Startseite Karl V. TOUR :   Verona

Das Geschlecht der Este in Ferrara, Modena und Reggio
1. Teil:

Das Geschlecht der Este trug seit 1171 den Titel 'Markgrafen von Este'. Im 13. Jh. etablierte es sich in Ferrara. Sie wurden auch Herrscher in Modena und Reggio Emilia. In Ferrara begann 1385 die Errichtung des 'Castello Estense'. 1391 wurde die Universität gegründet. Am Hof der Este entstand ein kulturelles Zentrum. Unter drei Söhnen von Niccolò III. (1393-1441) - Leonello, Borso und Ercole - erreichte Ferrara den Höhepunkt seiner kulturellen Blüte.

Landkarte von Italien im Jahr 1499

Leonello d'Este, 1441-1450
- Markgraf von Ferrara, Modena und Reggio Emilia -
*1407. Für Leonellos Erziehung bemühte sein Vater Niccolò III. den Humanisten Guarino da Verona, den berühmtesten Erzieher seiner Zeit. Leonello war ein unehelicher Sohn und musste seine Macht durch seine individuellen Tugenden rechtfertigen, statt nur durch Abstammung. Er wurde von Zeitgenossen als gerechter und friedliebender Herrscher und als vollendeter Fürst geschildert. Er holte namhafte Gelehrte und Künstler an seinen Hof, darunter den Maler und Medailleur Pisanello (Antonio Pisano).
Leonello starb unerwartet 43jährig. Nachfolger wurde nicht sein minderjähriger Sohn Nicolò (*1438) aus erster Ehe sondern sein Bruder Borso.

copyright: Slg. Stephen K. Scher, New York
Berühre die Abbildung, um die Rückseite zu sehen.
Gussmedaille 1444 von Pisanello.     Ø 99 mm   Slg. Stephen K. Scher, New York
Medaille anlässlich Leonellos 2. Ehe 1544 mit Maria, Tochter von Alfonso I., Kg. von Neapel und Sizilien.

Vs.:  ·GEner·Regis·ARagonum· | LEONELLVS·MARCHIO·ESTENSIS· | ·Dominus·FERRARIE·REGII·ET·MVTINE·
"Schwiegersohn des Königs von Aragon, Leonello Markgraf von Este, Herr in Ferrara, Reggio und Modena"
Rs.:   OPVS· PISANI· PICTORIS·   "Werk des Malers Pisano"
Amor hält einem Löwen (Leonello = "kleiner Löwe") eine Notenrolle vor und zähmt ihn mit Gesangsunterricht.
Über dem Löwen verweist ein Adler in Rückenansicht auf die adlige Herkunft Leonellos.
Eine Stele mit der Jahreszahl 1444 zeigt ein pralles Segel an einem Mast.
Das British Museum zeigt eine weitere Gussmedaille von Pisanello auf Leonello und setzt Leonello, dargestellt mit dem lockigem Haar einer Löwenmähne, in Beziehung zu Alexander dem Grossen, dargestellt zusammen mit einer Löwenhaut.
Weitere Medaillen des Pisanello finden sich im Münzkabinett Berlin, anschliessend mit Klick auf "27 Objekte ZUR ANSICHT".
Siehe das Portait vor einer Rosenhecke von Pisanello um 1444 gemalt (Tempera auf Holz, 29x19cm. Accademia Carrara, Bergamo).

Lit.:
Gesichter der Renaissance. Meisterwerke italienischer Portrait-Kunst. Ausstellungskat. Berlin 2011. S.202ff

