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      Zeitgenossen im Heiligen Römischen Reich      

Johann III. von der Pfalz, 1507-1538 Administrator zu Regensburg.
Johann ist 1488 geboren als jüngerer Bruder der späteren Kurfürsten von der Pfalz Ludwig V. und Friedrich II. Er war für die kirchliche Laufbahn bestimmt. Der Regensburger Bischof Ruprecht II. von Pfalz-Simmern ernannte ihn zu seinem Coadjutor. Als der Bischof 1507 starb, wählte das Regensburger Domkapitel Johann zum postulierten Nachfolger. Der Papst bestätigte die Wahl und Johann wurde noch im selben Jahr inthronisiert. Er blieb zeitlebens Administrator, da er theologisch ungebildet war und keine höheren Weihen empfangen wollte.
Ähnlich erging es Ernst von Bayern: Als dritter Sohn des bayerischen Herzogs Albrecht IV. wurde er gegen seinen Willen für den geistlichen Stand bestimmt. So wurde er ohne Priesterweihe 1517 Administrator des Bistums Passau. 1540 wechselte er ins Erzbistum Salzburg als ein "zum Erzbischof Konfirmierter". Nachdem Ernst eine zweite päpstliche Frist zum Empfang der Priesterweihen hatte verstreichen lassen, dankte er 1554 ab.

Nach einer Pause von 100 Jahren begann die Stadt Regensburg 1510 mit einer eigenen Münzprägung. 1523 folgte das Bistum Regensburg. Geprägt wurden Goldgulden (1523), Dukaten (1526), Zehner (1527-32), Batzen, Halbbatzen, Regensburger Pfennige und Heller. Diese Münzsorten zeigen ein quadriertes Wappen (Bistum, Bayern und Pfalz) auf der Vorderseite und einen Heiligen oder den Doppeladler auf der Rückseite. Diese Münzreihe wurde 1527 ergänzt durch eine herausragende Prägung mit einem aussergewöhnlichen Porträt (Anlass unbekannt):


6 Kreuzer 1527, Regensburg.   Ø 24 mm, 2,7 g.   Emmerig/Kozinowski 9 A/a; Schulten 2839.
Vs.:   ¤IOAN·ADMINISTRATor·RATISBonensis
Brustbild mit Barett und Mantel nach links zwischen Jahreszahl 15 - ZΛ
Rs.:   OMne·RE - Gnum·IN·S - E·DIV - Isum·DESOlabitur
"Jedes Herrschaftsgebiet wird untergehen, sobald es aufgeteilt wird"
Langkreuz, in den Winkeln die Wappen: Pfalz und Bayern sowie 2x Hochstift Regensburg.
Vorbild ist das von Erzherzog Sigismund von Tirol ca. 1482 eingeführte 6-Kreuzer-Stück mit seinem Hüftbild auf der Vorderseite und dem Langkreuz mit vier Wappen auf der Rückseite.

Vergleiche ein Gemälde um 1526 von Hans Wertinger [71x47 cm, siehe Porträtgalerie Bayern]
sowie eine einseitige Medaille o.J. (1526/27) von Friedrich Hagenauer
[Modell und Guss in der Staatl. Münzsammlung München]
Hagenauer hat vielleicht auch die Stempel des 6 Kreuzerstückes geschnitten.

Erst 1657 erscheint wieder ein Brustbild auf einer Prägung des Bistums Regensburg.

Lit.:
• Emmerig, Hubert / Kozinowski, Otto: Die Münzen und Medaillen der Regensburger Bischöfe und des
    Domkapitels seit dem 16. Jahrhundert.
Stuttgart 1998.
Wettstreit in Erz - Porträtmedaillen der deutschen Renaissance, deutscherkunstverlag.de Berlin 2013
• Allg. und Neue Dt. Biographie online: ADB- und NDB-Artikel über Johann, Pfalzgraf bei Rhein.

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