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Hansestadt Wismar

Wismar wurde an einer Ostseebucht von Mecklenburg gegründet, bildete 1259 den Wendischen Städtebund zusammen mit Lübeck, Stralsund und Rostock, wurde Hansestadt aber konnte sich nicht ganz vom Fürsten von Mecklenburg befreien. Im 30-jährigen Krieg wurde die Stadt 1632 von Schweden erobert, das im Westfälischen Frieden 1648 Wismar als kaiserliches Lehen gehalten konnte. 1803 wurde Wismar an Mecklenburg verpfändet. Erst 1903 verzichtete Schweden formal endgültig auf Wismar.
Die fürstliche Prägestätte im Weimar wurde 1359 an die Stadt für 800 Mark (187 kg) Silber verpfändet, und nie mehr eingelöst. 1379 gründeten die Hansestädte Lübeck, Hamburg, Lüneburg und Wismar den Wendischen Münzverein, der Münzfuß, Münzsorten und Münzaussehen festlegte.

Wappen bis 1918: gespalten, links (vom Betrachter aus) ein halber schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, geöffnetem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell am Spalt; rechts vier Querbänder von Silber und Rot.
Das neue Wappen trägt das alte Wappen auf dem Segels eines Botes in Anlehnung an das älteste Siegel der Stadt.
Flaggenwappen: früher vier Querbänder von Silber und Rot (wie in rechten Teil des alten Wappens), heute sechs statt vier Querbänder.

Anfang: Wismar bis 1568 (Ende des Wendischen Münzvereins)
Fortsetzung: Wismar nach 1568


Witten o. J. (ab ca. 1370).     Ø 18 mm, 1,18 g.   Grimm 427; Kunzel 1 A/a.
Vs.:   ✼ᗭIVITAS⦂MAGnOP   -   Mecklenburgischer Stierkopf mit Halsfell und ohne Zunge.
Rs.:   ✼MOnᗺTA⦂WYSMAR   -   Blumenkreuz.

Im Kunzel-Katalog sind Varianten der Vs. mit Grossbuchstaben gekennzeichnet, die Varianten der Rs. mit Kleinbuchstaben.


Witten o. J. (4 Pfennige, ab ca. 1370).     Ø 18 mm, 1,28 g.   Jesse 304; Kunzel 1 L/l.
Vs.:   ✱ᗭIVITAS+MAGnOP   -   Mecklenburgischer Stierkopf mit Zunge.
Rs.:   ✼ИOnᗺTA✥WYSNAR   Trennzeichen ✥ = 4 Kreuze   -   Blumenkreuz.
Um 1370 begann Wismar mit der Prägung von Witten, eine Münzsorte die Lübeck 1365 eingeführt hatte.


Witten o. J. (4 Pfennige, ab 1379).     Ø 18 mm, 1,15 g.   Jesse 365; Kunzel 2 B/b.
Vs.:   ✼ᗭIVITAS⦂NAGnOP   -   Mecklenburgischer Stierkopf.
Rs.:   ✼NOnETA⦂WYSNAR   -   Blumenkreuz, darauf Kreis mit Stern.

Am 9.2.1379 schlossen Lübeck, Hamburg und Wismar einen ersten Münzrezeß und gründeten damit den "Wendischen Münzverein". Geprägt werden sollte:
- Witten (176 Stück aus der 842/1000 feinen Mark, d.h. 1,33 g Rauhgewicht, 1,12 g Feinsilber)
- Pfennige (516 Stück aus der 562/1000 feinen Mark, d.h. 0,45 g Rauhgewicht, 0,25 g Feinsilber).
Der Münzfuß wurde festgelegt mit dem Schrot (Stückzahl aus der Kölner Mark, 233,86 g) und dem Korn (Feinheit).
Die Silber-Feinheit in Lot (1/16) und Grän (1/18 Lot) ist hier von M. Kunzel in das moderne Dezimalsystem umgestellt.


Pfennig o. J. (1/4 Witten, ab 1379).    Ø 14 mm, 0,26-0,6 g.  Slg.Gaettens 1501; Kunzel 3 A/b.
Vs.:   ✱ᗭIVITAS○MAGnOP   -   Stierkopf mit Zunge.
Rs.:   ✱NOnᗺTA○WYᔓNAR   -   Blumenkreuz, darauf Kreis mit Stern.


