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Reichsstadt Worms

Die "Nibelungenstadt" Worms am Oberrhein, keltisch "Borbetomagus", von den Römern "Civitas Vangionum" genannt nach dem Volk der Vangionen, wurde im 4. Jh. Bischofssitz und war Aufenthaltsort der Karolinger. In der Stadt wurden 1122 die Urkunden zum Wormser Konkordat ausgetauscht, die den Investiturstreit beendeten. Worms bekam 1184 von Friedrich Barbarossa umfangreiche Freiheitsrechte. Die Stadt war Schauplatz vieler Reichstage (darunter 1495 mit Ks. Maximilian zum Reichskammergericht und Fehdeverbot sowie 1521 mit Ks. Karl V. und Martin Luther). Worms nahm die Reformation an, doch der Bischof und die Geistlichen verteidigten ihre Sonderrechte und den Dom.

Wappen: silberner Schlüssel im roten Feld, links oben begleitet von einem goldenen fünfstrahligen Stern. Das Siegel von 1198 zeigt den sitzenden heiligen Petrus, Patron des Wormser Doms, mit dem Schlüssel in der rechten und der Bibel in der Linken Hand (siehe worms.de). Als Schildhalter und weiteres Zeichen für Worms erscheint der Lindwurm (Drachen) schon im 13. Jh.



Die Stadt erhielt 1505 das Münzrecht. Damit begann die 1. Münzperiode um 1510.


Schilling o. J.     Ø 21 mm, 1,11 g.   Joseph 293b.
Vs.:   ✤MOnETA+NO+CIVITA+WOR   -   spanischer Schild mit dem schlichten Wormser Schlüssel.
Rs.:   ✤AVE+GRACIA+PLEnA+Domini+Tecum   "Sei gegrüßt, Gnadenreiche, der Herr ist mit Dir!"   -   Brustbild der gekrönten strahlenden Madonna, die das Christuskind mit Nimbus
auf dem rechten Arm hält, über einem Halbmond.

Joseph kannte einen Goldgulden von 1510.


Einseitiger Pfennig o. J. (um 1510).     Ø 14 mm, ? g.   Joseph 298a; Schulten 3647.
W über einem spanischen Schild mit dem Wormser Schlüssel, umher ein Perlkreis vom W bis zum W.

Die 2. Münzperiode, 1569-71, fällt in die Zeit von Ks. Maximilian II. 1564-76.


Taler 1570.     Ø 43 mm, 29,00 g.   Joseph 302b, Dav.9954.
Vs.:   +MONETA·NOva:CIVITAtis:IMPERIAlis:WORMACIESsis:1570
Das geschweifte, von zwei Drachen gehaltene Stadtwappen.
Rs.:  MAXIMILIANus9·II·ROMANOrum:IMPERator:SemPeR=AVGVSTus9:  -  gekrönter Doppeladler.
Dies ist die erste Talerprägung der Stadt.


1/2 Batzen 1571 (2 Kreuzer).     Ø ca.20 mm, ca.1,3 g.   Joseph 304d.
Vs.:  ✶WORMA·ROM·IMP.CIVI  -  geschweiftes Schild mit Wormser Schlüssel, daneben die Jz. 7 - 1.
Rs.:   ✴MAX·II·ROM·IMP·DECreto✴   -   gekrönter Doppeladler mit Wertzahl Z im Reichsapfel.


Einseitiger Pfennig 1570.     Ø 13-16 mm, ca.0,3 g.   Joseph 307.
7W0 (Initiale W zwischen Jz.70) über Schild mit dem Wormser Schlüssel, ringsherum große Punkte.

Die dritte und wichtigste Münzperiode der Stadt Worms geht von 1614 bis 1626.


Goldgulden 1618.     Ø 23 mm, 3,21 g.   Joseph 316; Friedb.3536.
Vs.:   ✼MON·NOV·AV·LIB·IMP.CIVIT·VORmat:   -   stehender Dachen n. links gerichtet,
hält geschweiftes Stadtwappen mit einem Pkt. daneben.

