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Heinrich der Jüngere, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, 1514-1568
auf Münzen Der katholische Herzog Heinrich der Jüngere, ein strikter Gegner der Reformation, galt als tatkräftig und skrupellos. Er war entscheidend an der Niederschlagung der Bauern in der Schlacht von Frankenhausen 1525 beteiligt. Bis 1528 diente er dann dem Kaiser in Spanien und als Feldherr in Italien.
Heinrich war seit 1515 mit einer württembergischen Gräfin verheiratet, die ihm elf Kinder schenkte. Er hatte aber gleichzeitig ein Liebesverhältnis mit der Hofdame Eva von Trott. Um die Affäre zu verschleiern, ließ er die Geliebte zum Schein beerdigen. Da sie ihm aber insgesamt zehn Kinder gebar, kam es schließlich zum Skandal. Zahlreiche protestantische Flugblätter griffen den Herzog an und verspottet ihn. Martin Luther schalt ihn als "Wilder Hans Worst". 1542 vertrieben Mitglieder des Schmalkaldischen Bundes Heinrich aus seinem Land und führten dort die Reformation ein. Heinrichs Versuch, sein Land zurückzugewinnen, endete 1545 mit einer Niederlage, bei der er Gefangener des Landgrafen Philipp von Hessen wurde. Nach der Schlacht bei Mühlberg 1547 kam er wieder frei. Zusammen mit Moritz von Sachsen schlug er 1553 den "fürstlichen Mordbrenner" Albrecht Alcibiades bei Sievershausen, in der seine beiden älteren Söhne fielen. Mit zunehmendem Alter wurde Heinrich toleranter. Schliesslich erhob der 79-jährige keine Einwände gegen die Nachfolge seines protestantischen Sohnes Julius.
Taler 1541, Riechenberg. Ø 40 mm. Welter 389, Davenport 9043 Av.: ◊·HENRICus·◊Dei:Gratia·BR◊RVNSviecum:Et·◊LVNeBDurgum mit den Wappen (◊) von Braunschweig (2 Löwen), Lüneburg, Eberstein und Homburg. Brustbild mit Barett und Kette mit Anhänger auf der Brust. Rev.: ·NON·VIDI·IVSTVM·DERELICTVM· "Ich habe (noch) nicht gesehen, daß ein Gerechter verlassen war." Ganz nackter Wilder Mann mit ausgerissenem Baumstamm. Jahreszahl 41 zwischen den Füssen. Der Defekt am Rand kann schon bei der Herstellung entstanden sein, etwa als Zainende oder Zangenjustierung. Er verrät die erratische Ausrichtung der Prägestempel dieser Hammerprägung.
Taler 1562, Goslar. Ø 41 mm, 28,8g. Welter 399 ; Dav.9051 Av.: ·HENRICus·Dei·GRatia·DVX·B - RVNSviecum·Et·LVNEBVRgensis ‡ "Heinrich von Gottes Gnaden Herzog von Braunschweig und Lüneburg ‡ (Mz.)" Drapierte Büste mit Mütze und Vliesordenskette zwischen Jahreszahlen 6 - 2. Rev.: IN GOTs GEWalt Hab Ich (mein Sach) GeSTalt - Der Hat's GEFügt Dass Mir's Genügt Quadriertes Wappen (oben: Braunschweig-Lüneburg, unten: Everstein-Homburg) mit Helm, Helmzier und umhängender Vliesordenskette; es wird rechts gehalten von einem Wilden Mann mit Laubkranz als Lendenschutz.
Reichsguldiner o.J. (1560), Goslar. Ø 39mm. Welter 389 ; Dav. 18 Av.: HEI - NRich (1) ·D·G· (2) DV - X·BRuN· - Et· (3) LVneburg· (4) zwischen den Wappen von Braunschweig (1), Lüneburg (2), Homburg (3) und Eberstein (4). Hüftbild mit Barett und Vliesordenskette. Darunter die Anfangsbuchstaben von : In Gottes Gewalt Habe Ich Gestalt | Der Hats Gefüget Das Mir Genüget Rev.: ‡ FERDINANDI·IMPE·AVGV·P·F·DECRETO Ein Wilder Mann mit Lendenschutz hält links einen Baumstamm mit Wurzeln und rechts ein Schild mit dem Reichsdoppeladler und einem Reichsapfel, dessen Wertzahl 60 getilgt ist.
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