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Französische Herrscher der Renaissance

Johann II., Herzog von Bourbon, 1459-1488.
Anne von Bretagne,   Herzogin der Bretagne 1498-1514 und Königin
Ludwig XII.,   König von Frankreich 1498-1515
Louise von Savoyen,   Mutter von Franz I.
Franz I.,   König von Frankreich 1515-1547
Heinrich II.,   König von Frankreich 1547-1559

 
Johann II. der Gute, Herzog von Bourbon, 1459-1488,   Connétable von Frankreich
( Jean II, Duc de Bourbon et d'Auvergne, ..., seigneur de Dombes )
Die im NO nahe Lyon gelegene Herrschaft Dombes und ihre Hauptstadt Trévoux gehörte seit dem 13. Jh. den Herzögen von Bourbon. Johann war der erste, der Münzen in Dombes prägen liess. Die kleineren Münzsorten unterschieden sich kaum von denen der Krone - seine Goldmünze dafür um so mehr: Lange bevor französische Könige ihre Feldzüge nach Italien begleiteten und in Kontakt mit der Renaissance kamen, wurde erstmals auf französischem Boden eine Münze mit einem Herrscherporträt im Renaissance-Stil ausgegeben.


Franc à cheval, o.J., Trévoux.     3,45 g.   Divo Dombes 1, p.56, Friedberg 119.
Vs.:   +IONES∗DVX∗BORBONII∗TREVOBCII:DNS
  Büste nach links mit der Ordenskette (verbundene Muscheln) des Ordens von Saint-Michel um den Hals.
Rs.:   DEXTER A*D - NI*EXAL - TAVIT*MEA
Dextera Domini Exaltavit Mea = "die Rechte des Herrn hat mich erhöht" aus Psalm 117.
Der Prinz in Rüstung schwingt das Schwert auf einem springenden Pferd geschmückt mit Lilien.
Vorbild ist der Dukat des Francesco I. Sforza, 1450-66 aus Mailand.
Sein Nachfolger Pierre II von Bourbon (1488-1503) hat diese Goldmünze weitergeprägt.


Anne von Bretagne, Herzogin der Bretagne 1498-1514 und Königin

Ludwig XII. ,   König von Frankreich 1498-1515
- auch Herr von Asti 1465-1515, König von Neapel 1501-1504, Herzog von Mailand 1500-1512 -
Ludwig (*1462 †1515) aus dem Hause Valois-Orleans war 8 Jahre älter als Kg. Karl VIII. aus dem Hauptstamm Valois, hatte kaum Aussicht auf den Thron und war daher auch nicht für diese Aufgabe erzogen worden. Unverhofft gelangte er 1498 doch auf den Thron: Karl VIII. war so heftig mit dem Kopf gegen einen Türsturz gestoßen, dass er noch am selben Tag starb. Ludwigs Ehe war kinderlos geblieben. Nun betrieb er rasch die Scheidung und heiratete Anne de Bretagne, die Witwe seines Vorgängers, um die französische Hoheit über die Bretagne zu behalten. Die Erbtochter Claudia aus dieser Ehe heiratete Franz I., Ludwigs Cousin und Nachfolger, und vollendete damit die Eingliederung der Bretagne nach Frankreich.
Ludwig war Herr von Asti, eine Erbschaft seiner Grossmutter Valentina Visconti, Tochter des Gian Galeazzo Visconti, Herzog von Mailand. Dort prägte er bereits unter dem Titel "Herzog von Orleans und Mailand und Herr von Asti". Mit einem Feldzug (1499) unter Leitung von Trivulzio setzte er seinen Erbanspruch auf das Herzogtum Mailand durch.
Ludwigs XII. Versuch, 1500 auch nach Neapel zu expandieren, misslang, weil die Allianz mit Ferdinand dem Katholischen von Aragón nicht hielt. Der ehrgeizige und streitbare Papst Julius II. engagierte Ludwig dann für die Liga von Cambrai gegen das expandierende Venedig, vertrieb ihn aber 1512 wieder aus Mailand mit Hilfe der Liga von Cambrai.
Während Ludwigs militärische Aktionen in Italien teuer und auf Dauer erfolglos waren, gelang es ihm zu Hause, die französische Krone zu stärken und das Land zu modernisieren. Sein Bemühen um Gerechtigkeit für das einfache Volk machte ihn beliebt als "Père du peuple". In seine Regierungszeit fällt der Beginn der Renaissance.


