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Frei Reichsstadt Strassburg

Strassburg (auch Argentoratum, Argentoratus, Argentina, Strateburgum) kam 870 mit dem Elsass an Ludwig den Deutschen, und verblieb bis 1681 im Heiligen Römischen Reich. "Die Stadt Strassburg hatte unter den Reichsstädten den ersten Rang, und ihr Panier erschien in allen Zügen nächst dem kaiserlichen Adler. Auf öffentlichen Denkmälern und Münzen nannte sie sich immer 'res publica', nie 'civit. imp.', huldigte niemals dem Kaiser, auch dann nicht, wenn er sich in ihren Mauern befand. Auf ihren Münzen erscheint niemals der kaiserliche Adler" [Berstett]. Auch Heilige fehlen auf Strassburger Münzen. So gab es keinerlei Alternative zur Stadtlilie, die neben dem Stadtwappen ein starkes zusätzliches Erkennungszeichen der Stadt auf ihren Münzen wurde.

Wappen: ein roter Schrägbalken im silbernen Feld.




Einseitiger Lilienpfennig, um 1400.     Ø 15 mm, 0,41 g.   EL 318.
Lilie zwischen 4 Kugeln im Perlenkreis. Die oberen zwei Kugel (Staubgefässe) mit Stiel.


Hohlpfennig o. J. (16. Jh.).     Ø 17 mm, 0,37 g.   EL 339.
Lilie von Balken abgeschnitten, darunter schräggestelltes Stadtwappen zwischen zwei Punkten.


Einseitiger Lilienpfennig.     Ø 14 mm, 0,24 g.   EL 340.
Lilie (wie Dreiblatt) unten abgeschnitten, darunter ·H·. [H für Heller ?].
Diese Stücke wurden 1419, 1435 und noch 1660 geprägt (Berstett 194).


Vierer o. J. (15. Jh.).     Ø 19 mm, ca.1,2 g.   EL 351.
Vs.   +GLORIA In ᗺXᗭᗺLS DO  -   Lilie im Vierpass.
Rs.  MOn - ᗺTA - ARG - ᗺnT   -   Langkreuz.


Semissis o. J. (Halbgroschen zu 3 Kreuzer).     Ø 23 mm, ? g.   EL 380.
Vs.:   (Mz.)SEMISSIS✴ARGENTINRNSIS   -   Lilie im Vierpass.
Rs.:   ✶GLORIA·IN·EXCELSIS·DEO:   "Ehre sei Gott in der Höhe"
Lilienkreuz im Vierpass, in der Mitte das Stadtwappen.


Groschen (6 Kreuzer) o. J. (ab 1397).     Ø 24 mm, 3,17 g.   EL 384.
Vs.:   +GROSSVS⚜ARGENTINENSIS   -   Stilisierte Lilie im Achtpass.
Rs.:   +GLORIA✴IN✴EXCELSis✴DeO✴ET✴IN / ◦TerRA◦ - ◦PAX◦ - ◦HOminI◦ - ◦BVS
"Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden"   -   Kreuz.


Kreuzer o. J. (nach 1480).     Ø 18 mm, ca.0,7 g.   EL 398ff.
+MOnᗺTA ARGᗺn  -  Lilie.   //   +GLA In ᗺXᗭᗺLS DO  -  Lilie.


Goldgulden o.J. (1508-1529).     Ø 23 mm, 3,27 g.   EL 414; Friedb.-.
Vs.:   VRB - EM·VIRGO - TVAM·SE - RVA   "Behüte, Jungfrau, deine Stadt"
Gekrö. Maria mit Kind und Schein, ausgestreckte Arme reichen in die Umschrift, darunter des Stadtwappen.

Rs.:   +AVREVS·VRBIS·ARGEИTIИE·ИVO   -   Reichsapfel im doppelt gezeichneten Dreipass.
Wegen der Reformation wurde auf späteren Goldgulden VIRGO durch CHRISTE ersetzt, siehe unten.


