Startseite Karl V. TOUR:   Gustav I. Wasa von Schweden

Dänische Zeitgenossen
Christian II., 1513-1523 König von Dänemark
Frederik I., 1523-1533 König von Dänemark
Christian III., 1534-1559 König von Dänemark

Christian II., 1513-1523 König von Dänemark und Norwegen
Christian folgte 1513 seinem Vater als König von Dänemark, Norwegen (und Schweden). Während die dänischen und norwegischen Stände Christian zum König wählten, widerstand Schweden der Vereinnahmung. Das Land hatte schon zuvor die Kalmarer Union verlassen, einem lockeren Verbund der drei Königreiche. Erst 1520 konnte Christian II. Schweden besiegen und sich auch zum König von Schweden krönen lassen. Nach dem Krönungsfest überraschte Christian das Land mit einem Schauprozeß und dem berüchtigten Blutbad von Stockholm, bei dem er führende Adelige ermorden ließ. Das führte zum Aufstand der Schweden: unter Gustav Wasa wurden die Dänen wieder aus Schweden vertrieben. Damit endete die Kalmarer Union endgültig.
1515 heiratete Christian im Einvernehmen mit Kaiser Maximilian I. die 14-jährige Isabella von Österreich, eine Schwester von Karl V. Zur allgemeinem Empörung machte Christian seine Geliebte Dyveke zur Gesellschafterin seiner Ehefrau. Als Dyveke 1517 plötzlich starb, liess Christian den von ihm als Mörder verdächtigten Edelman hinrichten.
Nach einem Besuch der bürgerlich geprägten Niederlande wollte Christian 1521 den Einfluss des mächtigen Adels in Dänemark und Schweden zurückdrängen und Reformen zugunsten des Bürgertums einführen. Damit scheiterte er jedoch. Der progressive Despot verlor bei diesem Versuch seine Machtbasis in Dänemark, so dass er 1523 sogar in die Niederlande fliehen musste. Isabella setzte sich zunächst erfolgreich bei ihrem Bruder Ks. Karl V. für ihren Ehemann ein, doch als bekannt wurde, dass sie und Christian sich der Reformation zugewandt hatten, versiegte die kaiserliche Unterstützung.
Christians Onkel Friedrich I. war in Dänemark zu seinem Nachfolger gewählt worden. Als Christian 1531 versuchte, Norwegen zurück zu erobern, wurde er besiegt. Bei den folgenden Verhandlungen liess Kg. Friedrich I. Christian inhaftieren. Als Christian II. 1559 in Gefangenschaft starb hatte er seine beiden Nachfolger knapp überlebt.
Man kann sagen, dass Ks. Maximilian im Fall von Christian II. einmal keine glückliche Hand mit seiner Heiratspolitik hatte.


Silbergulden 1523, Malmö.     Ø 42 mm, 29,19g.   Galster 38, Schou 2, Dav.8220
1 Sølvgylden (Silbergulden) = 24 Skilling (Schilling)

