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Papst Clemens VII. (Giulio de Medici), 1523-1534
auf Münzen Er wurde 1478 als Giulio de Medici geboren und war ein Neffe von Lorenzo il Magnifico sowie von Papst Leo X., der ihn förderte: 1513 wurde er Erzbischof von Florenz und bald darauf Kardinal. Gleich nach dem Tod von Leo X. versuchte Clemens Papst zu werden, doch musste er 2 Jahre bis zum Tod Hadrians VI. warten. Als Kardinal noch kaiserlich gesinnt, wandte sich der unentschlossene und wankelmütige Clemens nach der Wahl zum Papst Frankreich zu. Dem Sieg der kaiserlichen Truppen 1527 folgte der "Sacco di Roma", Roms Plünderung, und eine 7 monatige Festnahme des Papstes auf der Engelsburg. Der Friede von Barcelona (1529) führte zur Kaiserkrönung Karls V. (1530) in Bologna. Auf Clemens Wunsch besorgte der Kaiser die Rückgewinnung von Florenz für den Neffen (oder Sohn) des Papstes, Alessandro de Medici. Clemens hatte für die protestantische Bewegung in Deutschland keinerlei Verständnis. Er war weder bereit, Maßnahmen für eine katholische Kirchenreform zu ergreifen, noch dem Kaiser in der Konzilfrage entgegenzukommen. Er nahm aber Rücksicht auf Karl V., als Kg. Heinrich VIII. sich von Katharina von Aragón, einer Tante des Kaisers, scheiden lassen wollte und verwehrte dem englischen König seine Bitte.
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Papst Paul III. (Alessandro Farnese), 1534-1549
Er wurde 1468 als Alessandro Farnese geboren. Seine Schwester Giulia war Mätresse Papst Alexanders VI., ein Umstand, der seiner Karriere von Nutzen war. 25-jährig wurde er Kardinal. Als Papst schwankte er zwischen Karl V. und Franz I., immer bemüht seine Familie zu fördern. Sein Sohn Pier Luigi erhielt aus Kirchenbesitz Parma und Piacenza. Der Enkel Ottavio erhielt Urbino und heiratete Karls Tochter Margarete (von Parma). Paul III. setzte das Konzil von Trient (1545-63) ein, das von Karl V. zur Reintegration der Protestanten schon lange gefordert worden war. Paul unterstützte den Kaiser auch gegen den Schmalkaldischen Bund, aber nur bis zum Sieg von 1547. Danach wurde das Konzil verlegt und 1549 suspendiert. Paul III. unterstützte den jungen Jesuitenorden und die Gegenreformation. Er war der letzte große Kunstmäzen der Spätrenaissance.
Doppio fiorino di camera. Ø 25 mm , 6,3 g. Av.: PAVLVS III PONT MAX bärtiger Kopf nach links Rev.: ·SANCTVS·PETRVS - (Mz.) - ALMA·ROMA St. Peter im Boot Münzmeisterzeichen (Mz.) des Giacomo Balducci
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Alessandro de Medici, Hzg. von Florenz 1532-1537
- Sohn oder Neffe von Papst Clemens VII. und Schwiegersohn von Ks. Karl V. -
auf Münzen Er wurde um 1510 als illegitimer Sohn oder Neffe von Papst Clemens VII. geboren, der ihn 1523 als Mitherrscher in Florenz einsetzte. 1527 wurde Alessandro im Zusammenhang mit dem Sacco di Roma aus Florenz vertrieben. Mit militärischer Hilfe von Karl V. kehrte er 1531 an die Macht zurück, erhielt 1532 den Herzogtitel und heiratete Karls vorehliche Tochter Margarete (später von Parma). Alessandro wirkte wegen seines zügellosen Charakters abstoßend. Seine Herrschaft war so grausam, daß er schliesslich von einem Verwandten, Lorenzino de Medici, umgebracht wurde.
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Ottavio Farnese, Hzg. von Parma 1547-1586
- Enkel von Papst Paul III. und Schwiegersohn von Ks. Karl V. -
Papst Paul III. (Alessandro Farnese) übergab seinem Sohn Pier Luigi 1545 das Herzogtum Parma und Piacenza, das formal zum Kirchenstaat gehörte. Nach der Ermordung Pier Luigis 1547 besetzte Ferrante Gonzaga, Statthalter von Mailand, das Herzogtum für Ks. Karl V. 1552 erhielt Ottavio Farnese, Sohn Pier Luigis und Enkel Pauls III., vom Kaiser das Herzogtum zurück. Ottavio hatte bereits 1538 Margarete von Parma, Tochter Karls V., als Ehefrau bekommen. Ihr gemeinsamer Sohn Alessandro kämpfte bei Lepanto (1571) und wurde Statthalter der Niederlande.