Assis o. J. (Groschen zu 12 Pfennig).     Ø 25 mm, ? g.   EL zu 392.
Vs.:   ⚙ASSIS·REIP·ARGENTORATENSIS   -   Lilie (gebündeltes Dreiblatt) in verziertem Vierpass.
Rs.:  ⚙GLORIA⚙IN⚙EXCELSIS⚙DEO   innen: ET·IN - TER - RA⚙ PAX   "... und Frieden auf Erden"
Kreuz im inneren Schriftkreis.


Taler o. J. (um 1550).     Ø 42 mm, 25,8 g.   EL 427var; Dav.9890.
Vs.:   ★NVM:REIP: - ARGENTO - RATENSIS
Wapen von zwei abgewendeten Löwen gehalten, darüber kleine Lilie.
Rs.:  ✿SOLIVS·VITRVTIS·FLOS·PERPETVVS   "Von Tugend allein ist die ewige Blume"  -  Stadtlilie.
Zwischen den drei 'Blättern' der Blume sind zwei Staubfäden (Blütenstände) angeordnet.


Guldentaler 1576.     Ø 40 mm, 24,5 g.   EL 576; Berst.251; Dav.-.
Vs.:   LVDIS / PVBLicis:RESPublica: / ARGENTInensis:FieriFecit:   "Auf das öffentliche Schießen von der Stadt Straßburg geprägt"  -  Stadtschild zwischen der geteilten Jz. 15 - 76.
Rs.:   SOLIVS VIRTVTIS FLOS PERPETVVS   "Von Tugend allein ist die ewige Blume"   -   Stadtlilie.
Anlässlich dem von der Stadt ausgerichteten Armbrust- und Gewehrschießen, zu dem auch eine Abteilung der züricher Schützengesellschaft im Ruderboot anreiste.


Taler 1590. (Kanonentaler).     Ø 42 mm, 25,87 g.   EL 587; Dav.9896.
Vs.:   Eine Kanone steht nach r., am Boden davor Ladezeug und Kugeln, im Hintergrund Zelt,
oben das Wappen von Straßburg zwischen der Jz. 15 - 90.

Rs.:   ✿SOLIVS VIRTVTIS FLOS PERPETVVS   wie zuvor.   -   Stadtlilie mit Blütenstängel.


Goldgulden o. J. (Anfang 17. Jh.).     Ø 23 mm, 3,16 g.   EL 423/423; Friedb.234.
Vs.:  VRBEM✴CHRIS - TE✴TVAM SERVA   "Christus, behüte deine Stadt"
Maria mit Kind, ausgestreckte Arme reichen nicht in die Umschrift, unten das Stadtwappen.

Rs.:   AVREVS✴VRBIS✴ARGENTINÆ✴NVMMVS(Mz.)   -   Kreuzglobus in mehrreihigem Sechspass.
Die frühen Goldgulden tragen VIRGO statt CHRISTE in der Vs.-Umschrift, siehe oben.
Im Münzprivilegium Ks. Maximilians vom 20. Januar 1508 wurde bestimmt, dass die Goldgulden nach dem Schrot und Korn der rheinischen Churfürsten geschlagen werden sollten, d. h. 18½ Karat fein, und wovon 107 Stück 1½ Mark fein Gold enthielten. Auf Bitte der Stadt wurde ihn ferner bewilligt, das Bild der Maria mit dem Jesuskinde auf dem Schoss, und der Umschrift: VRBEM VIRGO TVAM SERVA, auf solchen zu führen. Nach der angenommenen neuen Lehre war auf den Goldgulden diese Inschrift dahin abgeändert, dass das Wort VIRGO ausgelassen, und dafür CHRISTE eingeschaltet wurde. [Berstett]


