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Kärnten     und     Sardinien
 

Herzogtum Kärnten
1515 erhielten zwei Kaufleute aus Villach (Pankraz Hamel und Hieronymus Kirchpucher) von Ks. Maximilian die Erlaubnis, in Sankt Veit an der Glan Münzen zu prägen. Diese Münzstätte wurde von Privatleuten zum Zweck persönlichen Gewinns betrieben. Hier nahm man es mit dem Feingehalt nicht so genau, wie es die Münzordnung vorschrieb, und zwar aus Habgier der Münzherren, nicht etwa aus Silbermangel, denn es gab ergiebige Silberbergwerke in der Umgebung. 1516 protestierten die Tiroler Stände gegen die Münzen aus Kärnten. Der Kaiser duldete das Verfahren der Kärntner Münzstätte und war 1517 sogar bereit, der Wiener Münze die gleiche Begünstigung zu gewähren. Die Vertreter aller Erbländer erreichten aber am Generallandtag von 1518, dass die geringhaltige Kärntner Prägung eingestellt wurde. Als die private Münze in Sankt Veit 1524 von Ferdinand I. aufgehoben wurde, verschleppte der Münzmeister Hieronymus Kirchpucher die Prägeeisen und das Münzwerkzeug nach Kroatien. 1526 wurde eine landesfürstliche Münze in Sankt Veit bestellt, und Hieronymus Kirchpucher wurde ihr erster Münzmeister.   [siehe Egg]
1519 erbte Karl V. Österreich von Ks. Maximilian. Er hat aber nie die Regierung angetreten und übertrug das Land 1521/2 an seinen Bruder Erzherzog Ferdinand. In Österreich sind nur drei Münzsorten mit dem Namen von Karl V. geprägt worden, darunter die beiden Nachfolgenden.



Dukat, 1521, St. Veit.   Ø 21 mm , 3,53 g.   Schulten 4002
Av.:   CAROLVS·R - OMANOrum REX (Blume)
"Karl, Römischer König", obwohl seit 1519 Römischer Kaiser.   Büste mit Erzhut nach links.
Rev.:   DVCATVS·CARINTANVS·ANO·1521 (Mz.)
Quadriertes Wappen ( Österreich, Kärnten [gespalten: drei Löwen | Binde], Steiermark [Panther], Krain [Adler] )
belegt mit vierfeldigem Wappen ( Kastilien, Neapel/Sizilien, Burgund, Aragon ).




Goldgulden, o.J., Hall oder St. Veit ?   Ø 22 mm , 3,27 g.   MT.88, Schulten 4494
Av.:   KAROLVs·ARCHi - DVX·AVSTRIae   "Karl, Erzherzog"
stehender Erzherzog in Harnisch und Mantel v. v. mit Erzherzogskrone, Zepter und Schwert

Rev.:   +MONETa·NOVA·AVREA·COMITIs·TIROLis
Lilienkreuz mit vier Wappen ( Österreich, Kärnten, Steiermark, Burgund [schräggeteilt]).
Vorbild ist der unter Erzherzog Sigismund und Ks. Maximilian in Hall geprägte Goldgulden, der aber auf der Rückseite immer auch das Wappen von Tirol aufführt. In obigem Stück ist jedoch das Wappen von Tirol durch das Wappen von Burgund ersetzt! In den Aufzeichnungen der Haller Münzstätte lassen sich keinerlei Hinweise auf diese Prägung finden. So fällt der Verdacht auf St. Veit als Prägeort dieser sonderbaren Münze.
Die beiden gezeigten Goldstücke haben fast den gleichen Durchmesser und sind fast gleich schwer. Ihre abweichenden Bezeichnungen verweisen auf ihren abweichenden Goldgehalt: Während der Dukat aus fast reinem Gold besteht, wurde der Goldgehalt des Goldgulden im Verlauf der Jahrhunderte immer wieder reduziert, so dass er seit 1500 weniger als 80% Gold enthält.

Ein weiteres fantasievolles Produkt der Prägestätte in St. Veit ist der sogenannte Enkeltaler von 1518.

Lit.
-Erich Egg :   Die Münzen Kaiser Maximilians I., S.91ff, Innsbruck o.J.(1969)
-H.Moser - H.Tursky :   Die Münzstätte Hall in Tirol 1477-1665, S.49, Innsbruck 1977
-Landesmuseum Kärnten :   Die Münzprägung in Kärnten




 

Königreich Sardinien
Karl V. erbte Sardinien von seinem Grossvater Ferdinand, der Katholische. Sardinien war 1239 von Kaiser Friedrich II. zum Königreich gemacht worden. Seit dem frühen 14. Jahrhundert baute das Haus Aragon seine Macht auf der Insel aus. Sie wurde von einem eigenen Vizekönig regiert.
Von Cagliari auf Sardinien aus begann Karl V. seinen Kampf gegen den Piraten Cheir-ed-Din Barbarossa. Im Juni 1535 brach er mit einer Flotte von 400 Schiffen und 30.000 Soldaten nach Tunis auf, wo er den Piraten in die Flucht schlug. 1541 berührte Karl V. ein weiteres Mal Sardinien mit seiner Flotte, diesmal auf dem Weg nach Algier, einem osmanischen Stützpunkt. Er war aber zu spät im Jahr aufgebrochen und blieb der Stürme wegen erfolglos.



Reale o.J., Cagliari   Ø 25mm , 2,6g.   CNI II, S.447, Nr.19
Av.:   ¤CAROLVS.IMP.V.R.SARDINIE     gekrönte Büste nach links.
Rev.:   ¤INIMICOS EIVS INDVAM CONFVSIOne
"Seine Feinde will ich mit Schanden kleiden" (so über David im Psalm 132, 18 und hier über den Kaiser)
Es wurden auch 2 und 3 Reali mit dem Kopf Karls V. geprägt. Eine talerförmige Münze zu 10 Reali (ø 41mm, 28g) erschien erst unter Philipp II.



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