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Reichsstadt Donauwörth
Donauwörth an der Donau wurde 1348 Reichstadt "Schwäbisch Wörth" (Wörth = Werder, d.h. Flußinsel, lat. "Suevica Werda"). Die Stadt wurde großteils protestantisch und trat 1536 dem Schmalkaldischen Bund bei. Die Unterwerfung unter Ks. Karl V. verlief 1546 glimpflich. Streit wegen der Durchführung kath. Prozessionen führte 1607 zu Reichsacht, Besetzung durch Bayern und Verlust der Reichsunmittelbarkeit. Nach der Exekution gegen Donauwörth verließen die protestantischen Stände den Regensburger Reichstag und begründeten die Union. Kurz darauf bildete sich die katholische Liga. Damit bereiteten sich die Kontahenten auf den 30-jährigen Krieg vor.
Die Stadt, in der schon früher geprägt wurde, bekam 1532/4 von Karl V. das eigene Münzrecht verliehen. Schwierigkeiten in der Silberbeschaffung und dessen Verteuerung verzögerte die Ausmünzung. Von 1543 bis 1548 wurden Goldgulden sowie ganze, halbe und viertel Taler geschlagen. Alle diese Prägungen zeigen auf der Rückseite das Hüftbild des Kaisers.


Taler, 1548.     Ø 41 mm, 28,81 g.   Gebhart 118; Schulten 756; Davenport 9170.
Vs.:   ·MOneta:NOva:ARGEntea:CIVItatis:SVEuica:WERDa:48·
"Neue Silbermünze der Stadt Donauwörth 1548"
Stadtwappen (gekrönter Doppeladler mit Kopfschein und 'W' auf der Brust).

Rs.:   CAROLVS:V:ROMAnorum:IMPerator:SEMPer:AVGustus (Mz. Kreuzblume)
"Karl V., Römischer Kaiser, immer erhaben" (auch übersetzt mit "Mehrer des Reiches")
gekröntes Hüftbild in Rüstung mit Zepter, Schwertgriff und Orden vom Goldenen Vlies am Band.


Bilder ebay, USA
Berühre die Abbildung, um die Rückseiten zu sehen.
Zwei einseitige Taler-Klippen, 1548.   .   Gebhart zu 119 ; Davenport zu 9170.
·MO·NO·ARGE·CIVI·SVE·WERDA·48·   //   (Mz.) CAROLVS·V·ROMA·IMPE·SEMP·AV
Gebhart schrieb: "Ein dreifacher Taler des Jahres 1548 hat sich als Neuabschlag aus den im Besitz von Gebert befindlichen Stempel erwiesen. Eine Doppeltalerklippe (Auktion C.F. Gebert XII, Nürnberg 1900, Nr.484) ist ebenfalls ein Neuabschlag." Die bei ebay aufgetauchten einseitigen Klippen wären demnach auch moderne Abschläge aus erhaltenen Stempeln (vergleiche Gebhart 119). Davenport hingegen bezeichnet die Klippe und den dreifachen Taler als 'moderne Fälschungen'.


1/2 Taler, 1548.   Ø 34 mm, 14,05 g.   Gebhart 123; Schulten 757.
·MO·NO·ARGE·CIVI·SV·WERDA·48·   //   CAROLVS·V·ROMA·IMP·SEMP·AV (Mz. Kreuzblume).
Dieser Halbtaler wurde wie der Taler von 1543 bis 1546 und letztmals 1548 geprägt.
Der heute viel seltenere Vierteltaler wurde nur 1543-44 geprägt.


1/4 Taler, 1543.   Ø 31? mm, ca.7 g.   Gebhart 67; Schulten 758.
Im Umlauf unterschied man die Viertel-, Halb- und ganze Taler nur an Hand von Grösse und Gewicht.


Lit. :
Gebhart, H.,  Die Münzen und Medaillen der Stadt Donauwörth, 1924.
    daraus das Kapitel   Taler- und Goldguldenprägung im 16. Jahrhundert   (2 Seiten Text als PDF-Datei).

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