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Freie Hansestadt Hamburg

Hamburg wurde 825 als Grenzkastell "Hammaburg" gegen Dänen zwischen Elbe und Alster gegründet, wurde 831 Bistum und 834 Erzbistum, das 848 mit Bremen vereinigt wurde, blieb danach ein mehrfach zerstörter Grenzort. 1188 entstanden Hafen und Kaufmannssiedlung mit Marktrecht (Barbarossas Freibrief vom 7.5.1189). 1270 bakam Hamburg Stadtrechte. 1292 verzichten die Vögte auf Einmischung. 1325 kaufte die Stadt die Hamburger Münzstätte mit dem zugehörigen Rechte von den Grafen von Holstein. Mitte der 14. Jh. begann der Landerwerb an der Elbmündung, 1433-93 auch Emden. Seeräuber wurden erfolgreich bekämpft. 1510 wurde die Unmittelbarkeit der "Freien Hansestadt" bestätigt. 1529 Reformation. 1558 Gründung der Börse. Aus spanisch Niederlanden kamen viele Neubürger. Gut befestigt, blieb Hamburg im 30-jährigen Krieg verschont und konnte 1686 einer dänischen Belagerung widerstehen.

Wappen seit dem 13. Jh.: Dreitürmige Burg, Mittelturm ist die Hauptkirche. Mariensterne über den Ecktürmen.




2 Brakteaten o. J. (1201-25).     Ø 20 mm, 0,63 g / 0,48 g.
geprägt in Hamburg von Albrecht von Orlamünde (1201-25), Statthalter für Kg. Waldemar von Dänemark.


Witten o. J. (1334-78).     Ø 18 mm, 1,23 g.   Gaed.1099; Jesse 303.
Vs.:   MOnETA◦hAMBVRGENS'   -   Turm mit Tor zwischen zwei kleineren Türmen.
Rs.:   BEnEDICTVS:DEVS'   "Gelobt sei Gott"  -  Kreuz mit Nesseln in den Winkeln.
Der Witten zu 4 Pfennige war anfangs die Hauptmünze des Wendischen Münzvereins von 1379.
Das Vierpfennigstück, gewöhnlich Witten genannt, war die erste von Hamburg geschlagene zweiseitige Münze. Die Witten bildeten von ihrem ersten Erscheinen um 1334 bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts die hauptsächlichste Münze. Durch die Schillinge und Sechslinge verdrängt, wurden 1502 die Vierpfennigstücke für einige Zeit wieder eingeführt, mussten aber 1512 den Sechslingen weichen. Das Gepräge der älteren Witten ist durch die Rezesse der Wendischen Städte bestimmt, und findet sich auch auf den von Lübeck, Wismar und Lüneburg geschlagenen, nur mit veränderten Wappen und anderen Umschriften.


Schilling o. J. (2. Hälfte des 15. Jh.s).     Ø 24 mm, 1,95 g.   Gaed.906.
Vs.: ✫MONETA◦NOVA - HAMBVRGEN   -   Stadtmauer, Tor mit Fallgitter und 3 Türme.
Rs. +SIGNO✴CRVCIS✴SALVERVR   -   Vierpass mit Nessel-Wappen auf Kreuz.
[SIGNO CRUCE SALVERUM = Unter dem Zeichen des Kreuzes werden wir gerettet werden]
Die Schillinge wurden als geprägte Münze erst 1432 aufgeführt und sind wahrscheinlich zu Anfang des 15. Jahrhunderts in Hamburg zuerst geschlagen. Sie sind eine der wenigen Münzsorten, die bis in die neueste Zeit, wenn auch bei bedeutend vermindertem Wert, fast ununterbrochen geprägt wurden. Im Jahr 1432 gab eine feine Mark 147 Stück, von 1725 an wurden 576, also mehr als dreimal so viele aus derselben bereitet. [Gaed.]