Vs.:   CRISTIERИSVS DEI.GRA:REX:DACIE:SVECIE:ИORVE
"Christian von Gottes Gnaden König von Dänemark, Schweden, Norvegen"
Der König auf einem reich verzierten Thron sitzend, Zepter in der Rechten, Reichsapfel in der Linken,
das Ganze im Achtpass - noch im Stil des Hochmittelalters.
Der Vielpass, ein beliebtes gotisches Schmuckelement, entspricht in seiner Form dem gotischen Kirchenfenster.
Zum dänischen Reichsapfel:
Eigentlich hatten nur der Kaiser und der deutsche König als zukünftiger Kaiser Anspruch auf den Reichsapfel. Dieser Grundsatz wurde aber bereits im hohen Mittelalter aufgeweicht.
Knut der Grosse (†1035), der England eroberte und Kg. von Dänemark wurde, gab seine Tochter Kunigunde als Pfand dem Ks. Konrad II. an dessen Hof ab. Sie heiratete 1036 den künftigen Ks. Heinrich III. und wegen dieser Verwandschaft meinte Knut, den Kaiser nachahmen zu dürfen. Daraufhin fühlten sich auch Knuts Nachfolger in England und in Dänemark berechtigt, ihr Auftreten dem des Kaisers anzugleichen.     [P.E. Schramm, Sphaira·Globus·Reichsapfel, S.116-7]
Rs.: XPS:IHS:ELEGIT:ME:REGEM:POPVLO:SVO:1:5:23
"Christus Jesus hat mich zum König für sein Volk erwählt 1523"
unter der Königskrone ein quadriertes Wappen: Dänemark (3 Löwen), Schweden (3 Kronen),
Norwegen (Löwe mit Axt), Vandalen (Fabelwesen)
aufgelegtes Wappen: Schleswig (2 Löwen), Holstein (Nesselblatt), Stormarn (Teil Holsteins), Schleswig
Herzwappen: Oldenburg (Doppelbalken)
Christians II. Großvater - Christian I. von Oldenburg - wurde 1448 zum dänischen König gewählt. Damit begründete er die Dynastie der Oldenburger in Dänemark (1448-1863). Christian I. wurde ausserdem 1460 von der Schleswig-Holsteinischen Ritterschaft zu ihrem Landesherren gewählt. Christian I. war somit in 5-facher Personalunion Kg. von Dänemark, Kg. von Norwegen, Kg. von Schweden, Herzog von Schleswig (dänisches Lehn) und Graf von Holstein (Reichslehn).



Doppelschilling 1535, Malmö oder Kopenhagen.   Ø 29 mm
Oldenburg: Kalvelage/Trippler 116c

Vs.:   CHRISTHOFHORVS COMES OLDENBV   -   Wappen von Oldenburg
Rs.:   CHRISTERNVS·DG REX·DACI·1535   -   Thronender Christian II.
Von Christoph (*1504 †1566) von Oldenburg ausgegeben, mit dem Titel Christians II. von Dänemark.
Bei dem vorliegenden Doppelschilling handelt es sich um eine Prägung aus der Zeit der Grafenfehde 1534-1536: Unter dem Vorwand, Christian II. von Dänemark wieder einzusetzen, versuchte Christoph selber, Dänemark an sich zu bringen. Bei diesem Vorhaben wurde er von der Stadt Lübeck unterstützt. Im Frieden von Hamburg 1536 mußte Christoph und Lübeck jedoch ihre Ambitionen auf Dänemark aufgeben.

Frederik I., 1523-1533 König von Dänemark
Friedrich folgte seinem Vater Christian I. 1481 als Herzog in Schleswig-Holstein. 1490 teilte er das Land mit seinem Bruder Johann I., der zugleich König von Dänemark war. Als die dänischen Stände Christian II., Johanns Sohn und Nachfolger, 1523 aus Dänemark vertrieben hatten, wählten sie Friedrich zu ihrem König. 1524 wurde er auch König von Norwegen. Er stand der Reformation nahe und regierte mit Klugheit und Mäßigung. Als einziger dänische König wurde er nicht in Dänemark sondern in Schleswig beigesetzt. Ihm folgte sein Sohn Christian III.


8 Skilling (1/2 Mark) 1532, Kopenhagen.     Ø 29 mm, 3,52 g.   Galster 54
FRIDERIC·D·G·REX·DA·EtNO // MONETA·NOVA:HAFNIENSIS
im Wappen die drei dänischen Löwen (Hafnia steht für Kopenhagen)