Rs.:   ·SUB·VMBra·ALArum·TVArum·PROTege·NOs·1618·
Gekrönter znd nimbierter Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust.
Diese Goldgulden wurden von 1614 bis 1622 geprägt.


Taler 1616.     Ø 41 mm, 28,50 g.   Joseph 325; Dav.5954.
Vs.:  MON·NOV·LIB· - ·IMP·CIVIT·VOR:   -   Wormser Schlüssel im doppellinigen Renaissaceschild, oben mit Pflänzchen verziert und von zwei Drachen gehalten; darüber ·1616·.
Rs.:   ·SUB·VMBRA·ALARUM·TUARUM·PROTEge·NOS·
"Nimm uns im Schatten deiner Flügel in Schutz"  -  Gekrönter u. nimbierter Doppeladler mit Reichsapfel.


Reformationstaler 1617.     Ø 41 mm, 28,4 g.   Joseph 329; Dav.5955.
auf die 100-Jahrfeier der Reformation.

Vs.:   ·NOMEN·DOMINI·EST· - ·TVRRIS·FORTISSIMA·   "Der Name des Herrn ist das stärkste Bollwerk"   -   Leuchtturm mit Feuerfackel am Meer; im Vordergrund am Land das geschweifte Wormser Wappen; im Hintergrund gebirgige Landschaft mit Gebäude; auf dem bewegten Meer ein Boot.
Rs.:   ✤·LVMEN·EVANGELII·PERENNA·DEVS·NOSTER·
"Laß das Licht des Evangeliums von Dauer sein, Du unser Gott"   -  
Aufgeschlagene Bibel, darauf ein Leuchter mit brennender Kerze, gegen die ein gekrö. Drache speit und
auf die eine Hand aus den Wolken deutet. Über dem Buch, durch den Leuchter geteilt: BIB - LIA.
Die hervorgehobenen Buchstaben der Umschrift ergeben das Jahr MDLLVVVII = 1617 (Chronogramm).


Taler 1620.     Ø 41 mm, ca.28 g.   Joseph 333; Dav.5956.
Vs.:   ✼MONETA·NOVA·LIBera:Sacri:Romani·IMPerii:CIVITas·VORMATiensis·16Z0
aufrechter Schlüssel im verschnörkelten Schild.
Rs.:   :SVB.VMBRA.ALARum.TVARVM:PROTEGE·NOS·   "Nimm uns im Schatten deiner
Flügel in Schutz"   -   gekrönter nimbierter Doppeladler, auf der Brust Reichsapfel mit kurzem Kreuz.


Taler 1623.     Ø 39 mm, 27,6 g.   Joseph 336b; Dav.5960.
Vs.:   ·MON·NOV·LIB· - ·IMP.CIVIT·VORM   -   zwei Drachen halten das Stadtwappen, darüber Blüte.
Rs.:   ·SVB.VMBRA.ALARVM.TVARVM:PROT·NOS·   -   gekrö. nimb. Doppeladler mit Reichsapfel.


Breiter Doppeltaler o.J. (1625).     Ø 61 mm, 55,35 g.   Joseph 338c; Dav.LS 517,
auf das 100-jährige Bestehen des Dreizehner-Rates.       Siehe vergrösserte Abbildung.

Vs.:   ✼:VORMATIA·METROPOLIS·VANGIONVM·S·IMPERII·CIVITAS·LIBERA:
Stadtansicht von Osten, vorne der Rhein mit Booten, davon wird eines von zwei Pferden rheinaufwärts gezogen, oben verzierter Wappenschild mit Schlüssel von zwei Drachen gehalten.
Rs.:   ✼·INSIGNIA·TREDECEMVIRORVM·INCLYTÆ·REIPVBL·WORMATIENSIS·
"Wappen der 13 Ratsherren der rühmlich bekannten Stadt Worms"
Gekrönter Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust in Blätterkranz, umher 13 Wappenschilde der Dreizehner und die Anfangsbuchstaben der Namen.


