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Reichsstadt Zürich

Zürich, am Ausfluss des Zürichsees, war ein römischer Stützpunkt Turicum. Im 9. Jh. entstand eine Königspfalz, die Fraumünster-Abtei und der Chorherrenstift am Großmünster. Eine Kaufmannssiedlung "Turicina civitas" wird 929 erwähnt. Als die den Reichsvogt stellenden Zähringer 1218 ausstarben, wurde Zürich reichsunmittelbar (1262 freie Reichsstadt). 1351 wurde Zürich Mitglied der Eidgenossenschaft.
Ende des 10. Jh.s hatten die Herzoge von Schwaben das Münzrecht in Zürich als Reichslehen inne. 1039 erhielt die Fraumünster-Abtei vom Kaiser das Münzrecht. 1425 erhielt auch die Stadt das Münzrecht, das sie bereits in Pacht von der Abtei ausübte.

Wappen: schräg geteilter Schild, oben weiss und unten blau.




Plappart o. J. (nach 1417).     Ø 25 mm, 2,38 g.   Hürl.76; HMZ 2-1110a.
Vs.:   ✠MONETA✴NO✴THVRICENSIS   -   Adler über Stadtwappen, im verzierten Vierpass.
Rs.:   SANTTVS - KAROLVS·   -   der heilige Ks. Karl der Große mit Nimbus sitzt
von vorn auf gotischem Gestühl, über den Knien ein Schwert.


Plappart o. J. (nach 1424).     Ø 25? mm, 2,10 g.   Hürl.78; HMZ 2-1110b.
Vs.:   Kreuz mit aufgelegtem Stadtwappen ohne Adler in Vierpass.
Beide Umschriften wie zuvor.


Kreuzer o. J. (1450).     Ø 18? mm, 0,89 g.   Hürl.1109; HMZ 2-1112a.
Vs.:   MOn - ThVR - ICEN - SIS·   -   Stadtwappen auf Langkreuz.
Rs.:   KAR - LVS - SAn - TVS·   -   Doppelkreuz vom Typ Etschkreuzer.
Karl der Grosse soll 810 das Chorherrenstift an der Felix- und Regulakirche in Zürich, den Grossmünster, gegründet haben.


Plappart o. J.     Ø 23 mm, 2,23 g.   Hürl.81; HMZ 2-1110c.
Vs.:   +MOnETA·ThVRICRnSIS✶   -   Stadtwappen im Vierpass.
Rs.:   +CIVITATIS·IMPERIALIS✶   -   Adler nach links blickend.
Der Volksmund hielt den Adler auf diesem sog. "Krähenplappart" als Krähe.


Einseitiger Heller o. J. (um 1504).     Ø 15 mm, ca.0,2 g.   HMZ 2­1133a.


Dicken 1504.     Ø 30 mm, 9,67 g.   Hürl.765; HMZ 2-1125b.
Vs.:   ⦂✠⦂ - S⦂VELIX◦ - S◦REGVLA◦   -   Die Stadtheiligen Felix und Regula mit ihren
abgeschlagenen Köpfen in den Händen, zwischen ihren Füssen das Stadtwappen.

Rs.:   ✠MONETA¤NOVA¤THVRICENSIS⦂I50ጸ   (ጸ = 4)   -   Einköpfiger Adler l.


Guldiner 1512.     Ø 42 mm, 29,73 g.   Hürl.423; Dav.8771.
Vs.:   ✿MON'⁎NOV'⁎THVRICENSIS'⁎CIVIT'⁎IMPERIALIS   -   Die drei Zürcher Stadtheiligen Felix, Regula und Exuperantius halten ihre abgeschlagenen Köpfe in den Händen.
Die Heiligenscheine stehen über den Halsstümpfen. Zu ihren Füßen die Jz. 1512.

Rs.:   Zwei Löwen halten das gekrönte Doppeladler-Wappen des Reiches, darunter das Zürcher Wappen (rechts) und sein Spiegelbild (links). Außen im Kreis die Wappen der 16 Vogteien Kyburg, Grüningen, Regensdorf, Eglisau, Maschwanden, Winterthur, Stein am Rhein, Greifensee, Andelfingen, Knonau, Bülach, Elgg, Hedingen, Regensberg, Neuamt und Stammheim.
Vorbild dieser Münze war der erste 1486 von Erzherzog Sigismund der Münzreiche in Tirol geprägte Guldiner, also einer Silbermünze im Wert eines Goldguldens. Der Wappenkreis auf der Rückseite anstelle einer Umschrift entspricht noch dem Tiroler Vorbild und war in ähnlicher Form auch von Solothurn, Sitten, Luzern und Fribourg auf ihren Guldinern verwendet worden. Die Wappen zeigen den Landbesitz der Stadt Zürich, in dem sie Herrschaftsrechte hatte.