Teston, Paris.     Ø ca.29 mm.   Ciani 918/920; Lafaurie 632; Duplessy 660.
Vs.:   +:LVDOVICVS:D:G:FRANCORV:REX:   -   gekrönte drapierte Büste n.r.
Der Punkt am 18. Buchstaben der Legende (point secret) weist auf Paris als Münzstätte.

Rs.:  +:XPS:VINCIT:XPS:REGNAT:XPS:ImPeraT:
"Chistus siegt, Christus herrscht, Christus gebietet."
Gekrö. Wappen von Frankreich im Vielpass. Weniger auffällig: der point secret am 18. Buchstaben (ein T).


Teston, Tours.     Ø ca.29 mm, 9,19 g.   Ciani 918; Lafaurie 632.
Vs.:   +LVDOVICVS:DEI:GR:FRANCORV:REX   -   gekrönte drapierte Büste n.r.
Der Punkt vor der Stirn am 6. Buchstaben der Legende weist auf Tours als Münzstätte (point secret).

Rs.:   + XPS:VInCIT:XPS:REGNAT:XPS:ImPerAT♜•   (♜ = Turm für Münzstätte Tours)
gekröntes Wappen von Frankreich im Vielpass. Point secret am 6. Buchstaben (ein C).
Teston ist die französische Nachahmung der italienischen Testone (ital. testa = Kopf), die typische Grossmünze der Renaissance. Viele italienische Herrscher der Renaissance ließen diese Münzen mit ausdrucksvollen Porträts prägen. Ludwig hat in Italien solche Münzen kennengelernt und auch Münzen mit seinem Porträt prägen lassen in Asti, Mailand und Neapel. Zuhause wurden sie dann Vorbild für die obige Münze, die erste französische Münze mit einem der Realität nachempfundenen Bildnis des Königs.


Dukat o. J., Neapel.     Ø ca.22 mm, 3,50 g.   Ciani 983; Duplessy 716; Friedberg 826.
Vs.:  LVDOvicus⦂FRANcorum◦REGNI◦Que◦NEAPolis◦Rex◦  -  Gekrö. drapierte Büste n.r. mit grossem Kopf.
Rs.:   ✠PERDAM&⦂BABILLONIS◦NOMEN   "Ich will verderben den Namen Babylons"
Gekröntes Wappen von Frankreich.
Dieser Dukat wurde während Ludwigs kurzer Herrschaft in Neapel geprägt (1501-1504).



Medaille auf die Einnahme Mailands.     Ø 38 mm, 26,62 g.  Mazerolle II, p.9 & pl.II, 26.
Vs.:   LVDOVIC'·XII·FRANCORV·REX·MEDIOLANI·DVX  -  Buste mit Klappmütze nach links.
Rs.:   ·VICTOR·TRIVMPHATOR·SEMPER·AVGVST·
Unter einer Krone ein Igel nach links; darunter 3 Türme (für die Stadt Tours).
Diese Medaille entstand anlässlich des königlichen Besuches der Stadt Tours im November 1501. Die Stadt bestellte 60 Exemplare dieser Medaille bei dem Graveur Michel Colombes und dem Goldschmied Jean Chapillon. Gefeiert wurde die französische Eroberung Mailands 1499/1500 durch Gian Giacomo Trivulzio.
Steht der königliche Igel vielleicht in Beziehung mit der Igelbildung der schweizer Landsknechte und ihren langen Piken?