Borso d'Este, 1450-1471
- Bruder von Leonello d'Este -
Borso (*1413) hatte keine besondere Erziehung erhalten wie Leonello. Während der friedlichen Herrschaft seines Bruder führte er als Condottiere eine Truppe von Söldnern an. Nach Leonellos Tod gelang es Borso, den legitimen, aber viel jüngeren Halbbruder Ercole von der Nachfolge zu verdrängen. Sofort änderte sich die Politik Ferraras. Im Bündnis mit Venedig stellte sich Borso gegen Mailand und Neapel. Borso war ehrgeizig und eitel, aber als fähiger Herrscher anerkannt. 1452 erreichte Borso von Ks. Friedrich III. die Erhebung zum Herzog von Modena und Reggio. Danach ersuchte Borso Papst Pius II., ihn zum Herzog von Ferrara zu erheben. Borso sollte aber zunächst die päpstliche Lehenshoheit über Ferrara anerkennen und dem Papst Lehenszahlungen zusichern. Schliesslich erhob ihn Papst Paul II. 1471 zum Herzog von Ferrara. Borso starb bald danach an Malaria, unverheiratet und ohne Nachkommen.
Die an Borsos Hof zur Schau gestellte Pracht diente seinem politischen Ehrgeiz. Er nutzte die Künste als Propagandainstrumente und erteilte entsprechende Aufträge (Ferraneser Schule).

Noch vor 1441, zur Lebenszeit seines Vaters, entstand diese Medaille.


Ducato o. J. (1471), Ferrara.     Ø 23 mm, 3,48 g.   CNI X 431/13; RM 127/1; Friedb.261.
Vs.:   BORSIVS·DVX·ZC' FERRARE ZC'·   "Borso, Herzog von ... und Ferrara"
(geprägt nach der Erhebung zum Herzog von Ferrara, also 1471)   -   Büste mit Barett nach links.

Rs.:   SVREXIT·XPS·REX·GLORIE   "Auferstanden ist Christus, der ruhmreiche König"
Christus mit segnender Hand und Fahne als Auferstehender aus dem Grab steigend. Im Abschnitt: *+*
(Dieser Dukat wurde auch mit dem Wappen statt dem Porträt geprägt.)


Medaille 1460.   von Jacopo Lixignolo.     Bronze, Ø 82 mm.   Kress 35; Hill 1930, S.26, Nr.94.
Vs.:   BORSIVS·DVX·MVTINE·ET·REGII·MARCHIO·ESTENSIS·RODIGII·Q·COMES·ET·C
Rs.:   OPVS IACOBVS LIXIGNOLO MCCCCLX  -  Landschaft mit Einhorn.

Vergleiche das Portrait, Tempera auf Leinwand, 48x36 cm gemalt von Baldassare d'Este
(Castello Sforzesco, Mailand).

Ercole I. d'Este, 1471-1505
- Halbbruder von Borso und Leonello d'Este -
Ercole I. (*1441), legitimer Sohn aus der dritten Ehe von Niccolò III., wurde am Hof von Alfonso, König von Neapel erzogen. Als 30jähriger übernahm er 1471 die Herrschaft. Er wandte sich sofort von der Politik seines Halbbruders Borso ab und brach das Bündnis mit Venedig. Den Salzkrieg (1480-1482) um Ferraras Zollstationen am Po verlor Ferrara gegen die Republik und Papst Sixtus IV. Seither blieb Ercole neutral, auch als Karl VIII. von Frankreich in Italien einmarschierte.
Unter seiner Regierung erlebte das Herzogtum seine wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Ferrara wurde nach den neuesten Erkenntnissen des damaligen Festungswesens umgebaut und erweitert. Die berühmtesten Bauten stammen aus dieser Zeit. Die Verbindung des mittelalterlichen Stadtkerns mit einer modernen Stadtanlage und breiten Straßen galt während der gesamten Renaissance als vorbildlich. Ercole förderte Kunst, Musik und Theater. Er bewunderte den aus Ferrara stammenden Kirchenreformator Girolamo Savonarola.
Ercole I. heiratete 1473 Eleonora, Tochter von Ferrante (Ferdinand) von Aragon, König von Neapel. Die Kinder aus dieser Ehe wurden nach der aussenpolitischen Interessenlage verheiratet. Ercoles Nachfolger Alfonso heiratete Lucrezia Borgia; Isabella heiratete Francesco II. Gonzaga, Markgraf von Mantua; Beatrice heiratete Ludovico Sforza, den späteren Herzog von Mailand.