Goldgulden o. J. (1512-15).     Ø 23 mm, 3,26 g.   Hürli.245; HMZ 2-1119a; Friedb.423.
Vs.:   +MOn'·nOVA·AV'·THVRICENSIS   -   Adler n. links, auf der Brust das Stadtwappen.
Rs.:   CIVITATIS· - IMPERIAL'
gekrönte Kaiser Karl der Große mit Nimbus und Schwert auf den Knien von vorn thronend.

Zürich führte 1524 die Reformation ein, und im reformierten Zürich wurden keine Heiligen mehr
auf die Münzen gesetzt.


Batzen 1519.     Ø 27 mm, ca.2,8 g.   Hürl.926; HMZ 2­1127e.
Vs.:   MOnETA◦nOV◦THVRICEnSIS·   -   Stadtwappen im Dreipass, darüber Adler n.l.
Rs.:   ✿SA◦FELIX◦SAnCTA◦BEGVLA◦I5I9   -   Ankerkreuz mit Verzierungen in den Winkeln.


Reichstaler 1526, sog. "Kelchtaler".     Ø 42 mm, 29,27 g.   Hürl.426;, Dav.8772.
Vs.:   ✿MON'◦NO'◦THVRICENSIS◦CIVIT◦IMPERIALIS◦I526✿   -   Zwei Löwen mit sehr langen Schwänzen halten das gekrönte Reichswappen, darunter das Zürcher Wappen (rechts) und sein Spiegelbild (links), beide als Tartsche.
Tartsche ist eine Schildform mit einer seitlichen Einsparung für die Lanze des schildführenden Ritters.
Rs.:   Stadtwappen im doppelten Wappenkreis, innen die Wappen der neun Obervogteien (Meilen, Stäfa, Männedorf, Fluntern, Kilchberg, Thalwil, Horgen, Zollikon und Küsnacht), aussen die Wappen der 18 Landvogteien und Munizipalstädte (Kyburg, Grüningen, Regensdorf, Eglisau, Maschwanden, Winterthur, Stein am Rhein, Greifensee, Andelfingen, Knonau, Bülach, Elgg, Hedingen, Regensberg, Neuamt, Stammheim, Sellenbüren und Rümlang).
Kurz nach der Einführung der Reformation, prägte man im Jahre 1526 in Zürich erneut Taler, die auf der Rückseite das von Kränzen mit Herrschaftswappen umgebene Zürichschild tragen. Weil nun das damals geprägte Geld zum Teil aus eingeschmolzenen silbernen Kirchengeräten bestand, nennt man die daraus geprägten Taler "Kelchtaler". Da die Kirchengeräte teilweise vergoldet waren, lässt sich die Herkunft des Prägesilbers durch den Goldgehalt dieser Taler nachweisen (Hürlimann, S.91).


Reichstaler 1556.     Ø 41 mm, 28,09 g.   Hürl.454var; HMZ 2-1123a; Dav.8775.
Vs.:   MO':NO':TVRICENSIS:CIVIT:IMPERI'·56 (Mmz. des Hans Gutenson)   -   Löwe n.l. schreitend, in der rechten Tatze den Reichsapfel, in der Linken den damszierten Zürichschild.
Rs.:   ·DOMINE·CONSERVA:NOS·IN:PAC:   -   gekrönter Doppeladler mit Kopfscheinen.


Groschen 1563 (3 Kreuzer).     Ø 22 mm, ca.2,3 g.   Hürl.999?: HMZ 2­1128q.
+MON·NO·THVRICENSIS:63   //   +:CIVITATIS·IMPERIALIS:


Schilling 1589.     Ø 21 mm, ca.1,2 g.   Hürl.1052f; HMZ 2­1130n.


Taler o. J.     Ø 41 mm, 28,43 g.   Hürl.438; HMZ 2-1123b; Dav.8783.
Vs.:   +MON·NO·THVRICENSIS·CIVITATIS·IMPERIALIS   -   von Reichsapfel und Krone überhöhter Zürcher Wappenschild auf Podest, zu beiden Seiten als Schildhalter je ein stehender Löwe.
Rs.:   DOMINE✶CONSERVA✶NOS✶IN✶PACE   -   nimbierter Doppeladler.