Vergleiche das Gemälde um 1500 in Windsor Castle.

Louise von Savoyen, Mutter von Franz I.

Franz I. ,   König von Frankreich 1515-1547
- auch Herr von Asti 1515-1529 und Herzog von Mailand 1515-1521 -
Auf Ludwig XII. folgte Cousin Franz I. aus dem Haus Valois-Orleans-Angoulême auf den französischen Thron. Die Königsmutter Luise von Savoyen betrieb erfolgreich die Heirat von Franz mit Claude, der Erbtochter von Anne de Bretagne und Ludwig XII. Die spätere zweite Ehe von Franz mit Ks. Karls Schwester Eleonore blieb kinderlos.
Franz I. war der schärfste Widersacher Kaiser Karls V. um die Vormachtstellung in Europa. 1519 war er sein Gegenkandidat bei der Kaiserwahl. Im ersten Krieg gegen Karl V. geriet Franz 1525 bei Pavia in Karls Gefangenschaft, aus der er nach einem Scheinfrieden freikam. Im zweiten Krieg 1526-9 verband er sich in der Liga von Cognac mit dem Papst und mit Oberitalien. Im vierten Krieg 1542-4 verbündete sich Franz mit dem Herzog von Kleve, dem Papst und dem türkischen Sultan Süleyman. Letzlich blieben die Ansprüche sowohl von Karl (auf Burgund) wie die von Franz (auf Mailand, Flandern und Artois) unerfüllt.
Im Innern festigte Franz die Macht der Krone und bereitete den Absolutismus vor. Der königliche Hof wurde zum Zentrum des Landes und Französisch ersetzte Latein als Amtssprache. Er war ein glänzender Renaissancefürst, ehrgeizig und abenteuerlustig, und gleichzeitig ein Kunst- und Literaturliebhaber. Er holte italienische Künstler nach Frankreich, darunter Leonardo da Vinci, von dem er das Porträt der Mona Lisa erwarb. Seine zahlreichen Liebschaften verliehen den Frauen am Hof besonderen Einfluss. Während Franz die Reformation in Deutschland unterstützte, verfolgte er die Protestanten im eigenen Land.


Bronzemedaille 1504.     Giovanni Candida zugeschrieben.   Ø 66 mm.   Armand II,187,1; Kress 232.
In Auftrag gegeben von Kg. Ludwig XII.

Vs.:   FRANCOIS DVX DE VALOIS COMTE DANGOLESME AVX AN De Son EAtatis
"Franz, Hzg. von Valois, Gf. von Angoulême im 10. Jahr seines Alters"  -   Büste mit Klappmütze n. rechts.
Rs.:   ·NOTRISCO·AL BVUONO·STINGO·EL REO·MCCCCCIIII
"Ich ernähre das Gute und lösche aus das Böse. 1504."
Salamander von Flammen umgeben.
Hier erscheint erstmals der Salamander als Emblem von Franz I.


Teston, o. J., Paris. (3. Typ)     Ø 29 mm, 9,4 g.   Ciani 1113; Duplessy 794.
Vs.:   FRANCISCVS:I':Dei:GRAtia:FRAnCORum:REX   -   gekröntes Brustbild
Der "point secret" unter dem 18. Buchstaben (ein A bei 9h) zeigt die Münzstätte Paris an.

Rs.:  XPS:VINCIT:XPS:REGNAT:XPS:IMPERat   "Christus siegt, Christus herrscht, Christus gebietet"
gekröntes fr. Wappen (Lilienschild) im Vielpass. Point secret auf dem Vielpass unter dem T von REGNAT.

Vergleiche mit einem Ölbild 1515-20 nach Jean Clouet im Musée Condé in Chantilly
sowie mit einem Ausschnitt aus dem Ölbild 1527-30 von Jean Clouet im Louvre.


