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Hansestadt Lüneburg

Lüneburg liegt südlich von Hamburg am Nordrand der Lüneburger Heide auf einem Salzstock, der zum Reichtum der Stadt führte. Als Mitglied der Hanse erlangte Lüneburg eine Monopolstellung in der Salzlieferung an die Heringsfischer der Hansestädte.
1371 entzog sich die Stadt den Fürsten von Lüneburg, die ihre Residenz nach Celle verlegten. 1392 erhielt Lüneburg das Stapelrecht. Die Stadt erreichte eine hohe Autonomie, ohne jedoch die Anerkennung einer Reichsunmittelbarkeit zu gelingen.

Wappen: Torbogen mit Fallgitter umgeben von drei Türmen, im Tor ein goldener Schild mit einem schreitenden blauen Löwen im Feld roter Herzen, das Wappen des Fürstentums Lüneburg.




Witten o. J. (vor Begründung des Münzvereins).     Ø g.   Jesse 306; Bahrfeldt 16; Mader/S 16A/a.
Vs.:   :MOnETA:LVnEBORGh   -   Löwe nach links.
Rs.:   ✿SIT - LAVS - DEO:P - ATRI   "Ehre sei Gott, dem Vater"
Langkreuz, in den Winkeln je ein Löwe.


Witten o. J. (nach dem Rezeß von 1379 und 1381).     Ø 18 mm, 1,29 g.   Jesse 367.
Vs.:   ✶MONETA·LVNEBORGh   -   Löwe nach links.
Rs.:   ·✶SIT·LAVS·DEO·PATRI   "Ehre sei Gott, dem Vater"  -  Befußtes Kreuz mit Rund und Stern.
Der sechsstrahlige Stern inmitten des Rückseitenkreuzes gilt als Zeichen des Wendischen Münzvereins (Lübeck, Hamburg, Wismar, Rostock, Lüneburg, Stralsund).


Schilling o. J. (nach 1468).     Ø 25 mm, ? g.   Jesse 523.
Vs.:   ·MONET':NOVA·LVNE-BVRGE:A   -   Stadtburg.
Rs.:   +CRVX·SOLVTI·OMNE·MALV   "Das Kreuz löst alles Übel"   -   Löwenschild auf Kreuz.
Der Schilling wurde als 12-Pfennig-Stück geschaffen und galt 3 Witten zu 4 Pfennige.


Goldgulden o. J. (1457-93).     Ø 24 mm.   Jesse 546; Friedb.1512; Mader/S 54; Schulten 1855.
Vs.:   ·MONET':NO'·LVnEB'GE'   -   St. Johannes mit dem Lamm, zwischen seinen Füßen schräg stehendes Löwenwappen, über der rechten Schulter ein Punkt.
Rs.:   +FRIDERICVS·ROma'nOR'·REX·  -   Reichsapfel in Dreipass.


Blaffert o. J. (Ende 15. Jh.).     Ø ? mm, ? g.   Jesse 288; Bahrfeldt 28.
Mauer mit drei Türmen, im Tor Löwe nach links.


Mark (16 Schilling) 1506.     Ø 36 mm, 19,25 g.   Knigge -; Knyphausen - Jesse -; Schnuhr 15.
Vs.:   +MONETA·NOVA·LVNEBVRGENSIS 1506·
Dreitürmige Stadtburg, im Tor der nach links geneigte Löwenschild der Welfen.
Rs.:   +STATVS·MARCE·LVBICENSIS 1506·   "Lübische Standard Mark"
Um den Lüneburger Löwen die Wappen der Vertragspartner im Wendischen Münzverein:
Lübeck (12 h), Wismar (4 h) und Hamburg (8 h).
Das schräge gestellte Wappen im Tor sollte andeuten, dass Lüneburg eine friedfertige Stadt sei. (Wer früher in friedlicher Absicht unterwegs war, hielt den Schild abgesenkt.)


