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Hansestadt Bremen

Die Stadt Bremen entstand am Sitz des 845 gegründeten Erzbistums. Sie bildete 1225 einen Rat, der Verträge schloß und beteiligte sich ab dem 13. Jh. an der Hanse (Sonderstellung). Die Stadt errichtete 1404 den riesigen Roland und bis 1410 das Rathaus. 1646 wurde ihre Reichsunmittelbarkeit als Reichsstadt bestätigt.

Wappen:
schräggestellter silberner Schlüssel im roten Feld, abgeleitet von Erzbistum-Wappen. Seit 1568 gelegentlich mit zwei goldenen Löwen als Schildhalter, 1617 zum ersten mal, seit 1650 immer gekrönt.
Der "Bremer Schlüssel" gilt als Attribut von Petrus, dem Schutzpatron des Bremer Doms. Von Beginn an erscheint er auf den Münzen der Stadt Bremen.
Zum Vergleich: Das Wappen des Erzbistums Bremen besteht aus zwei gekreuzten Schlüssel und einem Kreuz.

Die Stadt Bremen prägte wohl erstmals 1369-1454,
als sie die Prägestätte des Bistum als Pfand übernahm.


Schwaren o. J. (1369-1454).     Ø 15 mm, ca.0,9 g.   Jungk 390 ff.
Vs.:   +MOnETA·BREMEnSIS   -  Bremer Schlüssel im Schild.
Rs.:   SAnCTVS·PETRVS·   -  St. Petrus in halber Figur, hält Schwert und Schlüssel nach oben.
Schwaren nannte man in Bremen "schwere Pfennige", im Gegensatz zu den leichten Hohlpfennigen. Schwaren trugen ursprünglich 1 g Silber und galten 3 Hohlpfennige.
Der Groten ("grosse Groschen") galt 4, später 5 Schwaren.


Die Zeit von Ks. Karl V., 1519-58

1541 erteilte Ks. Karl V. der Stadt das Recht, Gold- und Silbermünzen zu prägen, nach "bestehenden und künftigen Reichsmünzordnungen" sowie "doppelte und einzelne Grote und Schwaren". Gleichzeitig erwirkte Erzbischof Christoph von Braunschweig 1544 eine Erklärung des Kaisers, dass die Rechte des Erzstifts erhalten bleiben. So besaßen das Erzbistum und die Stadt Bremen beide das Münzrecht, welches sie gemeinsam von 1541 bis 1646 ausübten.

Taler 1542.     Ø 39 mm, ca.29 g, 879‰ fein.   Jungk 433; Dav.8986.
Vs.:   +MONETA·NOVA·REIPVB·BREMENSI
Bremer Schlüssel in deutschem Schild, darüber die Jahreszahl I542.
Rs.:   CAROLVS.V.ROMAnorum.IMPErator.SEMer.AVGVstus  -  Gekrönter Doppeladler.

Die Zeit von Ks. Maximilian II., 1564-76


Reichstaler 1568.     Ø 40 mm.   Jungk 436; Dav.8987.
Vs.:   MONETA·NOVA·REIPVB·BREMENSIS
zwei Löwen, deren Schwänze um die Leiber geschlungen sind, halten das Schild mit dem Schlüssel.
Rs.:   ·MAXIMILIANVS·II·ROMANO·IMPE (Mz.)   (Mz. = Hundskopf für Münzmeister Konrad Hundt)
gekrönter und nimbierter Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust.
Der Münzfuß laut Reichsabschied von 1566: 8 Stück aus der rauhen Mark und 9 Stück aus der feinen Mark.
Also: das Stück 233,86g/8 = 29,23 g schwer und 8/9 = 889‰ fein.   [1 kölner Mark = 233,86 g]

Die Einbettung des Wappens änderte sich mit der Zeitmode,
nicht aber die Form von Bart und Griff des Schlüssels.

Die Zeit von Ks. Matthias, 1612-19


Mark (32 Grote) 1614.     Ø 39 mm, 19,15 g.   Jungk 532; Dav:319.
Vs.:   (Mz.) MONETA·NOUA·REIPUBLICÆ·BREMENSIS·1614·
Wappen zwischen zwei Löwen als Schildhalter. Unten im Band: 1 MARCK
Rs.:   MATTHIAS·D·G·RO· - ·IMP·SEMP·AUGUSTUS   = Titel des Kaisers.
Gekrönter und nimbierter Doppeladler - auf der Brust Reichsapfel mit Wertzahl 32.
Die Mark, eine beliebte Rechnungseinheit für 32 Grote, wurde 1614 erstmals ausgeprägt. Auf dem Probationstag zu Lüneburg 1614 wurden diese Markstücke 12 Lot fein (750 ‰) befunden.