Écu im Gewicht von vier Testons 1537, Romans.   Ø 45mm, 38,25g.   Dupl.-; Hoffmann 80; Dav.-
Die Staatliche Münzsammlung München zeigt dieses einmalige Stück in ihrer ständigen Ausstellung.

Vs.:   +·FRANCISCVS·DEI·GRATIA·FRANCORVM·REX·I   (I = Mmz.)   unter der Schulter: 1537
Rs.:   +·SIT·NOMEN.DOMINI·BENEDICTVM·R·C   "Der Name des Herrn sei gelobt"   R·C = ?
Quadriertes Wappen Frankreich | Dauphiné (Delfin).
Punkt (point secret) unter dem 2. Buchstaben der Legende (ein I) für die Münzstätte Romans.
Die Dauphiné war ein weitgehend eigenständiger Feudalstaat im Südosten Frankreichs zwischen Rhone, Alpen und Provence gelegen. Ihr Fürst nannte sich Dauphin und führte einen Delfin in seinem Wappen. Die französische Krone erbte 1349 das Fürstentum, das de jure dem Deutschen Reich angehörte, und gab es an den Kronprinzen weiter, um eine Lehnspflicht zu vermeiden. So entstand die Sitte, dass der französiche Kronprinz sich "Dauphin de France" nannte, auch nachdem der Lehnsanspruch nicht mehr erhoben wurde.


Teston o. J., Lyon. (14. Typ)     Ø ca.29 mm, 9,52 g.   Duplessy 812.
Vs.:  ♣:FRANCISCVS DEI GRA·FRANCORVM:REX  -  Gekrö. Brustbild, point secret am 12. Buchstaben.
Rs.:   ♣NOn NOBIS DomiNE SED NOminI TVO DA GLORIAm*
"Nicht uns, Herr, sondern Deinem Namen gebührt Ehre."
Wappen zwischen gekrönten Initialen F. Kringel (point secret) am 12. Buchstaben der Legende (ein E).
Am Anfang beider Legenden ein Kleeblatt ♣ als Zeichen für die Münzstätte Lyon.


Teston (1540), Turin.     Ø 29 mm, 9,42 g.   Duplessy 807; CNI II p.412,n.1.
Vs.:   + FRANCISCVS◗D◗G◗FRANCOR◗REX
Rs.:   + XPS◗VIN◗XPS◗ - RE◗XPS◗IMP◗G◗T   (G T : Zeichen für den Münzmeister Gabriele Tatti)
Wappen zwischen gekrönte Initiale F.   Unter dem Wappen: ·T· für Münzstätte Turin.
Nach dem Tod des Francesco II. Sforza 1535 erhob Franz I. erneut Anspruch auf Mailand. Ihm gelang es, Turin einzunehmen, nicht aber Mailand zu gewinnen (3. Krieg Karl V. / Franz I. 1536-1538). Im folgenden Waffenstillstand von Niza (1538) konnte Franz I. die Besetzung Piemonts erhalten. So kam 1538-42 eine französische Münzprägung in Turin zustande.


Teston (1540-47), Lyon. (25. Typ)     Ø 29 mm, 9,52 g.   Duplessy 904; Hoffmann 81.
Vs.:   + FRANCISCVS:D:GRA:FRANCORum·REX ♣
Kreisförmiger Punkt unter dem 12. Buchstaben für die Münzstätte Lyon.
Rs.:   + NOn NOBIS DomiNE:SED:NOminI TVO:DA:GLORIAm·F ♣
"Nicht uns, Herr, sondern Deinem Namen gebührt Ehre."     F = Münzmeister François Guilhen.
Ein kreisförmiger Punkt unter dem 12. Buchstaben der Legende für die Münzstätte Lyon.
Ein Buchstabe ergänzt seit 1540 den "point secret", hier unter dem Wappen ein D für Lyon als Münzstätte.


