Startseite Karl V. TOUR :   Hohenzollern in Brandenburg

Zeitgenossen im Heiligen Römischen Reich
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Drei Herzöge von Mecklenburg
Heinrich V. in Schwerin     Albrecht VII. in Güstrow     Johann Albrecht I.
und
Vier Fürsten gemeinsam in Anhalt 1516-1551

 
Heinrich V. in Schwerin,  Herzog von Mecklenburg 1503-1552
Heinrich übernahm das Herzogtum Mecklenburg von seinem Vater Magnus II. und regierte es zunächst gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Albrecht VII. Gegen das Vermächtnis des Vaters und den Widerstand der Landesstände entschlossen sich die Brüder 1520 zur Nutzungsteilung und 1534 zu getrennten Wohnsitzen und Kanzleien in Güstrow und Schwerin. Landesstände, oberstes Gericht und Universität blieben gemeinsam. Heinrich förderte die Reformation, der Albrecht weniger zugeneigt war.


Taler 1540, Grevesmühlen.     Ø 41 mm, 28,4 g.     Kunzel 31 B/c; Dav.9539.
Vs.:   HENRICVS DEI GRACIA DVX MEGA POLE (Eichel = Mmz. M. Eickhof)
Bärtiges Hüftbild im Pelzmantel mit Barett

Rs.:   MONETA NOVA GREV SMOLENSIS XXXX (Eichel)
Auf einem Blumenkreuz das Schweriner Wappen, in den Winkeln die Wappen von Mecklenburg (gekrönter
Stierkopf v.v.), Rostock (beflügelter Greif), Wenden (Stierkopf) und Stargard (einen Ring haltender Arm).


Doppelschilling 1525, Grevesmühlen.     Ø 30 mm, ca.4,3 g.     Kunzel 36 A/a.
Vs.:   ✿HEИRIC·DEI·GRA·DVX·MAGИOP   -   Bärtiger Kopf n. links zwischen Jz. 15 - Z5.
Rs.:  ✿MOИE·NOVA·GREVEBMOLLEM  -  Quadriertes Wappen. Herzwappen: Schwerin.

Albrecht VII. in Güstrow,  Herzog von Mecklenburg 1503-1547
Albrecht regierte zunächst mit seinem älteren Bruder Heinrich das ungeteilte Land. 1520 erzwang der in ständiger Geldverlegenheit befindliche Albrecht eine Nutzungsteilung, die zugleich die Einheit erhalten sollte. Die Stände bemühten sich um die Einheit des Landes und schlossen sich 1523 zu einer ewigen Union zusammen. Albrecht residierte in Güstrow, war Gegner der Reformation und versuchte 1535 die dänische und 1543 die schwedische Krone zu erlangen. Heinrich residierte in Schwerin und unterstütze die Reformation.


Taler 1543, Gadebusch.     Ø 42 mm, 28,78 g.   Kunzel 41 A/a; Dav.9544.
Vs.:   ALBERTVS DEI GRACIA DVX MEGAPOLEnsis(Mmz. B. Jungelingk)
Rs.:   MONETA NOVA GADEBVSSENSIS 1543 ♠
Blumenkreuz mit vier Wappen in den Winkeln wie vor.
In der Mitte das rot-gold geteilte Wappen der Grafschaft Schwerin.
[ hier heraldisch richtig dargestellt: rot (senkrechte Schraffur) und gold=gelb (gepunktet) ]


Doppelschilling 1527, Güstrow.     Ø 30 mm.     Kunzel 60 C/f.
Vs.:   ALBERTV·G·DEI·GR·G DVX·ME·B·GAPOLENS·H   -   Hüftbild halblinks.
Die markierten Buchstaben G, B und·H gehören offenbar nicht zum Titel.

Rs.:   MʘN - NOVA - GVST - ROEN   -   Blumenkreuz, mittig darauf das Wappen von Schwerin.
In den Winkeln vier Wappen wie vor.