Dicken 1621.     Ø 29 mm, 6,42 g.   Hürl.768; HMZ 2-1148b.
Vs.:   ·MONETA·NOVA·THVRICENSIS   -   geschweiftes Zürichwappen.
Rs.:   ·CIVITATIS·IMPERIALIS.I62I   -   nimbierter Doppeladler ohne Krone.


12 Kreuzer 1622. (Halbdicken).     Ø 25 mm, ? g.   HMZ 2-1152d.
MONETA·NOVA·THVRICENSIS   -   CIVITATIS✴IMPERIALIS✴I622


Schwere Batzen-Klippe 1639.     26,5x26,5 mm, 8,43 g.   HMZ ­ (zu 2­1154j).
Vs.:   ✶MO - NET - A NO - VA✶   -   Zürcherwappen auf grossem Lilienkreuz.
Rs.:   THVRICENSIS✶1639✶   -   gekrö. Doppeladler ohne Nimben.


4 Dukaten 1641.     Ø 30? mm, 13,86 g.   HMZ 2-1135b; Friedb.455a.


Taler 1660, sog. Waser- oder Hochmutstaler.     Ø 40 mm.   Hürl.545; HMZ 2-1145; Dav.4648.
Vs.:   MONETA NOVA REIPVBLICÆ TIGVRINÆ·
zwischen Lorbeerzweigen gekröntes und damasziertes Zürcherwappen.
Rs.:   DOMINE - CONSERVA NOS - IN PACE   auf dreifach gefaltenem Schriftband.
In der Mitte die Jahreszahl MDCLX, darunter eine Lilie.
Der Name Wasertaler stammt von der Annahme der Zürcher, dass ihr Bürgermeister Waser die Anbringung dieser Lilie persönlich angeordnet habe. Waser galt entgegen dem Willen der Bevölkerung als Befürworter der Politik mit Frankreich. Der Taler fand deshalb nur bescheidene Aufnahme im Zürcher Geld.


Taler o. J. (um 1700-10), "Schanzentaler".     Ø 43 mm, 28,10 g.   Hürl.575; HMZ 1163; Dav.4655.
Vs.:   ·MONETA REIPVBLICAE TIGVRI NAE·
Löwe l. auf einem Kassettenboden mit Schwert und Stadtschild.
Rs.:   DOMINE CONSERVA NOS IN PACE
Stadtansicht vom Uetliberg (Westen) her mit den Festungsanlagen im Vordergrund, links der Zürichsee.
Das rechte Ufer ist dominiert durch die beiden grossen Türme des Grossmünsters, links davon erkennt man die Predigerkirche. Auf der linken Stadtseite sehen wir das Frauenmünster, St. Peter und ganz links das Rennwegtor. Gut zu erkennen sind die im Jahre 1678 fertiggestellten neuen Befestigungen, die sogenannten Schanzen, welche diesem Taler den Namen "Schanzentaler" einbrachten.


2 Dukaten 1716.     Ø 25 mm, 7,00 g.   Hürl.132; HMZ 2-1160f; Friedb.485.


Taler 1727.     Ø 42 mm, 27,65 g.   HMZ 2-1164u; Dav.1784.
Vs.:   MONETA REIPUBLICÆ TIGURINÆ
Wappenschild zwischen zwei Löwen mit Palmzweig und Schwert.
Rs.:   DOMINE CONSERVA NOS IN PACE   -   Stadtansicht mit ihren drei Brücken von der Seeseite aus. Auf der linken Seite der Limmat, die Kirche St. Peter und die Frauenmünsterabtei mit den alten, romanischen Zwillingstürmen, in der Flussmitte der alte, heute abgebrochene Gefängnisturm zum Wellenberg, rechts das Grossmünster mit den noch gotischen Turmdächern. Vor dem Befestigungswerk im Seebecken drei Schiffe. Unten in einer Kartusche mit Rollwerk die Jahreszahl 1722, oben links neben dem Frauenmünster das Monogramm HIG (Stsch. und Mzm. H. J. Gessner I).


Schilling 1751.     Ø 19 mm, ? g.   D./T.454l.
MONE - REIPU - THURI - CENSIS   //   ✶DOMINE CONSERVA NOS IN PACE


Taler 1790.     Ø 39 mm, 25,31 g.   D./T.422g; HMZ 2-1164ee; Dav.1799.
Stadtansicht vom Zürichsee (Süden) aus, wie auf dem Taler 1727.
Zur Orientierung :   Stadtpan von 1504 sowie Ansicht von heute.

Lit.:
• Hürlimann, H.:  Züricher Münzgeschichte, Zürich 1966.
• Coraggioni, L. :  Münzgeschichte der Schweiz. S.37-43, Genf 1896 - Auszug.

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