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Stadt Einbeck

Südlich von Braunschweig gelegen, entwickelte sich Einbeck zu einer wichtigen Stadt der Herzöge von Braunschweig-Grubenhagen. Einbeck wurde bekannt wegen seines Starkbieres. Mit dem Beitritt zur Hanse 1368 erweiterte sich das Absatzgebiet des Bieres.
Von 1430 an, als die Stadt das Münzrecht von den welfischen Landesherren erwarb, bis um 1674 betrieb die Stadt eine eigene Münzstätte.

Ältere Wappen: Die gekrönte Initiale "E". Es hat sich bis heute auf Bierflaschen erhalten.
Das jüngere Wappen folgt dem früheren Siegel: Löwe zwischen zwei Türmen, dazwischen Mauer mit Wasserdurchlass.




Hohlpfennig o. J.     Ø 16 mm, 0,51 g.   Buck 1a.


Hohlpfennig o. J.     Ø 17 mm, ca.0,4 g.   Buck 2.
ungekröntes gotisches E im Wulstrand (Anfangsbuchstaben des Stadtnamens), rechts ein Ringel.
Vorbilder stammen aus Göttingen und Northeim.


Körtling 1499.     Ø 20 mm, 1,16 g.   Buck 8a.
Vs.:   ᙏOnᗺ⦂nOVA⦂ᗺᙏBᗺᗭ⦂Sn◦   -   gotisches E auf Fußkreuz gelegt.
Rs.:   AnO⦂DnI⦂ᙏ⦂ᗭᗭᗭᗭ⦂XᗭIX◦   (Legende beginnt unten)   -   gotisches E auf Fußkreuz gelegt.


Körtling 1510.     Ø 20 mm, 1,15 g.   Buck 15a.
Vs.:   ᙏOnE⦂nOVA⦂ᗺMBIᗭᗺn   (mit gotischem ᙏ und antiqua M)   -   gotisches E im Siebenpaß.
Rs.:   AnO⦂DnI◦ᙏ⦂ᗭᗭᗭᗭᗭ⦂X   (Jahreszahl)   -   gotisches E auf Fußkreuz.
Diesen Münztyp, der früheste Groschen (Mehrfachpfennig), übernahm Einbeck von Göttingen.

Zur Zeit von Ks. Karl V., 1519-1556


Körtling 1537.     Ø ca.19 mm, ca.1,1 g.   Buck 17b.
MONE NOVA EIMBECK   //   ANO DNI M CCCCC XXXVII
mit dem Münzzeichen eines unbekannten Münzmeisters 1536-48.


Mariengroschen 1551.     Ø 25 mm, 1,7-1,9 g.   Buck 25.
Vs.:   MONETA·NOVA·EIMBEIC·I55I   -   gekröntes gotisches E auf Fußkreuz.
Gekreuzte Zainhaken für Valentin Huxer, Münzmeister 1550-53.

Rs.:   ·MARIA·MA - TEr·CRISTI·   -   Maria mit Kind und Zepter, Flammengloriole.

Zur Zeit von Ks. Ferdinand I., 1556-1564

Zur Zeit von Ks. Maximilian II., 1564-1576


Fürstengroschen 1565.     Ø 24 mm, 1,89 g.   Buck 36a.
Vs.:   MONE·NOVA·EIMBEICK   -   gekröntes gotisches E auf Fußkreuz.
Gekreuzte Zainhaken für Hieronymus Arensburg, Münzmeister 1562-75.

Rs.:  FERDinandus:Dei - Gratia·IMPErator·
gekrönter Doppeladler, Reichsapfel mit Wertangabe 12 (Pfennig), neben der Krone die Jz. 6 - 5.
Der Fürstengroschen wurde im 15. Jh. in Sachsen geschaffen und galt 12 Pfennige.
Niedersächsische Münzstände ohne Goslar einigten sich 1555 in Braunschweig auf den "Guten Groschen" (nach dem Vorbild des sächsischen Fürstengroschens) als Ersatz für den Mariengroschen, der verboten wurde, weil er immer geringhaltiger ausgeprägt wurde.


1½ facher Reichstaler 1573 (mit Wertangabe 24 Groschen!).    Ø 41 mm, 43,52 g.
Buck 43; Dav.A9180.
Silberabschlag in 1½-fachem Gewicht des Talers 1573 (Buck 41).