Wendentaler 1541.     Ø 41 mm, 28,73 g.   Dav.9417.
Vs.:   (Mz.) MONETta° CIVITATum° WANDALiae°   "Geld der Wendischen Bündnisstädte"
Um das Lüneburger Wappen (Lowe) die Wappen von Wismar (10 h), Rostock (2 h), Stralsund und die Jz.
Die Legende beginnt mit dem Münzmeisterzeichen Gans (Hermann Gante).

Rs.:   STATus° DVArum° MARCARum° LVBECeNsis°·   "Im Werte von 2 Lübischer Mark"
Um das Lüneburger Wappen die Wappen von Lübeck (10 h), Hamburg (2 h), Lüneburg (6 h) und die Jz.


1/2 Mark 1546.     Ø 33 mm, 9,50 g.
Vs.:   MONETA·NOVA·LVNDBORGENS·
Dreitürmige Stadtburg, im Tor der nach links geneigte Löwenschild
Rs.:   ·SEMIS· - ·MARCE· - ·LVBICE   "halbe Lübische Mark"
Um den Lüneburger Löwen die Wappen der Vertragspartner im Wendischen Münzverein, Lüneburg (12 h, statt Hamburg, wohl ein Versehen des Stempelschneiders), Wismar (4 h) und Lübeck (8 h).


Taler 1546.     Ø 41 mm, 52,44g.   Dav.9418.
Wie nachfolgend, jedoch hier: zunehmender Mond, Gesicht mit Ohren.


Taler 1547.     Ø 41 mm, 28,80 g.   Dav.9419.
Vs.:   ·MONETA·NOVA·CIVITATIS·LVNEBVRG·   -   Mauer mit Türmen im Tor Löwenwappen.
Rs.:  +VISITAVIT·NOS·ORIENS·EX·ALTO·1547   "Es hat uns besucht der Aufgang aus der Höhe"
(so Lucas I,78)   -   Abnehmender Mond mit Gesicht ohne Ohren.
Caesar soll bei einem Feldzug in den Norden Germaniens auf dem Kalkberg ein Heiligtum an Mondgöttin Luna gestiftet habe. Von diesem leitete man den lateinischen Namen "Lunaburgum" (Lüneburg) ab. Siehe auch die Luna (Artemis als Jägerin) auf dem Brunnen vor dem Rathaus in Lüneburg.


Goldgulden 1548.     Ø 22 mm, 3,19 g.   Mader 160c; Fb.1514.
Vs.:   MON·NO·LV - NEBVRGH'
Hl. Johann der Täufer mit Lamm, zwischen den Füssen Schild mit Löwe.
Rs.:   ·CAROLVS·QVINTVS·1548   -   Reichsapfel im Vielpass.


Schilling 1561.     Ø 23 mm, ? g.   Knigge ­; Knyph.-.
✼MON·NOV·LVNEBVRG·A·   //   ·CRVX·SOLuti·OMNE·MALV·61


Doppelschilling 1562.     Ø 29 mm, ? g.   Knyphausen 5060.
Vs.:   MONE - NOVA· - LVNE - BVRG·   -   Stadtschild auf Fußkreuz
Rs.:   ·ECcE·AGnus·DEI - Qui TOllit PEccata·Mundi Visitavit nos·62·⚜
"Siehe, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt(es) hat uns aufgesucht!"
Johannes der Täufer mit Lamm, v.v., zwischen den Füssen ein Wappen.


Breiter Taler o. J. (um 1611).     Ø 52 mm, 28,81 g.   Bahrf.zu 14; Dav.LS.zu342.
Vs.:   ·DA PACEM DOMINE IN - DIEBVS NOSTRIS·⚒·   "Herr, schenke Frieden in unseren Tagen"
innen:
·SI DEVS PRO NOBIS - QViS CONTRA NOS· "Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?"
behelmtes Wappen von Lübeburg.

