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Stadt Chur

Chur [im Mittelalter latinisiert Curia Retica] liegt im Oberrheintal. Gegen das im frühen MA etablierte Fürstbistum Chur sowie fremder Einmischungen bildete sich 1367 der Gotteshausbund, mit Chur als Hauptort, der die bischöfliche Machtstellung zurückdrängte. Nach dem grossen Brand von 1464 bekam die Stadt eine auf 5 Zünfte beruhenden Verfassung. Die Stadt erhielt 1489 die hohe Gerichtsbarkeit, die Unmittelbarkeit einer Reichsstadt erreichte sie aber nicht.

Wappen: ein schwarzer aufrechter Steinbock im roten Stadttor mit drei Zinnen.
Der aufrechte Steinbock war ohne Beiwerk auch das Wappen des Gotteshausbundes.




Batzen 1529.     Ø 27 mm, 3,23 g.   Trachsel 424 var; HMZ 2-480a.
Vs.:   ✼MONETA:CVRIAE:RHETICAE:15Z9   -   Schild mit kl. Steinbock im Tor auf Podest.
Rs.:   ✼DOMINI○EST○REGNVM○  "Gottes ist das Reich"   -   Schild mit grossem Steinbock ohne Tor.
Die Batzen von 1529 sind die ältesten Münzen der Stadt Chur.

Der erste Talertyp (o.J. und 1620-26) trägt auf der Vorderseite das Bildnis des Hl. Luzius
und verzichtet auf das Wappentier.


Reichstaler 1633.     Ø 40 mm, 28,10 g.   Trachsel 527; HMZ 2-485d; Dav.4675.
Vs.:   ✼ MONETA:NOVA:CIVITATIS:CVRIENSIS:1633
In einer verzierten Kartusche das vollständige Churer Stadtwappen:
In einem Stadttor mit drei Türmen ein nach links schreitender Steinbock, darunter ein Fallgatter.

Rs.:   ✼ FERDINANDVS·II·D·G·ROM·IMP·SEM·AV ✼·   -   gekrönter Doppeladler mit Kopfscheinen.


Dicken 1633 (24 Kreuzer).     Ø 30 mm, 8,36 g.   Trachsel 525var; HMZ 2-487i.
Vs.:   MONETA·NOVA - CVRIAE·RETH   -   Der Hl. Luzius in Rüstung mit Krone, Nimbus,
Zepter und Reichsapfel, darunter das Stadtwappen.

Rs.:   ✶DOMIne CONSErva: - NOS·IN·PACE·✶   "Herr, erhalte uns in Frieden"
gekrönter und nimbierter Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl.


10 Kreuzer 1629.     Ø 27 mm, 4,57 g.   Trachsel 466; D/T 1528; HMZ 2-489b.
Vs.:   ✼MONETA✶NOVA✶CVRIAE✶RETHICAE✶29✶
nach links schreitende Steinbock in verziertem spanischem Schild.
Rs.:   ✼DOMIne:CONServa: - NOS·IN·PACe:✼   -   gekrö. und nimb. Doppeladler,
Reichsapfel mit Wertzahl, im Abschnitt die Jahreszahl ·1629·.


10 Kreuzer 1630.     Ø 28 mm, ? g.   Trachsel 473; D/T 1529b; HMZ 2-489e.
✶MONETA·NOVA· - CVRIAE·RET.✶   //   ✶DOMINE·CONS: - NOS·IN·PACE·✶
Dies ist eine deutlich dezentrierte Walzenprägungen.


3 Kreuzer 1631 (Groschen).     Ø 22 mm, 1,86 g.   Trachsel 478; D/T 1535a; HMZ 2-490e.
✶MONETA·NOVA·CVRIAE·RHET:   //   ✶FERD:II:D: - G:RO:IM:S:✶ / ·1631·
Diese Walzenprägung gelang perfekt zentriert.


2 Kreuzer 1659.     Ø 19 mm, 0,92 g.   Trachsel 590var; D/T 1540a; HMZ 2-491h.
Vs.:   ·MONE·NO: - CV·RIAE·RET   -   Steinbock in einem verzierten ovalen Schild.
Rs.:   LEOPOLD·I·D·G·R·I·M·S·16 59   -   Reichsapfel mit Wertzahl 2.


Kreuzer 1643.     Ø 16 mm, 0,63 g.   Trachsel 572var; D/T 1543b; HMZ 2-493d.
Wappen aufgelegt auf Doppelkreuz (Etschkreuz).   //   Doppeladler mit Wertzahl auf der Brust.


Einseitige Pfennig o. J. (Haller).     Ø 12? mm, 0,24 g.   Trachsel 396; D/T 1550; HMZ 2-495h.
Im Stichelkreis ein geschweiftes Wappen mit nach rechts springenden Steinbock, darum herum "C V R".


Dukat 1634.     Ø 21 mm, 3,40 g.   Trachsel 537; Divo/Tobler 1511a; Friedb.230.
Vs.:   ✿MONETA·NO·AVR·CIVITA·CVRIENS   -   Stadtwappen in verzierter Kartusche.
Rs.:   FERDINAND·II·D·G·ROM·IM·S·A·1634·   -   gekrönter, nimbierter Doppelalder.


Bluzger 1660.     Ø 19 mm, 0,69 g.   Trachsel 592; HMZ 2-494o.
Vs.:   ∗MONOVA·CVRIAE·RETHIC   -   Steinbock n. rechts zwischen Türmen über dem Torgitter.
Rs.:   DOMINI.EST.REGNVM1669   -   Bluzgerkreuz.
Die ersten Bluzger stammen vom Bistum Chur. Die Stadt prägte sie von 1624 bis 1766.
Sie galten ursprünglich 6/7 Kreuzer.


Bluzger 1766.     Ø 17 mm, 0,78 g.   Trachsel 775; HMZ 2-500.
Vs.:   ✼MON·NOUA·CURIA·RETHICAE   -   Steinbock n. l. zwischen Türmen über dem Torgitter.
Rs.:   DOMINI·EST·REGNVM ∗1766∗   -   Bluzgerkreuz.
Mit diesem Bluzger von 1766 endet die Münzprägung der Stadt Chur.

Lit. :
• Trachsel, C.F. :  Die Münzen und Medaillen Graubündens. S.129-208. Berlin-Lausanne, 1866-98
    (im Netz auch vollständig als google-book)
• Coraggioni, L. :  Münzgeschichte der Schweiz. S.108, Genf 1896 - Auszug.

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