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      Zeitgenossen im Heiligen Römischen Reich      

Jakob Fugger II., der Reiche, Großkaufmann 1485-1525
Die Kaufleute der Familie Fugger begannen als Weber und Tuchhändler in Augsburg. Jakob I. (†1469) beteiligte sich bereits am Silberbergbau im Tirol. Später herrschten die Fugger auch über die Silber- und Kupfergewinnung in Kärnten und Ungarn. Jakob II. der Reiche (*1459) erwarb wichtige Handelskonzessionen und errichtete ein internationales Netz von Handelsstützpunkten. Der erworbene Reichtum versetzte Jakob in die Lage, Kaiser Maximilian große Darlehen zu geben und in der Folge auch die Wahl von Kaiser Karl V. zu finanzieren. Als Pfand erhielt er dafür Bergwerke u.a. in Tirol. 1514 wurde er in den Reichsgrafenstand erhoben. Für sein Seelenheil errichtete er die "Fuggerei" für mittellose Augsburger Bürger. 1525 starb er kinderlos. Seine Neffen Anton und Raimund bauten den Grundbesitz aus und versuchten sich aus der Abhängigkeit von Habsburg zu befreien.


1/2 Schauguldiner, 1518, Augsburg.     Ø 38 mm, 14,7 g.   Schulten 921; Forster 1060.
Vs.:   .IACobus:FVGGER:AVGVSTAnus:VINdelicorum:ANNO:DomiNI:1518.
"Jacob Fugger aus Augsburg, im Jahre des Herrn 1518"   -   Brustbild mit Drahthaube nach links.
Rs.:   ADSIT - APOLLO     "Apoll möge (mir) beistehen"
Der herabschwebende Apollo bekrönt links Neptun, der mit Dreizack auf einem Delphin steht (Jakob Fugger?),
und rechts Merkur, der mit seinem Merkurstab auf einem kleinen Globus balanciert (Raimund Fugger?).
Jakob II. verweist damit auf seine Stellung als erfolgreicher Handelsherr zu Wasser und zu Lande:
Apollo, Gott der Künste, krönt Merkur, den Gott des Handels und der Kaufleute.
Diese privaten Schaumünzen sind auch im Gewicht eines Talers geprägt worden, obwohl sie kein zugelassenes Zahlungsmittel waren. Sie wurden auf dem Augsburger Reichstag 1518 als Geschenk verteilt zur Förderung des Prestiges der Fugger. Später wurden sie auch verschenkt, wenn es darum ging Geschäfte anzubahnen. Ein eigenes Münzrecht verlieh Karl V. erst 1535 an Jakobs Neffen und Erben.

Vorbild war die von Hans Schwarz gefertigte Gußmedaille, Ø 64 mm, Münzkabinett im KHM Wien.

Als Vorlage für das Bildnis diente der Holzschnitt um 1511 (21x14 cm) von Hans Burgkmair (1473-1531), beschriftet mit "Jakob Fugger, Bürger von Augsburg". Wenn die Vorlage (Blick nach rechts) auf den Stempel seitengetreu übertragen wird, entsteht auf dem Stempelabdruck ein seitenverkehrtes Abbild (Blick nach links).
Auch Hans Holbein d. Ä. und Albrecht Dürer haben Jakob Fugger porträtiert. Doch Burgkmairs einprägsame Darstellung war seinerzeit bekannter, als die seiner berühmten Kollegen.

Lit.:
• "Wettstreit in Erz - Porträtmedaillen der deutschen Renaissance" - Katalog der Ausstellung in
      München/Wien/Dresden (2013-15)
• faz.net:   Augsburger Bankiers der Krone und der katholischen Kirche

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