Rs.:   ECCE·AGNVS·DEI·QVI·TOLLIT· - PECCATA·MVNDI·VISITAVIT·NOS
Innenkreis: ORIENS EX ALTO
"Siehe, (dies ist) das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt; es ist zu uns gekommen vom Himmel."
Die Vs.-Umschrift endet mit Zeichen(2 Zainhaken auf Kreuz) für Henning Hansen, Münzmeister in Lüneburg 1609-12.


Donativ zu 10 Dukaten o. J. (um 1620).     36,10 g.   Madai 2277 (als Taler); Friedb.1529.
Goldabschlag des Jagdtalers.

Vs.:   DA PACEM·DOMINE IN DIEBVS NOSTRIS· Reiter (Münzmeisterzeichen)
St. Johannes steht mit Lamm auf dem Arm neben zwei Palmen, im Hintergrund Stadtansicht vor Wasser.

Rs.:   VISITAVIT·NOS·- ORIENS·EX·ALTO·   "Es hat uns besucht der Aufgang aus der Höhe" (Lucas I,78)  -  Mondsichel mit menschlichem Gesicht links, gegenüber springt ein Hirsch rechts. Umher eine mit den Karyatiden geschmückte zierliche Einfassung, in der oben und unten ein ovales Medaillon liegt, darin ein Jäger mit Hund und ein Fischer vor Boot.
Jagdtaler wurden von Fürsten und Städten, die das Münzrecht besaßen, entweder auf den Erwerb, das Bestehen oder die Ausübung eines Jagdrechts geschaffen oder zur Erinnerung an merkwürdige Jagdvorfälle. Der äußerst seltene Jagdtaler der Stadt Lüneburg hat vermutlich einen Bezug zu einem Jagdvertrag von 1562.
Siehe auch: Johann David Köhlers Hist. Münzbelustigung, 34. Stück, 22.August 1742.


Taler 1622 (32 Schilling).     Ø 42 mm, ca.29 g.   Bahrf.vgl.18; Dav.5466.
Vs.:   MONETA·NOVA·CIVITAT:LUNÆBURGENSIS   -   Wappenbild mit Jz.
Rs.:   FERDINANDUS·II·D.G:ROMA·IM:S:AU   -   gekrö. Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl.


Doppelschilling 1624 (1/16 Taler).     Ø 29? mm, 3,32 g.   Mader 506c; Stoess 268.
Vs.:   MO·NO· - CI·LU - NEB - 624(Mz.)   -   Nach rechts geneigtes Stadtwappen auf Langkreuz.
Rs.:   DA PACem·DOM - I6. - INe·DIEbus NOStris·   I6 = Wertzahl.
"Herr, schenke (uns) Frieden in unseren Tagen"  -  Hl. Johannes mit Lamm.


Dukat o. J. (um 1650).     Ø 22 mm, 3,45g.   Knyph.5038: Friedb.1528.
Vs.:   MONETA: - :LVNEBVR:   -   Johannes der Täufer mit Lamm über Löwenwappen.
Rs.:   ✶VISITAVIT:NOS:ORIENs·EX·ALTO:   "Es hat uns besucht der Aufgang aus der Höhe"
Abnehmender Mond mit Gesicht ohne Ohren.


2/3 Taler 1702.     Ø 35 mm.   Knigge 4925; Knyph.5056; Dav:630.
Vs.:   DA PAC:DOM. - IN DIEB.NOST:   -   Wappen mit Helm und Helmzier.
Rs.:   ✶MON·CIVIT·LUNEBURG✶ / N·D·LEIPZ·FUES·1702

Lit.:
Mader, Herbert :  Die Münzen der Stadt Lüneburg 1293-1777, Bd.1 (1293-1599) & 2 (1599-1777),
    Bremen 2012 - Grundlage: Magisterarbeit von Christian Stoess.
• Bahrfeldt, M. :  Die Münzen der Stadt Lüneburg, in Berliner Münzblätter 1883-84.
• Holtz, Walter :  Münzvereine, insbesondere der Wendische Münzverein, in mt 11/1975, S.13-15.

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