Johann Albrecht I.,  Herzog von Mecklenburg 1547-1576
Auf Wunsch seines Vaters Albrecht VII. nahm Johann Albrecht am Schmalkaldischen Krieg auf kaiserlicher Seite teil. Nach der Ablehnung des Augsburger Interims in Güstrow, wo er seit 1547 regierte, führte er die Reformation durch und nahm 1552 an der Fürstenverschwörung gegen den Kaiser teil. Auf Einführung der Primogenitur bedacht, wollte Johann Albrecht die seit 1520 bedrohte Gesamtherrschaft in Mecklenburg erhalten. Er mußte aber 1555 der von seinem jüngeren Bruder Ulrich betrieben Teilung zustimmen und übernahm die Verwaltung des Schweriner Teils. Humanistisch gebildet reorganisierte Johann Albrecht die mecklenburgische Kirche und die Universität Rostock, ständig behindert von Erbstreitigkeiten und Fehden mit den Seestädten.


Taler 1549, Gadebusch.     Ø 42 mm, 28,16 g.     Kunzel 96 A/a; Dav.9545.
Zwitterprägung (Jahreszahl auf beiden Seiten)

Vs.:   IOHAN ALBERTVS D G DVX MEGAPOLENSIS ♠
Brustbild mit Barett, zu den Seiten die Jahreszahl 15 – 49
Rs.:   MONETA NOVA ♠ 15-49 DVCIS MEGAPO
Dreifach behelmtes, vierfeldiges Wappen :   links oben Hzm. Mecklenburg (gekrönter Stierkopf v.v.) -
r.o. Hft. Rostock (beflügelter Greif) - l.u. Hft. Stargard (einen Ring haltender Arm) -
r.u. Hft. Werle (Stierkopf).   Mittelschild: Grafschaft Schwerin (mit vertauschten Farben).
Die Jahreszahl 1549 erscheint auf beiden Seiten, was wohl ein Versehen des Stempelschneiders war.



Taler 1549, Gadebusch.     Ø 41 mm, 28,6 g.     Kunzel 97 C/a; Dav.9547.
Vs.:   DOMINE NE DA INIMICIS VERBI TVI LETITiam
"Herr, gib keine Freude den Feinden Deines Wortes"   Brustbild mit hohem Hut.
Rs.:   IOHANes ALBERtus Dei I5 - 49 Gratia DVX MEGAPOlensis
Behelmtes Wappen wie vor.
Den Wahlspruch auf dem Avers kann man als reformatorisches Gedankengut auffassen, rückte doch Luther das Wort Gottes in den Mittelpunkt seiner Lehre.


Reichstaler 1568, Gadebusch.     Ø 40 mm, 28,82 g.     Kunzel 98 B/b; Dav.9548.
Vs.:   IOHAN ALBER·D G·DVX·MEGAPOLENSIS(Ziegenkopf)   [Mmz. Benhard Jungelingk]
Geharnischtes Hüftbild halbrechts, in der Rechten Kommandostab, darauf vierfeldiges Wappen mit Mittelschild, die Linke am Schwertgriff, zu den Seiten die Jahreszahl 15 - 68.

Rs.:   MAXIMILIAN·D G·ROM·IMP·SEM·AVG
Gekrönter Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust, darin die Wertzahl Z - 7 / 6.
Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts haben sich verschiedene Reichsstände angewöhnt, den Wert des Talers bzw. des Reichstalers in Kleinmünzen im abgebildeten Reichsapfel anzugeben. Seit 1559 (2. Augsburger Reichsmünzordnung) war es sogar vorgeschrieben. In Süddeutschland erfolgte die Angabe in Kreuzern, in Mitteldeutschland in Groschen, in Teilen Norddeutschlands in Schillingen, so auch in Mecklenburg. Auf dem vorliegenden Taler findet man im Reichsapfel den Wert 27/6, d. h. 27 Schilling lübisch 6 Pfennige. Dies ist die alte Bewertung des Talers (seit 1566 Reichstalers). Diese Relation war aber 1569 bereits überholt, wie aus einem Bericht Herzog Ulrichs an den Probationstag hervorgeht. Daher wurde 1572 der Reichstaler auf 32 Schilling (2 Mark lübisch) festgesetzt. Daraus läßt sich schließen, daß alle Taler mit dieser Wertzahl im Reichsapfel 1572 oder später geprägt worden sind. [Kü-72-3991]