1/2 Teston, Tours. (27. Typ)     Ø 22 mm, ? g.   Duplessy 909.
Vs.:   FRANCISCVS:D:GRAC:FRANCOR:REX ♜   (♜ = Münzmarke für Tours)
Rs.:   + NOn NOBIS DomiNE:SED:NOminI·TVO DA GLORIAm   (E = Münzmarke für Tours)
"Nicht uns, o Herr, sondern Deinem Namen gebührt Ehre"


Teston de Bretagne o. J. (1515-1540), 4. Typ, Rennes.     Ø ca.29 mm, ca.9 g.   Duplessy 833.
Vs.:   +FRANCISCVS:D:G:FRANCOR:REX·BRITN.DVX  "... Herzog der Bretagne"
Büste mit kleiner Krone auf der Baskenmütze.

Rs.:   ⁑+⁑DEVS:IN:ADIVTORVM:MEVM:INTENDE:R   "O Gott, komme mir zur Hilfe"     R = Rennes.
Gekröntes Wappen zwischen gekrönten Hermeline (Zeichen der Bretagne).
Die Bretagne war bis 1514 selbständig. Ihre letzte unabhängige Herrscherin Anne von Bretagne heiratete 1490 den Witwer Kg. Maximilian (per Stellvertretung) und in bedrängter Lage kurz darauf Kg. Karl VIII. von Frankreich. Als Karl VIII. starb, heiratete sie 1499 seinen Nachfolger, Ludwig XII. Annes Tochter Claude de France heiratete Kg. Franz I., der die Angliederung der Bretagne an Frankreich vollzog. Nach dem Tod von Claude 1524 heiratete Kg. Franz 1530 Eleonore, eine Schwester von Ks. Karl V.


Bronzemedaille (1537), Model von Benvenuto Cellini.     Ø 41 mm.
Attwood 768; Börner 452; Armand I, 147, 3; Pollard Bargello 341 = Vannel & Toderi 663.

Vs.:  FRANCISCVS·I·FR - ANCORVM·REX·  -  Lilienzepter und belorbeerte Büste im Harnisch n. links.
Rs.:   FORTVNAM·VIRTVTE·DEVICIT   "Er hat Glück durch Tugend überwunden"   -   Reiter mit Keule in der erhobenen rechten Hand springt nach rechts über die am Boden liegende Fortuna; ganz links Ruder und Globus. Im Abschnitt die Signatur: ·BENVENV·F·
Die Originalmedaille wurde von Cellini mit Stempeln geprägt. Der Anlass war wahrscheinlich Cellinis erster Besuch in Paris im Jahr 1537. Des Künstlers Inventar im folgenden Jahr erwähnt "una testa del Re de Francia de piombo", eine in Blei gefertigte Probe. Tatsächlich besitzt das Fitzwilliam Museum eine Bleiprägung der Vorderseite (Attwood 769), die einen Stempelbruch hinter dem Kopf des Königs zeigt, der auf der vorliegenden gegossenen Medaille sowie auf anderen Exemplaren sichtbar wird. Vielleicht ist der Stempel schon früh gebrochen - was erklären würde, warum die meisten überlebenden Exemplare der Medaille Abgüsse sind. Die Rückseite stellt Fortuna als die gefallene weibliche Figur dar, ihr Ruder und Globus neben ihr, besiegt durch die Tugend als der Reiter, ein Entwurf, der von römischen Prägungen geborgt ist.   [Morton & Eden]
Vergleiche das ausgestellte Exemplar im Bode-Museum, Berlin.

