVS   "Mit denen, die den Frieden haßten, lebte ich in Frieden"   -   gekrönter, nimbierter Doppeladler.


1/2 Dicken o. J. (12 Kreuzer, 16. Jh.).     Ø 29 mm, ca.5 g.   Wiel.5; HMZ 2-1078.
Vs.:   MONETA·CANTONis - TVGIENsis·SANctus:OSWalsus:   -   Hüftbild des Hl. Oswald nach rechts
in Rüstung mit Krone, Nimbus, geschultertem Zepter sowie Becher mit Raben.

Rs.:   ✿:CVM·HIS·QVI·OD - E·PAC·ERA·PACI   -   nimbierter Doppeladler, Kreuz zwischen den
Adlerköpfen, ganz unten Reichsapfel mit Wertzahl IZ.
Alle Zuger Dicken und Halb-Dicken tragen das Hüftbild des Stadtpatrons, der Heilige Oswald.

In den vorangehenden Münzen erscheint der Kanton als der herausgebender Münzstand.
Die nachfolgenden Stücke nennen Zug oder die Stadt Zug als Herausgeber.


Schilling o. J. (Ende 16. Jh.).     Ø ? mm, 1,04 g.   HMZ 2-1081a.
Vs.:   MONETA+ - TVGIEN·+   -   gekrönter Doppeladler über kleinem Wappen.
Rs.:   SANCT+WOLFGANG+   -   Hüftbild des Hl. mit Kirchenmodel, Krummstab u. Beil.
Der Hl. Wolfgang wurde in der zu Zug gehörenden Siedlung St. Wolfgang verehrt.


Kreuzer o. J. (Etschkreuzer).     Ø ? mm, 0,64 g.   Wiel.13h; HMZ 2-1082a.
Vs.:   MONETA - TVGIENSI   -   gekrönter Doppeladler mit Reichsapfel.
Rs.:   SAN - CTV - MIC - HAE.·   -   Kreuze wie beim tiroler Etschkreuzer.


10 Schilling 1602.     Ø ? mm, 4,74 g.   Wiel.18b; HMZ 2-1095a.
Vs.:   :MONETA:CIVITA:TVGIENSIS:   -   Doppeladler, darunter das Wappen zwischen Jz. 16 - 0Z.
Rs.:   ·SANCTVS:+ (10) WOLFGANG·   -   der Hl. Wolfgang stehend v. vorne mit Kirchenmodel,
Krummstab und Beil in Händen.


3 Kreuzer 1604 (Groschen).     Ø 21 mm, 1,74 g.   KM 17.
Vs.:   +MONETA.CIVI:TVGIENSIS·   -   Wappen, darüber die Jahreszahl.
Rs.:   DOMINE:CONserva:NOS:IN:PAce·   "Herr, erhalte uns in Frieden"
gekrönter und nimbierter Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl.


Dicken 1611.     Ø 31 mm, 8,70 g.   HMZ 2-1092j.
Vs.:   MONeta·NOva·TVGIensis (Wappen) SANctus·OSWaldus·1611
gekrönte und nimbierte Hüftbild des Hl. Oswald in Harnisch mit Zepter, Becher und Raben.
Rs.:   ✿CVM·HIS·QVI·OD·PACE·ERAM·PACI   -   nimb. Doppeladler, Kreuz zwischen den Köpfen.


1/2 Taler 1620.     Ø 34 mm, 14,5 g.   HMZ 2-1091b.
Vs.:   ✼MON·NO·CANTONIS·TVGIENSIS·1620   -   Kniender Erzengel Michael nach links hält vor sich das Zuger Wappen und in der rechten Hand einen Reichsapfel.
Rs.:   ✼CVM·HIS·QVI·OD·PACE·ERAM·PACI   -   nimb. Doppeladler, Kreuz zwischen den Nimben.
Auf Talern und Halbtalern 1620-22 erscheint nochmal der Kanton als der herausgebender Münzstand.


Taler 1624.     Ø ca.41 mm, 27,94 g.   Wiel.47; HMZ 2-1090h; Dav.4636.
Vs.:   ✼·MONETA·NOVA·TVGIENSI·1624   -   Kniender Erzengel Michael nach links hält vor sich das Zuger Wappen und in der rechten Hand einen Reichsapfel.
Rs.:   CVM·HIS·QVI·OD ERVNT·PAC ERAM·PAC   -   nimb. Doppeladler, Kreuz zwischen den Nimben.


Batzen 1622.     Ø 24 mm, ca.1,9 g.   Wiel.74; HMZ 2-1098.
Vs.:   ✶MON NOVA TVGIENS I622   -   Wappen zwischen Z/V/G.
Rs.:   ✶CVM HIS QVI OD PACE ERAM P   -   Kreuz.


Batzen 1624.     Ø 24 mm, 2,40 g.   HMZ 2-1098f.
Vs.:   ✶MON·NOVA - TVGIENS   -   Wappen in Kartusche. Jz. im Abschnitt.
Rs.:   ✶CVM HIS QVI OD PAC ERAM PA   -   Kreuz, Lilien in den Winkeln


1/2 Dukat 1692.     Ø 17 mm, 1,71 g.   HMZ 2-1088; Friedb.420.
damaszierte Wappen in Kartusche   //   DVCA / REIPVP / TVGIEN / 16 1/2 92


20 Kreuzer 1694.     Ø 28 mm, 4,57 g.   Wiel.88; HMZ 2-1093b.
Vs.:   ✶MONETA NOVA TVGIENSIS·1694·   -   ovales Wappen in Kartusche.
Rs.:   +CVM·HIS QVI OD PACEM ERAM PACIFICVS
gekrönter Doppeladler, auf der Brust ein Oval mit der Wertzahl.

Nach 1694 hat Zug nur noch Münzen geprägt, die weniger als einen Groschen wert sind:
Schillinge, Rappen, 1/6 Assis = Angster


Einseitiger Rappen o. J. (17. Jh.).     Ø 13 mm, 0,18 g.   HMZ 2-1101e.
Ovales Wappen, zwischen ZVG.


1/6 Assis 1748 (Angster).     Ø 12 mm, ? g.   HMZ 2-1105s.
Wappen   //   1/6 / ASSIS·TV / GIENSIS· / 1748 / ✶.


Lit.:
• Wielandt, F.:  Münz- und Geldgeschichte des Standes Zug, Zug 1966.
• Richter / Kunzmann :  Neuer HMZ-Katalog, Bd.2: Die Münzen der Schweiz und Liechtensteins. 15./16. Jh.
    bis Gegenwart
, Regenstauf 2011.
• Coraggioni, L. :  Münzgeschichte der Schweiz. S.73-75, Genf 1896 - Auszug.

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