Startpage Karl V. TOUR :   niederländische Zeitgenossen

      Osmanische Zeitgenossen      

Sultan Süleiman der Prächtige,   1520 - 1566
Cheir-ed-Din   Barbarossa   † 1546

 

Sultan Süleiman der Prächtige,   1520 - 1566
* 1494. Süleiman folgte 1520 seinem Vater Sultan Selim I. und wurde der bedeutendste osmanische Herrscher. Die Türken nannten ihn "den Gesetzgeber". Unter ihm erlebte das Reich der Osmanen seinen Höhepunkt. Süleiman eroberte 1521 Belgrad und vertrieb 1522 die Johanniter aus Rhodos. Er gewann 1526 die Schlacht bei Mohács, die den ungarischen König Ludwig II. das Leben kostete. Der Hauptteil Ungarns wurde Vasallenstaat. 1529 ließ Süleiman Wien belagern, allerdings erfolglos. Sein zweiter Feldzug 1532 veranlasste Karl V., mit einem grossen Heer nach Österreich zu ziehen. Eine Entscheidungsschlacht blieb aber aus, und König Ferdinand schloß 1533 einen Waffenstillstand mit Süleiman. Süleiman unternahm drei grössere Feldzüge gegen Persien (1534-35, 1548-49, 1554-54) und vervollständigte die Eroberung des Irak, die sein Vater begonnen hatte.
Süleiman suchte sich Ratgeber mit herausragenden Fähigkeiten. Seine Flotte dominierte das Mittelmeer und das Rote Meer. Seine Bauten schmückten die Städte des Islams, und er vollendete die Umwandlung des byzantinischen Constantinopel in Istanbul. Istanbul wurde zum Zentrum des türkischen Osmanenreiches. Es war damals die größte Stadt Europas. Christen wurden gedultet, unterlagen aber einer Kopfsteuer.
Die christlichen Staaten bewunderten und fürchteten Süleiman gleichermassen. Sein Bündnis mit König Franz I. von Frankreich gegen Karl V. ist die erste Allianz zwischen einer christlichen Großmacht und den "Ungläubigen".
Seit 1553 hatte Süleiman mit Thronfolgekämpfen seiner Söhne zu tun. 1566 starb er während der Belagerung einer Festung in Westungarn. Begraben ist er in der von ihm selbst gestifteten Istanbuler Sülemanije Moschee.

The Ashmolean Museum, Oxford
Medaille     Ø ~127 mm       SOLYMAN * IMP * - TVR
Europäische Künstler haben mehrere Portraits von Süleiman angefertigt, es ist aber nur eine Medaille bekannt. Das steife Bildnis ist möglicherweise nach einer graphischen Vorlage in Italien entstanden.
Süleimans Ur-Grossvater Sultan Mehmed II. hatte nach der Eroberung von Constantinopel 1453 italienische Künstler beauftragt, Medaillen mit seinem getreuen Portrait anzufertigen. Diese Medaillen blieben privat, denn islamische Kunst soll bilderlos sein. Vorbehalte des Hofs gegen figurale Darstellungen veranlassten den Sohn und Nachfolger, die meisten europäischen Kunstwerke seines Vaters zu verkaufen.

Ref.: J.Raby, in "Studies in the History of Art" (Vol.21): Italian Medals (Washington, 1986)


 

Cheir-ed-Din   Barbarossa   † 1546
Cheir-ed-Din, geb. um 1467 und mit dem Beinamen Barbarossa (ital. Rotbart), begann seine Karriere als Pirat. Er unterwarf 1515 Algerien, unterstellte sich 1518 der Schutzmacht des osmanischen Sultans Süleiman, um seine Unterstüzung zu erhalen. Barbarossa eroberte 1529 Algier und besetzte 1534 Tunis. Seine Piratenzüge beunruhigten zunehmend alle christl. Mittelmeerländer. 1535 landete Karl V. bei Tunis, erstürmte Goletta und schlug Barbarossa in die Flucht, der aber als osmanischer Admiral von Istanbul aus seine Kriegszüge fortsetzte. 1538 siegte er über die kaiserliche Flotte unter Andrea Doria bei Prevesa im Westen Griechenlands. 1540 vernichtete er eine christliche Flotte bei Kreta. Er unterstützte Franz I. von Frankreich im Kampf gegen Karl V. mit einer starken Seemacht und wirkte 1542 bei der Einnahme Nizzas mit. Er behielt seinen Einfluß am osmanischen Hof in Istanbul bis zu seinem Tod.



Silbermedaille   von Ludwig Neufahrer     um 1535 geprägt,   Ø 27 mm,   Habich I/2-1403
Av.:   BARBA - ROSSA     Signatur als Monogramm "LNE"
Rev.:   Drei Zeilen arabische Schrift :   "Chaireddin / Schah von Algier / Sultan"



Startpage Karl V.   /   Charles V TOUR :   niederländische Zeitgenossen