Die Zeit von Ks. Ferdinand II., 1619-37


Taler 1622.     Ø 40 mm.   Jungk 457; Dav.5086.
Vs.:   MONE·NOVA· - REIP - UB·BREMENSIS·   -   Von zwei Löwen gehaltener, verzierter und behelmter spanischer Wappenschild mit Bremer Schlüssel. Helmzier: halber Löwe mit Schlüssel.
Rs.:  FERDI·II·D·G:ROMA·IMPER·SEMPER·AU·16ZZ  -  gekrö. Doppeladler, Reichsapfel auf der Brust.
Helm und Helmzier über dem Wappen auf Talern 1617-24, für Bremen ungewöhnlich.

Die Zeit von Ks. Ferdinand III., 1637-57


1/2 Taler 1643.     Ø 34 mm, ca.14,5 g.   Jungk 522.
Vs.:   MONE·NOVA·ARG·REIPVB·BREMENSIS:✱  -  Zwei Löwen halten Bremer Wappen, darüber die Jahreszahl, im Abschnitt die Initialen von Münzmeister Thomas Isenbein.
Rs.:   :FERDIN·III·D·G:ROM·IMP·SE·AUGVS:  -  gekrö. Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust.


4 Grote 1646.     Ø 28 mm, 7 Lot (437‰) fein, ca.2,5 g.   Jungk 738.
Vs.:  MONE· - NO REI - P BREM - ENSIS  -  Langkreuz, darauf ovales Wappen mit Jz. 16 - 46.
Rs.:  FERD·III·D:G:RO - M·IMP·SE·AV**  -  gekr. Doppeladler, Reichsapfel mit Wertzahl 4 (Grote).

Die Zeit von Ks. Leopold I., 1657-1705


Doppeldukat 1659.     Ø 28 mm, 7,00 g.   Jungk 421; Friedb.411.
Vs.:   ✿DUCAT.NOV.AURE.REIPUBL.BREMENSIS
gekröntes, von zwei Löwen gehaltenes ovales Wappen mit Bremer Schlüssel,
im Abschnitt die Münzmeisterinitialen (Thomas Isenbein in Bremen 1634-69) unter einer Verzierung.

Rs.:  LEOPOLD:D:G:ROM - IMP:SEM:AVGVST:   -   die Jahreszahl 16 - 59 flankiert Kaiser Leopold stehend nach rechts mit Zepter und Reichsapfel, zwischen seinen Füßen eine Blume.


2 Grote 1671 (1/36 Taler).     Ø 20 mm, ca.1,35 g.   Jungk 841.
Vs.:   MON:NOV:REIP:BREMENSIS .NOV.AURE.REIPUBL.BREMENSIS (HL)
HL für Hermann Lüders, Münzmeister 1670-73   -   Schlüssel zwischen 16 - 71.
Rs.:   •LEOP:D:G:ROM:IMP:SEM:AUG   -   gekrö. Doppeladler, Reichsapfel mit 36.

Die Stadt gab 1542-1637 Goldgulden heraus und 1640-1746 ein paar hundert Dukaten.
Bremer Goldmünzen dienten der Repräsentation und waren ohne wirtschaftliche Bedeutung.


Dukat 1672.     Ø 22 mm, 3,46 g.   Jungk 427; Friedb.413.
DUCAT9 NOV9 AURE9 REIP.BREMENS:   //   LEOP:D:G:ROM:IMP:SEMP:AUG:
Gekrönter "Bremer Schlüssel" hier mit Lorbeerkranz statt Schild und Schildhalter.


6 Grote (1/12 Taler) 1672.     Ø 27 mm, 3,7 g.   Jungk 699.
BREMER - STATGELT VI GROT // LEOP:D:G:ROM:IMP:SEMP:AUG:
Die Aufschriften zeigen an: 6 Grote Stadtgeld sind zugleich 1/12 Reichstaler.


