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Reichsstadt Nordhausen

Nordhause liegt am Südrand des Harzes. Kg. Heinrich I. errichtete 927 dort eine Königspfalz. Seine Ehefrau gründete 961 ein Damenstift "Zum Heiligen Kreuz", das von Otto II. Markt-, Zoll- und Münzrecht erhielt. 1180 brannte Heinrich der Löwe die Stadt nieder. Ks. Barbarossa ließ die Stadt wieder aufbauen, wandelte das Damenstift in einen Domstift um und setzte einen kaiserlichen Vogt ein. Die Stadt erlangte die eigene Gerichtsbarkeit durch Kg. Rudolf. 1524 wurde die Reformation eingeführt, die Stadt blieb aber kaisertreu. Die Stadt mußte sich mehrfach von den eingesetzten Vögten freikaufen. Endgültig gelang dies erst 1715, für 50.000 Taler. Nach dem Wiener Kongress fiel Nordhausen 1815 an Preußen.

Wappen: In Gold ein gekrönter, schwarzer Adler mit roter Zunge und roter Bewehrung. Darüber der ursprünglich landgräflich-thüringische Helm mit schwarz und gelben Decken, Krone und zwei weissen Büffelhörnern, deren jedes auswärts mit vier oder fünf weissen Stäbchen mit je zwei bis vier gelben abhängenden Lindenblätter besteckt ist.




Hohlpfennig o. J. (Mitte des 15. Jh.).     Ø 19 mm, 0,30 g.   Posern-Klett 709var; Lauerwald 3.7.1.
+nORTh   -   Gekrönter Adler, Flügel mit 4 Federn, Kopf nach l. gewandt.



Taler 1556.     Ø 40 mm, ca. 28 g.   Lejeune 1b; Lauerwald 5.1.2; Schulten 2401; Dav.9598.
Vs.:   MOneta:Nova:NORTHVSENsis:CIVITATIS·IMPERV
"Neue Silbermünze der Reichsstadt Nordhausen"   -   kleines Adlerwappen, darüber großer Helm mit Zier.
Rs.:   D·G·CARLVS·V·ROM·IMP·SEM·AVGVSTVS (herabhängendes Kleeblatt für Valentin Sickel)
"Karl V., von Gottes Gnaden Römischer Kaiser, immer erhaben" (auch übersetzt mit "Mehrer des Reiches")
gekrö. Kaiser fast von vorne in Rüstung mit Zepter, Reichsapfel und Orden vom Goldenen Vlies am Band,
Hüftbild zwischen den Jahreszahlen 5 - 6.


1/4 Taler 1556.     Ø 29 mm, 6,67 g.   Lejeune 2; Lauerwald 5.2.
Vs.:   ·MO·N·NORTHVSEN·CIVIT:IMPE   -   Behelmtes Stadtwappen, darüber Helm mit Zier.
Rs.:   ·D·G·CARL·V·R·IM·S·AVGVSTVS· (herabhängendes Kleeblatt = Zeichen für Valentin Sickel)
gekrö. Hüftbild des Kaisers Karl V. mit Zepter und Reichsapfel halbrechts zwischen der Jahreszahl 5-6.


Dreier 1556.     Ø 17 mm.   Lejeune -; Lauerwald 5.3.
Vs.:   Adler, Flügel mit 5 Federn. Pkt. zwischen Schwanzfeder.
Rs.:   Reichsapfel mit Wertzahl 3, oben geteilt Jz. 5 - 6, rechts daneben herabhängendes Dreiblatt.


1/24 Taler (Groschen) 1616.     Ø ca.20 mm.   Lejeune 6a var; Lauerwald 6.1.5.1.1 var.
Vs.:   ♣:MO·NO·IM·CIUI·NORTH   -   kleines Stadtwappen mit Helm und Zier.
Rs.:   MATI·D·G·RO·I·S·A· (Mz.) 16 - 16   -   Reichsapfel mit Wertzahl Z4
Münzzeichen Eichel-Zainhaken gekreuzt für Andreas Weber ?


