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Franz I. ,   König von Frankreich 1515-1547
Heinrich II. ,   König von Frankreich 1547-1559

 

Franz I. ,   König von Frankreich 1515-1547
auf Münzen
Franz I. war zusammen mit dem türkischen Sultan Süleyman der schärfste Widersacher Karls V. 1519 war Franz Gegenkandidat zu Karl V. bei der Kaiserwahl. Im ersten Krieg gegen Karl V. geriet Franz 1525 bei Pavia in Karls Gefangenschaft, aus der er nach einem Scheinfrieden freikam. Im zweiten Krieg 1526-9 verband er sich in der Liga von Cognac mit dem Papst und mit Oberitalien. Im vierten Krieg 1542-4 verbündete sich Franz mit dem Herzog von Kleve, dem Papst und dem Sultan. Letzlich blieben die Ansprüche sowohl von Karl (auf Burgund) wie die von Franz (auf Mailand, Flandern und Atrois) unerfüllt. Franz heiratete 1530 Ks. Karls Schwester Eleonore. Im Innern festigte Franz die Macht der Krone und machte den königlichen Hof zum Zentrum des Landes. Er war ein glänzender Renaissancefürst, ehrgeizig und abenteuerlustig, und gleichzeitig ein Kunst-, Literaturliebhaber und Frauenheld.


Teston, 3. Typ, o. J., Paris.     Ø 29mm   9,4g   Ciani 1113 ; Duplessy 794
Av.:   FRANCISCVS:I':Dei:GRAtia:FRAnCORum:REX   Gekröntes Brustbild
Der "Point secret" unter dem 18. Buchstaben (ein A) zeigt die Münzstätte Paris an.

Rev.:   XPS:VINCIT:XPS:REGNAT:XPS:IMPERat
"Christus siegt, Christus herrscht, Christus gebietet"
Gekröntes französisches Wappen (Lilienschild)
Teston ist die französische Nachahmung der italienischen Testone (ital. testa = Kopf), die typische Grossmünze der Renaissance. Viele italienische Herrscher der Renaissance ließen diese Münzen mit ausdrucksvollen Porträts prägen. Auch Franz's Vorgänger, König Ludwig XII., liess in Mailand Testoni prägen.


Écu im Gewicht von vier Testons, 1537, Romans.   Ø 45mm, 38,25g.   Dupl.- ; Hoffmann 80 ; Dav.-
Die Staatliche Münzsammlung München zeigt dieses einmalige Stück in ihrer ständigen Ausstellung.

Av.:   +·FRANCISCVS·DEI·GRATIA·FRANCORVM·REX·I   (I = Mmz.)   unter der Schulter: 1537
Rev.:   +·SIT·NOMEN.DOMINI·BENEDICTVM·R·C   "Der Name des Herren sei gelobt"   R·C = ?
Quadriertes Wappen Frankreich | Dauphiné (Delfin).   Punkt unter dem 2. Buchstaben (ein I) für die Münzstätte Romans.
Die Dauphiné war ein weitgehend eigenständiger Feudalstaat im Südosten Frankreichs zwischen Rhone, Alpen und Provence gelegen. Ihr Fürst nannte sich Dauphin und führte einen Delfin in seinem Wappen. Die französische Krone erbte 1349 das Fürstentum, das de jure dem Deutschen Reich angehörte, und gab es an den Kronprinzen weiter, um eine Lehnspflicht zu vermeiden. So entstand die Sitte, dass der französiche Kronprinz sich "Dauphin de France" nannte, auch nachdem der Lehnsanspruch nicht mehr erhoben wurde.



Teston, 25. Typ (1540-47), Lyon.     Ø 29mm   9,52g.   Duplessy 904 ; Hoffmann 81
Av.:   + FRANCISCVS:D:GRA:FRANCORum·REX ♣
Kreisförmiger Punkt unter dem 12. Buchstaben für die Münzstätte Lyon.
Rev.:   + NOn NOBIS DNE:SED:NOmI TVO:DA:GLORIAm·F ♣
"Nicht uns, Herr, sondern Deinem Namen gebührt Ehre."     F = Münzmeister François Guilhen
Kreisförmiger Punkt unter dem 12. Buchstaben für die Münzstätte Lyon.
Ein Buchstabe ergänzt seit 1540 den "Point secret", hier unter dem Wappen ein D für Lyon als Münzstätte.


 

Heinrich II. ,   König von Frankreich 1547-1559
auf Münzen
Heinrich II. hatte 4 Jahre seiner Jugend in Spanien als Geisel Karls verbracht, nachdem dieser seinen Vater Franz I. 1526 freigelassen hatte. Er folgte 1547 seinem Vater auf den französischen Thron. Während Heinrich im eigenen Land die Protestanten erbittert verfolgte, unterstützte er den protestantischen Kurfürsten Moritz von Sachsen gegen den Kaiser, indem er sich 1552 die französisch sprechenden Städte Toul, Verdun und Metz abkaufen liess. Karls Versuch, Metz durch Belagerung wiederzugewinnen, scheiterte.
Heinrich II. führte für alle seine Münzen die Regel ein, die Jahreszahl der Prägung auf der Münze anzugeben.


Teston 1549 D, Lyon.     9,44g.   Ciani 1264 ; Duplessy 981
Av.:   +HENRICVS·2·DEI·GRAtia·FRANCORum·REX·F
Rev.:   +XPS(Christus)·VINCIT·XPS REGNAT·XPS·IMPErat·1549F
Ein "Point secret" unter dem 12. Buchstaben und ein D unter dem Wappen zeigen die Münzstätte Lyon an.
Hammerprägung.   Auf beiden Seiten ein Zentralpunkt.



Teston 1554 A, Paris.     Ø 28mm, 9,57g.   Ciani 1285 ; Duplessy 990
Av.:   HENRICVS·II·DEI·G·FRANCORum·REX
Rev.:   + CHRistuS·VINCIT CHRistuS REGNAT CHRistuS IMPerat (Monogramm EB) 1554
gekröntes Wappen Fankreichs, darunter A für die Münzstätte Paris.
Maschinenprägung ("du moulin"), vielleicht mit Ring(*). Dieses Stück ist erstaunlich rund.

Berühre die Abbildung mit den Cursor, um dies zu beurteilen.
1551 öffnete in Paris die mechanisierte Münzstätte "Monnaie du Moulin des Étuves". Ihr Name bezieht sich auf das Wasserrad "moulin", das auf einem in der Seine verankerten Schiff montiert war. Dieses Wasserrad trieb Walzen an, die Zaine von gleichmässiger Dicke produzierten. Diese Münzstätte setzte erstmals ein Spindelprägewerk ein, genannt "balancier", und produzierte ab 1552 Umlaufmünzen von verbesserter Qualität. 1558 scheiterte die Münzstätte am Widerstand der Münzer. Erst ein Jahrhundert später setzte sich dieses Prägeverfahren zur Münzherstellung in Frankreich durch.
(*)   D.R.Cooper, The Art and Craft of COINMAKING, 1988, Seite 54.



Henri d'or 1551 C, Saint-Lô.     Ø 25mm, 3,60g.   Ciani 1244 ; Dupl.972 ; Fr.368
Av.:   HENRICVS·II·D·G·FRANCO·REX·
Rev.:   ¤DVM·TOTVM·COMPLEAT·ORBEM(Mz.)1551
"Auf dass er das Universum ausfülle"
Vier gekrönte "H" ins Kreuz gestellt, in den Winkeln je zwei Lilien und zwei Monde.
In der Mitte: C für die Münzstätte Saint-Lô.   Hammerprägung.



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