Startseite Stadtwappen auf Münzen TOUR :  Mülhausen i. Elsass

Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen

Das thüringische Mühlhausen wurde 775 als fränkische Siedlung gegründet und 974 als Königshof Mulinhuson bezeugt. 1348 bestätigte Ks. Karl IV. die Reichsfreiheit der Stadt.
Wappen: Adler und Mühleisen, aufeinander oder untereinander. Der Adler steht für die Reichsfreiheit der Stadt, das Mühleisen für den Namensursprung der Stadt.
Das Mühleisen überträgt das Drehmoment von der Antriebswelle auf den Läufer (obere Mühlstein).

Unter Kg. Rudolph war die Reichsmünze zu Mühlhausen bereits in den Händen der Bürgerschaft. Als nämlich der Landgraf Albrecht deren Eigentumsrecht in Zweifel gezogen hatte, erklärte unter dem 25. März 1297 der Kaiserliche Miniterial Suiker, genannt von Mühlhausen, er wisse aus einer Mitteilung seines Vaters, dass dieser die Briefe gesehen habe, nach welchen Kg. Friedrich der Stadt den Zoll und die Münze gegen eine jährliche Abgabe überlassen habe. Unter dem 16. Juni nahm hierauf Landgraf Albrecht und zwar wahrscheinlich in Folge dieser Aussage seine Anklage wieder zurück. [Posern-Klett, S.150]


Hohlpfennig etwa 1335-50     Ø ? mm, 0,46 g.   Posern-Klett 633, Tf.26 Nr.21.
Geflügeltes Mühleisen, auf dem Rand 4 Kugelkreuze.


Hohlpfennig     Ø 19 mm, 0,30 g.   Posern-Klett 634, Tf.26 Nr.22.
Geflügeltes Mühleisen, auf dem Rand: + ᙏ O L h V.


Hohlpfennig o. J. (um 1300).     Ø 20 mm, 0,31 g.   Posern-Klett 635, Tf.26 Nr.23.
Mühleisen zwischen 2 Kugeln, darüber gekrönter Adler n. rechts, Flügel mit jeweils drei Federn,
auf dem Rand
+ ᙏ O L h V.


Hohlpfennig o. J. (15. Jh.).     Ø 17 mm   Posern-Klett 650, vgl.Tf.26 Nr.29.
Quergeteilter Schild: oben gekrönter halbe Reichsadler, unten Mühleisen,
über dem Schild ⚬M⚬, auf beiden Seiten ein Ringel.


Einseitiger Pfennig 1496.     Ø 14 mm, ca.0,36 g.   Posern-Klett 641, Tf.26 Nr.25, Levinson I-346.
Im Schild ein Mühleisen mit 4-fedrigen Flügeln und ein Punkt darunter.
Seitlich die Jz. 9 - 6 und Punkte, darüber ⚬M⚬. Umher ein Perlenkreis,

Groschen 1523.     Ø 26 mm   Behr 1.

Groschen 1524.     Ø 26 mm   Behr 2.


Groschen 1525     Ø 26 mm, 0,34 g.   Behr 3.
Vs.:   GROSSVS:CIVITATIS·MVLHVS   -   Stadtwappen mit Helm und Helmzier.
Rs.:   MONETA:NOVA:ROMANI:IMPER I5Z5   -   Reichsadler n. links.

Einseitiger Pfennig o. J. (16. Jh.).     Ø 14 mm   Behr 4.
Im Schild: Adler n.l. mit aufgelegten Mühleisen.


Einseitiger Pfennig o. J. (16. Jh.)     Ø 14 mm, 0,25 g.   Behr 5.
Wappen (zweigeteilt mit Adler und Mühleisen), oben M, zu den Seiten des Wappens je eine Punkt.
Umher ein Perlenkreis.


Einseitiger Pfennig o. J.     Ø 14 mm, 0,34 g.   Behr 6.
Unter den Mühleisen ein Punkt, zu den Seiten des Wappens je ein Kringel, oben M zwischen Kringeln.


Dreier 1574.     Ø 15-17 mm.   Behr 7.

1/24 Taler 1574 (Groschen).     Ø 22-24 mm   Behr 8.

1/4 Taler 1574.     Ø 29 mm   Behr 9.


1/2 Taler 1574     Ø 32 mm.   Behr 10.
Vs.:   ·MO·NO·CI· - ·IM·MVLH·
Stadtwappen (Adler mit auf die Flügeln gelegte Mühleisen) mit Helm und Helmzier.
Rs.: ·MAX·D·G·ROM·IM·SEM·AVG 74  -   gekrö. Doppeladler mit Wertzahl 12 im Reichsapfel.


Taler 1574.     Ø 39 mm   Behr 11; Dav.9575.
Vs.:   ·MON·NO·CIV - IM·MVLHVS     behelmtes Wappenschild. Mühleisen auf den Flügeln.
Rs.:  ♥MAX·Z·D·G·ROM·IM·SEM·AVGV·74·  -  gekrö. nimbierter Doppeladler, Reichsapfel mit 24.


1/24 Taler 1578 (Groschen).     Ø 23 mm.   Behr 12.
MO·NO - CI·MVL   //   ♥RVDOL·D·G·RO·IM·SEM·AVG
Mit gekröntem Herz als Zeichen für Münzmeister Dietrich Öckler, 1574 & 1578.


