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Reichstadt Breisach

Der Stadtkern von Breisach liegt auf einem Felsen am Rhein westlich vom Kaiserstuhl. An der Stelle unterhielten die Römer zur Grenzsicherung den Kastell Mons Brisiacum. Breisach kam im 12. Jh. in den Besitz der Baseler Bischöfe. Unter Ks. Rudolf I. von Habsburg wurde Breisach 1275 Reichsstadt. Der spätere Ks. Ludwig IV v. Bayern verpfändete Breisach an die Habsburger. 1648 fiel Breisach an Frankreich, 1697 wieder an Österreich, wurde 1703-14 und 1744 wieder französisch und wurde 1793 von französischen Revolutionstruppen zerstört. Schliesslich kam Breisach 1805 an Baden.

Wappen: "Sechsberg" bestehend aus sechs ovalen "Bergen".
Der Stadtsiegel führte meist einen Adler. Ende des 18. Jahrhunderts wurden Siegel- und Wappenbild zusammengelegt: Der Adler wird dann mit dem Sechsberg im Brustschild oder auf dem Sechsberg stehend dargestellt.


Rappenhälbling (Stebler) nach 1425.   Ø ca.15 mm, 0,22 g.   Berstett 58a; Slg.Wüthrich 65c.
Stadtwappen "grüner Sechsberg" im Wulstrand und Perlreif.
Das Stadtwappen Breisachs erschien erstmals um 1425 und steht mit der Familie
von Grünenberg als Oberschultheissen der Stadt Breisach in Verbindung.


Rappen nach 1498.   Ø ca.15 mm, 0,29 g.   Berstett 58b; Slg.Wüthrich 66c.
Kreuz über Schild mit Stadtwappen im Wulstrand und Perlreif.


Doppelvierer o. J. (4 Rappen 15 Jh.).     Ø 18 mm, 1,33 g.   Berstett 59.
Vs.:   ✠MOnET'·BRISAChIEnS'   -   Stadtwappen im spanischen Schild.
Rs.:   GLOR - IA·In -EXCE - LSis'.Deo   "Ehre sei Gott in der Höhe"   -   Langkreuz.


Dicken 1499.     Ø 30 mm.   Berstett 61; Schulten 537 [KHM, Wien].
Vs.:   ✠MOnETA⦂BRISAChIENSIS◦1499   -   Im Vierpass ein Blumenkreuz, darauf das Stadtwappen.
Rs.:   ✠S'◦STEPhANVS⦂PROThOMART'◦  -  Hl. Stephan kniet nach rechts, darüber eine Hand
aus den Wolken, links hinter ihm ein Mann mit Stein in der erhobenen Rechten.


Plappart o. J. (6 Rappen, nach 1480).     Ø 25 mm, 1,86 g.   Berstett 63; Schulten 541.
Vs.:   ✠MOnETA⨯nO'⨯BRISAChIEnSIS   -   Stadtwappen im verzierten Dreipass.
Rs.:  *S'⨯STEPHAN - VS MARTIR  -  nimb. Hl. Stephan steht mit Palmzweig und Stein nach halbrechts.


Batzen 1533.     Ø 26 mm.   Berstett 65; Schulten 538 [KHM Wien].
Vs.:   ✠MONETA✴NOVA✴BRISACENSIS   -   Stadtwappen Sechsberg, darüber 15 - 33.
Rs.:   ✠DOMINE✴CONSERVA✴NOS✴IN✴PACE   -   nach links blickender Adler.


1/2 Taler 1542.     Ø 35 mm.   Berstett 67.
Vs.:   ✠MONETA·NOVA·BRISACHIENSIS   -   Stadtwappen, darüber 1542.
Rs.:   ✠DOMINE·CONSERVA·NOS·IN·PACE   -   nach links blickender Adler.


