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Albrecht, 1511-1525 Hochmeister des Dt. Ordens und 1525-1568 Herzog in Preußen
- Vetter von Kurfürst Joachim I. und Neffe von Kg. Sigismund I. von Polen -
*1490. Albrecht war der dritte Sohn des Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Ansbach und einer Schwester von Sigismund I. von Polen. Er wurde 1510 zum Hochmeister des Dt. Ritterordens gewählt, ohne zuvor Ordensbruder gewesen zu sein. Er sollte den Orden in scheinbar aussichtsloser Lage verteidigen und den polnischen Ansprüchen aus dem Thorner Frieden von 1466 entgegentreten. 1520/21 verlor er einen Krieg gegen Polen, u.a. weil ihm das Reich dabei keine Unterstützung gewährt hatte. Das veranlasste ihn, sich Luther und der Reformation anzuschließen. Albrecht folgte Luthers Rat, das Ordensland in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln. So kam es 1525 zum Krakauer Friedensvertrag mit Polen: Albrecht leistete seinem Onkel König Sigismund I. auf dem Krakauer Marktplatz einen persönlichen Treueeid und wurde dafür mit dem in ein Herzogtum umgewandelten Ordensland erblich belehnt. Das Herzogtum umfasste Ostpreußen, das nun evangelisch wurde. Die Ordensbrüder, die katholisch bleiben wollten, wehrten sich vergeblich gegen Albrechts Vorgehen und verlegten ihren Hauptsitz von Königsberg nach Mergentheim an der Tauber. Zwar erlangte der Orden 1530 eine Erklärung von Ks. Karl V. über die Nichtigkeit der Umwandlung des Ordensstaates in ein weltliches Herzogtum, aber das hatte keine Folgen mehr.
1544 gründete Albrecht die nach ihm "Albertina" benannte Universität Königsberg. Dem Herzog folgte 1568 sein zunächst unmündiger und später geisteskranker Sohn unter Vormundschaft Georg Friedrichs von Brandenburg-Ansbach. 1618 fiel das Herzogtum Preußen an die Hauptlinie der brandenburgischen Hohenzollern, für die 1569 Kurfürst Joachim II. die Mitbelehnung durch Polen erreicht hatte.
Groschen 1529, Königsberg. Ø 23 mm Neumann 45 Av.: ¤IVSTVS¤EX¤FIDE¤VIVIT¤1529¤(Zollernwappen) Justus ex fide vivit = Der Gerechte lebt aus dem Glauben (Albrechts Wahlspruch) Rev.: ALBER¤D¤G¤MAR¤BRAN¤DVX¤PRVS¤ preussischer Adler mit der polnischen Krone um den Hals,
auf der Adlerbrust die Initiale S des Lehnsherrn Sigismund I. von Polen.
Dreigröscher 1540, Königsberg. Ø 22 mm, ~2,7 g. Neumann 42 Av.: ALBERtus¤Dei¤Gratia¤MARchio¤BRANdenburgici¤DVX¤PRVSSiae¤ Rev.: ¤III¤/GROSSvs:ARgentea:/·TRIPLEX·/·ALBERtus:DVCis·/PRVSSIE/¤1543¤
Groschen 1543, Königsberg. Ø 23 mm, ~2,0 g. Neumann 46 Av.: ¤IVSTVS¤EX¤FIDE¤VIVIT¤1545¤(Zollernwappen) Rev.: ALBER¤D¤G¤MAR¤BRAN¤DVX¤PRVSS (Mz. Kleeblatt)
6 Gröscher 1535, Königsberg. Ø 28 mm Neumann 41, Schulten 2807 Av.: ALBERTVS¤D¤G¤MAR¤BRAN¤DVX¤PRVSSI¤ (Zollernwappen) Rev.: GROS¤AR¤SEXDVP¤DVCIS¤PRVSSIE¤1535 (Mz. Kleeblatt) Im Feld über dem Wappen die Wertzahl: V I Neben dem Wappen K - I für "Koenigsbergae Incusus" (geprägt in Königsberg)
Lit.:
W. Schwinkowski : Das Geldwesen in Preußen unter Herzog Albrecht (1525-69), ZfN Bd.27 (1909), S.185-375. E. Neumann : Die Münzen des Deutschen Ordens in Preußen, das Herzogtum Preußen, Westpreußen sowie die Gepräge des Deutschen Ordens in Mergentheim 1235-1801. Köln 1987. G. Gottschewski, Der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens in Preußen. In: Eine runde Sache. Schriftenreihe der Münzfreunde Minden, Heft 14 (1990), S.34-38 als PDF (2 Seiten Text) |