Heinrich II. ,   König von Frankreich 1547-1559
Heinrich II., Sohn von Franz I. und Claude de Bretagne, hatte 4 Jahre seiner Jugend in Spanien als Geisel Karls verbracht, nachdem dieser seinen Vater Franz I. 1526 freigelassen hatte. Er folgte 1547 seinem Vater auf den französischen Thron. Während Heinrich, wie bereits sein Vater, die Protestanten im eigenen Land erbittert verfolgte, unterstützte er den protestantischen Kurfürsten Moritz von Sachsen gegen den Kaiser, indem er sich 1552 die französisch sprechenden Städte Toul, Verdun und Metz abkaufen liess. Karls Versuch, Metz durch Belagerung zurückzugewinnen, scheiterte.
Heinrich II. führte für alle seine Münzen die Regel ein, die Jahreszahl der Prägung auf der Münze anzugeben.


Teston 1549 D, Lyon.     9,44 g.   Ciani 1264 ; Duplessy 981.
Vs.:   +HENRICVS·2·DEI·GRAtia·FRANCORum·REX·F
Rs.:   +XPS(Christus)·VINCIT·XPS REGNAT·XPS·IMPErat·1549F
Ein "Point secret" unter dem 12. Buchstaben und ein D unter dem Wappen zeigen die Münzstätte Lyon an.
Hammerprägung.   Auf beiden Seiten ein Zentralpunkt.


Teston du moulin o.J. A, Paris.       Ciani 1264 ; Duplessy 987A.
Belorbeerter Kopf nach rechts / Gekrönter Lilienschild.

Bild von Künker, Osnabrück: Aukt.119, Nr.778 (2.2007)
Teston du moulin 1554 A, Paris.     Ø 28 mm, 9,57 g.   Ciani 1285; Duplessy 990.
Vs.:   HENRICVS·II·DEI·G·FRANCORum·REX
Rs.:   + CHRistuS·VINCIT CHRistuS REGNAT CHRistuS IMPerat (Monogramm EB) 1554
gekröntes Wappen Fankreichs, darunter A für die Münzstätte Paris.
Maschinenprägung ("du moulin"), vielleicht mit Ring(*). Dieses Stück ist erstaunlich rund.
Berühre die Abbildung mit den Cursor, um dies zu beurteilen.
1551 öffnete in Paris die mechanisierte Münzstätte "Monnaie du Moulin des Étuves". Ihr Name bezieht sich auf das Wasserrad "moulin", das auf einem in der Seine verankerten Schiff montiert war. Dieses Wasserrad trieb Walzen an, die Zaine von gleichmässiger Dicke produzierten. Diese Münzstätte setzte erstmals ein Spindelprägewerk ein, genannt "balancier", und produzierte ab 1552 Umlaufmünzen von verbesserter Qualität. 1558 scheiterte die Münzstätte am Widerstand der Münzer. Erst ein Jahrhundert später setzte sich dieses Prägeverfahren zur Münzherstellung in Frankreich durch.
(*)   D.R.Cooper, The Art and Craft of COINMAKING, 1988, Seite 54.


Henri d'or 1551 C, Saint-Lô.     Ø 25 mm, 3,60 g.   Ciani 1244 ; Dupl.972 ; Friedb.368.
Vs.:   HENRICVS·II·D·G·FRANCO·REX·
Rs.:   ¤DVM·TOTVM·COMPLEAT·ORBEM (Mz.)1551
"Auf dass er das Universum ausfülle"
Vier gekrönte "H" ins Kreuz gestellt, in den Winkeln je zwei Lilien und zwei Monde.
In der Mitte: C für die Münzstätte Saint-Lô.   Hammerprägung.

Vergleiche mit einem Zeichnung im Profil [Musée Condé in Chantilly]
sowie mit einem Ölbild [Louvre], beide um 1547 von François Clouet.

Lit.:
• Duplessy, Jean: Les Monnaies Françaises Royales de Hugues Capet à Louis XVI (987-1793),
    2º édition 1999. Bd.1: bis Ludwig XII.; Bd.2: ab Franz I.
• Ciani, Louis: Les monnaies royales francaises de Hugues Capet a Louis XVI, Paris 1926

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