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Reichsstadt Schaffhausen

Schaffhausen (Scafhusun) entstand am Rhein kurz vor den Rheinfällen an einer Furt über den damals an dieser Stelle breiten und flachen Fluss. 1045 erhielt Graf Eberhard von Nellenburg das Münzrecht für seine Siedlung Scafhusun. Der Graf gründete 1049 auch das Kloster Allerheiligen. Sein Sohn schenkte dem Kloster 1080 die Stadt Schaffhausen samt Münzrecht. 1190 wurde das Kloster und die Stadt reichsunmittelbar. Doch 1330 verpfändete der König Schaffhausen an den habsburger Herzog, dem die Stadt nun lehns- und abgabenpflichtig wurde. Als der habsburger Herzog 1415 auf dem Konzil von Konstanz geächtet wurde, konnte sich Schaffhausen von Kaiser Sigismund die erneute Reichsfreiheit erkaufen.

Wappen: Schwarzer Widder aus einem Tor eines Turms herausspringend. 1253 erscheint erstmals ein aus einem Tor heraustretender Schafbock auf einem Siegel der Stadt.


Brakteat 1180-90 der Abtei Allerheiligen.     Ø ca.23 mm, 0,46 g.   Klein/Ulmer (CC) 104.1.
Über einm Spitzdach nach links springender Schafbock mit einem Türmchen auf dem Rücken, vor ihm befinden sich vier Kugeln. Zwischen Schafbock und Dach ein sechsstrahliger Stern.
Dies ist die älteste erhaltene Münze, welche die zwei Elemente des Namens 'Schaffhausen' zeigt:
ein Schaf (gehörnter Schafsbock) und ein Haus (nur das Dach).


Einseitiger, vierzipfeliger Pfennig (Mitte 13. Jh.).     15x16 mm, 0,35 g.   Wiel.8; HMZ 1-426a.
Schafbock nach rechts, über seinem Rücken ein Kreuz. Perlkreis.
Geprägt in der gepachteten Münzstätte des Klosters zu Allerheiligen.


Einseitiger, vierzipfeliger Pfennig (1300-20).     16x18 mm, 0,33 g.   Wiel.12; HMZ 1-432a.
Widder tritt nach links aus einem Turm heraus.

Die Stadt Schaffhausen suchte schon frühzeitig das Münzrecht auszuüben, indem sie dasselbe im Jahre 1333 um einen jährlichen Zins von 3 Mark vom Kloster Allerheiligen pachtete. Von nun an blieb sie fortwährend im Besitze der Münze.     [Coraggioni]


Einseitiger Pfennig o. J. (um 1700-15).     Ø 12? mm, 0,15 g.   Wiel.27; HMZ 2-773var.
Widder springt nach links aus einem Gebäude heraus, im Perlenkreis.


Einseitiger Pfennig o. J., Billon.     Ø 12 mm, ? g.   Wiel.28; HMZ 2-773c.
Widder springt nach links aus einem Gebäude heraus, im Perlenkreis.


Batzen 1515.     Ø 26 mm, 3,33 g.   Wiel.375var; HMZ 2-753c.
Vs.:   ✠MOnETA·nOVA·SCAFVSEnSIS·I5   -   Widder springt aus dem Tor eines Turmes nach links.
Rs.:   ✠O·REX·GLORIaE·XPE·VENI·CVm'·PACE   "Oh König der Ehren, Christus, komm' mit Frieden"
einfacher Reichsadler nach links.
Umschriften in Antiqua, das 'N' noch gotisch.


1/2 Batzen o. J. (1515-33).     Ø 21 mm, 1,58 g.  Wiel.- (vgl.364var; HMZ 2-755a.
Vs.:   ✠MONETA·NOVA·SCAFVSEN   -   Bock aus Tor herausspringend.
Rs.:   ✠O REX·GLORIE·XPE·VENI·CV·P'   -   Reichsadler n. links.