Vs.:   MONETA·NOVA·EIMBECENSIS·73··   -   gekröntes gotisches E.
Rs.:   MAXI·ROM·IMP·SEMP·AVGVSTV·   -   gekrönter Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust.
Der Reichstag zu Augsburg von 1566 hatte die Verantwortung für die Münzprägung in die Hände der Kreise gelegt und somit den Städten entzogen. Nun entschieden die Kreise, in dem Fall von Einbeck der niedersächsische Kreis, über die auszubringenden Nominale und prüften die Prägungen auf ihre Gültigkeit. Ab 1572 kam es in Einbeck zur Ausprägung von Reichstalern und Reichsgroschen. Während der Reichsgroschen den Fürstengroschen ersetzte, war der Taler das bislang größte Nominal in Einbeck. Diese Großsilbermünze konnte das Bedürfnis nach hochwertigen Münzen befriedigen, das nach dem Rückgang der Silberbarren zwischenzeitlich durch fremde Goldgulden bedient worden war. [Kü-301]

Von dem Taler 1575 (Stempel aus 1573) hatte der Münzmeister Hieronymus Arensburg eine Anzahl (150 Stück) ohne des Rates Wissen auf eigene Rechnung geprägt, weswegen er entlassen wurde.


Groschen 1573 (1/24 Taler).     Ø 21-24 mm, ca.1,9 g.   Buck 46 l1.
MON◦NO◦AR◦CI◦EIMBEC   //   MAX◦D◦G◦ROMA◦IM◦S◦AV◦
Buck vermerkt 38 Interpunktionsvarianten des Groschens 1573.


1/84 Gulden 1573 (Dreier).     Ø 15 mm, ca.0,7 g.   Buck zu 47 (47: ohne Mmz.)
Vs.: Gekrönte Stadtinitiale auf Kreuz, dahinter gekreuzte Zainhaken (Mmz. des Hieronymus Arnsburg)
Rs.: Reichsapfel, darin Wertzahl 84.

Zur Zeit von Ks. Rudolph II., 1576-1612


Reichstaler 1608 (24 Groschen).     Ø ? mm, 28,30 g.   Buck 59var; Dav.-.
Vs.:   MONETA·NOUA·EIMBECK✶I·6·0·8·Mmz·   -   gekröntes gotisches E.
Rs.:   RVDOLP·II·ROM·IMP·SEMP·AVGVST✶   -   gekrönter Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust.
Friese 52 nach Madai 4850. Dieser Taler ist sonst nicht bekannt. Die Visitationsberichte der Kreiswardeine erwähnen ihn nicht, auch in anderen Akten wird über eine Münztätigkeit der Stadt im Jahr 1608(-1613) nicht berichtet. [Buck]

Zur Zeit von Ks. Matthias, 1612-1619


1/24 Taler 1616 (Groschen).     Ø 21 mm, 1,41-1,53 g.   Buck 62.
Vs.:   MONETA NOVA EIMBECEN   -   gekröntes gotisches E.
Rs.:   MATTHIAS DG RO IM SE AVG   -   Reichsapfel mit Wertzahl 24 zwischen Jz. 16 - 16.
Heinrich von der Ecke (Münzmeister 1606-18) benutzte 1616-18 als Münzzeichen einen quer oder schräg geteilten Schild, dessen obere Hälfte einen halben Siegelring enthält, dessen untere Hälfte gegittert ist: .


Kipper-Schreckenberger o. J. (zu 12 Kreuzern).     Ø 25 mm, ca.2 g.   Buck 65d.
MONETA·NOVA·EIMBECENSI··   //   *FERDI*II*ROM*IM*SEMP*AVG*


1/24 Taler 1620.     Ø 18 mm, 0,76 g.   Buck 69m
·MONE NO·EIMBEC   //   ·FERDI·II·ROM·IM·62 - 0


Kipper-3 Flitter 1621 (Kupfer).     Ø 16-17 mm.   Buck 71b.
Gekrö. E zwischen 2 Rosetten   //   FLITTER✼16Z1✼ _ im Feld: ✴/III/✴


Kipper-Flitter 1621 (Kupfer, mit verkehrter Jahreszahl 1612).     Ø 13-15 mm.   Buck 72i.
Gekrö. E zwischen 2 Punkten   //   *·FLITTER·16 12· _ im Kreis: I mit Punkt darüber.


Einseitige Schüsselpfennig 1623.     Ø ca.15 mm, 0,32 g.   Buck 77b.
Innerhalb eines Perlenkreises im Schild das verzierte E, davor eine Kugel, darüber 16Z3.
Zum Prägevorgang: Der feststehende Stock trägt den Stempel für die Vorderseite.
Der weich "gefütterte" Stößel überträgt den Hammerschlag gedämpft auf die Rückseite des Schötlings.
Auf der Rückseite entsteht ein abgeschwächtes Negativbild der Vorderseite.
Diese Technik wurde nur in Einbeck und nur 1622-24 eingesetzt [Schrock].