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Andrea Doria
Oberbefehlshaber der kaiserlichen Flotte
Genuese, *1468, †1560. Er war zunächst Söldner verschiedener Herren. 1503 und 1506 kämpfte er für Genua gegen Rebellen in Korsika und 1513 gegen Türken. 1522 trat er in den Dienst der Franzosen, denen er 1527 Genua gewann. Nach einem Zerwürfnis mit den Franzosen wechselte er auf die Seite Karls V., der ihm die Freiheit Genuas zusicherte. 1528 hielt Doria einen triumphalen Einzug in das befreite Genua. Er wirkte zum Wohle der Stadt, erneuerte die Verfassung, übte aber selbst in diktatorischer Weise die Macht bis ins hohe Alter aus. Doria war äußerst erfolgreich als Oberbefehlshaber der kaiserlichen Flotte. 1535 leitete er Karls Angriff auf Tunis, 1541 rettete er die kaiserlichen Truppen nach der gegen seinen Rat zur ungünstigen Jahreszeit unternommenen Expedition gegen Algier.
Andreas Neffe Giovanni Andrea Doria befehligte die 54 Galeeren auf dem rechten Flügel der Flotte der "Heiligen Liga" in der Schlacht von Lepanto.
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Drei Fürsten aus dem Hause Gonzaga
Francesco II. Gonzaga, 1484-1519 Markgraf von Mantua
Federico II. Gonzaga, 1519-1540 Markgraf / Herzog von Mantua Ferrante Gonzaga, Feldherr, 1539-1557 Graf von Guastalla Francesco II. Gonzaga , 1484-1519 Markgraf von Mantua
*1466. Francesco war ein bedeutender Condottiere, Politiker und Mäzen in einer Zeit großer politischer Unruhe in Italien. Als Condottiere wechselte er mehrfach zwischen italienischen und französischen Herren, konnte dabei aber immer die Unabhängigkeit Mantuas bewahren. Francesco heiratete 1490 Isabella d'Este, die eine legendäre Mäzenin wurde. Sie nutzte die Kunst ganz bewußt und höchst erfolgreich zur Propaganda für das Haus Gonzaga, das unter Franceso und Isabella einen glanzvollen Höhepunkt erreichte.
Federico II. Gonzaga , 1519-1540 Markgraf, ab 1530 Herzog von Mantua
- Sohn von Francesco II., 1484-1519 Markgraf von Mantua - *1500. Federico musste 1516 als Gast und Geisel zugleich an den französischen Hof, damit Kg. Franz I. den ex-alliierten Vater wieder in Gnaden aufnahm. Federico wurde päpstlicher Generalkapitän und vertrieb 1521 die Franzosen aus Mailand. 1523 ging er zur kaiserliche Seite über und wurde General-Kapitän in Italien. Karl V. besuchte Mantua 1530, nach der Kaiserkrönung in Bologna, und verlieh Federico den erblichen Herzogstitel. Fortan waren die Gonzagas - wie die Medici und später die Farnese - Souveräne italienischer Klein- und Mittelstaaten von Kaisers Gnaden und somit fest in Habsburgs Bündnissystem integriert. 1531 heiratete Federico die Erbtochter der Markgrafschaft Montferrat. 1536 erhielt er von Ks. Karl V. Montferrat als Herzogtum zuerkannt. Federicos berühmte Mutter Isabella d'Este förderte bis zu ihrem Tod 1539 die Kunst und damit auch das Prestige des Hauses.
Ferrante Gonzaga Feldherr, 1539-1557 Graf von Guastalla
- Sohn von Francesco II., Markgraf von Mantua, 1484-1519 - *1507. Ferrante Gonzaga wurde ein berühmt-berüchtigter spanischer Feldherr. Er erlebte den "Sacco di Roma" sowie die Kaiserkrönung Karls V. 1530 in Bologna. 1539 erwarb er Guastalla, wo eine Gonzaga-Seitenlinie entstand. 1530 eroberte er Florenz für die Medici zurück. Er begleitete Karl V. 1535 nach Tunis und 1543 nach Algier. Unter Karl V. wurde er Vizekönig von Sizilien (1536-46) und später Statthalter von Mailand (1546-55). 1543 begleitete er den Kaiser nach Deutschland, von wo er mit einem kühnen Feldzug vor Paris 1544 den Frieden von Crépy erzwang. Im Dienste Philipps II. wurde er in der Schlacht bei St. Quentin tödlich verwundet.
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