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Reichsstadt Ulm

Ulm liegt an der Mündung der Blau in die Donau am Ostrand der Schwäbischen Alb. Sie nannte sich 845 Hulma, 856 Ulma, 1287 Ulm. Sie erhielt um 850 eine Königspfalz und erlebte vermehrt königliche Aufenthalte der Salier. Der zerstörte Ort wurde ab 1140 unter den Staufern wieder aufgebaut und entwickelte sich zur Stadt. Spätestens ab 1274 gilt Ulm als Reichsstadt. Ulm wurde Vorort des Schwäbischen Städtebundes, dann 1488 Mitglied des Schwäbischen Bundes, wurde 1530 durch Abstimmung protestantisch, trat 1531 dem Schmalkaldischen Bund und 1609 der Union bei, verbündete sich 1632 mit Gustav Adolf und wurde daraufhin 8 Monate von Kaiserlichen belagert.
Ulm hatte Sitz und Stimme auf dem Reichstag und beim Schwäbischen Kreis, der seit Mitte des 17. Jh. in Ulm tagte. Ulm fiel 1802 an Bayern, kam 1810 (ohne Neu-Ulm) an Württemberg.

Wappen: Schwarz und Silber geteilt. Seit 1351 im Stadtsiegel belegt, zunächst in den Fängen des Adlers, später auf der Brust des Adlers. Nach 1803 entfiel der Reichsadler.


Gleich zur Fortsetzung :  Ulmer Münzen ab 1619 (ab Zeit von Ks. Ferdinand II.)
Hier: Ulmer Münzen bis 1619 (bis Zeit von Ks. Rudolf II.)



Heller o. J. (nach 1356).     Ø 15 mm, 0,61 g.   Nau 1.
Breite Hand mit kurzen Fingern, darauf Beizeichen V für Ulm, Vierschlag / Gabelkreuz, darin Kugeln.
Die ab Mitte des 14. Jahrhunderts geprägten Ulmer Heller mit rechte Innenhand und Kreuz sind noch keine städtischen Münzen, sondern Reichsprägung aus einer verpachteten Münzstätte. 1398 ging die Ulmer Hellermünze durch Privileg König Wenzels in das Eigentum der Stadt über.   [E. Nau]


Prager Groschen mit Gegenstempel.       Nau 4; Krusy U2,6 sowie A6,1.
mit Gegenstempel "Stadtwappen" von Ulm sowie zusätzlichem Gegenstempel "Pyr" von Augsburg.


Schilling o. J. (nach dem Münzvertrag von 1404).     Ø 22 mm, 0,42 g.   Nau 5a.
Vs.:   +COMOnITATIS⦂VLMEnSIS
Stadtschild im Dreipaß zwischen V-L-M, in den äußeren Winkeln fünfblättrige Rosetten.
Rs.:   +MonETA⦂CIVITATIS⦂VLME   -   Adler nach links blickend.

Der Münzvertrag vom 26. Mai 1404 legte fest: 1 Gulden = 25 Schillinge = 150 Pfennige = 300 Heller.


Heller o. J. (nach dem Münzvertrag von 1404).     Ø 15 mm, 0,42 g.   Nau 6.
Ulmer Stadtschild / Gabelkreuz, in den Winkeln der Gabeln je eine Kugel, Vierschlag.


Schilling o. J. (nach dem Riedlinger Vertrag von 1423).     Ø 21 mm, 1,5 g.   Nau 7.
Vs.:   ✠FATCA·EST·MOnETA·nOVA·ISTA
Stadtwappen zwischen V L M E im Vierpass, Dreiblätter in den äußeren Winkeln.
Rs.:   ✠In ChRISTI:nOMInE:AMEn   -   Adler n. links in Achtpass.

Der Riedlinger Vertrag von 1423 zwischen den Grafen von Württemberg und den schwäbischen Reichsstädten sah im Vertragsgebiet nur Stuttgart, Konstanz und Ulm als Prägestätten vor.
Mit vorgeschriebenen Münzbildern sollten Schillinge, Pfennige und Heller geschlagen werden.
Gelten sollte: 1 Gulden = 26 Schillinge; 1 Sch. = 6 Pfennige; 1 Pf. = 2 Heller.


Einseitiger Pfennig o. J. (nach dem Riedlinger Vertrag von 1423).     Ø 12 mm, ca.0,3 g.   Nau 8.
Stadtschild im Perlkreis.


