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      Zeitgenossen im Heiligen Römischen Reich      


Wilhelm V. der Reiche,  Herzog von Jülich-Berg und Kleve 1539-1592
Wilhelm regierte seit 1538 in Geldern und Zütphen als gewählter Nachfolger von Karl von Egmont, Herzog von Geldern, bevor er 1539 die väterlichen Lande Kleve, Jülich und Berg übernahm. Geldern wollte sich mit seiner Wahl dem Einfluß Habsburgs entziehen. Im Geldrischen Erbfolgestreit mit Kaiser Karl V. blieb die französische Hilfe für Wilhelm aus. Jülich wurde besetzt und Wilhelm unterwarf sich 1543 dem Kaiser im Vertrag von Venlo: Wilhelm verzichtete auf Geldern und Zütphen, wechselte vom französischen zum habsburger Lager, machte kirchliche Neuerungen rückgängig und trennte sich von der Nichte von Franz I., um eine Nichte Karls V. zu ehlichen.



Taler o.J. (um 1543), Mülheim.     Ø 41 mm.     Noss 299 ; Schulten 1528 ; Dav.8931
Av.:   IN.DEO.SPES.MEA.GVILHELMVS.Dei.Gratia (Mz.)
"Gott ist meine Hoffnung ..."   Geharnischtes Hüftbild l. mit Barett.

Rev.:   DVX.IVLiaci.CLIVia.ET.BERGensis.COMes.MARca.RAvensberg (Mz.)
"Herzog von Jülich, Kleve & Berg, Graf von Mark & Ravensberg"
Verziertes, fünffeldiges Wappen.   Oben v.l.: Jülich, Kleve, Berg.   Unten v.l.: Mark & Ravensberg.



Dicker Doppeltaler 1568, Mülheim.     Ø 41mm, 58,11g.     Unikum. Noss 340var; Dav.8933var
Av.:   (Mzz.) GVILIelmus·D·G·IVLIA·CLIVOR·Z·MONTE·DVX·&
"Wilhelm von Gottes Gnaden, Herzog von Jülich, Kleve & Berg etc."
Geharnischtes Hüftbild des Herzogs nach links, in der Rechten ein Streitkolben, die Linke am Schwertgriff.

Rev.:   CHRISTVS·SPES·VNA·SALVTIS·I568.   "Christus, einzige Hoffnung auf Erlösung"
Dreifach behelmtes, sechsfeldiges Wappen.

Titel und Wappen zeigen, dass Wilhelm fünf Länder vereinigte. Von seinem Vater stammt das Herzogtum Kleve-Mark, von seiner Mutter das Herzogtum Jülich-Berg, an das Ravensberg angeschlossen war. Diese Länder waren im Laufe der Zeit durch Heirat zusammengekommen, bildeten aber kein zusammenhängendes Gebiet. Mit Wilhelms schwachsinnigen Sohn Johann Wilhelm starb das Haus Jülich-Kleve 1609 aus. Über die Erbansprüche von Wilhelms vier Töchtern entbrannte der Jülich-Klevische Erbfolgestreit (1609-72), der mit einer Gebietsaufteilung zwischen den Häusern von Brandenburg und Pfalz-Neuburg endete. (Siehe die Erbansprüche auf Jülich-Kleve-Berg nach 1609.)

Siehe auch Wilhelms Notgeld (Talerklippe 1543) während des Erbfolgestreites 1538-43 mit Ks. Karl V.

Landkarte mit den verstreuten Landesteilen Jülich, Kleve, Berg, Mark, Ravensberg und Ravenstein



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