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Georg der Bärtige, Herzog von Sachsen 1500-1539.
Geboren wurde Georg 1471 als erster Sohn Albrechts dem Beherzten, der Gründer des Albertinischen Linie der Wettiner in Sachsen. Er sollte die geistliche Laufbahn einschlagen. Als aber sein Vater 1487 vom Kaiser zum Statthalter über Friesland bestellt wurde, musste Georg seinen Vater im Herzogtum vertreten. Nach des Vaters Tod 1500 wurde Geog Herzog von Sachsen.
Als überzeugter Katholik strebte Georg Reformen im Rahmen der alten Kirche an. Zur Abstellung von Mißständen veranlasste er Visitationen kirchlicher Einrichtungen. Gegen den Widerstand des Merseburger Bischofs ermöglichte Georg Luther die Teilnahme an der Leipziger Disputation (1519). Er nahm auch selber daran teil. Doch Luthers Gedanken lehnte Georg entschieden ab und bekämpfte von nun an energisch die Reformation in seinem Land. Den Bauernaufstand 1525 hielt er für eine direkte Folge von Luthers Lehren. Sein jüngerer Bruder Heinrich der Fromme, war zunächst Reichsstatthalter in Friesland. Seine Regentschaft war so glücklos, dass er 1503 zugunsten von Georg verzichtete. Dafür erhielt er eine Jahresrente und die sächsischen Ämter Freiberg und Wolkenstein, woh er die Reformation einführte. Der erzgebirgische Silberbergbau, der unter gemeinschaftlicher Verwaltung der Albertiner und Ernestiner stand, erlebte Anfang des 16. Jahrhunderts eine Blütezeit. Georg förderte den Bergbau, wobei er die landesherrliche Kontrolle zu seinem Nutzen ausbaute. Er kassierte den Bergzehnt (meist 10% der Silberausbeute), beteilgte sich mit Kuxe (Unternehmensanteile), hatte das Monopol auf den Aufkauf von Edelmetall, so dass er die Preise festsetzten konnte, und bezog den Schlagschatz (Gewinn aus der Münzproduktion). Das summierte sich auf mehr als die Hälfte seiner Gesamteinnahmen.
Guldengroschen (Klappmützentaler) o.J. (1500-7), Annaberg. Ø 40mm. Schnee 5; Keilitz 16.3; Dav.9707B Av.: FRIDER - Icus:GEOR - GIus:IOH - ANNES in gotischer Schrift Kürfürst Friedrich der Weise im Kurfürstenornat mit Hut, Mantel und Kurschwert. Rev.: MONETa - ARGENtea - DVCVM - SAXONiae in gotischer Schrift Herzöge Georg und Johann in Hemd und Wams mit Klappmützten.
Guldengroschen o.J., Annaberg. Ø 38mm, 29,07g. Schnee 51 ; Keilitz 86 ; Dav.9717 Av.: IOhANnes: - ELECtor: & - GEORgivs: - FIEri: FEcit: [FIERI FECIT = ließen herstellen] Wäppchen in der Umschrift: Kursachsen (oben), Mgft. Meißen (rechts), Hzm. Sachsen (unten), Lgft. Thüringen (links) Brustbild Johanns mit Mütze und geschultertem Kurschwert nach rechts. Rev.: MONEta - NOVA: - DVCVM - SAXOniae ♣ (Kleeblatt = Münzmeister Melchior Irmisch) Wäppchen in der Umschrift: Hzm. Sachsen (oben), Mgft. Meißen (rechts), Pfgft. Sachsen (unten), Lgft. Thüringen (links) Brustbild Georgs mit Pelzumhang und Drahthaube nach links.
Guldengroschen, 1530, Annaberg. Ø 38mm, 29,06g. Schnee 664 ; Keilitz 107 ; Dav.9785 Av.: NAW·MVNTZ·HERZOG·GEORGEN·ZV·SAXE ♣ (Kleeblatt = Münzmeister Melchior Irmisch) "Neue Münze Herzog Georgs zu Sachsen" Brustbild mit Pelzumhang nach links. Rev.: NACH·DEM·ALTEN·SCHROT·VND·KORN·1530 Fünf Wappen in Kreuzstellung: Mgft. Meißen (oben), Pfgft. Sachsen (rechts), Mgft. Landsberg (unten), Lgft. Thüringen (links), Hzm. Sachsen (Mitte)
(1): Theoretische Werte laut der zugehörigen Münzordnung von ...
(2) Schrot = Raugewicht : 8 Stück aus der Kölner Mark (233,856 g): 29,23 g (3) Korn = Feinheit : 16 Lot = 1000 ‰ 18 Grän = 1 Lot d.h. z.B.: 14 Lot 16 Grän = (14 + 16/18)/16 (4) Feingewicht = Raugewicht x Feinheit
Guldengroschen (Taler), 1536, Annaberg. Ø 39mm. Schnee 72; Keilitz 128; Dav.9721 Av.: IOHANnes - FRIdericus·ELECtor - DVX·SA - Xiniae·FIeri·FEcit Wäppchen in der Umschrift: Kursachsen (oben), Mgft. Meißen (rechts), Lgft. Thüringen (unten), Hzm. Sachsen (links) Brustbild Johann Friedrichs im Kurornat mit geschultertem Kurschwert nach rechts. Rev.: (Mz.) GEORgius - DVX·SA - Xoniae·FIEri·Fecit· - Anno·1536 (Mz. = Münzmeister Wolf Hühnerkopf) Wäppchen in der Umschrift: Hzm. Sachsen (oben), Mgft. Meißen (rechts), Pfgft. Sachsen (unten), Lgft. Thüringen (links) Büste Georgs mit Vollbart nach links, Ordenskette mit Vliesorden auf der Brust.
Georgs Nachfolge:
Georgs Söhne waren vorzeitig und kinderlos gestorben. Daher fiel das Herzogtum nach Georgs Tod 1539 an seinen Bruder Heinrich. Das hatte Georg eigentlich unbedingt vermeiden wollen, weil Heinrich Lutheraner war. Auf Heinrich folgte bereits 1541 dessen Sohn Moritz, der 1547 die Kurwürde für die Albertiner gewinnen sollte. Lit.:
Paul Arnold : Die sächsische Talerwährung von 1500 bis 1763, in: SNR 59(1980) 50-94 Heinrich Freiherr von Welck : Georg der Bärtige, Herzog von Sachsen, Braunschweig 1900. Siegfried Hoyer : Georg von Sachsen - Reformer und Bewahrer des alten Glaubens, in: Günter Vogel (Hrsg.), Europäische Herrscher, Weimar 1988, S.95-105 Stefan Oehmig : Herzog Georg von Sachsen, in: Kaiser - König - Kardinal: Deutsche Fürsten 1500-1800, S.36-46 WIKIPEDIA : Georg der Bärtige |