Taler 1553.     Ø 40 mm.   Berstett 68; Dav.8971; Schulten 535.
Vs.:  ✠MONETA:NOVA:BRISACHIENSIS  -  Stadtwappen in verziertem Schild, darüber Jahreszahl.
Rs.:   ✠DOMINE:CONSERVA:NOS:IN:PACE
"Herr, erhalte uns in Frieden", ein Spruch, den auch Basel, Colmar und Zürich verwendet haben.
Einköpfiger Reichsadler, den Kopf nach links gewandt.
Die erste Taler-Serie trägt die Jahreszahlen: 1542, 1546, 1549, 1553 und 1555.


Reichsguldiner zu 60 Kreuzer, 1571.     Ø 38 mm, ca.24,2 g.   Berstett 71; Dav:15.
Vs.:  ✠MONETA⨯NO⨯CIVITATIS⨯BRISACIENSIS 71
spanischen Schild mit Stadtwappen im lilienverzierten Sechspass.
Rs.:  ✠FERD⨯D⨯G⨯RO⨯IMP⨯S⨯AVG⨯GER⨯HVNG⨯BO⨯REX
Geharnischtes und gekröntes Hüftbild Ks. Ferdinands I. nach rechts mit geschultertem Zepter,
die Linke hält den Reichsapfel mit der Wertzahl 60.
Dieser Reichsguldiner wurde nach der 3. Reichsmünzordnung (1559) mit den Jahreszahlen 1564,
1566-68 und 1570-72 geprägt, also lange über die Amtszeit von Ks. Ferdinand I. (1558-64) hinaus.
Vergleiche den Guldentaler 1571 von Colmar.


Taler 1585.     Ø 40 mm.   Berstett 77a; Dav.8972.
+MONETA✴NOVA✴BRISACHIENSIS   //   +DOMINE✴CONSERVA✴NOS✴IN✴PACE✴
Die zweite Taler-Serie trägt die Jahreszahlen 1584 bis 1687.


Guldentaler 1600 (zu 60 Kreuzer).    Ø ca.40 mm.   Berstett 80[1597-98] & 82[1600]; Dav:16.
+MONE·NO:CIVITATIS·BRISACENSIS:1600   //   ·S·STEPH:P:MAR - TIR:PATRONVS
Damit endet um 1600 die Münzprägung der Stadt Breisach.


Belagerung 1633
Die Kaiserlichen hatten 1632 das Elsaß räumen müssen und ihre Verwaltung in das befestigte und strategisch günstig gelegene Breisach verlegt. Zunächst wurde die Festung vom Gegner durch den Einsatz mobiler Kontingente vom Nachschub abgeschnitten, doch seit dem 7. Juli 1633 ließen die beiden gegnerischen Feldherrn, Rheingraf Otto und Markgraf Friedrich von Baden-Durlach, die Festung regelrecht belagern. Die folgenden Monate wurden für die Eingeschlossenen entbehrungsreich. Da sich auch die Bezahlung der Verteidiger aufgrund fehlenden Nachschubs verschlechterte, ließ der Festungskommandant Hannibal von Schauenburg bei den Breisacher Bürgern Edelmetallobjekte beschlagnahmen, um daraus Gold- und Silbermünzen in Klippenform zu prägen. Am 16. Oktober 1633 schlug ein unter Führung des Herzogs von Feria (Vizekönig von Valencia) herbeigeeiltes Entsatzheer die Belagerer in die Flucht.

Klippe zu 1 Goldgulden 1633.    19x19 mm, 3,14 g.   Berstett 83 var.; Brause-Mansfeld Tf.3,1.
Vs.:   Oben die Wappen von Österreich und Ober-Elsaß, dazwischen ein Reichsapfel,
unten das Wappen von Breisach, dazwischen verteilt die Jahreszahl.

Rs.:   MO:NO. / .VASTatae ALSatiae. / ♦·ET·♦ / ·BRISIACAE· / INDEX   "... verwüstetes Elsass ...".