Doppelschilling o. J. (nach 1468).     29 mm, 3,26 g.   Gaed.II,745; Jesse 530.
Vs.:   MONE - NOVA - HAMB - VRGE'   -   Wappen auf Langkreuz, das in die Umschrift ragt.
Rs.:   CONSERVA - NOS - DomiNA   "Erhalte uns, Herrin"
Maria mit Kind, unten abgetrennt das holsteinische Nesselwappen zwischen Säulen.


Dukat 1497.     23 mm, 3,57 g.   Gaed.II,85a; Friedb.1100.
Vs.:   ·MOnETA n - Ova·hA - HABVRG'·   -   Maria mit Kind und Wappen.
Rs.:  ·AVE·PLEna'· - ·GRACIA'1494·  "Sei gegrüßt, Gnadenreiche" - Maria mit Kind u. Nesselwappen.


2/3 Mark 1505.     Ø 35 mm, 14,34 g.   Gaed.III,698a.
Vs.:   ✠MOnETA:NOVA:hAMBVRGEnSIS:1505   (5 als 7 dargestellt)
Auf einem Kreuz das Stadtwappen: Burg mit Nesselblatt-Wappen im Tor.

Rs.:   ·SPES·nOSTRa· - ·VIRGO·MARia·   "Unsere Hoffnung ist Jungfrau Maria"
Madonna mit dem Kind auf dem linken Arm steht v. v. auf Mondsichel, umher Strahlenkranz.


Mark 1506.     Ø 33 mm.   Gaed.662; Jesse 580.
Vs.:   ◦ᙏOnᗺTA nOVA◦ - ◦hAᙏBVRGᗺn'◦   -   In einer aus zwei Kreisbogen gebildeten ovalen Einfassung, auf geradlinigem Strahlengrund, die gekrönte Madonna mit Heiligenschein, das Kind auf dem linken Arm haltend. Zu den Füssen ein Schild mit der Burg in deren Tor ein linksgeneigtes Schild mit dem Nesselblatt. Auf der Brust der Madonna eine Blume.
Rs.:   STATVS✼ - ✼ᙏARᗭᗺ✼ - ✼LVB'ᗭᗺ'
Die Wappen von Lübeck, Wismar (6 h) und Lüneburg (2 h), in der Mitte Jahreszahl 1506.


1/4 Mark 1506 (4 Schilling).     Ø 25 mm, 4,74 g.   Gaed.II,726.
Vs.:   ·MOnETA nOV' - ·hAMBVRGEn'   -   Madonna mit Kind, Strahlenkranz und Wappen.
Rs.:   ·QVADR' - MARCE· - ·LVBiCEnsis'   "Viertel Lübecker Mark"
Wappen von Lübeck, Wismar und Lüneburg(?) im Dreieck. Jz. 1506 in der Mitte.


Taler 1553 (geprägt 1553-62).     Ø 39 mm, 28,42 g.   Gaed.II,187; Dav.9215.
Vs.:   MON:NO:CIVITATIS:HAMBVRG:1553 (Mz.)   -   Stadtwappen.
Rs.:   FIAT·MIHI·SE - CVNdum·VERBum:TVVm   "Mir geschehe nach deinem Wort"
stehende Madonna mit dem Kind auf dem rechten Arm v. v., unten Nesselblatt.
Obwohl in Hamburg durch die Einführung der Reformation im Jahr 1529 die Marienverehrung abgeschafft wurde, wurde die Darstellung der Madonna mit dem Kind auf den Münzen bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts beibehalten.


Taler 1584 (32 Schilling).     Ø 40 mm, ca.29 g.   Gaed.II,334; Dav.9221.
Vs.:   ·MONE·NOVA·CIVI·HAMBVRG·84·(Mz.)   -   Stadtwappen.
Rs.:   ·RVDOL·II·IMP·AVG·Permisa·Fieri·DECReto'   "Ks. Rudolf II., ... gefertigt nach seinem Dekret"
Gekrönter und nimbierter schlanker Doppeladler, auf der Brust Reichsapfel mit Wertzahl 32.


