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      Zeitgenossen im Heiligen Römischen Reich      

Albrecht Alcibiades, Markgraf von Brandenburg-Bayreuth 1527/41-1554
Der aus der fränkischen Linie der Hohenzollern stammende protestantisch erzogene Albrecht Alcibiades wurde 1541 Markgraf von Kulmbach-Bayreuth. Er kämpfte auf kaiserlicher Seite gegen Franz I. von Frankreich und gegen den Schmalkaldischen Bund. 1551 schloss er sich der Fürstenverschwörung des Moritz von Sachsen gegen den Kaiser an. Als Moritz mit Kg. Ferdinand 1552 jedoch den Waffenstillstand von Passau schloss, setzte der grobe Haudegen Albrecht Alcibiades den Krieg fort, um seinen Landbesitz auf Kosten von Nürnberg, Würzburg und Bamberg zu erweitern. Der Kaiser akzeptierte die fränkische Landbeute des Schrecken verbreitenden Raubritters und nahm dafür seine Dienste bei der Belagerung von Metz an, das an Frankreich verloren gegangen war. Gegen den "fürstlichen Mordbrenner" bildete sich ein Fränkischer Bund mit Kg. Ferdinand, Moritz von Sachsen und Heinrich d. J. von Braunschweig. In der besonders blutigen Schlacht bei Sievershausen (1553) wurde Albrecht entscheidend von Moritz geschlagen, der dabei allerdings tödlich verwundet wurde. Der wegen Landfriedensbruch in Reichsacht gefallene Albrecht musste 1554 nach Frankreich fliehen und starb 1557, erst 33-jährig. Sein Land fiel an seinen Vetter Georg Friedrich von Ansbach und Jägerndorf (Schlesien).
Den Beinamen Alcibiades erhielt Albrecht von der Nachwelt unter Anspielung auf den machthungrigen und opportunistischen athenischen Staatsmann (450–404 v. Chr.). Zu Lebzeiten war Albrechts Beiname "Bellator" - der Krieger.

Als Albrecht Alcibiades' Vater Kasimir 1527 starb, übernahm Albrechts Onkel Georg von Brandenburg-Ansbach die Vormundschaft bis 1541. Aus dieser Zeit stammt folgende Gemeinschaftsprägung.


Taler 1538, Schwabach.     Ø 39mm, 28,94 g.   v. Schrötter 646; Dav.8965B.
Vs.:   +GEORI9 z ALBERT9*MARGG*BRAИz*ϨLEϨI
"Georg und Albert, Markgrafen von Brandenburg und Schlesien"
ungerüstete Hüftbilder der beiden einander gegenüber, im Abschnitt die Jz. *I5*38*.

Rs.:   +SI·DEVS·PROИOBIS·QVIS·COИTRA·ИOS
"Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns bestehen?"
Hochmeisterkreuz als Blumenkreuz mit einköpfigem Adler (für Brandenburg), in den Winkeln die Wappen von Preußen (Adler), Pommern (Greif), Burggrafschaft Nürnberg (schwarzer Löwe in Gold mit rot-weiß gestücktem Schildbort), Hohenzollern (Geviert).



Taler 1543, Schwabach.     Ø 41mm, 28,9g.     v. Schrötter 706 ff; Dav.8967.
Vs.:   +D:G:GEOR:et:ALBERT:MARCHION:BRAND:et:SLES
Die geharnischten Hüftbilder der beiden einander gegenüber, darüber die Jahreszahl.
Rs.:   +SI:DEVS:PRONOBIS:QVIS:CONTRA:NOS
Hochmeisterkreuz als Blumenkreuz mit einköpfigem Adler (für Brandenburg), in den Winkeln die Wappen von Hohenzollern (Geviert), Burggrafschaft Nürnberg (schwarzer Löwe in Gold mit rot-weiß gestücktem Schildbort), Pommern (Greif), Preußen (Adler).
Bemerkenswert ist die umfangreiche Talerprägung Georgs von Brandenburg-Ansbach von 1537 bis 1545. Für das Jahr 1538 allein lassen sich 42 Stempel feststellen. Das Silber gewann Georg wahrscheinlich durch Einziehung der säkularisierten Klostergüter und Vermünzung der Klosterschätze. [A. Suhle, Kulturgeschichte der Münzen]


Taler 1549, Erlangen.     Ø 41 mm, 28,8 g.   v. Schrötter 751; Schulten 222; Dav.8969
Vs.:   ALBERT9us·Dei·Gratia·MARCHIO·BRANDENBurgensis
Martialisches Hüftbild, ein Streitkolben in der Rechte, die Linke am Schwertgriff

Rs.:   SI·DE9us·PRO NOBIS·QVIS·CONTRA·NOS
Hochmeisterkreuz als Blumenkreuz mit einköpfigem Adler (Brandenburg),   in den Winkeln die Wappen von Preußen (Adler), Pommern (Greif), Hohenzollern (Geviert) & Burggrafschaft Nürnberg (gerahmter Löwe).
Dieses Kreuz und diese fünf Wappen benutzte bereits 1521 sein Onkel Albrecht, der letzte Hochmeister des Deutschen Ordens, auf einem Goldgulden o.J.(1521) mit katholischer Ikonographie.
9 am Wortende steht für us oder ost :   DE9 = Deus ,   P9 = Pius oder Post
Albrecht lies ab 1548 in einer eigenen Münzstätte in Erlangen viel prägen. Seine Münzen wurden 1550 angeblich wegen zu geringen Silbergehalts verrufen. Die vom Kaiser angeordnete Schließung der Münzstätte Erlangen im Jahre 1552 wurde wohl auch auf Betreiben der Konkurrenz aus Nürnberg erreicht.


Goldgulden 1549, Erlangen.     Ø 24 mm, 3,24 g.     v. Schrötter 738 ; Friedb.310.
ALBERT9*D*G*MARCHIO*BRAND   //   *MONETA*AVREA*ERLANG*I549



1/4 Taler 1549, Erlangen.     Ø 29 mm, 7,09 g.     v. Schrötter 771f.
*·ALBERT9*D*G*MARCHIO*BRANDN·   //   ♣SI·DE9·PRONOBIS·QVIS·CONTRA·NOS

Vergleiche das Gemälde 1557 von Andreas Riehl d. Ä., im Markgrafenzimmer der Plassenburg.

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