Taler 1617 auf das Reformationsjubiläum.     Ø 43 mm, 27,15 g.   EL 609; Dav.5846A.
Vs.:  +OMNIS✱TERRA✱ADORET✱DEVM✱ET✱PSALLAT✱EI  "Alle Welt verehre Gott und lobsinge ihm"   Innenkreis: ❖LVX✱POST✱TENEBRAS✱MDXVII:  "Auf Dunkelheit folgt Licht"   -   Stadtwappen.
Rs.:   ❖PRO❖ / RELIGIONIS· / CENTVM·ANTE· / ANNOS·DIVINITVS / RESTITVTÆ·MEMO / RIA·NOVIQVE·SECV / LI·FELICI·AVSPICIO / S·P·Q·ARGENTOR· / F·F·A·MDCXVII· / CAL·NOVEMB·   "Zum Gedächtnis der vor 100 Jahren durch göttliche Gnade wiedererstandenen Religion und des glücklichen Anfangs des neuen Jahrhunderts haben Rat und Bevölkerung von Straßburg diese Münze prägen lassen; am 1. November 1617"


Taler o. J. (1.Hälfte 17.Jh.).     Ø 45 mm, 52,44g.   EL 439; Dav.5842.
Vs.:   (Mz.)NVMMVS✴REIP✴ARGENTORATENSIS⁑
Zwei nach vorn blickende Löwen halten gemeinsam den Stadtschild und darüber eine Lilie.
Rs.:   ✤SOLIVS✴VITRVTIS✴FLOS✴PERPETVVS:
Stadtlilie: zwei Blütenstände zwischen drei Blättern, gefasst von einem Ring mit Lilien.
"Die Stadtlilie, die sich schon im 13. Jahrhundert auf strassburger Monumenten findet, unterscheidet sich von den königlich französischen dadurch, dass die der Stadt eine aufgesprungene (épanoui), die andere aber geschlossen ist." [Berstett]
Vergleiche die Lilien auf den frühesten Münzen von Florenz (um 1252) und Frankreich (1296):
• Rep. Florenz :  Fiorino d'argento vecchio Ø 19 mm   und   Fiorino d'oro Ø 20 mm.
• Frankreich, Philippe IV, le Bel, 1285-1314 :  Masse d'or, 1. Emission Ø 30 mm.


12 Kreuzer o. J. (um 1623).     Ø 27 mm, 5,28 g.   EL 473.
Vs.:   ⚙ASSIS✴REIP✴ARGENT✴DVPLEX·(XII)   mit Wertzahl XII.   -   Lilie.
Rs.:   GLORIA✴IN✴EXELSIS✴DEO:(Mz. Blütenkreuz)   -   Blumenkreuz.


Dicken o. J. (Anf. 17.Jh.).     Ø 30 mm.   EL 451; Slg.Voltz 572.
Vs.:   +MON:NOV:REIPVB:ARGENTORAT:   -   Verzierter Stadtschild, darüber Lilie.
Rs.:   ✼GLORIA✼IN✼EXCELSIS✼DEO:  "Ehre sei Gott in der Höhe"   -   Stadtlilie.


Dicken o. J. (Anf. 17.Jh.).     Ø 30 mm, 7,57 g.   EL 455.
Vs.:   ❃MON:NOV:REIPVB:ARGENTORATE:   -   Wappen, darüber kleine Lilie.
Rs.:   ✠GRORIA✱IN✱EXCELSIS✱DEO✱   -   Stadtlilie.
Diese Münzsorte wurde 1613 geschaffen und galt 24 Kreuzer bzw. 1/3 Taler. Das Stück wog zunächst
8,8 g, nahm ab auf 6,8 g in 1621, wobei der Silbergehalt noch stärker abnahm (Kipperzeit).


12 Kreuzer o. J. (1640-58).     Ø 28 mm, 5,16 g.   EL 481.
Vs.:   ★·MON:NOV:REIP:ARGENTINEN:   -   Wappen, darüber Wertzahl ·XII·.
Rs.:   ✿GLORIA·IN·EXCELSIS·DEO   -   Stadtlilie wie nachfolgend.