Einseitige Schüsselpfennig o. J.     Ø ca.15 mm, 0,37 g.   Buck 78.
Im Perlenkreis halbrunder Schild, darin verzierte gotische E auf verzierten Kreuz liegend.
"Schüssel" fotografisch schön herausgestellt!
Die nach aussen gewölbte glatte Prägefläche des Stößels überträgt den Schlag ungedämpft.
Auf der Rückseite entsteht kein Negativbild der Vorderseite.

Zur Zeit von Ks. Ferdinand II., 1619-1637


Taler 1624.     (Typ II: ohne Engelkopf)     Ø 43 mm, 29,11 g.   Buck 80a; Dav.5239.
Vs.:   MONETA·NOVA·EIMBECENSIS·AO:·1624··   Das O in AO ist aus N geändert.
Gekrö. und verziertes E im unten spitzen Schild, umher Verzierungen, oben kein Engelskopf.

Rs.:  ·FERDINANDVS·II·D:G:ROM:IMP:SEM:AV:  -  gekrö. Doppeladler, Reichsapfel auf der Brust.
Das Münzzeichen (Siegelring im Schilde) steht für Hans von der Ecke, Münzmeister 1623-25.


1/2 Taler 1624.     Ø 35 mm, 14,43 g.   Buck 82.
Vs.:   ·MONETA·NOVA·EIMBECENSIS·I624   -   gekröntes und verziertes E auf Schild.
Rs.:   FERDIN:II·D:G:ROM·IMP.SE:AVG·   -   gekrö. Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust.


Einseitiger Schüsselpfennig 1624.     Ø 12 mm, ca.0,3 g.   Buck 85.
Schild im Perlkreis, darin das verzierte E unter 16Z2, rechts vom E eine Kugel.


Doppelter Reichstaler 1628.     Ø 44 mm, 58,43 g.   Buck 94b; Dav.5240.
Vs.:  MONETA·NOVA·EIMBECENSIS·16Z8·
(€ = Mondsichel mit Zainhaken ist das Zeichen für Georg Krukenberg, Münzmeister 1628)
Gekrönte und verzierte Initiale von Einbeck auf Blumenkreuz aufgelegt.

Rs.:  FERDINANDVS·II·D·G·ROM·IMP·SEM·AV  -  gekrö. Doppeladler, Reichsapfel auf der Brust.
Das Zeichen (abnehmender Mond von einem Zainhaken durchstochen) steht für Georg Krukenberg, Münzmeister 1628.  -  Dieser Talertyp mit dem E ohne Schild wurde 1624 bis 1631 geprägt (Dav.5240-41).


1/2 Reichsort 1628 (1/8 Reichstaler).     Ø 26 mm, ca.3,4 g.   Buck 96a.
Vs.:   MONETA·NOVA·EIMBECENSIS  -  gekröntes und verziertes E auf Blumenkreuz liegend.
Rs.:   FERDIN·II·D G·RO·IM·S·A·16 - Z8·  -  leerer Reichsapfel, darunter: EIN / HALB / REICHS / ORT


Goldgulden 1629 (Typ II: ohne Mz. I-K).     Ø 22 mm, ca.3,32 g.   Buck 98a.
Vs.:   MONETA·NOVA·AVR·EIMBECENSIS 16Z9   -   jüngeres Wappen mit dem Löwe zwischen zwei Türmen, unten Wasser; dazu im Tor das gotische E.
Rs.:   ·FERDI D G·ROMA: - ·IMPER·SEMP:AV:   -   gekrö. Doppeladler, Reichsapfel aud der Brust.
Ein gekrönte gotische E in der Toröffnung hatte auch das Stadtwappen 1891 und 1939, vgl. H. Ahrens, Hannoversche Landschafts- und Städtewappen. Hannover 1891. S.32, Taf.VII, sowie Buck 1939.


1/2 Reichstaler 1630.     Ø 34 mm, 14,42 g.   Buck -.
·MONETA·NOVA·EIMBECENSIS·1630   //   FERDIN:II·D:G:ROM:IMP.S.E:AVG·
Laut Buck ruhte 1630 der Hammer in Einbeck.

Zur Zeit von Ks. Ferdinand III., 1637-1657

Zur Zeit von Ks. Leopold I., 1657-1705


Taler 1659 VF.     Ø 45 mm, 28,8 g.   Buck 111; Dav.5242.
zum Vergleich: Replik von 1973.