Taler 1626.     Ø 40 mm, ca.29 g.   Josepf 339dc; Dav.5962.
Vs.:   ✿MONETA·NOVA·LIBera·Sacri:Romani·IMPerii·CIVITas:VORMATiensis:1626
senkrecht gestellter Schlüssel im geschnörkelten Schild.
Rs.:   ·SVB:VMBRA:ALARrum:TVARVM:PROTEGE:NOS HA·    HA = Münzmeisterzeichen.
Gekrönter und nimbierter Doppeladler; auf den Bügeln des Reichsapfels sind 4 Sternchen angebracht.
Die Stadt nennt sich nicht nur Reichsstadt (civitatis imperialis) sondern mitten im 30-jährigen Krieg stolz und trotzig "freie Reichsstadt des Heilgen Römischen Reiches". (Manch eine Reichsstadt war noch im Spätmittelalter vom Kaiser verpfändet worden, um sich dann wieder freikaufen zu müssen.)


Dicken 1617.     Ø 29 mm, ca.6,9 g.   Joseph 347ab.
Vs.:   ✼MON·NOV·LIB·IMP·CIVIT·VORMAT   -   Wormser Schlüssel im verzierten Schild.
Rs.:   ·SUB·UMB·ALA·TVA·PROT·NO·1617·   -   gekrö. nimb. Doppeladler mit Reichsapfel.
Bei TVA war vorher A an der Stelle des V in den Stempel geschlagen.
In den Akten werden die Stücke Testun, richtiger nach dem französischen Vorbilde Teston, italienisch Testone oder Dicke Pfennig genannt, wofür jetzt meistens die Bezeichnung Dicken gebraucht wird. Sie wogen und hielten 1614, zur Zeit ihres ersten Auftretens in Worms, mehr als ein Vierteltaler und wurden zu 24 Kreuzern, also als "Sechsbätzner" genommen. Ihr Gewicht sank ungefähr gleichmäßig wie das der Dreikreuzerstücke von 8,30 g auf 6,20 g im Jahre 1620.     [Joseph]


1/4 Taler 1624.     Ø 27 mm, ca.7,1 g.   Joseph 352.
Vs.:   ✼MON·NO·LIB·S·R·IMP·CIVIT·VORMAT·1624   -   Wormser Schlüssel im verzierten Schild.
Rs.:  ·SUB·VMBRA·ALAR·TVARVM·PRT·NOS·HA·  -  gekrö. nimb. D.adler mit Reichsapfel, darin 1/4.
1624 erfolgte die einzige Ausgabe von Taler-Teilstücken der Stadt Worms.


Kipper-12 Kreuzer 1620 (Dreibätzner).     Ø 26 mm, 3,53 g.   Joseph 357.
Vs.:  ✼MON·NOV·LIB·IMP·CIVIT·VORMATI  -  Wappen im Renaissanceschild zwischen zwei Punkten.
Rs.:  ·SUB·UMB·ALA·TVA·PROT·NO·16Z0·  -  gekrö. nimb. D.adler, Reichsapfel mit Wertzahl IZ.


Kipper-12 Kreuzer 1621 (Dreibätzner).     Ø 26-27 mm, ca.2,8 g.   Joseph 364var.
Vs.:   ✼MONeta·AD·FABRICam·CIVITatis·VORMatiensis·IN·SPECIE·CVSA
"Geld zum Bau der Stadt Worms insbesondere"   -   Wappen zwischen Jz. 16 - Z1.
Rs.:   ✶ / ·WORMB / SISCHE·ST / AT.MVNTZ   darunter in herzförmiger Einfassung die Wertzahl IZ, umher zwei Laubzweige.
Als Kriegshandlungen des 30-jährigen Krieges näher rückten musste die Stadtbefestigung ertüchtigt werden. Dazu musste die Stadt besonderes Geld bereitstellen. Hätte man mit den gewöhnlichen, von auswärts eingeschleppten schlechten Kippermünzen bezahlt, so würden die Arbeiter fortgelaufen sein, denn der Preis der Lebensmittel stieg damals in eben demselben Maße wie das Geld an Silbergehalt sank.   [Jos.]