1/24 Taler (Groschen) 1616.     Ø 20 mm.   Lejeune 8f; Lauerwald 6.1.5.3.7.
Vs.:   ♣:MO·NO·IMP·CI·NORTHAV   -   grosses Stadtwappen.
Rs.:   MAT·D·G·RO·IM·S·A·16 - 16   -   Reichsapfel mit Wertzahl Z4


Adler-Dreier o. J. (1611-22).     Ø 14-16 mm, 0,74 g.   Lejeune 65 var; Lauerwald -; BBK 249.1.
Ungekrönter Adler im verzierten Oval   //   Reichsapfel in verzierten Raute.
Diese datierten sowie undatierten Adler-Dreier passen viel besser zu Goslar als zu Nordhausen.
Der Goslarer Adler ist ungekrönt, während der Nordhausener gekrönt ist.


1/24 Taler 1617.     Ø 19 mm, 1,47 g.   Lejeune 22a var; Lauerwald 6.2.1.12.4.
Vs.:   ·MO·NO·CI·IMP·NORTHAV   -   Adler nach links im Perlkreis ohne Schild.
Rs.:   MAT·D·G·RO·IM·S·A·16 - 17   -   Reichsapfel mit Z4.


4 Dukaten 1619. Goldabschlag vom 1/2 Taler.     Ø 33 mm, 13,81 g.
Lejeune 33; Lauerwald 6.4.6; Friedb.1791.

Vs.:   ·MO·NO:CIUITAT· - ·IMP:NORTHAVS·
Behelmtes Stadtwappen, zwischen den Hörnern des Helmes ein Zainhaken und
die Signatur H G (Hans Gruber, Stempelschneider und Münzmeister in Nordhausen 1618-24)

Rs.:  ·MATHI·D·G·ROM· - ·IMP·SEMP·AUG·16 - 19   Titel des Ks. Matthias,
gekrönter Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust.


1/4 Taler 1619.     Ø 28 mm, ca.7 g.   Lejeune 34; Lauerwald 6.4.7.
Vs.:   ·MO·NOVA·IMP· - ·CIVITVNORTHAV
behelmter Schild; Jz. neben u. zwischen den Hörnern: 1 - 61 - 9
Rs.:   MATHI·D·G·RO· - ·IMP·SEMP·AV   -   gekrönter Doppeladler.


Kipper-12 Kreuzer o. J. (1620-21)     Ø ca.24 mm, 2,10 g.   Lejeune 51; Lauerwald 6.6.1.3.1 var.
Vs.:   MO·NO·CI· - ·IM·NORT  -  behelmtes Stadtwappen.
Rs.:   ·FERD·II·ROM·IMP·SEM·AV  -  gekrönter Doppeladler mit Wertzahl auf der Brust.


Kipper-12 Kreuzer o. J. (1620-21)     Ø ca.24 mm, 2,10 g.   Lejeune 57; Lauerwald 6.6.1.9.1.
Vs.:   ·MO·NOO·CI·IM·NORTHVSN·  -  gekröntes Stadtwappen.
Rs.:   ·FERD·II·RO OM·IMP·SEM·A  -  gekrönter Doppeladler mit Wertzahl auf der Brust.


Doppeltaler 1623.     Ø 43 mm, 58,88 g.   Lejeune -; Lauerwald 6.9.1; Dav.5625.
Abschlag auf doppelt dickem Schrötling von den Talerstempeln Lejeune 79. Unikum, Ex. Slg. Dr. Lutz.

Vs.:   +MON·NOV·CIVI+ - +IMP·NORTHUSIŒ
grosser gekrönter Adler, seitlich H - G (Hans Gruber).
Rs.:   ·FERDI·II·D:G·RO+ - +IMP·SEMP·AVG·16· - ·23
gekrönter Doppeladler, auf der Brust der leere Reichsapfel.


Dreier 1623.     Ø 16-17 mm.   Lejeune 81; Lauerwald 6.9.6.1.
NORTHAVSEN _ Adler mit Kopf nach links   //   Reichsapfel mit Wertzahl 3, darüber 16 - Z3.