Ducato o. J., Ferrara.     Ø 23 mm, 3,48 g.   CNI X 435/10; RM 129/3; Friedb.265.
Vs.:   HERCULES·DVX·FERRARIE·   -   Büste nach links.
Rs.:   SVREXIT·XPS·REX·GŁoriE·   -   Ähnlich wie der Dukat zuvor. Unter dem Grab ein Kreuz.


Testone o. J., Ferrara.     Ø 28 mm, 9,70 g.   CNI X 436/26; RM 131/6.
Vs.:   HERCVLES·DVX·FERRARIAE·II·   -   Büste nach links ohne Perlkreis.
Rs.:   Zu Pferd nach rechts ein nackter Mann mit nach vorn zeigender Hand.


Testone o. J., Ferrara.     Ø 28 mm, 7,74 g.   CNI X 436/20; RM 129/4.
Vs.:   ·HERCVLES·FERRAR·DVX·II   -   Büste nach rechts ohne Perlkreis.
Rs.:   Siebenköpfige Hydra auf einem Feuer.
Die Rückseite zeigt die sagenhafte Hydra von Lerna, eine riesige Schlange mit mehreren Köpfen, die in den Sümpfen von Lerna (Peloponnes) lebte. Da ihr für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue wuchsen, konnte Herakles sie erst bewältigen, als sein Gefährte Iolaos mit glühenden Holzscheiten die Halsstümpfe ausbrannte. Die Darstellung symbolisiert die Trockenlegung der nördlich von Ferrara gelegenen Sümpfe, in denen Fürst Ercole einen neuen Stadtteil (Addizione Erculea) anlegen ließ, der von den Zeitgenossen als modernste Stadt Europas angesehen wurde. Dieses Städtebauprogramm gehörte wie die Erweiterung der Universität zur Politik des Renaissancefürsten, der Ferrara zu einer der bedeutendsten Kulturstädte machte. Mit diesem Teston verglich er sich direkt mit seinem heldenhaften antiken Namensvetter.


Grossone o. J., Ferrara.     Ø 26 mm, 3,79 g.   CNI X 437/32; RM 133/10.
Vs.:   +[HE]RCVLES·DVX·FERRARIE   -   Geharnischte Büste n. l., mit Perlkreis.
Rs.:   +DEVS·FORTITVDO·[ME]A   "Gott ist meine Stärke"
Hl. Georg zu Pferd bekämpft den Drachen mit einer Lanze.
Ligierte Buchstaben auf Vs. / Rs.: [HE] bzw. [ME]


Mezzo testone o. J., Modena.     Ø 25 mm, 3,90 g.   CNI IX 191/7; RM 136/14; MIR 624.
Vs.:   ·HERCVLER·DVX·INVICTISS:   -   Kopf nach links.
Rs.:   DEVS·FORT·MEA·   "Gott ist meine Stärke"
Herkules zerreisst einen Löwen.   Im Abschnitt:  ·C (Wäppchen von Modena) M·


Ducato, Reggio Emilia.     Ø 22 mm, 3,46 g.   CNI IX 661/1; RM -; MIR 1260; Friedb.979.
Vs.:   ·HERCV - LES·DVX   -   Herkules hebt den Riesen Antaios.
Rs.:   S·ProSPER - EPIscopus·REGII   -   Hl. Prosper (Bf.von Reggio im 5.Jh.) mit Mitra und Nimbus, steht v. vorne, die Rechte segnend, Krummstab in der Linken, daneben das Wappen von Reggio.
Gaia, die Erde, unterstützte ihren Sohn, den Riesen Antaios, im Kampf gegen Herakles.
Daher konnte Herakles erst siegen, nachdem er Antaios von der Erde hochgehoben
und ihn somit von seiner Mutter getrennt hatte.


Testone leggero, Reggio Emilia.     Ø 24 mm, 3,69 g.   CNI IX 661/3; RM 137/15; MIR 1261.
Vs.:   ·HERCVLES· ♌ ·DVX·II·♌·   -   Brustbild nach links, Mütze mit Schnalle.
Rs.:   ·REGIVM· - ·LEPIDI♌   -   alter Gebietsname, nach Konsul Marco Lepido im 2. Jh. v.Chr.
Wappen von Reggio (Rotes Kreuz im silbernen Feld) in der Form eines Pferdekopfes.