Ab 1621 tritt die Bezeichnung "Stadtmünze", teils abgekürzt mit S·M auf wormser Münzen auf. Man wollte damit sagen, daß diese Münzen nicht im ganzen Reiche sondern nur innerhalb des Stadtbezirkes Umlauf und Geltung haben sollten. Die Stadtbehörde fürchtete offenbar das Münzrecht zu verlieren, wenn sie geringhaltige Münzen nach dem Beispiel der benachbanen Herren während der Kipperzeit (1621-1623) schlagen ließe. Die Dreibätzner (Zwölfkreuzerstücke) mit der Um- oder Inschrift "Stadtmünze" tragen entsprechend ihrer Bestimmung nicht den Reichsdoppeladler sondern den Lindwurm, das vermeintlich redende Stadtzeichen.   [Jos.]


12 Kreuzer 1622 (Dreibätzner).     Ø 26 mm, ca.2,8 g.   Joseph 366.
Vs.:  ✱MON·NO·LIB·S·R·IMP·CIVT·VORM  -  Schlüssel im Renaissanceschild zwischen 16 - ZZ.
Rs.:   ✱.WORMBSISCH:STADT:MINTZ   -   stehender Drachen (Lindwurm) nach rechts.
12-Kreuzerstücke (Dreibätzner) wurden von 1616 bis 1623 geprägt.
Der letzte aus der Kipperzeit stammende Dreibätzner wiegt nur 1,77 Gramm und enthält höchstens ein Drittel feines Silber. Ein vollwichtiges Dreikreuzerstück von 1614, Nr.371a, das dem Namen nach nur ein Viertel des Dreibätzners ist, wiegt nahezu ebensoviel und ist zur Hälfte fein. Die Münzen der Kipperzeit waren also im Laufe von neun Jahren, 1614 bis 1623 auf weniger als den vierten Teil ihres früheren Wertes herabgesunken.
Nach Abschluß der Kipperzeit, im Frühjahr 1623, wurden die Dreibätzner eingeschmolzen. Die in den Sammlungen jetzt vorkommenden Stücke stammem fast ausnahmslos aus später gefundenen Schätzen.   [Joseph]


3 Kreuzer 1614.     Ø 21 mm, ca.1,2 g.   Joseph 373a.
Vs.:  ✱·LIB·IMP·CIVITA·VORMAT·  -  Schlüssel in einem doppellinigen, spanischen Schild, oben ·614·.
Rs.:  ·MATTHI·I·ROM·IMP·S·A·   -   gekrö. nimb. Doppeladler, Reichsapfel (Kreis) mit Wertzahl 3.


3 Kreuzer 1615.     Ø 21 mm, ca.1,2 g.   Joseph 375b.
Vs.:   ✱·LIB·IMP·CIVITA·VORMAT·
Schlüssel in einem doppellinigen, spanischen Schild, darüber .615·
Rs.:  ·MATTHI·I·ROM·IMP·S·A·  -  gekrö. nimb. Doppeladler mit 3 im Reichsapfel (Kreis) auf der Brust.


Albus 1626.     Ø 19 mm, ca.1 g.   Joseph 381.
Vs.:   +··STATT·WORMBS·16·26·  -  Renaissanceschild mit dem Wormser Schlüssel,
daneben r. u. l. je ein Punkt.