Kreuzer 1550 (Etschkreuzer).     Ø 18 mm, 1,01 g.   Wiel.130var; HMZ 756b.
Vs.:   +MON·NOV·SCAFVSENS·50   -   Adler belegt mit Wappen.
Rs.:   +D - EVS· - SPES· - NO·E - S   -   zwei Kreuze der Etschkreuzer.
DEVS SPES NOSTRA EST = "Gott ist unsere Hoffnung"


Taler 1551.     Ø 40 mm, 28,74 g.   HMZ 2­749b; Dav.8741.
Vs.:   MONETA✴NOVA✴SCAFVSENSIS♌   ♌ = Weinblatt = Mzm. Werner Zentgraf (1550-67).
Das Stadtzeichen: Widder springt n.l. aus einem Tor, über dem Kopf 1551, unten 'Dreiberg' (3 Steine).

Rs.:   DEVS✴SPES✴NOSTRA✴ESt   "Gott ist unsere Hoffnung"   -   einfacher Adler, Kopf nach links.
Dieser Talertyp wurde mit den Jahreszahlen 1550, 1551, 1557 und 1562 geprägt.


Taler 1557.     Ø 40 mm, 28,54 g.   HMZ 2-749c; Dav. 8741.
ähnlich wie vor.


Klippe zu 3 Kreuzer 1611 (Groschen).     25x24 mm, ? g.   D./T.1386c Anm.


3 Kreuzer 1626 (Groschen).     Ø 22 mm, 1,38 g.   D.T. 1389a; HMZ 2-769l.
+MO:NO:SCAFVSENSIS:1626   //   +DEVS SPES - NOSTRA EST


15 Kreuzer o. J. (Oertli, 17. Jh.).     Ø 29? mm, 5,29 g.   Wiel.485; HMZ 2-766c.
MONETA✶NOVA✶SCAFVSIERSIS   //  DEVS·SPES (XV) NOSTRA·EST
mit Wertangabe XV in der Umschrift.


Dicken 1611.     Ø 30 mm, ? g.   D.T. 1375; HMZ 2-788.
Vs.:   ·MO·NO·SCAFVSEN SIS·1611   -   Widder springt aus Stadtturm (Fenster).
Rs.:   +DEVS+SPES+NOSTRA EST   -   Doppeladler mit zwei Kronen.


Dicken 1632.     Ø 29? mm, 8,62 g.   D.T.1378d; HMZ 2-765m.
Vs.:   ✿:MONETA·NOVA·SCAFVSENSIS   -   Widder springt aus Stadttor, davor 'Drei-Kaktus'.
Rs.:   ✥DEVS:SPES - NOSTRA EST   -   Doppeladler mit Nimben, im Abschnitt die Jz. 1632


Dicken 1633.     Ø 29? mm, 8,46 g.   D.T.1378e; HMZ 2-765n.
Vs.:   ✿:MONETA·NOVA·SCAFVSENSIS:   -   Widder springt aus Stadttor, davor 'Drei-Kaktus'.
Rs.:   ✶DEVS·SPES - NOSTRA EST   -   Doppeladler, im Abschnitt die Jz.


Dicktaler 1629 oder 1529, geprägt mit den Stempeln zu einem Dicken (?).     Ø 30? mm, 30,17 g.
Wiel.588a (dieses Ex.). DT -,vgl.1378Anm.(nicht 17 Jh.). HMZ -.