Taler 1624.     Ø 43 mm, ca.28,47 g.   Lejeune 84b; Lauerwald 6.10.2.2; Dav.5629.
Vs.:   ✱MON·NOV·CIV· - ·IMP·NORTHVS✱    
Rs.:   ✱FERDI·II·D·G·ROM· - ·IMP·SE·A✱16Z4✱
gekrönter u. nimbierter Doppeladler, leerer Reichsapfel, seitlich C - M (Münzmeister Conrad Marquardt)


Einseitiger Schüsselpfennig 1624.     Ø 11-12 mm.   Lejeune 88; Lauerwald 6.10.6.1.
16NZ4, darunter Stadtwappen zwischen Münzzeichen C - M / ◦ - ◦.


Reichstaler 1660.     Ø 44 mm, 28,99 g.   Lejeune 90; Dav.5631.
Vs.:   ·MO·N·LIB·IMPER·CIVITATIS·NORTHVSÆ·   -   Stadtwappen mit Helm und Helmzier,
oben im Feld 16 - 60, unten I - K (Mzm. Johannes Krieg).

Rs.:   LEOPOLDVS·D·G·ROM·IMP·S·AVG·E·REX·GERMAN   Titel des Ks. Leopold I.,
gekrönter Doppeladler mit Kopfscheinen, auf der Brust der Reichsapfel.


1/24 Taler 1660 (Groschen).     Ø 23 mm, 2.17 g.   Lejeune 92c; Lauerwald 7.4.2.
Vs.:   ✱MO:NO:LI:IMP:CI:NORTH✱16 - 60   -   gekrönter Stadtschild.
Rs.:   LEOPOLD:D·G·RO:IMP:S·A·E·R·GERM✱   -   Reichsapfel mit Z4 zwischen I - K / · - ·.


2/3 Taler 1685.     Ø 39 mm, 17,89 g.   Lejeune 94; Lauerwald 8.1.2; Dav:704.
Vs.:   MO:N·LIB·IMPER CIVITATIS·NORTHUSÆ   -   behelmtes Wappen,
zu den Seiten Jz. und A-D (Andreas Detmar, Münzmeister in Nordhausen 1685-86)

Rs.:   ✼INCLINATA RURSUS - IN DEO ERIGAR:   "Rückwärts geneigt - von Gott aufgerichtet" (?)
Die Personifikation des Windes bläst nach l. gegen eine sich neigende Säule,
die vom strahlenden Namen Jehovas l. gestützt wird.


2/3 Taler 1685.     Ø 39 mm.   Lejeune 93; Lauerwald 8.1.1; Dav:705.
MO:NO:LI:IMPER:CIVITATIS NORTHUS   //   ✼·INCLINATA·RURSU - S·IN DEO ERIGAR·


24 Mariengroschen 1685.   Walzenprägung   Ø 35-36 mm.  Lejeune 97b; Lauerwald 8.2.4; Dav:706.
Vs.:   CIVITATIS✼ - ✼NORTHUSÆ   auf einem Band.
Unten spitzes Wappenschild mit Helm und Helmzier.

Rs.:   MONETA:NOVA:ARGENTEA:✼   -   Im Feld: .XXIII. / MARIEN / .GROSCH: / ✼1685✼ / ✼


24 Mariengroschen 1685.     Ø 35-36 mm.  Lejeune 97a; Lauerwald 8.2.3.; Dav:706/707(Rs.).
Vs.:   Band und Wappenschild wie vor.
Rs.:   ✤ MONETA.NOVA.ARGENTEA·   auf einem Band.
Im Feld:
.XXIII. / MARIEN / GROSC. / +HEN+ / 1685

Lit. :
• Lejeune, E. :  Die neueren Münzen und Medaillen der Reichsstadt Nordhausen. SD 15 S. Dresden 1910 .
• Lauerwald, P. :  Nordhäuser Münzen. Münzgeschichte und Katalog. Nordhausen 2017.

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