Testone leggero o. J. (1496/1502), Reggio.    Ø 24 mm, 3,09 g.   CNI IX 602/6; RM 137/16.
Vs.:   ·DIVO·HERC ♌ ·DVCI ♌   -   barhäuptige Büste nach links.
Rs.:   ♌ COMVNITAS ♌ REGII :·   -   Stadtschild wie vor.


Bagattino o.J., Reggio.   (1º tipo: figura giovanile)  Ø 17 mm, 2,64 g.  CNI IX 664f/32-56; RM 138/17.
* HERCVLES - DVX *     //   ·REGIVS·EMILIA·VETERES
Bagattinos wurden aus unedlem Metall (Kupfer oder Bronze) gefertigt.


Bagattino o.J., Reggio.   (3º tipo: figura senile)   Ø 16 mm, 1,84 g.   CNI IX 670/84; RM 138/19.
*HERCVLES·DVX*·     //   *REGIVM·OLIM·EMILIA·:
Vergleiche die Umrisse im Wappen der drei letzten Münzen.
Tartsche ist eine Schildform mit einer seitlichen Einsparung für die Lanze des schildführenden Ritters.

Vergleiche die Marmorbüste von Sperandio da Mantova 1475 gefertigt
(58x38x16 cm, im Musei Civici di Arte Antica, Ferrara)

Alfonso I. d'Este, 1505-1534
- Sohn von Ercole I. d'Este -
Alfonso (*1476) musste bei Regierungsantritt zunächst ein Komplott seines Bruders Ferrante d'Este und seines Halbbruders Giulio d'Este niederschlagen.
Alfonso befehligte die päpstlichen Truppen der Liga von Cambrai (1508) gegen Venedig. Als Papst Julius II. beschloss, seinen bisherigen Verbündeten Frankreich mit der Heiligen Liga (1511) zu bekämpfen, blieb Alfonso auf französischer Seite. Das brachte ihm eine Bannbulle ein sowie vorübergehende Gebietsverluste (Modena und Reggio). Nun kämpfte er mit Frankreich gegen Venedig und gegen den Papst. Seine militärischen Erfolge basierten auf der ausgezeichneten Befestigung von Ferrara und seiner Artillerie, insbesondere auf den in Ferrara gefertigten Kanonen, die besten seiner Zeit. (In Tizians beiden Bildern von Alfonso stützt sich dieser auf eine Kanone.) 1526-27 unterstützte Alfonso den Feldzug Ks. Karls V. gegen Papst Clemens VII. und gewann Modena und Reggio zurück. 1530, nach dem Frieden von Barcelona (1529) und Karls Kaiserkrönung in Bologna, bestätigte Clemens VII. Alfonsos Besitzrechte in Ferrara, Modena und Reggio.
Wie ihr Vater waren auch Alfonso I. und sein Bruder Kardinal Ippolito I. bedeutende Kunstmäzene der Renaissance, im Wettstreit mit den anderen oberitalienischen Städten.
Alfonsos erste Frau war Anna Sforza, Schwester von Gian Galeazzo Sforza. 1501 heiratete er Lucrezia Borgia, Tochter von Papst Alexanders VI. Ihr ältester Sohn Ercole wurde sein Nachfolger.


einseitige Medaille (1477), Ferrara.     Blei, Ø 66 mm.  Arm II, 89,1; Pollard [2007] 63; Kress 41.
ALFONSVS MARCHIO ESTENSIS   -   Bild des einjährigen Kind n. l.



Doppio ducato o.J., Ferrara.     Ø 27 mm, 6,89 g.   CNI X 443/2; RM 139/2; Friedb.268.
Eine sehr frühen Variante zeigt eine bartloser Büste (RM n.1).
Vs.:   ·ALFONSVS·DVX·FERRARIAE·III·   -   Barhäuptige bärtige Büste in Harnisch nach links.
Rs.:  ·QVE·SVNT·DEI·DEO (= et QUAE SUNT DEI DEO)
"(Gebt) Gott, was Gottes ist (und dem Kaiser, was des Kaisers ist)"
Der Pharisäer zeigt Christus das Tributgeld für den Kaiser.