Vs.:   ✿MONETA✶NOVA✶SCAFVSENSIS✶29   -   Widder n.l. steigend, ohne Türme und ohne Dreiberg.
Rs.:   ✿O✶REX✶GLORIE✶XPE✶VENI✶CV✶PA   -   Doppeladler mit kleinen Kronen.
Die Zeitstellung dieser Prägungen mit zweiziffriger Jahreszahl 29 bleibt umstritten. F. Wielandt spricht sich für 1629 aus. E.Tobler hat sich in einem Artikel in SM 34 (1984), Heft 135, S. 71-78 umfassend mit dem »Dicken 29« befasst. Sein Resümee: »Der Dicken 29 passt weder stilmässig noch nach der Legende in das Jahr 1629. Die Stempel sind für Hammerprägung geschaffen, die im 17. Jahrhundert für grössere Münzen keine Anwendung mehr fand. Meine eigenen Vermutungen gehen nun dahin, dass die Stempel zum Dicken 29 im Jahre 1529 geschnitten wurden.« Das Jahr 1529 war für die Stadt Schaffhausen von besonderer Bedeutung. Unter sanftem Druck der reformierten Miteidgenossen Zürich, Bern und Basel wurde die protestantische Religion eingeführt. Das 1524 in eine Propstei umgewandelte Kloster Allerheiligen wurde am 29.11.1529 aufgehoben. Seine Besitztitel gelangten an die Stadt, so auch die uneingeschränkte Nutzung des Münzrechts. Der neuverpflichtete Münzmeister Friedrich Gutemtag wollte oder sollte dies in einer repräsentativen Emission zur Schau stellen. Als Stempelschneider könnte der junge Lorenz Rosenbaum in Frage kommen, dessen erste signierte Medaille jedoch erst aus dem Jahre 1531 vorliegt. Geprägt wurden allerdings hauptsächlich die im Geldverkehr benötigten Batzen, Vierer und Pfennige. Die feinen Dickenstempel kamen erst Mitte des Jahrhunderts im Vorfeld der Grosssilberprägung der Jahre 1550 und 1551 zum Einsatz.     [Leu, 2002]


Taler 1620.     Ø 40 mm.   Wiel.696; HMZ 2-763a; Dav.4627.
Vs.:   ✼MONETA·NOVA·SCAFVSENSIS   -   Widder springt n. l. aus dem Tor,
unten ein Dreiberg (3 Steine), oben die Jz. 16Z0.

Rs.:   DEVS:SPES NOSTRA:EST:   -   gekrönter einköpfiger Adler.
Dieser Talertyp mit einköpfigen Adler wurde mit Jahreszahlen 1620-24 geprägt.


Taler 1656.     Ø ? mm, 28,15 g.   Wiel.736; HMZ 2-786; Dav.4628.
Vs.:  ✶MONETA✶NOVA✶SCAFVSENSIS✶16✼56  -  Widder springt n.l. aus Turm über Gras und 2 Steine.
Rs.:   DEVS SPES NOSTRA EST ♋   -   Doppeladler, oben Krone mit Signatur ·H H A·.
Münzmeister Hans Heinrich Ammann wurde am 6.12.1656 angewiesen, Taler zu prägen. Schon im Februar warnte Altmünzmeister Tobias Wegerich, dass die Taler zu leicht seien, und ein Verbot durch die Reichsstände zu erwarten wäre, was dem ganzen geplanten Münzunternehmen schädlich wäre. Münzmeister Amman musste die zu leichten Taler zurückrufen und einschmelzen. Ein blamables Ende für die Talerprägung in Schaffhausen, denn der "zurückgezogene" Taler von 1656 war die letzte Gross-Silber-Prägung des Standes Schaffhausen. Auch aus dem 19. Jh. gibt es keine Schaffhauser Talerprägung.


Dukat 1633.     Ø ca.21 mm, 3,45 g.   Wiel.744; HMZ 2-760e; Friedb.370.
Vs.:   MO:NO:AVREA·SCAFVSENSIS·16·33·   -   Schaffhauser Wappen mit stehendem Widder nach links, in reichverziertem spanischen Schild, oben Engelskopf.
Rs.:   ✿:DEVS✶SPES✶NOSTRA✶EST:   -   Nimbierter Doppeladler mit Kreuz zwischen den Köpfen.


Dukat o. J. (1658-59).     Ø 21 mm, 3,43 g.   Wiel.746b; HMZ 2-760a; Friedb.370.
Vs.:   ·DVCATVS·NOVVS REIPVB:SCAFVSENSIS   -   Ovaler Schaffhauser Wappenschild in Kartusche, oben Engelsköpfchen. Steigender Widder in doppelter Kreislinie eingefasst.
Rs.:   DEVS✶SPES✶NOSTRA✶EST✶   -   gekrönter Doppeladler.

Lit.:
• Wielandt, F. :  Schaffhauser Münz- und Geldgeschichte. Schaffhausen 1959.
• Coraggioni, L. :  Münzgeschichte der Schweiz, S.89-90. Genf 1896. - Auszug.

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