      Vier Fürsten gemeinsam in Anhalt 1516-1551      

Wolfgang von Köthen mit Johann V., Georg III. & Joachim von Dessau 1516-1551
1471 teilten sich die Söhne von Georg I. das anhaltinische Land in Dessau und Köthen. Ihnen folgten Georgs vier Enkel: Wolfgang 1508-1562 in Köthen sowie die Brüder Johann V. 1516-1544/1551 in Dessau/Zerbst, Georg III. 1544-1553 in Dessau-Plötzkau und Joachim I. 1544-1561 in Dessau-Dessau.
    Wolfgang (*1492) blieb unverheiratet und regierte in Köthen über den größten Teil Anhalts, das er 1562 hochbetagt an die Söhne seines Vetters Johann abtrat, bevor er 1566 starb. Der Fürst vertrat 1519 den Kurfürsten Friedrich den Weisen bei der Kaiserkrönung Karls V. in Aachen. Er bekannte sich schon 1521 zur Reformation, gehörte 1529 zu den Protestierenden in Speyer und 1531 zu den ersten Mitgliedern des Schmalkaldischen Bundes. Im Schmalkaldischen Krieg verfiel er der Reichsacht und Ks. Karl V. belehnte sein Land neu, bis Wolfgang im Passauer Vertrag (1552) begnadigt wurde und sein Land zurückerhielt.
    Johann V. (*1504) führte die Reformation erst 1534 in Dessau ein, nachdem seine altgläubige Mutter 1531 gestorben war. 1536 schloss er sich mit seinen Brüdern dem Schmalkaldischen Bund an.
    Georg III., der Gottselige von Anhalt-Dessau (*1507), wurde unter der Vormundschaft von Albrecht von Mainz zum Priester erzogen. Er wurde 1526 Domprobst in Magdeburg und 1529 Rat seines Vormundes. Der hochgebildete Fürst wechselte zum prot. Glauben und wurde 1545 durch Luther ordiniert. Nach dem Schmalkaldischen Krieg mußte Georg sein Amt als prot. Bischof von Merseburg niederlegen. Seitdem widmete er sich den ihm 1546 zugefallenen anhaltinischen Ämtern.

Der erste in Anhalt geprägte Taler zeigt die drei Brüder von Dessau einträchtig zusammen mit ihrem älteren Vetter Wolfgang von Köthen.


Taler 1539, Harzgerode.     Ø 40 mm, 28,98 g.   Mann 33; Müseler 1.1-1; Dav.8909.
Dieser Taler gilt als Bergbaugepräge, weil die Herkunft des Metalls aus der Grube Birnbaum bekannt ist.

Vs.:   IOHANS - GEORGI - IOACHI - WOLFG
Die Hüftbilder Johanns und Georgs leicht einander zugewandt.
In der Schrift vier Wäppchen: Anhalt (gespalten, Brandenburg/Sachsen), Herrschaft Bernburg (Bär nach links), Gft. Askanien (geschacht) & Geschlecht der Beringer (Bär nach rechts).

Rs.: MONETA - NOVA P - RINCIPatus - AD ANHaltinum   "Neue Münze des Fürstentum zu Anhalt"
Ähnliche Darstellung mit den beiden Fürsten Joachim und Wolfgang, oben im Feld 3 - 9 (Jahreszahl)
1570 wurde unter Joachim Ernst, Sohn von Johann V., das anhaltinische Land durch Anfall (Erbschaft) wiedervereinigt, bis dessen fünf Söhne es 1603 wieder aufteilten: A-Dessau, A-Bernburg, A-Plötzkau, A-Zerbst, A-Köthen.

Lit.:
• Kunzel , Michael:   Das Münzwesen Mecklenburgs von 1492 bis 1872. Berlin 1994
• Mann, Johannes:   Anhaltische Münzen und Medaillen vom Ende des XV. Jahrhunderts bis 1906.
    Hannover 1907, Nachdr.1975

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