Klippe zu 48 Kreuzern 1633.    29x31 mm.   Berstett 85 var.; Brause-Mansfeld Tf.4,11.
Vs.:   Der Breisacher Stadtschild, zu den Seiten die geteilte Wertzahl XL - VIII, darüber die Wappen von Österreich und von Ober-Elsaß, darüber die Jahreszahl.
Rs.:   MO:NO: / .VASTatae:ALSatiae / ♦ET♦ / BRISIACAE / ·INDEX·


Einseitige Klippe zu 48 Kreuzer o. J. (1633).    27x31 mm.  Berstett 88; Brause-Mansfeld Tf.5,29
Geprägt während der Belagerung durch Rheingraf Otto und Markgraf Friedrich von Baden.

·MONETA·NOVA·BRISACENSIS· / ·XLVIII    Schild mit Stadtwappen.


Nottalerklippe 1633.     36x37 mm, 28,33 g.   Berstett 93 var.; Brause-Mansfeld Tf.3,4.
Auf den Entsatz der Stadt durch den spanischen General Herzog von Feria am 16. Oktober 1633.

Vs.:   +BRISACVM·OBSESSum:DVCToribus:REINGRavio OTTone ET MARCHione FRIDerico:DVRLacensi
Die Wappen von Österreich, Elsass und Breisach, dazwischen im Feld:
DIE VII / IVL II / ET / III AVGVSTI / ANNO - DNI / MDC - XXXIII   7. Juli & 3. August 1633
Rs.:   AB VTRISQVE TVRPI FVGA DESERT DIE XVI OCTOB   "Von beiden (Belagerern) in schimpflicher Flucht aufgegeben"   -   Wolf flieht vor einem strahlenden Stern mit einem F [Feria],
im Feld:
HOC ORI / ENTE FV / GIT   "Mit seinem Erscheinen flieht er".


Silbermedaille 1639.     Ø 59,2 mm, 50,72 g.   Berstett 98; Maué 43.
von S. Dadler, auf die Einnahme der Stadt durch Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar am 3.12.1638.

Vs.:   BERNHARDVS:D:G:SAX:JVL.CLIV.E.MONT.DVX:LANDGR:THVRING:MARCH.MISN.COMES.MARC.ET RAVENSB.DOM.RAVENST.  -  Der Herzog, geharnischt und unbedeckt, zu Pferd, nach rechts reitend, den Kommandostab in der Rechten. Eine Hand aus Wolken reichend, setzt ihm einen Lorbeerkranz auf.
Im Hintergrund eine Landschaft, in der eine Arme eine andere verfolgt.

Rs.:   BRISIACO CAPTO CŒLIS VICTORIA VENIT BERNARDO TVLIT EX HOSTE TROPHÆ DVCI
"Nach der Eroberung von Breisach kam aus dem Himmel Victoria und brachte Herzog Bernhard den Sieg über den Feind."  -  Ansicht der Stadtfestung Breisach von der Westseite, Truppen und Schanzen,
über der Stadt halten 2 Engel das Stadtwappen. Im Abschnitt: 1638.
Chronogramm: IICCCLIVICIVIDVLIXDVCI = 2xD + 5xC + 2xL + 1xX +4xV + 8xI = 1638
1638 wurde Breisach wieder belagert und nach hartnäckiger Gegenwehr durch Hunger bezwungen. Im westfälischen Frieden 1648 kam Breisach an Frankreich, im Ryswicker Frieden 1697 an Österreich zurück, 1703 von Frankreich erobert und im Frieden von Rastadt 1715 wieder geräumt.

Lit. :
Berstett, A. von:  Münzgeschichte des Zähringen-Badischen Fürstenhauses und der unter seinem Scepter
    vereinigten Städte und Landschaften
, S.86-94, Tf.22-25. Freiburg 1846 (Nachdr.1974) - Auszug.

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