Rs.:   *·RENTEN·GELT·DER·HA·   -   Wertanzeige: ✼ I ✼ / ALB
Nach Beendigung der Kipperzeit wurde alles Geld im Umlaufswert herabgesetzt und das schlechte bald nachher auch eingeschmolzen. Die Taler blieben und galten jetzt 90 Kreuzer. Jetzt trat neue Not ein, denn es fehlten die geringen Münzsorten, die der Kleinverkehr nicht entbehren konnte. Da prägte die Stadt Worms neben den Talern auch gute kleine Sorten, die die Bezeichnung "Rentengeld", abgekürzt R. G. auf den Albus und Pfennigen trugen. Die Albusprägung setzte die Stadt bis 1682 fort, Taler wurden nach 1626 selten und Goldgulden noch seltener geprägt.   [Joseph]


Kipper-12 Heller o. J. (1621).     Ø 17 mm, 0,7-0,8 g.   Joseph 384a.
Vs.:   W über einem Renaissanceschild mit dem Wormser Schlüssel.
Rs.:   XII in einer runden Einfassung mit dreieckigem Ausschnitt oben, rings herum Schnörkel.


Schüsselpfennig 1617, Dickabschlag.     Ø 14 mm, 0,87 g.   Joseph 389.
Doppellinigen Schild mit dem Wormser Schlüssel zwischen S - G (Stadtgeld), oben 16W17, Perlkreis.

Die 4. Münzperiode: von 1649 bis 1682.


Dukat 1651, Mainz.     Ø 22 mm, 3,39 g.   Joseph 397; Friedb.3537.
Vs.:   ·MON·NOV·AVR·LIB·IMP·CIVIT·VORM·1651   -   Drache n. links hält das Stadtwappen, darunter Signatur E·T· (Ernst Textor, Münzmeister in Mainz 1644-51)
Rs.:  ·SVB·VMBRA·ALAR·TVAR·PROT·NOS·  -  gekr. u. nimb. Doppeladler, Reichsapfel auf der Brust.


Taler 1660.     Ø 43 mm, 28,99 g.   Joseph 399b, Dav.5963.
Vs.:   ✼MONETA:NOVA:LIB·S:R·IMP:CIVIT:WORMATIENSIS
Runder Stadtschild in verzierter Kartusche, darüber die Jahreszahl.
Rs.:   ·SVB·VMBRA·ALARVM·TVARVM·PROTEGE NOS·
Gekrönter nimbierter Doppeladler mit dem Reichsapfel auf der Brust.


Taler 1681.     Ø 43 mm, 28,28 g.   Joseph 400, Dav.5964.
Vs.:   ✼MONETA·NOUA·LIB·S:R·IMP·CIUIT:WORMATIENSIS·1·6·8·1·
Stadtwappen in einer elfbogigen Barockkartusche.
Rs.:   ✼SUB·UMBRA·ALARUM·TUARUM·PROTEGE·NOS✼   -   Doppeladler mit Reichsapfel.


Albus 1650.     Ø 18 mm, ca.0,77 g.   Joseph 402b.
Vs.:  ✱STATT✱WORMBS.⚒  -   Wappen im doppellinigen spanischen Schild.
Rs.:  ✱ I✱ / ALBVS / 1650    umgeben von Blattkranz mit zwei Kreuzblumen.


Goldabschlag zu 1/2 Dukat vom Albus 1681.     Ø 18 mm, 1,7 g.   Joseph 418; Friedb.-.
Vs.:  nach l. schauender Drache hält ovales Wappen umgeben von zwei Zweigen mit Blättern u. Früchten.
Rs.:   ✼ I ✼ / ALBVS / ◦1◦6◦8◦1◦ / M⚒K   -   ⚒ = Münzmeisterzeichen Zainhaken;
aussen herum ein geschlossener Kranz.


Kreuzer 1682.     Ø 15 mm, ca.0,5 g.   Joseph 426b.
Vs.:   W über einen geradlinigen, unten zugespitzten Wormser Wappen, umgeben von zwei Zweigen.
Rs.:   ✶ I ✶ / KRVTZ / 1682 / M⚒K   -   umgeben von zwei mit Blättern besetzten Zweigen.
Die Münzen mit der Jz. 1682 sind die letzten für den Umlauf hergestellten Geldstücke der Stadt Worms.

