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Reichsstadt Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall entstand an einer Saline im Tal der Kocher. Nach dem Aussterben der Grafen von Comburg-Rothenburg 1116 kam die Stadt an die Staufer. Die Stadt wurde 1280 Reichsstadt. 1396 erhielt sie das Münzrecht. Saline, Münzprägung und Handel bescherten ihr eine wirtschaftliche Blüte. Mit Zukäufen konnte die Stadt ihr Territorium stark ausweiten. Ihre Eigenständigkeit verlor sie erst 1802.

Wappen: Gold und Rot geteilte Felder, in Kreisen oben ein Kreuz und unten eine offene rechte Hand. Dies sind die Münzbilder der Heller, die in Schwäbisch Hall ihren Ursprung haben. Das alte Wappen besteht nur aus den zwei Feldern, die später Kreuz und Hand aufnahmen. Als drittes Wappen wurde schließlich noch der Doppeladler hinzugefügt.




Heller o. J.     Ø 25-27 mm, 0,80 g.
Vs.:   .IxI.IxI.IxI.IxI   -   Gabelkreuz mit Punkten in den Gabeln.
Rs.:   HIAILILIAI.I   -   Innenfläche einer rechten Hand.
Heller (ursprünglich auch Haller, Häller oder Hängleinheller) wurden zuerst unter Ks. Friedrich I. (1152-90) in seiner königlichen Münzstätte zu Schwäbisch Hall geprägt, danach auch in königlichen Münzstätten anderorts. Die ersten Heller trugen eine Art Umschrift: F R I S A // HALLA (Fridericus Rex Imperator Semper Augustus / Name der Münzstätte). Spätere Heller trugen eine strichförmige Trugschrift, oder blieben ganz schriftlos. Siehe ein Heller ca.1225-50 im Bodemuseum Berlin.


Heller o. J.     Ø 26 mm, 0,69 g.
Vs.:   Gabelkreuz, in den Gabeln 3 Punkte und ein Quadrat (unten).
Mit vier Hammerschlägen wurde hier der quadratisch zugeschnittene Rohling in eine rundere Form gedehnt. In der Mitte hob sich dann ein 'Quadratum supercusum' hervor, das die ursprüngliche Dicke beibehielt, bevor darauf geprägt wurde.

Um 1300 wurde die Haller Reichsmünzstätte an eine Florentiner Investorengruppe verpachtet, die durch Investitionen, technische Verbesserungen und durch ihre weitreichenden Handelsbeziehungen den Umlauf der Heller ausweitete. Und da der Heller so erfolgreich war, war es selbstverständlich, daß andere Münzstände ihn nachahmten.
1356 verfügte Kaiser Karl IV. eine Herabsetzung des Silbergehalts der Heller, und er führte eine Kennzeichnungspflicht ein. Von da an finden wir Beizeichen wie Buchstaben und Wappenbilder auf oder neben der Hand. Da nun viele Münzstände Heller prägten, einige auch etwas außerhalb der Legalität, verschlechterte sich der Heller gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Bis ins 19. Jahrhundert war der Heller als Münzbezeichnung dann in Süddeutschland der Name des halben Pfennigs, der kleinsten Münze.


Einseitiger Heller o. J. (ab 1. Hälfte des 15. Jh.).     Ø 11 mm.   Raff 23.
Schild mit Hand, auf die das Kreuz gelegt ist.


Hohlpfennig o. J. (ab 1494).     Ø 14 mm.   Raff 24.
Die Schilde mit Kreuz und mit Hand nebeneinander, darüber erwächst ein Adler,
dessen Schwanz unten herausschaut.


Münzstempel von der Vorderseite des Halbbatzen 1515.     Raff zu 25.
Ein 47 mm langes Obereisen aus Eisen.
Die beiden Stadtzeichen über dem Münzstättenzeichen H, darüber die lateinisch geschriebene Jahreszahl.


Batzen 1516.     Ø 27 mm.   Raff 26.     (mit И für N)
Vs.:   ✠ MOИETA:ИOVA:SWEBISCH:HAL   -   Nebeneinander die Schilde Kreuz und Hand,
oben die lateinisch geschriebene Jahreszahl, unten Münzstättenzeichen ·H·.

Rs.   ✠MAXIMILIAИ:ROMAИORum:IMPeRAtor   -   Doppelt gekrönter Doppeladler,
auf der Brust das alte geteilte Wappen der Stadt.

Die Zeit von Ks. Karl V., 1520-56


Taler 1545.     Ø 40 mm, 52,44g.   Raff 32; Dav.9213.
Vs.:   ✠MONE·NOVA·REIPVB·HALE·SVEVICE
Zwei Wappenschilde - Kreuz und Hand - nebeneinander, oben Jz. und Laubwerk, unten ·H·
Rs.:   CAROLVS·V·ROMAnorum·IMPErator·SEMper·AVGVstus
Gekrönter u. nimbierter Doppeladler mit dem alten Hall'schen Wappen auf der Brust.
Mit diesen nur 1545 geprägten Talern bezahlte die Stadt die von Ks. Karl V. nach dem Schmalkaldischen Krieg auferlegten Lasten. Danach stellte die Münzstätte ihre Tätigkeit ein.
Die späteren Prägungen erfolgten auswärts.