1/8 Taler 1621 (4 Schilling).     Ø 25 mm, 3,30 g.   Gaed.II,614; Dav.9221.
MON·NOV·CIV·HAMBURGENSIS (Mz.)   //   FERDINANDUS·II·D·G·RO I·S·A·


2 Dukaten 1649 auf den Westfälischen Frieden.     Ø 28 mm, 6,99 g.   Gaed.II,11; Friedb.1099.
Vs.:   ·MONETA HAM - BURGENSIS·   -   Madonna mit Zepter in der Rechten und dem Kind auf dem linken Arm steht v. v. auf Mondsichel, vor ihr das Hamburger Stadtwappen, zu den Seiten, parallel mit dem Perlrand: Vivat - Pax ["Es lebe der Frieden"]. Neben der Mondsichel die Jahreszahl 16 -49.
Rs.:  ·AVE·PLEA· - ·GRATIA·  "Sei gegrüßt, Gnadenreiche" - Madonna mit Zepter in der Rechten und dem Kind auf dem linken Arm steht v. v. auf Mondischel, unten l. die Signatur M (gekreuzte Zainhaken auf Kleeblatt) F (Matthias Freude, Münzmeister in Hamburg 1636-1668).


1/2 Portugalöser o. J. zu 5 Dukaten (1668-73).     Ø 38 mm, 17,53 g.   Gaed.II,6; Friedb.1092.
Vs.:   ♣MONETA·NOVA·AVREA·CIVITATIS·HAMBVRGENSIS·
Innenkreis:   ·NACH PORTVGALIS·SCHROT·VND·KORN   -   Stadtwappen.
Rs.:   ✿IN·XRO·CRVCIFIXO·PENDET·SALVS NostRA
"In Christus, dem Gekreuzigtem, hängt unser Heil"   -   Das Kreuz des portugiesischen Christus-Ordens,
in den Winkeln Spitzen und drei Punkte, umher Verzierungen.
Die Prägung der Portugalöser geht auf Kg. Manuel I. von Portugal zurück, der diesen Münztyp ("Portuguez") zu 10 Cruzados prägen ließ. Kg. Manuel war Großmeister des Christusordens und setzte deshalb das Christuskreuz auf die Rückseite. In Portugal wurden die Portuguez bis 1559 geprägt. Sie spiegelten den Reichtum Portugals durch den Handel mit Indien wieder.
Hamburg prägte seit der Mitte des 16. Jh.s 10-Dukatenstücke ("Portugalöser") sowie Halb- und Viertelportugalöser, die den portugiesischen Portuguez als Vorbild hatten.


Dicker doppelter Reichstaler 1680.     Ø 44 mm, 58,13 g.   Gaed.II,520 Anm.; Dav.5369.
Vs.:   DA PACEM DOMINE IN DIEBUS NOSTRIS
Weibliche Gestalt sitzt v. v. auf Postament, in der Rechten Wappenschild, in der Linken Palmzweig (der Friede), unten auf dem Postament die Initialen H - L (Münzmeister Hermann Lüders).
Rs.:   LEOPOLDUS·D:G:ROMA:IMP:SEM:AUG:   -   Gekrönter Doppeladler mit Zepter und Schwert in den Fängen, auf der Brust Reichsapfel, darin Wertzahl 48, unten die geteilte Jahreszahl 16 - 80.
Der Frieden von Nijmegen beendete den von 1672 bis 1678 währenden "Holländischen Krieg", den der französische König Ludwig XIV. unmittelbar nach Beendigung des Devolutionskriegs als Rachefeldzug gegen die Generalstaaten vom Zaun gebrochen hatte. In insgesamt 9 einzelnen Friedensverträgen, die im Zeitraum vom 10.8.1678 bis 12.10.1679 zwischen den involvierten Parteien geschlossen wurden, fand der Holländische Krieg seinen Abschluß. Die Tatsache, dass Hamburg den vorliegenden Doppeltaler aus Anlass des Friedensschlusses prägen ließ, zeigt deutlich, inwieweit die Hansestadt als eine der bedeutendsten Handelsplätze Europas von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen war.

Lit. :
Gaedechens, O. :   Hamburgische Münzen und Medaillen,
    3 Bd. Hamburg 1850-76, Nachdr.1975  -  im Netz: Bay.StaatsBibl.

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