Dreier 161? (Jz. nicht lesbar, ohne Mühleisen? fremder Helmzier?).     Ø 16 mm.   Behr -.

1/24 Taler 1619 (Groschen).     Ø 19 mm   Behr 13.


Reichstaler 1619.     Ø 42 mm, 29,10 g.   Behr 14; Dav.5584.
Vs.:   ¤MONeta:NOVa:CIVitatis:¤ - ¤:IMPerialis:MULHUS¤   -   behelmtes Stadtwappen.
Mühleisen auf beide Adlerflügel aufgelegt.

Rs.:   ·MATTHIas·Dei.Gratia.ROmanorum¤ - ¤IMPerator·SEMPer·AUGustus¤ 1·6 - 1·9·
gekrönter Doppeladler, Reichsapfel auf der Brust.


Dukat 1619.     Ø 22 mm   Behr 15.
+MON:NOV:CIVIT - IMP:MULHUS+   //   MATTHI:D:G - RO:IMP:S:AU:16 - 19


Einseitiger Kipper-Ku.-Pfennig 1621.     Ø 12 mm.   Behr 16.


Einseitiger Kipper-Ku.-3 Pfennig 1621.     Ø 16 mm.   Behr 17.
ähnlich wie nachfolgend.


Einseitiger Kipper-Ku.-3 Pfennig 1622.     Ø 16 mm.   Behr 18.
gekrö. Adler belegt mit Mühleisen. Oben Wert: 3 - ₰, unten Jz. 2 - 2.

Der Mühlhäuser Rat hat von dem der Stadt zustehenden Münzprivileg in der neueren Zeit grundsätzlich nur Gebrauch gemacht, um dieses Recht nicht verjähren zu lassen. Zwischen den einzelnen Ausmünzungen lagen deshalb in der Regel längere Zeiträume. Auch die Talerprägung von 1665 ist offenbar lediglich auf derartige rechtliche Erwägungen zurückzuführen. Die letzten Mühlhäuser Münzen waren - abgesehen von den kupfernen Dreiern und Pfennigen von 1621 und 1622 - im Jahre 1619 geschlagen worden. Es war deshalb, wenn nicht die Stadt ihres Münzrechts verlustig gehen sollte, höchste Zeit, als im Jahr 1665 die neuen Taler herauskamen.   [Sellmann]


Reichstaler 1665 (24 Groschen), Zellerfeld.     Ø 44 mm.   Behr 19; Dav.5585.
·MON·NO·CIV· - ·IM·MVLHVS·   //   ·LEOPOLD·D·G·R· - ·IM·SEM·AVGV·16 - 65
Mühleisen auf beide Adlerflügel aufgelegt.
Diese Taler wurden von Münzmeister Henning Schlüter in Zellerfeld in einer Auflage von 500 Stück geprägt. Die Stadt bezahlte jeden der gelieferten Mühlhäuser Taler mit einem vollgültigen Reichstaler anderen Gepräges. Goldschmied Hieronymus Hollenbach in Mühlhausen fertigte die Stempel für 10 Gulden. Die Unkosten der Stadt betrugen insgesamt 46 Gulden und 6 Groschen.   [Sellmann]


2/3 Taler 1676.     Ø 38 mm.   Behr 20; Dav:688.
✱CIVIT:IMPERIALIS MOLHUSINÆ   //   MONETA NOVA - ARGENTEA
Münzzeichen neben dem Wappen: gekreuzte Zainhaken (Julius Zacharias Wefer).
Julius Zacharias Wefer hatte seine Stelle in der Heckenmünzstätte der Grafen von Sayn-Wittgenstein in Ellrich verloren. Nach seiner Haftentlassung bot er sich Anfang 1676 dem Rat von Mühlhausen an, gute 2/3-Talerstücke zu schlagen. Weil der Silbereinkauf teurer wurde und der Rat eine zu starkes Absinken des Münzfusses nicht verantworten wollte, wurde der Generalwardeins Christoph Fischer um Rat gebeten. Seine vernichtende Antwort schloss mit " ... was wolte daraus werden, wann ein ieder müntzte wie Ihm beliebte, und des andern gelder wieder Verschmeltzte, und eben die hohe ausmüntzung, und Viele heckenMüntzen machen das Silber theuer, und Ziehet solcher MüntzNutzen eitel Unsegen nach sich". Die Stadt beendete das kurze Abenteuer mit einem Verlust.   [Sellmann]

Fortsetzung :   Prägungen ab 1700

Lit.:
• Posern-Klett, C.F. :  Sachsens Münzen im Mittelalter, 1.Teil, Leipzig 1846, S.150ff. (im Netz)
• Behr, Gerd :  Übersicht über die Münzen der Stadt Mühlhausen von 1523 bis 1767. In: 4. Bezirks-
    Münzausstellung Mühlhausen 1975, S.24-31 = 7 Tafeln mit Abbildungen.
• Sellmann, Martin :  Beiträge zur Münzgeschichte der freien Reichsstadt Mühlhausen, 38 S.,
    Verlag d. Deutschen Münzblätter 1941. (im Netz)

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