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Hansestadt Stade

Stade war ein wichtiger Fährort über die Elbe, war seit 1010 Sitz der Grafen von Stade, erhielt 1168-1181 Stadtrechte von Heinrich den Löwen, trat 1254 dem Rheinischen Städtebund bei, kaufte 1272 dem Bischof das Münzrecht ab, wurde Hansemitglied, wurde 1648 Hauptstadt des schwed. Herzogtums Bremen und Verden, kam 1719 zu Hannover.
Stades letzte Münzprägung, der Reichstaler 1686, erregte bei den Schweden grosse Aufregung.

Wappen: einen silbernen, aufrecht stehenden, mit dem Bart nach links (vom Betrachter aus) gewandten Schlüssel (dem Petrusschlüssel der Erzbischöfe von Bremen) im blauen Feld.


Sware o. J. (14. Jh.).     Ø 14 mm, 0,73 g.   Bahrf.3.
Vs.:   ᗰOnᗺTA STADᗺnSIS   -   Schlüssel mit dem Barte n. rechts.
Rs.:   ·SAnᗭTVS WILHADVS   -   St. Wilhad mit Krummstab, die Rechte segnend erhoben.
Diese Swaren sind ganz nach dem Muster der Münsterschen und Bremer Swaren gemünzt und haben gleich diesen die Eigentümlichkeit, dass die Münzplatten um ein bedeutendes kleiner als die Stempel waren, so dass die Münzen, wenn sie nicht zufällig schief unter den Stempel kamen, von der Umschrift nichts, oder im letzteren Falle nur einen Teil davon sehen lassen.
Die besterhaltenen dieser Swaren wiegen nach Grote 0,624-0,672 g, die in Bremen befindlichen 14 Stück wiegen zusammen 10 g, was für das Stück 0,714 g ergibt. Rechnet man mit einem Normalgewicht von 0,720 g, so würden rund 325 Stück aus der Gewichtsmark (233,856 g) ausgebracht sein. Bei 6 Lot (0,375 fein) ergibt 0,270 g Feinsilber je Swaren. [Bahrf. S.339]


Witte o. J. (14. Jh.).     Ø 20 mm, ca.1,2 g.   Bahrf.4b.
Vs.:   ✠MONETA♠NOVA♠STADENSI'   -   aufrechter Schlüssel mit dem Barte nach rechts.
Rs.:   ♠DEVS♠EST♠OMNIPOTENS:   "Gott ist allmächtig"
Ausgeschweiftes Kreuz, in den Winkeln Ringel.
Bei einem Normalgewicht von 1,30 g würden rund 180 Stück dieser Münzen aus der Gewichtsmark gemünzt sein, und da sie nach dem Strich 5-lötig (0,312 fein) sind, das Stück 0,407 g Silberinhalt haben. [Bahrf. S.340]


1/16 Taler 1615 (Doppelschilling).     Ø 25 mm, ca.2,4 g.   Bahrf.13h/k.
Vs.:   MON:NO:CIV:STADENSIS:1615·⚒·   -   ovales Wappen von 2 Greifen gehalten.
Rs.:   MATTHIAS·D:G:RO:IM:SE:AV:   -   gekrö. Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl 16.


Taler 1616 (32 Schilling).     Ø 40 mm, 2,84 g.   Bahrf.15a; Dav.5810.
Vs.:   ·MONETA·NOVA·CIVITATIS·STADENSIS·1616·⚒·
Ovales Stadtwappen, Schlüssel mit dem Barte nach rechts, zwei Greifen als Schildhalter
Rs.:   ·MATTHIAS·D:G:ROM:IMP:SEMP:AVGVST:
Gekrönter Doppeladler mit Kopfscheinen, auf der Brust Reichsapfel.


Taler 1621.     Ø 42 mm, 29,16 g.   Bahrf.27a; Dav.5811A.
Vs.:   ·MONETA·NOVA·CIVITATIS·STADENSIS·1621·HB (HB = nicht identifizierter Mzm.)
Verziertes, ovales Wappen, Schlüssel mit Barte nach links, zwei Greifen als Schildhalter.

Rs.:   ·FERDINANDVS·II·D:G ROMA:IMP:SE:AVG:   -   Gekrönter Doppeladler ohne Kopfscheine,
auf der Brust der Reichsapfel mit der Wertzahl 23 (irrtümlich für 32).


Doppelschilling 1621.     Ø 16 mm, 1,02 g.   Bahrf.28a.
Vs.:   MO·NO·CIV - STADE·Z1·     Schlüssel (Stadtwappen) darüber ·Z· / SCHILL
Rs.:   ·✼· / REICHS / TALER· / SILBER· / ·✼·

In Stade wurde nach 1621 erst wieder 1640 gemünzt.


1/16 Taler 1640.     Ø 20 mm, ca.1,6 g.   Bahrf. 34 var.
Vs.:   CIVITA:STADENSIS·1640·P   -   Wappen in ovaler Kartusche
Rs.:   +MONET:NOVA·ARGENTEA.   -   XVI / E·REIS / DAL: / ·


1/48 Taler 1676 (Schilling).     Ø 18 mm, 0,99 g.   Bahrfeldt 38b.
Vs.:   ✿STADER   -   Schlüssel zwischen zwei Palmzweigen.
Rs.:   STADT·GELDT·1676·⚒   -   ·48· / E:REIC / HS·TAL: / ·A·H·


Reichstaler 1686.     Ø 43 mm, 28,97 g.   Bahrf.41a; Dav.5814.
Vs.:   ·MONETA·NOVA·CIVITATIS·STADENSIS·1686 IS   -   ??
Rs.:   LEOPOLDUS·D·G·ROM:IMP:SE:AUG:   -   Gekrö. nimb. Doppeladler mit Reichsapfel.
In Stade befand sich die Verwaltung des schwedischen Herzogtums Bremen-Verden. Dort übte die schwedische Regierung auch ihr Münzrecht für das Herzogtum aus, die Stadt Stade wollte parallel dazu ihr eigenes Münzrecht nutzen. Dagegen protestierten jedoch die Schweden heftig. Deshalb wurde eine Ausgabe kleinerer Nominale im Jahr 1676 abgebrochen. Als die Schweden das städtische Münzrecht schließlich anerkannt hatten, missfiel ihnen auf den Reichstalern 1686 der Titel des Kaisers Leopold I. und der Reichsadler. Die Taler von 1686 wurden eingezogen. Einige Jahre später erteilten die Schweden der Stadt Stade ausdrücklich das eigene Münzrecht mit der Bedingung, das Porträt und den Titel des schwedischen Königs auf die Prägungen zu setzen. Stade verzichtete jedoch auf die Ausübung des Rechts.   [Kü-208, S.88]

Lit.:
• Bahrfeldt, Max :  Die Münzen der Stadt Stade.
    NZ 11(1879)300-390. SD: 82 S., 4 Tfn., Wien 1879.   Auszug daraus.

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