Vs.:   MONETA♌NOVA✶ - ✶EIMBECENSIS✶  -  Das jüngere Wappen: Lowe zwischen zwei Türmen, davor Wasser, darüber Helm, Helmdecke und als Helmzier das ältere Wappen: gekröntes gotisches E.
Entdecke das Zeichen V - F des Münzmeisters Urban Felgenhauer (zu den Seiten des Schildes).

Rs.:   LEOPOLDVS✴I✴D✴G✴ROM✴IMP✴SEM✴AVGVSTVS·15 - 69
gekrönter Doppeladler ohne Scheine mit Reichsapfel auf der Brust, darin Wertzahl 24.


Mariengroschen 1659 VF.     Ø 20 mm, 1,35 g.   Buck 112c.
Vs.:   MON:NOVA EINBEC:1659 - VF  -  Gekrönte Stadtinitiale auf Zierkreuz.
( Das ligierte VF rechts der Krone ist das Zeichen von Urban Felgenhauer, Münzmeister 1659.)

Rs.:   MARIA✶ - MATer:DOmini:   -   Maria mit Kind und Zepter in Flammengloriole.


4 Gute Pfennige 1668.     Ø 16 mm.   Buck 116a.
Vs.:   ·MO·NO·EINBECK·1668·  -  Gekrönte und verzierte Stadtinitiale.
Rs.:   * / *IIII* / GUTE / A PF. S / *


6 Mariengroschen 1669 AS.     Ø 29 mm, ca.5,4 g.   Buck 119a.
Vs.:   ✶EINBECKENSIS✶  -  gekrö. E auf Blumenkreuz
A - S steht für Andreas Schele, 1668-71 Münzmeister im Einbeck.

Rs.:   ✶MONETA NOVA✶1669  -  ✶VI✶ / MARIEN / GROS / ✶✶✶.


Dreier 1669 AS.     Ø 14 mm, 0,63-0,82 g.   Buck 123.
EINBECK✶1669  - gekrö. E   //   A - S (Andreas Schele, Münzmeister) -  Reichsapfel mit Wertzahl 3.


12 Mariengroschen 1671 HH.     Ø 30 mm, ? g.   Buck 127 Anm.
Neuabschlag 1901 von korrodierten Stempeln.

Vs.:  ✱EINBECENSIS✱  -  gekröntes gotisches E, unten H - H (Hans, Hallensen, Münzmeister 1672-74).
Rs.:   ✴✱✴VON FEINEM SILBER·   -   ✴XII✴ / MARIEN / GROSCH / 1671 / ✴
Die Rs. von 1671 (Buck 127) ist hier gekoppelt mit der Vs. des 6 Mariengroschens 1673 HH (Buck 134).


6 Mariengroschen 1671 (zu 12 Kreuzern).     Ø 29 mm, 4,9-5,7 g.   Buck 128.
Vs.:   ✶EINBECENSIS✶   -   gekrö. gotisches E auf Blumenkreuz, A - S (Münzmeisterzeichen)
Rs.:   MONETA NOVA✶1671    Im Feld:   ✴VI✴ / MARIEN / GROS / ·✴·


4 Mariengroschen 1671 AS.     Ø 22 mm, 2,30 g.   Buck 130b.
Vs.:   MO·NO·EINBECENS·1671  -  gekröntes E zwischen A -S (Andreas Schele, Münzmeister).
Rs.:   ✿VON FEINEM SILBER·   -   Im Feld:   ·IIII· / MARIEN / GROS / ✶


6 Mariengroschen 1674 HH (aus 1673).     Ø 29 mm, 5,46 g.   Buck 139c.
Vs.:   *EINBECENSIS*  -  Blumenkreuz, belegt mit dem gekrönten und verzierten ᗺ.
Der untere Kreuzfuß zwischen H - H (Hans, Hallensen, Münzmeister 1672-74).

Rs.:   MONETA NOVA*1674*   -  *VI* / MARlEN / GROS / *

Damit endet die Münzprägung der Stadt Einbeck, bis auf Kupferpfennige (bis 1717).


Stadtpfennig o. J. (1647-1717).     Kupfer,   Ø 14-18 mm, ca.0,9 g.   Buck 157f.
EIИBEC·  -  gotisches E mit Punkt davor.   //   ·I· / STAT / PEИ

Lit. :
• Buck, Heinrich :  Die Münzen der Stadt Einbeck, Hildesheim/Leipzig 1939 - Auszüge
• Feise, W. :  Die Münzen und das Münzwesen der Stadt Einbeck, ZfN 29, Berlin 1912 - im Netz verfügbar.
• Schrock, U.E.G. :  Von der Kunst gutes Geld zu machen, die Münzprägung der Stadt Einbeck, 1995.

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