als Herzog von Schleswig und Holstein, 1490-1533


Husumer Guldengroschen 1522, Husum.     Ø 39 mm, ca. 29,2 g.   Dav.8235
Vs.:   FREDERICVS·DEI·GRA·SLESVICEN·ET·HOLSAC·DVX
"Friedrich von Gottes Gnaden Herzog von Schleswig und Holstein"   -   Brustbild mit Drahthaube.
Rs.:   MOИET·ИOVA*ARGENTA·HVSEMEИ·I5ZZ    "Neue Husumer Silbermünze 1522"
behelmtes vierfeldige Schild: Norwegen, Schleswig (2 Löwen), Holstein (Nesselblatt), Stormann (Schwan). Herzwappen: Oldenburg (Balken).
Dieser erste Taler von Schleswig-Holstein gilt als eine der ersten richtigen Porträtmünzen des Nordens und zeigt ein echtes Abbild des Herzogs, wie ein Vergleich ergibt. Der herzogliche Münzmeister Jürgen Dreves wirkte seit 1516 in Husum und war steuerbefreit. Die Münzstätte lag vermutlich in Kellerräumen zum "Herrenhaus" am Markt 3.
Siehe R. Articus, Der Husumer Taler von 1522 in einer frühen gelehrten Wochenschrift
In: Beiträge zur Husumer Stadtgeschichte Bd.12 (2010) S.8-16



Doppelschilling o. J., Schleswig.     Ø 29 mm, 3,02 g.   Galster 124 C; Lange 13 b
Vs.:   FREDERICV - Dux HOLSACI  -   Stehender geharnischter Herzog halblinks über Nesselblatt
Rs.:   MONETA NOVA:SLESWICENSIS+   -   im Wappen die zwei schleswig-holsteinischen Löwen

Christian III., 1534-1559 König von Dänemark
Der Sohn König Frederiks I. war seit dem Wormser Reichstag von 1521 Anhänger der Reformation. Er vertrat seinen Vater nach dessen Regierungsantritt in den schleswig-holsteinischen Herzogtümern. Nach dem Tod Frederiks I. mußte sich Christian III. die Anerkennung als König von Dänemark und Norwegen in der sogenannten Grafenfehde (1534-1536) erkämpfen. Die Stadt Lübeck organisierte ein militärisches Unternehmen unter Führung der Grafen Christoph von Oldenburg und Johann von Hoya, um den 1523 aus Dänemark vertriebenen und seit 1532 in Norwegen gefangen gehaltenen König Christian II. zu befreien. Ziel war die Festigung Lübecks als Handelsvormacht im Ostseeraum. Lübeck und die Grafen eroberten Anfang 1534 innerhalb kurzer Zeit Kopenhagen und die dänischen Inseln. Als sich Kronprinz Christian III. mit Gustav Vasa von Schweden verbündet hatte und am 14. Juli 1534 zum König gewählt worden war, änderte sich die Lage. Nach der Landschlacht am Ochsenberge auf Fünen und der Seeschlacht bei Svendborg mußte der Lübecker Rat König Christian III. anerkennen (Frieden von Hamburg, 14. Februar 1536).


4 Skilling 1535, Roskilde.     Ø 27 mm.   Galster 99 var
Vs.:   CRISTIANVS·D·G·ELECTor·REX·DAnia·   -   Hütbild
Rs.: MONETA·NOVA·ROSCILDNSI ¤    "Neue Münze aus Roskilde"
im Feld: Wappen Dänemarks (3 Löwen) zwischen Jahreszahl



Taler 1547, Flensburg.     Ø 40 mm, 28,53 g.   Hede 19 ; Lange 20 c ; Dav.8237.
Vs.:   CHRISTIA·3 D:G·REX·DANI·NOR·DVX·SL· ¤
"Christian III. von Gottes Gnaden König von Dänemark und Norwegen, Herzog von Schleswig"
Geharnisches Hüftbild, die Linke am Schwertgriff, zu den Seiten die Jahreszahl 15-47
Rs.:   MO·DVCATV.SLESVICE·Z·HOLSA   "Münze des Herzogtums Schleswig und Holstein"
quadriertes Wappen: Dänemark, Norwegen, des Königreichs der Gothen und der Wenden
aufgelegtes Wappen: Schleswig (2 Löwen), Holstein (Nesselblatt), Stormarn (Teil Holsteins),
Oldenburg (2 Balken)

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