Pfennig o. J. (16. Jh.).     Ø 12 mm, 0,28 g.   Nau 11.
Breiter halbrunder Stadtschild im Perlkreis, das obere Feld geschacht mit Punkten, das untere Feld gerauht.
Diese späten Pfennige unterscheiden sich von denen des frühen 15. Jh.s durch
flacheren zierlicheren Stempelschnitt und feineren Perlkreis.
Diese Pfennige wurden 1556 in Württemberg verrufen   [E.Nau]


Gemeinschaftsprägung Ulm - Ravensburg - Überlingen, 1501-02
(Münzvertrag von 1501 zwischen Ulm, Überlingen, Ravensburg, Memmingen, Kempten, Isny, Leutkirch)
Einzige Prägestätte: Ulm.
Gelten sollte: 1 Gulden = 4 Dicken = 20 Plapparte = 35 Schillinge; 1 Sch. = 2 Dreier = 6 Pf. = 12 Heller.


Plappart 1501.     Ø 23 mm, ca.2,2 g.   Nau 15d.
Vs.:   ✠M⦂N⦂TRIVM⦂CIVITAT◦I50I   -   Adler über Ulmer Wappen.
Rs.:  VLM:VBERLING·RAVENSPG.  -  Drei Stadtwappen in Kleeblattstellung, dazwischen Lilienstengel.


Schilling 1501 (1/2 Batzen).     Ø 22 mm, 1,28 g.   Nau 16.
Vs.:  ✠M◦N◦TRIVM◦ - CIVITAT'◦I50I  -  Adler n. links, darunter das Ulmer Schild die Legende teilend.
Rs.:   ◦VLM◦VBERLING'◦RAVENSPG'
Die drei Stadtwappen in Kleeblattstellung der Legende genau zugeordnet, dazwischen Rosetten.


Dicken 1502.     Ø 29 mm, 7,41 g.   Nau 21.
Eine Gemeinschaftsprägung von Ulm mit Ravensburg und Überlingen.

Vs.:   ✠M:NOVA:TRIVM:CIVITAT'.SWEVIE   -   Hl. Georg reitet n.l. über einen Drachen.
Rs.:   VLM:VBERLING'.RAVENSPVRG:   -   Um Adlerschild in der Mitte die drei Stadtwappen in Kleeblattstellung, darüber 150Z, das Ganze in Vierpaß, in den äusseren Winkeln Vierblattrosetten.


Schilling 1502.     Ø 22 mm, 1,29 g.   Nau 24a/d.
Vs.:   ✠M:N:TRIVM - CIVITAT'.I5oZ   -   Linksblickender Adler über Ulmer Stadtschild.
Rs.:   VLM·VBERLING'.RAVENSPG'.  -  Drei Stadtschilde in Kleeblattstellung, dazwischen Rosetten.


Einseitiger Pfennig o. J.     Ø 13 mm, 0,20 g.   Nau 27.
Drei Stadtwappen in Kleeblattstellung, dazwischen Keile, umher Perlkreis.

Auch auf dem Heller der Gemeinschaftsprägung fanden die Wappen der beteiligten Städte Platz genug.


Gemeinschaftsprägung Ulm - Überlingen, 1502-03
Der Münzbund von 1501 bröckelte 1502 ab und löste sich 1503 ganz auf.


Plappart 1502.     Ø 25 mm, 1,85 g.   Nau 31; Schulten 3580.
Gemeinschaftsprägung Ulm mit Überlingen 1502-03.

Vs.:   ◦M⦂NOVA⦂VLMENSIS⦂I502   -   Adler über Schild Ulm in Vierpaß.
Rs.:   ◦M⦂NOVA⦂VBERLINGENS'·   -   Adler über Schild Überlingen in Vierpaß.


Schilling 1503.     Ø 21 mm, 1,46 g.   Nau 37.
Vs.:   ✠M◦NOVA◦VLMENSIS◦I503   -   Adler mit Ulmer Stadtschild.
Rs.:   ✠M◦NOVA◦VBERLINGENSIS   -   Adler mit Überlinger Stadtschild.


Heller o. J. (ab 1502).     Ø 12 mm, 0,26 g.   Nau 39.
Gemeinschaftsprägung mit Überlingen.
Stadtschild von Ulm und Überlingen nebeneinander, darüber .V., außen glatter Wulstring.