1/4 Taler 1545.     Ø 29 mm.   Raff 35.
Mit der selben Jahreszahl wurden neben dem Taler 1545 auch Halb- und Viertelstücke ausgegeben.

Die Zeit von Ks. Leopold I., 1657-1705


Einseitiger Pfennig 1681.     Ø 12 mm.   Raff 58.
Doppelwappen, darüber wachsender Adler, unten Jahreszahl.

Die Zeit von Ks. Joseph I., 1705-11


Taler 1705, Nürnberg.     Ø 42 mm, 29,2 g.   Raff 37; Dav.2274.
Vs.:   MONETA NOVA REIPUBLICÆ HALÆ SUEVICÆ·1705·
Drei Schilde in Kleeblattstellung, im Feld G F - N· (Georg Friedrich Nürnberger, Münzmeister).
Rs.:   ·IOSEPHVS I·D·G·ROMANORUM IMPERATOR SEMPER AVG
Geharnischte, drapierte Büste mit Lorbeerkranz und Vliesorden r.
Dieser und alle nachfolgenden Taler sind Huldigungsmünzen, mit denen ein neu in das Amt
gekommene Kaiser geehrt wurde. Diese Stücke waren nicht für den Umlauf gedacht.

Die Zeit von Ks. Karl VI., 1711-40


Dicker Doppeltaler 1712, Nürnberg.     Ø 43 mm, 58,37 g.   Raff 40a; Dav.2275.
Vs.:   MONETA NOVA REIPUBLICÆ HALÆ SUEVICÆ·
Drei Schilde in Kleeblattstellung, im Feld G F N (Georg Friedrich Nürnberger, Münzmeister).
Rs.:   CAROLVS VI·D·G - ROM·IMP·SEMP·AVG·
Geharnischte, drapierte Büste mit Lorbeerkranz und Vliesorden r.; am Armabschnitt 1712.


Halbdukat 1712, Nürnberg.     Ø 14 mm, 1,75 g.   Raff 39; Friedb.1077a.
auch in Silber als Halbkreuzer.

Rs.:   CAROLVS VI. ROM.IMP. CORON.22.DEC. 1711.

Die Zeit von Ks. Karl VII., 1742-45


Taler 1742, Nürnberg.     Ø 41 mm.   Raff 41; Dav.2278.
Vs.:   MONETA NOVA REIPUBLICÆ HALÆ SUEVICÆ
Drei Schilde in Kleeblattstellung, im Feld P G N (Paul Gottlieb Nürnberger, Münzmeister).
Rs.:   CAROLVS VII·D·G·ROM·IMP·SEMP·AVG·1742·
Geharnischte, drapierte Büste mit Lorbeerkranz, am Arm: J. L. Œ (Joh. Leonhard Oexlein).

Die Zeit von Ks. Franz I., 1745-65


Taler 1746, Nürnberg.     Ø 41 mm.   Raff 49; Dav.2279.
MONETA NOVA REIPUBLICÆ HALÆ SUEVICÆ   //   FRANCISCVS D· - G·ROM·IMP SEMP·AVG·
Vs.: C G L (Carl Gottlieb Laufer, Münzmeister) / Rs.: P.P.WERNER (Stempelschneider)

Die Zeit von Ks. Josef II., 1765-90


Taler 1777, Nürnberg.     Ø 40 mm, 29,3 g.   Raff 52; Dav.2280.
Vs.:   MONETA NOVA REIPUBLICÆ HALÆ SUEVICÆ  -  Drei Wappen in Kleeblattstellung,
darunter K - R (Wardein Knoll / Mzm. Riedner), Jz. 17 N 77 und Münzstättenzeichen N.

Rs.:   IOSEPHVS II·D·G· ROM·IMP·SEMP·AVG.  -  Geharnischte, drapierte Büste mit Lorbeerkranz und Vliesorden r., darunter OEXLEIN.Fecit. (Stempelschneider J. L. Oexlein in Nürnberg)

Die Huldigungstaler wurden meist begleitet von Halbtalern und Dukaten mit dem gleichen Aussehen.


Dukat 1777, Nürnberg.     Ø 21 mm, 3,51 g.   Raff 51; Friedb.1083.

Lit.:
• Raff, A. :  Die Münzen und Medaillen der Stadt Schwäbisch Hall. Freiburg 1986.
• Binder, C. :  Württembergische Münz- und Medaillenkunde, S.438ff. Stuttgart 1846  -  Auszug daraus.

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