Witten o. J. (ab 1387).     Ø 18 mm, 0,7-1,4 g.   Kunzel 5 C/b.
Vs.:   ✼ᗭIVITAS:MAGnOPOL   -   das gespaltene Wappen der Stadt Wismar.
Rs.:   ✼MOnETA:WYSMARI   -   Blumenkreuz mit leerem Kreis in der Mitte.


Dreiling o. J. (3 Pfennige, ab 1392).     Ø 17 mm, 0,99 g.   Kunzel 7 (?/e).
Vs.:   ✱ᗭIVITAS∵MAGnOP(O)L -  Stadtwappen, darüber und zu den Seiten je ein Punkt.
Rs.:   ✱MOnᗺTA∵WYSMARI  -  Stadtwappen, darüber und zu den Seiten je ein Punkt.
Am 3.3.1392 beschlossen die Vertragspartner einschließlich Rostock die Prägung von:
- Sechslingen (114 aus der 750/1000 feinen Mark, d.h. 2,05 g Rahgewicht, 1,54 g Feinsilber)
- Dreilingen (230 aus der 750/1000 feinen Mark, d.h. 1,02 g rauh, 0,76 g fein)
- Hohlpfennigen (558 aus der 562/1000 feinen Mark, d.h. 0,42 g rauh, 0,236 g fein).
Wismar verzichtete aber auf die verlustreiche Prägung der Sechslinge.


Hohlpfennig o. J. (ab 1392).     Ø 16 mm, 0,38 g.   Jesse 200; Kunzel 8.
Stadtwappen in Strahlenrand.
Alle frühen Wismarer Hohlpfennige haben einen gotischen Schild mit spitzem Schildfuß.


Scherf o. J. (1/2 Pfennig, ab 1392).     Ø 10-13 mm, 0,16 g.   Grimm 614; Gaettens 1520; Kunzel 9.
Stadtwappen im gotischen Dreieckschild, Strahlenrand.
Die Prägung von Scherfen begann offenbar gleichzeitig mit der Hohlpfennigprägung gleichen Typs.


Witten o. J. (um 1400), sog. Dreipaßwitten.     Ø 19 mm, 1,19 g.   Kunzel 10 a(!)/a.
Die Vorderseite trägt hier die selbe Legende wie die Rückseite. Kunzel kennt die Paarung 10 a/a.

Vs.   {A wäre: ᗭIVITAS ИAGnOPOL}   -   Mecklenburgische Stierkopf im Dreipaß.
Rs.:   ✱ИOnᗺTA⁑WYSMAR   -   Mecklenburgische Stierkopf im Dreipaß.


Witten o. J. (1403/1406).     Ø 19 mm, 1,16 g.   Jesse 437, Kunzel 11 G/e.
Vs.:   ✱CIVITAS⁑ИAGnOPO   -   Mecklenburgische Stierkopf im Innenkreis.
Rs.:   ✠ИOnᗺTA⁑WYSИAR   -   Mecklenburgische Stierkopf im Innenkreis.

Legendenwechsel: Stadtname WYSMAR bis 1411, danach WISMAR.


Witten o. J. (ab 1411).     Ø 19 mm, 1,05 g.   Kunzel 12 A/a.
Vs.:   ⦂ᗭIVITAS⦂ИAGnOPOL   -   Stadtwappen.
Rs.:   ✠ИOn - ᗺTA - WiS - ИAR   -   Langkreuz.
Das erhabene Kreuz der Rs. erscheint als inkuser Schatten auf der Vs. des dünnen Schrötlings.


Sechsling o. J. (6 Pfennige, ab 1423).     Ø 21 mm, 1,52 g.   Kunzel 13 B/a.
Vs.:   ✴ᗭIVITAS✴ИAGnOPOLᗺn   -   Stadtwappen, darüber 3 Punkte
Rs.:   ✠ИOИETA✴WISИARIS   -   Stadtwappen, darüber 3 Punkte.
1423 beschlossen Lübeck, Hamburg, Lüneburg und Wismar wieder Sechslinge zu prägen (168 aus der 750/1000 feinen Mark, d.h. 1,39 g Rauhgewicht, 1,04 g Feingewicht). Trotz Unterstüzungsmaßnahmen musste schon 1424 aus Kostengründen die Feinheit von 750 auf 703/1000 reduziert werden.


Sechsling o. J. (ab 1423).     Ø 21 mm, 1,32 g.   Kunzel 14 A/a.
ᗭIVITAS ИAGnOPOLᗺ   //   ИOnᗺTA WISИARIS
Auf beiden Seiten keine Zeichen über dem Stadtschild.


