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Halberstadt

Halberstadt liegt im nördlichen Harzvorland, wurde 804 Bischofssitz, erhielt 989 von Otto III. Markt-, Zoll- und Münzrecht, wurde 1179 von Heinrich dem Löwen zerstört, bestand 1479-1566 in Personalunion mit dem Bistum Magdeburg, wurde 1591 unter Bischof Heinrich Julius, Hzg. von Braunschweig, protestantisch, verarmte im 30-jährigen Krieg, wurde teilweise rekatholisiert, verlor 1648 den Bischofssitz und kam zu Kurbrandenburg.
Der in Geldnot geratene Halberstädter Bischof Ludwig, Markgraf von Meißen, übertrug 1363 für sich und seine Nachfolger sein bischöfliches Münzrecht an das Domkapitel und an die Stadt Halberstadt zu gleichen Teilen, die es seitdem einvernehmlich in getrennten Prägestätten ausübten. Neben sog. "Kapitelmünzen" enstanden auch sog. "Gemeinschaftsprägungen" (1622-23 und 1691 sowie sog. "Stadtmünzen" (1622-23, 1633-34 & 1663). Nachdem Halberstadt im Westfälischen Frieden 1848 an das Kurfürstentum Brandenburg fiel wurden auch Münzen im Namen des brandenburgischen Landesherren in Halberstadt geprägt.

Wappen: gespalten weiss/rot, die Stadt mit Mauerhaken bzw. das Domkapitel ohne Mauerhaken.


Klippe von den Stempeln des 1/24 Taler 1622 (Groschen).     25x25 mm, 5,35 g.   B/B/B 50.05.
Vs.: MON·NO· - ·HALBE·I6 - ZZ     -   Wappen mit Helm und Helmzier.
Rs.:   FERDI II D G ROM IM   -   Reichsapfel mit Wertzahl Z4.

Groschen und Dreier wurden in den Jahren 1622 und 1623 geprägt sowohl gemeinsam von Domkapitel und Stadt wie auch getrennt.


Dreier 1622 (3 Pfennig).     Ø 17 mm.   B/B/B 55.07.
Vs.:   ·MON NO - HALBE·     Reichsapfel mit Wertzahl, darunter Stadtwappen.
Rs.:   S·STEF - PMAR     Hl. Stephan, darunter Stiftwappen zwischen Jz. Z - Z.
Diese und nachfolgende Münze sind Gemeinschaftsprägung von Domkapitel und Stadt Halberstadt.


Dreier 1622 (3 Pfennig).     Ø 17 mm.   B/B/B 50.06/08.
Vs.:   ·1·6·Z·Z· und behelmte Wappen des Domkapitels (Wappen ohne Mauerhaken).
Über dem Wappenschild ein Helm mit spitzen aufgeschlagenen Hut, worauf ein Pfauerwedel steht.

Rs.:   MON NO·HALBR   -   Stadtwappen (mit Mauerhaken) darüber die Wertangabe 3.


Dreier 1622 (3 Pfennig).     Ø 17 mm, 0,40 g.   B/B/B 55.09
von der Stadt alleine geprägt.


1/24 Taler (Groschen) 1633.     Ø 22 mm.   B/B/B 50.07.
Vs.:   ·MON·NOVA·HALBERST:   -   Reichsapfel mit Laubkreuz zwischen Jz. 16 - 33.
Rs.:   NACH·REIChS·SCHRot:Vnd:KORn   -   Stadtwappen mit Helm und Helmzier.
Helmzier wie zuvor, aber zusätzlich mit zwei Fähnchen.


3 Pfennig 1633.     Ø 16 mm.   B/B/B 50.11.
behelmtes Stadtwappen   //   Reichsapfel mit Laubkreuz und Wertzahl zwischen Jz. 16 - 33.


Taler 1633.     Ø 45 mm, 28,87 g.   B/B/B 50.03; Dav.5352.
Vs.:   MON:NOU:CIU: - ·HALBERSTAD   -   Stadtwappen mit reich verziertem Helm.
Rs.:   S:STEPHANus9 - PROTOMARtir·(Mz.)·
St. Stephan ohne Schein steht v. v. in der Amtskleidung eines Diakonen, in der Rechten ein Buch,
in der Linken ein Palmzweig. Seitlich die Jz. 16 - 33.


Taler 1663.     Ø 45 mm, 28,99 g.   B/B/B 50.16; Dav.5354.
Vs.:   MONETA NOVA·ARG:Civitatis:HALBERSTADENSIS
Das C steht genausogut für Capitulari.   -   Stadtwappen mit reich verziertem Helm.
Rs.:   S:STEPHANVS - PROTOMARtir·1663·
St. Stephan mit Schein steht fast v. v., in der Rechten Buch mit drei Steinen, in der Linken Palmzweig.

Nach langer Zwischenpause folgt als letzte Gemeinschaftsmünze der Taler von 1691:


Taler 1691.     Ø 44 mm, 29.19 g.   B/B/B 50.18; Dav.5356.
Vs.:  MONETA·NOVA·ARG:Civitatis:HALBERSTADENSIS   -   behelmtes und verziertes Stadtwappen.
Das C steht genausogut für Capitulari.

Rs.:  S:STEPHANVS - PROTOMART:1691·   .   nimbierter St. Stephan, in der Rechten Buch mit drei Steinen, in der Linken Palmzweig.
Im Jahr 1690 waren Domkapitel und Rat der Stadt gemeinsam beim Kurfürsten in Berlin. Ihr Gesuch wurde 1691 genehmigt. Weil die Prägestätte in Halberstadt 1681 eingezogen war, wurde der Münzmeister Sehlen in Magdeburg beauftragt, 200 Mark Silber für Halberstadt auszuprägen.

Lit. :
Besser,R. / Brämer,H. / Bürger,V. [B/B/B]: Halberstadt, Münzen und Medaillen im Spiegel der Geschichte,
    1. Bd., Münzen, Magdeburg 2001   /   2. Bd. Medaillen und Marken, Halberstadt 2003.
Otto Tornau: Die Halberstädter Münzen der neueren Zeit, 19 S., 4 Tfn., Halberstadt 1929   und   im Netz

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