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Herzog AUGUST I. d. Ältere 1633-1636 in B.-Lüneburg, ab 1610 Bf. von Ratzeburg,
ab 1635 auch in Calenberg

August (*1568 †1636) war 1610-1636 evangelischer Bischof von Ratzeburg. Nach dem Tod seines Bruders Christian 1633 übernahm er die Regierung von B.-Lüneburg in Celle. 1635 erhielt er das Fürstentum Calenberg-Göttingen. August setzte die von seinem Bruder begonnene Neutralitätspolitik im Dreißigjährigen Krieg fort. Nach seinem Tod folgte im seine Brüder, Friedrich in Celle und Georg in Calenberg.

Löser o.J.(1618), Reiter / Fortuna mit Segel


Löser zu 3 Talern o. J. (1618), Ratzeburg.   Ohne Wertpunze.   Ø 64 mm, 87,71 g.
Mit Münzmeistersignatur HM (Ligatur).   Dav. 126; Duve 1; Welter 879.

Vs.:  +Von:Gottes:Gnaden:AUGUSTUS:Postulirter:Bischof:Des:Stifts:RATZebURG:Herzog:Zu:BRUNSWICH·Vnd:LUNEBURCK
Der geharnischte Herzog reitet r. mit Federhelm, Kommandostab und umgelegtem, wehenden Mantel.
Rs.:   +KUM GELUCK ERLOS - HOFFNUNG +M+   "Komm Glück, ziehe für uns ein Los auf dem Hoffnung steht"
Nackte Fortuna mit Segel steht fast v. v., den Kopf nach l. gewandt, auf einer Kugel, im Hintergrund zwei Heere,
die in Schlachtaufstellung einander gegenüber stehen.
Diese Löser o.J. (1618) sind im Gewicht von 3 und 2 Talern geprägt worden (Dav.126-127).

Das Münzmeisterzeichen HM (übereinandergestellt) am Ende der Rückseitenumschrift gehört zu einem unbekannten Ratzeburger Münzmeister, der dort zwischen 1617 und 1618 tätig war. In dieser Zeit wird auch dieser Löser geprägt worden sein. Die Schlachtaufstellung auf der Rückseite des vorliegenden Stückes deutet auf den Beginn des 30jährigen Krieges im Jahr 1618 hin. Die frühneuhochdeutsche Aufforderung der Rückseitenumschrift ist sinngemäß folgendermaßen zu übersetzen: "Komm Glück, ziehe für uns ein Los auf dem Hoffnung steht." Da dieser undatierte Löser unter dem Ratzeburger Münzmeister HM, der dort zwischen 1617 und 1618 tätig war, geprägt wurde, könnte sich dieser fromme Wunsch durchaus auf die Streitigkeiten im Vorfeld des 30jährigen Krieges beziehen. Dafür sprechen auch die beiden gegeneinander marschierenden Heere. Der Streit um das Bistum Ratzeburg mit dem mecklenburgischen Herzoghaus dürfte, wie in der älteren Literatur gelegentlich zu finden, auf diesem Löser nicht thematisiert worden sein, da er zum Zeitpunkt der Prägung bereits rund fünf Jahre zurücklag und auf dem Verhandlungswege gelöst werden konnte.

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