Schilling o. J. ab 1433 (12 Pf. = 3 Witten).     Ø 25 mm, 2,16 g.   Grimm 365var; Kunzel 16 B/g.
Vs.:   ⁘ИOnᗺTA nOVA⁘WISИARIS   -   Stadtwappen mit Punkt darüber.
Rs.:   ⁘ᗭIVITAS⁘ИAGnOPOLᗺn   -   befußtes Kurzkreuz.
Die frühesten Schillinge tragen ein Stern über dem Wappen (Kunzel 15), es folgten
die mit einem Punkt (Kunzel 16) und solche ohne Beizeichen.
1432 hatten der Wendische Münzverein beschlossen den Schilling zu 12 Pfennige erstmals auszuprägen (92 Stück aus der 625/1000 feinen Mark, d.h. 2,5 g Rauhgewicht und 1,59 g Feingewicht). Der Sechsling sollte bei gleicher Feinheit halb so schwere sein.
Die Silberkosten zwangen bereits ein Jahr später, die Stückzahlen je Mark auf 95 zu erhöhen.


Doppelschilling o. J. (ab 1468).     Ø 30 mm, 3,62 g.   Slg.Gaettens 1361; Kunzel 24 A/a.
Vs.:  ⦂ᗭIVITAS⦂ - MAGnOPO⦂  -  Hl. Laurentius mit Palmwedel und Rost, Podest mit Flaggenwappen.
Rs.:   ◦MOnᗺ◦ - ◦nOVA◦ - ◦WISM◦ _ ◦ ◦ARIᗺ   -   Lilienlangkreuz, darauf Stadtwappen..
1468 wurde erstmals die Prägung von Doppelschillingen beschlossen. Der vereinbart Fuß lautet:
69 Stück aus der 750/1000 feinen Mark, d.h. 3,39 g rauh und 2,54 g fein.
Hier erscheint erstmals auf Wismarer Münzen der Hl. Laurentius, Patron der Stadt.
Eine Pfarrkirche trägt seinen Namen.


Schilling o. J. (ab 1468, spätere Emission).     Ø 25 mm, 1,7-2,3 g.   Kunzel 26 A/f.
Vs.:   ✠·NOnᗺTA·nOVA·WISNARIS'·   -   Stadtwappen, oben Rosette.
Rs.:   ✠ᗭIVITAS✱MAGnOPOLᗺnSIS·   -   befußtes Kreuz belegt mit Vierpaß, darin Flaggenwappen,
in den Kreuzwinkeln je eine Strichfigur.


Doppelschilling o. J. (1492).     Ø 28 mm, 3,39 g.   Jesse 534; Kunzel 29.
Vs.:  MOnᗺ - nOVA - WISN   Wappen von Lübeck, Lüneburg & Hamburg um Rosette, dazwischen Ringel.
Rs.:   CIVIT (M)AGnn - O·POL - EnSIS·   -   Stadtwappen auf Langkreuz.


Blaffert o. J. ( 2-Pfennig, um 1500).     Ø 20 mm, 0,4-0,6 g.   Grimm 610; Kunzel 33.3
Stadtwappen im halbrunden Schild, Wappenbalken schraffiert, Strahlenrand.


Witten 1502.     Ø 19 mm, ca.1 g. (328/1000 fein)   Kunzel 37 A/a.
✠CIVITAS⦂ᙏAGnOPOL⦂  -  Stadtwappen.   //   ✠ᙏOnᗺ⦂WISMARIᗺ⦂502  -  befußtes Kreuz.


Markstück 1506.     Ø ca.36 mm, 24,7-29,7 g(!).   Grimm 719; Jesse 583; Kunzel 38.
Vs.:   ᙏOnᗺTA⦂nOVA⦂ - WISᙏARIᗺ     Hl. Laurentius mit Palmwedel und Rost, davor das Stadtwappen.
Rs.:   ✠STATVS ᙏARᗭᗺ⦂LVBIᗭᗺnSIS I5o6   "Lübecks Mark-Standard"
Wappen von Lübeck (12 h), Hamburg (4 h) und Lüneburg (6 h) um das Flaggenwappen in der Mitte.
Nachdem Sachsen 1500 der Guldengroschen als erste Großsilbermünze einführte, folgte Lübeck und Lüneburg mit der Ausprägung der Mark: 1502 die 2/3- und 1/3-Markstücke und 1506 die 1-, 1/2- und 1/4-Markstücke des Wendischen Münzvereins (Lübeck, Hamburg, Lüneburg, Wismar). Eine Mark galt 16 Schilling = 48 Witten. 1½ Mark galt ein Goldgulden. Für die Mark war 1506 festgelegt: 12⅕ Stück aus der 15lötigen (937,5/1000 feinen) kölner Mark, d.h. 19,18 g rauh und 17,98 g fein.
Wismar prägte jedoch nur ein paar übergewichtige Probe- oder Präsentationsabschläge.