Groten 1674.     Ø 19 mm, ca.1,07 g.   Jungk 935.
✱MON:NOV:REIP:BREM:1674   //   LEOP:D:G:ROM:IMP:S:A


Schwaren 1676.     Ø 12 mm, 0,45 g, 53‰ fein.   Jungk 1152/1154.
¤MO:NO:REIP:BREME:   //   SANCTVS·PETRVS
1676 sind erstmals Schwaren mit der Jahreszahl versehen worden.

Die Zeit von Ks. Josef I., 1705-11


Dukat 1710.     Ø 22 mm, 3,54 g.   Jungk 428; Friedb.415
Vs.:   ✤DUCAT·NOV·AUR·REIPUBL·BREMENSIS·1710·
gekröntes Stadtwappen, von zwei zueinander gekehrten Löwen gehalten,
im verzierten Abschnitt ·G·C·R· (Georg Christian Reuss, Münzmeister der Stadt Bremen 1708-10).

Rs.:   IOSEPHus:Dei:Gratia:ROMANorum:IMPerator:SEMPer:AUGUSTus·
gekrönter Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust.

Die Zeit von Ks. Karl VI., 1711-40


Schwaren 1731, Silberabschlag der Stempel vom Kupfer-Schwaren.     Ø 18 mm.   Jungk zu 1176.
1719-1866 wurden Schwaren nur noch in Kupfer ausgeprägt, 1872 ganz abgeschafft.


Groten 1733.     Ø 18 mm, 0,90 g, 3½ Lot (219‰) fein.   Jungk 946var.
hier aber als Goldabschlag mit 3,43 g.

*MON:NOV·REIP·BREM·1733   //   CAROL·VI·D·G·ROM·IMP·S·A.


Taler 1742 GLC.     Ø ca.42 mm.   Jungk 509, Dav.2047.
✱MONETA·NOVA·REIPUBL:BREMENSIS.   //   CAROL·VII·D·G·ROM·IMP·SEMP·AUG:1742.
Am Adlerschwanz: G· - L·C· (Gabriel Le Clerc, Münzmeister 1737-43).


Groten 1744.     Ø 18 mm.   Jungk 966.
+MON:NOV·REIP·BREM·1744   //   CAROL·VI·D·G·ROM·IMP·SA

Die Zeit von Ks. Franz I., 1745-65


Dukat 1745.     Ø 22 mm.   Jungk 430; Friedberg 424. Auflage 141 Stück.
Stempelschneider Paul Gödeke. Auf die Wahl und Krönung Kaiser Franz' I.

Vs.:   MONETA AUR·LIB·REIPUBL·BREMENS·   -   Von zwei Löwen gehaltenes, gekröntes ovales Wappen mit Bremer Schlüssel, im Abschnitt die von einer Verzierung umrahmte Jahreszahl.
Rs.:   FRANCISCUS·D·G· - ROM·IMPPERAT·S·A·   -   Gekrönter und nimbierter Doppeladler mit Zepter und Schwert in den Klauen und Reichsapfel auf der Brust.


Gulden (48 Grote) 1753.     Ø 36 mm, 17,2 g.   Jungk 530; Dav:320A.
*MONETA.NOVA.REIPUBL.BREMENSIS   //   FRANCISCUS.D.G.ROM.IMP.S.AUG.1753
Doppeladler jetzt mit Zepter, Schwert und Reichsapfel in den Klauen.


Halbe Groten 1765.     Ø 14 mm, 0,70 g.   Jungk 1097,   hier als Goldabschlag mit 1,17 g.
MON:NOV:REIP:BREM   //   CRVX:CHRisti:NOSTra:SALus   "Christi Kreuz ist unsere Rettung"

Von 1765 bis 1840 beschränkte sich die Ausmünzung auf Kleinmünzen.


2½ Schwaren 1797 als Silberabschlag.     Ø 20 mm, 3,23 g.   Jungk 1105 Anm.

Lit. :
• Jungk, H. :  Die bremischen Münzen (und Med. des Erzbistums und der Stadt Bremen),
          Bremen 1875 und im Netz bei Bay.StaatsBibl.
• Wikipedia :   Bremische Münzen   &   Bremer Wappen
• Bongartz, Oliver A.:  Deutsche Geldgeschichte dargestellt am Beispiel Bremens, Bremer Beiträge zur
          Münz- und Geldgeschichte, Bd.9 (2014)

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