Testone o.J., Ferrara.     Ø 28 mm, 9,76 g.   CNI X 446/31; RM 140/3.
Eine spätere Variante zeigt eine bärtige Büste (RM n.4).
Vs.:   ·ΛFONSVS·DVX·FERRΛRIΛE·III·  -  Geharnischte bartlose Büste nach links.
Rs.:   ·DE·FORTI·DVLCEDO·  "von starker Süße"
Auszug aus:   DE COMDENCTE EXIVIT CIBUS et DE FORTI EGRESSA EST DULCEDO
"von dem Essenden ist ausgegangen eine Speiß und von dem Starken ist ausgegangen eine Süßigkeit"

Halb nackter Samson mit Helm hält in der Rechten einen Löwenkopf mit aufgespreitztem Maul, aus dem
5 Bienen schwärmen; mit der Linken zeigt er auf eine Schlange, die sich um einen Baumstumpf windet.

Papst Julius II. ernannte am 19. April 1509 Alfonso I. zum Gonfaloniere der Kirche. Doch schon 1510
wurde er seines Postens wieder enthoben und sogar exkommuniziert.
In diesem kurzen Zeitraum entstand der Testone (RM n.4) mit dem erweiterten Titel:
·ΛLFONSVS·DVX·FER·III·Sacrae·Romanae·Ecclesiae·CONFalonier   "... der Hl. Römischen Kirche Gonfaloniere"
Das Brustbild trägt hier einen Bart und es schwärmen jetzt 7 statt 5 Bienen.


Testone leggero (1505-12), Reggio.   Ø 25 mm, 2,90 g.  CNI IX 671/3; RM 150/23; MIR 1272.
Vs.:   ·ALFONSVS·DVX·   -   geharrnischte langhaarige bartlose Büste nach links.
Rs.:   · - ·S·PROSP· - ·EPS·REGII·   -   Stadtheiliger Prosper beim Segnen von vorne.
2 1/2 dieser leichten Testone hatte den Wert eines richtigen Testone.


1/2 Lira da 10 soldi, o.J. Ferrara.     Ø 29 mm, 6,0 g.   CNI X 448/46-49; RM 143/9.
Vs.:   ALFONSVS·DVX·FERRARIAE·III· ♌   -   bärtiger kurzhaariger Kopf nach links.
Rs.:  FIDES·TVA·SALVAM·TE· ·FECIt·   "Dein Glaube hat dich gerettet"
Kniende Magdalena salbt Füße Jesus, ein Gefäß mit Salbe zwischen seinen Füßen, gedeckter Tisch dahinter.
Die Vorderseite hat Sailko im Palazzo Massimo alle Terme Rom für Wikipedia photografiert.


1/2 Lira da 10 soldi, o. J. Ferrara.     Ø 27 mm, 5,96 g.   CNI X 448/50; RM 143/10.
Vs.:   ♌ΛLFONSVS·DVX·FERRΛRIΛE·III·   -   geharnischte Büste n. l.
Rs.:   ·FIDES·TVA· - ·TE·SALVAM·FECIT·   -   kniende Magdalena salbt Füße Jesus, Tisch daneben.


1/2 Lira da 10 soldi, o.J. Ferrara.    Ø 28 mm, 5,97 g.   CNI X 448/53; RM 144/11; MIR 277.
Vs.:   ALFONSVS·DVX·FERRARIAE·III· ♌   -   Büste genau wie vor.
Rs.:  ♌ ·DE· - MANV·LEONIS· ♌   -   Ein Hirte rettet sein Schaf mit bloßen Händen vor einem Löwen.


1/2 Lira o.J. (um 1522), Ferrara.    Ø 28,1 mm, 5,73 g.  CNI X 449/59; RM 144/12; MIR 278.
Vs.:   ⚘ΛLFONSVS·DVX·FERRΛRIΛE·III   -   Büste genau wie vor.
Rs.:   Darstellung der Flucht aus Ägypten: die Jungfrau und das Kind auf dem Esel.