Doppelschilling 1523.     Ø 29 mm, 3,69 g.   Kunzel 42 A/a.
Vs.:   :ᙏONE'NOVA WISᙏAREN'I5Z3  -  Wappen auf befußten Kurzkreuz.
Rs.:   SANCTVS L - AVRENCIS  -  Hl. Laurentius mit Palmzweig und Rost.
Der Münzfuß für dieses Stück verlangte 4,03 g Rauhgewicht und 1,89 g Feingewicht.


Sechsling 1537.     Ø 19 mm, ca.0,8 g.   Grimm 491 var.; Kunzel 49 C/a.
Vs.:   ✤I537·MO·NOVA:WISMAR   -   Stadtwappen im auch oben spitzen Schild.
Rs.:   SIT - NOMen - DomiNI - BeNeDictum   "Der Name des Herrn sei gelobt"
Flaggenwappen auf Langkreuz.


Pfennig o. J. (um 1538-45?).     Ø 12 mm, 0,3-0,4 g.   Kunzel 60.
Stadtwappen, umher drei Sterne   -   Flaggenwappen, umher drei Sterne.

Der Wendische Münzverein beschloss 1546, sowohl Taler wie auch Markstücke zu prägen:
- Taler (8 Stück aus der 890/1000 feinen Mark, d.h. 29,23 g rauh und 26,03 g fein)
- Markstücke (12 Stück aus der 922/1000 feinen Mark, d.h.19,5 g rauh und 17,96 g fein)
- Doppelschillinge und Sechslinge.


Taler 1547.     Ø 42 mm, 28,77 g.   Jesse 641; Grimm 27; Kunzel 62; Dav.9935.
Vs.:   MONETA⎊NOVA - WISMAIRIENS  -  Hl. Laurentius mit Palmwedel u. Rost über Flaggenwappen.
Rs.:  SPES - NOSTRA - IN⎊DEO - ⎊I547⎊   "Unsere Hoffnung (ist) in Gott"
Stadtwappen auf Langkreuz.

Münzmeister Joachim Dalemann 1550-53.   Mz.: Dole.

Wismar begab 1550 eine umfangreiche Großsilberprägung von ganzen, halben und viertel Markstücken. Dazu hatte Lübeck 1549 den Startschuß gegeben, und diesmal schloß sich Wismar an. [M. Kunzel]


Markstück 1550 zu 16 Schilling.    Ø 35 mm, 18,96 g.   Jesse 585; Grimm 724; Kunzel 63 B/ba.
Vs.:   MOИETA✴ИOVA✴WISMAIREEИSIS (Mz. Dohle)   -   Stadtwappen auf Fußkreuz im Vielpass.
Rs.:   STATVS✴MΛRCE✴LVBICENSIS✴1550 (Mz. Dohle)   "Lübecks Mark-Standard"
Die Schilde von Lübeck, Lüneburg und Hamburg in Kleeblattstellung, kleines Flaggenwappen in der Mitte.
Für die Vs. wurde für das N eine falsch geschnittene Punze verwendet.
N und И sind Spiegelbilder, sie entstehen auf der Münze mit verschiedenen Punzen.
Nur die Punze mit dem Bild И erzeugt das korrekte N auf der Münze.
Siehe ein Exemplar mit korrekter Vs.-Umschrift und einem И in der Rs.-Umschrift.


1/2 Markstück 1550 zu 8 Schillinge.     Ø 30 mm, 8,9-9,5 g.   Grimm 726; Kunzel 64 A/a.
MONETA·NOVA·WISMARIENSIS (Mz. Dohle)   //   STATVS·MARCE·LVBICENSIS 1550 (Mz. Dohle)
Variante 64 B/b zeigt alle Ns als И.


1/4 Markstück 1550 zu 4 Schillinge.     Ø 28 mm, 4,40 g.   Grimm 728; Kunzel 65 A/a.
Zwittermünze mit Jahreszahl auf Vorder- und Rückseite.