Einseitiger Zweier o. J. (2 Pfennige, ab 1540).     Ø 13 mm, ? g.   Nau 40.
Geschweifter Stadtschild, oben senkrecht schraffiert u. belegt mit Ranken,
untere Feld mit Ranke, darüber V, zu den Seiten 2 - D.


Einseitiger Pfennig o. J. (ab 1540).     Ø 13 mm, ? g.   Nau 41.
Geschweifter Stadtschild, darüber V.


Heller o. J. (um 1540).     Ø 10 mm, 0,17 g.   Nau 42.
Geschweifter, unten spitz zulaufender Stadtschild, das obere Feld geschacht mit Punkten,
das untere Wappenfeld gerauht, Stadtinitiale V über dem Schild.


Reichstaler 1547.     Ø 40 mm, 28,42 g.   Nau 51var; Dav.9926
Vs.:   MO:NO:ARGEN:REIPVB:VLMENSIS(Mz.)   Mz. für Balthasar Hundertpfund
Stadtwappen im deutschen Schild zwischen Jz. 15 - 47.

Rs.:   ·CAROLVS:V:ROMA:IMPE:AVGV·   -   Gekrönter Doppeladler mit Kopfscheinen.
Nach dem Schmalkaldischen Krieg hatte Ulm insgesamt 200.000 Taler Busgeld an Ks. Karl V. zu zahlen.
Zu diesem Zweck wurde dieser Taler geprägt.
Dieser Taler wurde mit den Jahreszahlen 1546 bis 1548 geprägt.

Zur Zeit von Ks. Maximilian II., 1564-1576


Guldentaler 1572, Augsburg.     Ø 38 mm, 24,48 g.   Nau 57a; Dav:137.
Vs.:   +MONETA:NOVA:REIP:VLMENSIVM:1572   -   Stadtwappen im deutschen Schild
Rs.:   MAXIMILIAN:II:IMP·AVG+P:F:DECRETO   -   Nimbierter Doppeladler unter Krone,
vor der Brust Reichsapfel mit Wert 60.
Aus den Augsburger Münzakten geht hervor, dass der Augsburger Münzmeister Hans Vogler 1572 von diesem Guldentaler 2264 Stück prägte und im folgenden Jahr nochmals "ein Werk".


1/2 Batzen 1572 (2 Kreuzer), Augsburg.     Ø 19 mm, 1,36 g.   Nau 60.
Vs.:   MONETA·NOVA·REIP·VLMENSI:   -   Wappen zwischen Jz. 7 - 2.
Rs.:   (Krone)MAXIMIL·II·IMP·AV·P·F·DECR:   -   Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl Z.

Zur Zeit von Ks. Rudolf II., 1576-1612


Guldentaler 1606 (60 Kreuzer), Nürnberg.     Ø 38 mm, 24,10 g.   Nau 61; Dav:138.
Vs.:   +MONETA·NOVA·REIPVB·VLMENSIS+1606.   -   Mit Blattwerk verzierter Stadtschild.
Rs.:   RVDOLPHVS·II·ROM:IMP:SEMPER·AVGUSTVS   -   gekrö. nimb. Doppeladler,
auf der Brust Reichsapfel mit Wertzahl 60.
Zur Wahrung seiner Münzgerechtigkeit hatte der Rat der Stadt beschlossen, 4000 ganze
und 1667 halbe Gulden in Nürnberg prägen zu lassen.


1/2 Guldentaler 1606 (30 Kreuzer), Nürnberg.     Ø 31 mm, 12,11 g.   Nau 62.
Vs.:   +MONETA·NOVA·REIPVB·VLMENSIS·1606   -   Stadtwappen.
Rs.:   RVDOLPHVS·II·ROM·IMP·SEMPER·AVGVSTVS
Gekrönter und nimbierter Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl 30.
Auch 1607 wurden Halbguldiner von den selben Stempeln von 1606 geprägt.



Weiter zur Fortsetzung :  Ulmer Münzen ab 1619 (ab Zeit von Ks. Ferdinand II.)

Lit.:
• Nau, Elisabth :  Die Münzen und Medaillen der oberschwäbischen Städte, darin Ulm: S.63-92.
      Freiburg i.Br., 1964. - Auszug daraus

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