1/2 Lira o.J., Ferrara.    Ø 28 mm, 5,63 g.  CNI X 449?/61; RM 145/13; MIR 279.
Vs.:   ΛLFONSVS·DVX·FERRΛRIÆ·III·   -   Büste links.
Rs.:  DomiNVS·PROTECTOR·VITAE·MEAE·   "Gott ist der Beschützer meines Lebens"
St. Georg ersticht den Drachen im reiten nach rechts.

Siehe einen Ausschnitt aus Tizians 3/4 Körper-Gemälde (um 1523, Kopie im Metrop. Museum of Art, N.Y.).



5 Soldi um 1522, Ferrara.     Ag, Ø 23 mm, 2,40 g.   CNI X 450/69; RM 146/15; MIR 282.
Vs.:   ALFONSVS·DVX·FERRARIE·III   -   Bärtige Büste nach links.
Rs.:   ·Deus·IN NOMINE·TVO·SALVVM·ME·FAC   "Gott, in Deinem Namen, rette mich"
Im Feld:   IHS (Monogramm Jesus), darunter Zweig mit drei Blättern.


Denaro, Ferrara.     Cu, Ø 18 mm, 1,33 g.   CNI X 451/95; RM 146/16; MIR 284.
Vs.:   ΛLFONSVS·DVX·FERΛRIE·III ▾   -   Kopf n.l.
Rs.:   ▾ NOBILITΛS·ESTENSIS ▾   -   Adler mit ausgebreiteten Flügeln.
Diese Münze war das kleinste Nominal. Sie galt 1/12 soldo, der wiederum 1/20 lira galt.


Testone o.J., Modena.     Ø 27 mm, 5,94 g.   CNI IX 201/4; RM 147/18.
Vs.:   ALPHONSVS·DVX·FERRARIAE·III   -   Bärtiger Kopf nach links.
Rs.:   ·S·GEMINIANVS·MVTINAE·ANTISTES
"St. Geminianus, hoher Priester von Modena" (Lat. Mutina)
Der Hl. Geminianus ergreift einen Knaben an den Haaren, als dieser vom Turm der Kathedrale stürzt.


Giulio o.J., Modena.     Ø 25 mm, 2,99 g.   CNI IX 202/15; RM 148/21.
Vs.:   ·ALFONSVS·DVX·FERRARIAE·III   -   Bärtiger Kopf nach links.
Rs.:   ·S·GEMINIANVS·MVTINENSIS·PONtifex   "St. Geminianus, Bischof von Modena" (Lat. Mutina)
Hl. Geminianus im Bischofsstuhl von vorne, mit Segensgestus und Krummstab.


Zweite Ehefrau von Alfonso I.: Lucretia geb. Borgia


Einseitige Gussmedaille um 1502,   aus der Umgebung von Gian Crsitoforo Romano,   Ø 57,8 mm.
Kress 79; Arm. II, 89,2; Hill Corpus 232.

·LVCRETIA· - ESTeNsis·DE BORGIA·DVCissa
This portrait was doubtless made for the marriage in 1502; Lucrezia is here Duchess of Bisceglie, not yet of Ferrara. It is often attached to a portrait of Alfonso d'Este by another hand. Later the present bust was re-used with a new inscription describing her as Duchess of Ferrara, etc. At to the authorship, all that can be said is that it is Mantuan, in the neighbourhood of Giancristoforo Romano.   [Kress 79]

Lit.:   [CNI und RM: Seite & Nr. z.B. 87/6 = S.87 Nr.6]
• Corpus Nummorum Italicorum [CNI], für Ferrara: vol.X   -   CNI-Index vol. X
• Corpus Nummorum Italicorum [CNI], für Modena und Reggio: vol.IX   -   CNI-Index vol. IX
• Ravegnani Morosini, Mario [RM]: Signorie e Principati. Monete italiane con ritratto 1450-1796. 1984
    Haus Este in Ferrara, Modena und Reggio: Bd.I, S.120 ff.
2. Teil (Fortsetzung):
Ercole II. d'Este, 1534-1559
Alfonso II. d'Este, 1559-1597

Startseite Karl V.   /   Charles V TOUR :   Verona