Vs.:   MOИETA⚬ИOVA⚬WISMAR⚬1550 (Mz. Dohle)   -   Stadtwappen auf Fusskreuz im Vielpass.
Rs.:   STATVS⚬MARCE⚬LVBICИ⚬1550 (Mz. Dohle)   -   Schilde wie zuvor.
Für die Umschriften der Vs. und Rs. wurde für das N eine falsch geschnittene Punze verwendet.

Kurz darauf wurde in der konkurrierenden Großmünzsorte Taler und Halbtaler geprägt.
Es galt: 1 Taler = 1½ Mark = 24 Schilling bzw. 1 Mark = 2/3 Taler = 16 Schilling.


Taler 1552.     Ø 40 mm, 28,83 g.   Grimm 28; Kunzel 66 A/a; Dav.9935.
Vs.:  MONETA◦NOVA◦ - WISMARIEN  -  Hl. Laurentius mit Palmwedel und Rost hinter Flagenwappen.
Rs.:  (Mz. Dohle) SPES· - NOSTRA - IN DEO· - ·15·5Z·   "Unsere Hoffnung (ist) in Gott"
Stadtwappen auf Langkreuz.
Eine spätere offizielle Probe ergab eine Feinheit von 881,9/1000 und ein Rauhgewicht von 28,35 g.

Münzmeister Bernhardt Jungelingk 1555-71.   Mz.: Blatt.


Goldgulden 1558.     Ø 23 mm, 3,22 g.   Grimm 10; Kunzel 74 A/b(!); Friedb.3525.
Vs.:   MONE✴NO AVREA WISMAR 1558¤   -   Stadtwappen in Dreipaß
Rs.:   SANCTVS LA - VRENTIV
Heiliger Laurentius steht r., mit der Rechten den Rost mit sechs Feldern schulternd, in der Linken Buch.
Ein großflächiger Münzbund vergleichbar dem Braunschweiger Münzgenossenschaft im Westen kam im Umfeld von Wismar nicht zustande. Vielleicht sollte die Goldguldenprägung auf das Münzrecht der Stadt hinweisen. Bisher sind keine Goldgulden bekannt, die vor 1558 datieren.


Dreiling 1560.     Ø 17 mm, 0,62 g.   Grimm 570; Kunzel 77 C/a.
Vs.:   MONE NO WISMARIEN(S) (Mz. Lilie)   -   Stadtwappen.
Mz. Lilie steht für Münzmeister Dionysius Jungelingk (1556)-†1560.

Rs.:   SIT - NOM - DNI - BEN   -   Flaggenwappen auf befußtem Langkreuz, oben Jz. 6 - 0.


Doppelschilling 1563.     Ø 28 mm, 2,98 g.   Grimm 828; Kunzel 78.
Vs.:   MONE - NOVA - WISM - ARIE (Mz. Blatt)   -   Stadtwappen auf Langkreuz.
Rs.:   SANCTVS L - AVRENC   -   Hl. Lorenz mit Palmzweig und Rost von vorn. Unten Jz. 6 - 3.
Trotz Verunsicherung durch Beschlüsse der 3. Reichsmünzordnung 1559 setzte Lübeck 1563 eine weitere Prägung von Doppelschillingen an, der sich die übrigen Städte des Wendischen Münzvereins anschlossen.
Gesandten des Niedersächsischen Kreises beschlossen am 31.1.1568 in Lüneburg eine umfangreiche Kreismünz- und Probationsordnung, die den Vorgaben der 3. Reichsmünzordnung von 1559 und den Nachträgen von 1566 entsprach. Dem Wendischen Münzverein mit eigenen Regelungen wurde damit die Existenzgrundlage entzogen.

Weiter zur Fortsetzung: Wismar nach 1568

Lit. :
• Kunzel, Michael :  Die Münzen der Hansestadt Wismar 1359 bis 1854, Münzgeschichte und
    Geprägekatalog
. 346 S., 36 Tfn., 1998.
• Grimm, E.D. :  Münzen und Medaillen der Stadt Wismar. 73 S., Berlin 1897.
• Jesse, Wilhelm : Der Wendische Münzverein, [1928] Neudruck mit Nachträgen u. Verbesserungen, 1967.
• Slg. Gaettens :  Münzen und Medaillen von Mecklenburg. Versteigerungskatalog, Berlin 12.1931, im Netz.
• Emporium, Hamburg :  Auktion 80 (16.4.2018), Lose 2558-2739. im Netz bei SIXBID.COM.

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