Die 5. Münzperiode: Denkmünzen von 1689 bis 1890.


Schautaler 1709, Darmstadt.     Ø 44 mm, 25,88 g.   Joseph 431; Dav.2846,
auf die Grundsteinlegung der Dreifaltigkeitskirche am 31. Juli 1709.     Siehe vergrösserte Abbildung.

Vs.:   ☫·LIBERA·WORMATIA·SACRI·ROMANI·IMPERII·FILIA·   -   Stadtansicht von Osten.
Im Vordergrund zwei Rheininseln, die mit der Stadt durch Brücken verbunden sind.
Oben schweben zwei Drachen, die das verzierte ovale Stadtwappen halten.

Rs.:   ☫ SO SETZT MICH GOTT NUN AN DEN ORT WO LUTHER EH·BEKANNT SEIN WORT   -   Ansicht der Dreifaltigkeitskirche, daneben je ein Profanbau des geplanten (später nicht ausgeführten) Rathauses, oben in strahlendem Dreieck drei Bogen, die den Namen Jahwe andeuten sollen.
Im Abschnitt:
SEIT GETROST ICH / DER HERR BIN / MIT EVCH / ·I·L·
I·L für Johannes Linck, Stempelschneider & Wardein in Heidelberg.     Chronogramm: MDCCVIIII=1709.
Stempelsprung am Rand der Rs. bei 10 h.
Damals war man der Meinung, dass Luther an dieser Stelle 1521 vor Kaiser und Reich seine Lehre unter Berufung auf die Bibel verteidigt hatte. Jetzt ist man der Ansicht, dass die Sitzung des Reichstags im bischöflichen Schloss stattfand.   [Jos.]


1/2 Taler 1717, Darmstadt.     Ø 35 mm, 14,5 g.   Joseph 432,
auf das 200-jährige Reformationsjubiläum.

Vs.:   SUB CÆSARIS UMBRA   "unter des Kaisers Schutz"
gekrönter Doppeladler mit Reichsinsignien Zepter und Schwert über der Stadtansicht,
darunter: IUBILÆUM WOR / MAT:SECUND: / MDCCXVII. / ·D:31·OCT· / ·B·I·B·
"Zweite Jubiläumsfeier der Reformation in Worms am 31. Oktober 1717"
B·I·B = Balthasar Johann Bethmann, Münzmeister in Darmstatt 1707-33.

Rs.:   SERVA / HANC PURAM ERECTAM   "Bewahre diese errichtete (Kirche) in Reinheit!"
Schlüssel und Stern unter strahlendem drei Bogen (statt Gottesnamen).
Nach der Verwüstung der Stadt Worms durch die französischen Heere (1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg) hatte man den Stern als Symbol des Neuerstehens in das Wappen aufgenommen und von dieser Zeit an ständig beibehalten. Der Stern kommt schon auf dem 1651 gebrauchten Stadtsiegel vor.   [Jos.]


Groschen 1717, Darmstadt.     Ø 22 mm, ca.1,8 g.   Joseph 433.
Vs.:   ✿VERBVM DOMINI MANET IN ÆTERNVM B·I·B   "Gottes Wort bleibt in Ewigkeit"
Im Feld :  ✿ / IVBILÆVM / SECVNDVM / ECCLESIÆ / LVTHER· / WORMAT· / ✿

Rs.:   SERVA / 17 17 / 31 OCT· / HANC PURAM ERECTAM   -   Wormser Schlüssel mit Stern.

Lit.:
• Joseph, Paul :  Die Münzen von Worms. Darmstadt 1906.   -   online: scribd.com   -   Auszüge daraus.
• worms.de :  Geschichte der Stadt Worms

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