Gulden zu 60 Kreuzer o. J. (nach 1668).    Ø 37 mm, 19,5 g.   EL 484; Dav:131 (auch 1014A).
Vs.:   ✿MONETA✱NOVA✱REIP✱ARGENTINENSIS:
Kartusche mit damasziertem Wappen, darüber Wert: .LX:K.
Rs.:   (Mz.)GLORIA✱IN✱EXCELSIS✱DEO
Stadtlilie: drei Blätter und zwei Blütenstände, aus denen Blütenstaub austritt, von einem Ring gefasst.


Silbermedaille o. J. (ca.1670/1680).    Ø 45 mm, 29,45 g.   EL 559; Berst. S.83.
Vs.:   FORCHTE GOTT· - EHRET DEN KONIG·  -  Stadtansicht, darüber Engel mit Palm- und Lorbeerzweig, unten Monogramm RG.
Rs.:   behelmte Stadtwappen mit Löwen, darum: THVE RECHT, SCHEV NIEMAND. aussen die Wappen der zehn Reichsstädte der hagenauer Landvogtei: Münster, Kaiserberg, Türkheim, Colmar, Schlettstadt, Landau, Weissenburg, Rossheim, Hagenau und Ober-Ehnheim.


Reichstaler 1679, auf den Frieden von Nijmegen.     Ø 43 mm, ca.29 g.   EL 602; Dav.5847.
Vs.:   PACE· / INTER·LEOPOLDI· / ROM·IMP·E·T·LVDOV·XIV· / GALL·REG·NEOMAGI·FACTA· / S·P·Q·ARGENTORATENSIS / SERVATÆ·DIVINITVS·REIP· / MIRACVLVM·ÆTERNÆ· / POSTERITATIS·MEMORIÆ· / IN·HOC·MONVMENTO· / CANSECRAVIT· / VII·KAL·FEBR·MDCLXXIX·   "Frieden zwischen Leopold I., Römischer Kaiser, und Ludwig XIV., König der Gallier, gemacht vom Senat und dem Volk Strassburgs, ist dieses Denkmal gewidmet, ein Wunder für die ewige Erinnerung an die Nachwelt, 24. Januar 1679."
Im Abschnitt das Stadtwappen zwischen Ranken und Signatur IC - M.

Rs.:   ⚜AVREA PAX POTIVS TIBI O ARGENTINA TVISQVE MVNVS DIVINO SVBVOLAT AVXILIO   "Möge dir ein goldener Frieden vorzugsweise zufliegen, oh Strassburg,
und dich mit göttlicher Hilfe begünstigen"     Das Chronogramm ergibt 1679.
Arche Noah auf dem Wasser, darüber fliegt eine Taube mit Olivenzweig.

Prägungen 1682-90 nach französischer Währung: 1, 2, 4, 10, 15 und 30 Sols


XXX Sols 1689.     Ø 35 mm, 14,86 g.   EL 506; Berst.228; Gadoury 183.
✼MONETA·NOVA·ARGENTINENSIS   //   ✼GLORIA·IN·EXCELSIS·DEO   ·XXX· / ·SOLS· / ·1689·

ab 1693 königliche Münzprägung in Strassburg


33 Sols 1707 BB.     Ø 33 mm, 9,10 g.   EL 525; Gadoury 198.
MONETA+NOVA·ARGENTINENSIS·  //   SIT·NOMEN·DOMINI - BENEDICTVM 1707  -  gekrönte französische Wappen, darunter das Münzzeichen BB für Strassburg.
Die königliche Münzprägung in Strassburg begann 1693, die städtische endete 1716.

Lit.:
• Engel, A. / Lehr, E. [EL]:  Numismatique de l'Alsace, S.145f & 184-232. Paris 1887 - Pdf bei Scribd.
• Mey, J. de :  Les monnaies de Strasbourg, Textabb., Brüssel 1976.
• Berstett, A.v.: Versuch einer Münzgeschichte des Elsasses, S.64-74. Freiburg i.Br.1840 - daraus Auszug
• Cahn, Julius :  Münz- und Geldgeschichte der Stadt Strassburg im Mittelalter, Strassburg 1895.

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